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Monumentaldenkmäler des Deutschen Kaiserreichs
Bereits vor der Gründung des Deutschen Kaiserreiches im Jahre 1871 suchten national gesinnte Kreise nach Orten und Figuren, um sich selbst des noch zersplitterten Vaterlandes zu gewissern. Der deutsche Sieg im Deutsch-Französischen Krieg (1870/71) und die deutsche Reichsgründung am 18. Januar 1871 mit dem folgenden wirtschaftlichen Aufschwung förderten das Bedürfnis nach nationalistischem Pomp und Gloria weiter. Die wichtigsten deutschen Monumentaldenkmäler aus dieser Epoche im Überblick:
Das Nibelungenlied - Heldenepos der Deutschen
Das Nibelungenlied ist ein mittelalterliches Heldenepos, das um 1200 im Donaugebiet verfasst wurde. Der Name des Dichters ist allerdings unbekannt. In 39 Aventiuren (Abschnitten) mit etwa 2.400 Strophen wird Siegfrieds Werben um die burgundische Königstochter Kriemhild sowie deren Rache nach der Ermordung Siegfrieds erzählt. Im Jare 1755 wurde das lange vergessene Lied vom Lindauer Arzt Jacob Hermann Obereit (1725-1798) wieder entdeckt. Der Dichter und Lyriker Frieedrich Hebbel (1813-1863) verarbeitete sie 1861 in einem Theaterstück. Zudem lehnte Richard Wagner (1813-1883) sein Musikdrama "Der Ring des Nibelungen" an die Sage der Nibelungen an. Heute gilt die Geschichte um Mord, Liebe, Tod, Treue und Verrat als eines der Hauptwerke der deutschen Nationalliteratur sowie als Nationalepos der Deutschen.
Der Nord-Ostsee-Kanal
Der Nord-Ostsee-Kanal ist die meistbefahrene künstliche Wasserstraße der Welt und verbindet die Nordsee von der Elbmündung in Brunsbüttel mit der Ostsee in Kiel. Die Bundeswasserstraße ist rund 99 Kilometer lang, meist 162 Meter breit und rund elf Meter tief. Eröffnet wurde der Kanal nach achtjähriger Bauzeit im Jahre 1895 als Kaiser-Wilhelm-Kanal für die deutsche Kriegsflotte. Seine militärische Bedeutung hat der Kanal mittlerweile verloren; vielmehr vereinfacht er den Warenverkehr zwischen den Anrainerstaaten der Ostsee und dem Rest der Welt. Die Schiffe sparen durch den Kanalrund 250 Seemeilen; ohne Kanal müssten sie über die Skagerrak-Meerenge zwischen der Südküste Norwegens und der dänischen Halbinsel Jütland fahren. Allein im Jahre 2011 passierten über 33.500 Schiffe den Kanal - ohne Sport- und sonstige Schiffe.
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Bekannte Unternehmen
Nach juristischer Definition ist ein Unternehmen eine rechtliche und organisatorische Einheit, die von juristischen oder natürlichen Personen getragen wird. Das Unternehmen produziert Güter oder Leistungen für den fremden Zweck, um damit einen Gewinn zu erzielen. Derzeit gibt es in Deutschland etwa 3,1 Millionen umsatzsteuerpflichtige Unternehmen; etwa zwei Drittel davon sind Einzelunternehmen. Mehrere selbstständige Unternehmen können sich zudem unter einer einheitlichen Leitung zu einem Konzern zusammenschließen. Dieser besteht aus einem Mutterunternehmen und einem oder mehreren Tochterunternehmen. Umgangssprachlich werden Konzerne auch als Großunternehmen bezeichnet. Die juristischen Rahmenbedingungen werden dabei durch die Rechtsform definiert.
Die wichtigsten Unternehmen Deutschlands im Überblick:
- Die Allianz SE mit Sitz in München wurde 1890 gegründet und heute der weltweit größte Versicherungskonzern sowie einer der größten Finanzdienstleister. Wichtigste Segmente sind die Schaden- und Unfallversicherungen sowie die Lebens- und Krankenversicherungen. Der Konzern beschäftigt derzeit mehr 150.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von rund 106,5 Milliarden Euro bei einem Gewinn von mehr als 5,2 Milliarden Euro.
- Eine der weltweit führenden Rückversicherungsgesellschaften ist die Munich Re. Sie rückversichert unter anderem Lebens-, Kranken-, Haftpflicht-, Unfall-, Kraftfahrt-, Transport/Luftfahrt/Raumfahrt-, Feuer- und technische Versicherungen. Zu ihren Kunden zählen etwa 4.000 Versicherungen in rund 150 Ländern. Neben ihrem Stammsitz in München unterhält die Munich Re mehr als 50 Außenstellen.
- Adidas gilt als zweitgrößter Sportartikelhersteller der Welt und wurde am 18. August 1949 gegründet. Der Name leitet sich von dessen Gründer Adolf Dassler ab: er setzt sich aus seinem Spitznamen "Adi" und den ersten drei Buchstaben seines Nachnamens zusammen. Stammsitz des Unternehmens ist in Herzogenaurach. Das bekannte Markenzeichen mit den drei Streifen und dem drei Blättern soll den olympischen Geist symbolisieren.
- Ebenfalls zu den weltgrößten Sportartikelherstellern zählt die PUMA AG, die ebenfalls ihren Stammsitz in Herzogenaurach hat. Gegründet wurde sie 1948 von Rudolf Dassler, dem älteren Bruder von adidas-Gründer Adolf ("Adi") Dassler. Das Unternehmen beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter und gehört heute zu 75 Prozent der französischen Holdinggesellschaft PPR.
- Gemessen an der Höhe der Bilanzsumme und der Zahl der Mitarbeiter gilt die Deutsche Bank AG als größte Bank Deutschlands. Die Universalbank gilt mit einem Marktanteil von 21 Prozent als größter Derivatehändler der Welt. Neben ihrem Stammsitz in Frankfurt am Main unterhält die Deutsche Bank unterhält bedeutende Niederlassungen in London, New York City, Singapur und Sydney. Mit einer Bilanzsumme von über 1,8 Billionen Euro und mehr als 101.700 Mitarbeitern gehört sie außerdem laut Financial Stability Board (FSB) zu den 29 systemrelevanten Banken.
- Ebenfalls zu den "systemrelevanten Banken" gehört mit der Commerzbank AG die zweitgrößte Bank Deutschlands. Als Universalbank betreut sie weltweit 15 Millionen Privat- und Geschäftskunden. Gegründet wurde die Bank bereits am 26. Februar 1870 von vorwiegend hanseatischen Kaufleuten, Merchant Bankern und Privatbankiers. Heute beschäftigt das Kreditinstitut mit Sitz in Frankfurt am Main etwa 59.100 Mitarbeiter.
- Die Deutsche Postbank AG ist mit rund 14 Millionen Kunden die größte Privatkundenbank in Deutschland. Ihre Hauptklientel sind vor allem Kleinkunden - ein Potenzial, das auch die Deutsche Bank AG als neuer Haupteigner nutzen will. Das Bonner Geldinstitut führt 850 frühere große Postfilialen in eigener Regie als Finanzcenter. Dazu wurden 277 Post-Filialen übernommen. Die Postbank betreut rund 14 Millionen Sparkonten sowie mehr als fünf Millionen private Geldkonten und war früher eine hundertprozentige Tochter der Deutschen Post AG. Derzeit sind bei der Postbank rund 22.000 Mitarbeiter beschäftigt - darunter noch rund 10.000 Beamte.
- Als Weltmarktführer für Firmen-Software gilt die vor 40 Jahren gegründete SAP AG mit Sitz im badischen Walldorf. So steuern die Programme des Unternehmens unter anderem die Finanzbuchhaltung, den Einkauf oder das Personalwesen in den Verwaltungsetagen. Das Kürzel SAP steht für "Systeme, Anwendungen und Produkte in der Datenverarbeitung". Das Unternehmen zählt etwa 110.000 Kunden in mehr als 120 Ländern - darunter beispielsweise Nestlé, BMW oder Shell.
- Die bundeseigene Deutsche Bahn AG mit Sitz in Berlin ist das größte Eisenbahnverkehrs- und Eisenbahninfrastrukturunternehmen in Europa. Der Konzern umfasst rund 1.000 Tochterunternehmen, darunter die DB Regio und DB Fernverkehr im Personenverkehr, die DB Schenker Rail im Güterverkehr und die DB Netz für das größte Schienennetz in Deutschland. Hervorgegangen ist das Unternehmen am 1. Januar 1994 im Zuge der aus der früheren Deutschen Bundesbahn (DB) und der Deutschen Reichsbahn (DR) der DDR. Alleiniger Anteilseigner ist die Bundesrepublik Deutschland.
- Das größte Logistik- und Postunternehmen der Welt ist die Deutsche Post AG mit Sitz in Bonn. Sie ging 1995 aus der Deutschen Bundespost hervor und ist in insgesamt 220 Ländern und Territorien aktiv. Das Unternehmen beschäftigt weltweit mehr als 467.000 Mitarbeiter - davon rund 166.000 in Deutschland - und ist in vier Unternehmesbereiche unterteilt.
- Ebenfalls aus der Deutschen Bundespost ist mit der Deutschen Telekom AG das größte Telekommunikationsunternehmen Deutschlands entstanden. Es betreibt die technischen Netze für den Betrieb von Informations- und Kommunikationsdiensten (IuK) wie etwa Telefone und Online-Dienste. Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 247.000 Mitarbeiter, davon allein mehr als 123.000 in Deutschland.
- Die Volkswagen AG (VW) ist derzeit der größte Automobilhersteller Europas sowie der zweitgrößte weltweit. Entstanden ist der Konzern mit der Entwicklung des Volkswagens durch seinen Gründer Ferdinand Porsche. Heute gehören neben der Automobilherstellung auch Finanz- und Logistikdienstleistungen zum Volkswagen-Konzern. Zu den Marken und Tochtergesellschaften gehören heute unter anderem die Audi AG, Škoda Auto, Seat, Bugatti, Bentley, MAN und Scania. Zudem ist VW an Porsche und Suzuki beteiligt.
- Das größte Geschäftsfeld der Daimer AG ist die Produktion von Personenfahrzeugen der Oberklasse. Die bekannteste Marke ist Mercedes-Benz. Daneben produziert der Automobilkonzern LKWs und Busse; außerdem bietet das Unternehmen Finanzdienstleistungen an. Mit einem Umsatz von rund 98 Milliarden Euro und mehr als 260.000 Mitarbeitern ist die Daimler AG mit Sitz in Stuttgart die erste global notierte Aktiengesellschaft.
- Die BMW AG mit Stammsitz in München zählt zu den größten Automobil- und Motoradherstellern in Deutschland. Das Unternehmen wurde am 7. März 1916 gegründet und beschäftigt heute rund 96.000 Mitarbeiter. Die Produktpalette der BMW Group reicht mit den Marken MINI, Rolls Royce und BMW vom Kleinwagen bis zur High-End-Luxuslimousine. Neben Deutschland betreibt BMW auch Werke in Österreich, Großbritannien, Südafrika, USA und China.
- Deutschlands größter Handelskonzern ist die Metro AG mit Sitz in Düsseldorf. An mehr als 2.100 Standorten beschäftigt sie rund 283.000 Zuschauer, die rund 60 Prozent des gesamten Umsatzes im Ausland erwirtschaften. Bedeutende internationale Konkurrenten sind Carrefour aus Frankreich und Tesco in Großbritannien. Das Kerngeschäft von Metro bilden die C&C-Märkte; weitere Tochterunternehmen sind Media-Saturn, Real und Kaufhof.
- Größter industrieller Arbeitgeber in Rheinland-Pfalz ist der Chemiekonzern BASF. Allein der BASF-Standort und Hauptsitz in Ludwigshafen gilt als größtes zusammenhängendes Chemieareal der Welt. Hier arbeiten derzeit etwa 33.000 Menschen - in insgesamt 80 Ländern arbeiten an 390 Produktionsstandorten laut Firmenangaben 109.140 Menschen im größten Chemiekonzern der Welt. Auf einer Gesamtfläche von zehn Quadratkilometern befinden sich derzeit etwa 2.000 Gebäude; die oberirdischen Rohrleitungen bringen es zudem auf eine Gesamtlänge von über 2.000 Kilometern.
- Die Bayer AG ist eine Holdinggesellschaft mit Hauptsitz in Leverkusen und umfasst rund 350 Einzelgesellschaften. Die Tätigkeitsschwerpunkte des Unternehmens liegen in der chemischen und pharmazeutischen Industrie; insgesamt sind weltweit mehr als 111.000 Mitarbeiter bei Bayer beschäftigt. Der Umsatz betrug im Geschäftsjahr 2010 rund 35,1 Milliarden Euro.
- Einer der größten internationalen Medien- und Verlagskonzerne ist die Bertelsmann AG mit Sitz in Gütersloh. Am 1. Juli 1835 von Carl Bertelsmann gegründet, unterhält das Unternehmen heute Niederlassungen in 63 Ländern mit mehr als 104.000 Mitarbeitern. Die Bertelsmann AG ist jedoch nicht börsennotiert: 77,6 Prozent der Anteile werden von der Bertelsmann-Stiftung gehalten, 19,1 Prozent von der Familie Mohn, die restlichen 3,3 Prozent von der Reinhard Mohn Stiftung und der BVG-Stiftung. Zum Konzern gehören seit dem 1. Juli 2011 vier Bereiche: der Gruner + Jahr Zeitungsverlag (Europas größtes Drucks- und Verlagshaus), die RTL Group (Europas größter Betreiber von werbefinanziertem Privatfernsehen und Privatradio), die Verlagsgruppe Random House sowie die Arvato AG (einer der weltweit größten Outsourcing-Dienstleister).
- Die Edeka-Gruppe ist seit 2005 der größte Verbund im deutschen Einzelhandel. Sie besteht aus 4.500 selbstständigen Kaufleuten, sieben Regionalgenossenschaften und der Edeka Zentrale AG & Co. KG mit Sitz in Hamburg. Die rund 12.000 Einzelmärkte mit etwa 302.000 Mitarbeitern erwirtschafteten im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 43,5 Milliarden Euro. Zudem ist Edeka auch mit einigen Tochterunternehmen in Österreich, Tschechien und Dänemark vertreten.
- Zu den bekanntesten Warenhäusern in Deutschland gehört die Karstadt Warenhaus GmbH mit Sitz in Essen. Das Unternehmen wurde am 14. Mai 1881 von Rudolph Karstadt in Wismar gegründet. Es umfasst heute 89 Waren- sowie 27 Sporthäuser, darunter auch das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in Berlin mit einer Verkaufsfläche von 60.000 m² und das Alsterhaus mit Hamburg mit etwa 24.000 m².
- Die GALERIA Kaufhof GmbH ist eines der ältesten und traditionsreichsten Warenhäuser in Deutschland und gehört mehrheitlich der Metro AG. Derzeit sind rund 20.000 Mitarbeiter bei Kaufhof beschäftigt; der Umsatzlag bei 3,4 Milliarden Euro. Das Warenhaus hat insgesamt 140 Standorte, davon 125 in Deutschland und 15 in Belgien. Gegründet wurde Kaufhof bereits im Jahre 1879 vom Textilhändler Leonard Tietz mit einem kleinen Geschäft in Stralsund.
- Weltweit führend ist der börsennotierte Optoelektronik-Konzern Jenoptik AG mit Sitz im thüringischen Jena. Zu seinen Sparten gehören die Laser & Materialbearbeitung, Optische Systeme, die Industrielle Messtechnik, Verkehrssicherheit sowie Verteidigung & Zivile Systeme. Die wichtigsten Kunden kommen vor allem aus der vor allem Unternehmen der Halbleiter- und Halbleiterausrüstungsindustrie, der Automobil- und Automobilzulieferindustrie, der Medizintechnik, der Sicherheits- und Wehrtechnik sowie der Luftfahrtindustrie. Entstanden ist die Jenoptik AG im Jahre 1991 aus dem ehemaligen DDR-Kombinat VEB Carl Zeiss und der heutigen Carl Zeiss AG. Die Jenoptik beschäftigt rund 10.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete 2010 einen Umsatz von mehr als 510 Millionen Euro.
- Der Technologiekonzern Schott AG mit Sitz in Mainz zählt heute zu den weltgrößten Produzenten von technischen Gläsern und Glasartikeln. Das Unternehmen wurde bereits 1884 gegründet und beschäftigt heute mehr als 17.000 Mitarbeiter; der Konzernumsatz belief sich 2010 auf 2,85 Milliarden Euro. Die Produktpalette umfasst neben klassischen Gläsern auch Spezialglas wie optisches Glas, Glasgerät, Glaskeramik und Optik, sowie Optoelektronik, Glasfasertechnik, Feinmechanik und Solarenergie (Photovoltaikanlagen). Die wichtigsten Märkte für Schott liegen heute in der Hausgeräteindustrie, Pharmazie, Solarenergie, Elektronik, Optik und Automobilindustrie.
Wikipedia bietet zudem einen Überblick über die größten Unternehmen, Banken und Versicherungen sowie die Sparkassen in Deutschland.
Die größten und bekannsten Unternehmen weltweit im Überblick:
- Das US-Softwareunternehmen Microsoft gilt seit den 1990er-Jahren als weltweiter Marktführer für Betriebssysteme und Office-Anwendungen. Das Unternehmen wurde 1975 von Bill Gates und Paul Allen gegründet. Es zählt heute über 90.000 Mitarbeiter, darunter etwa 2.700 in Deutschland. Allein im Jahr 2011 belief sich der Jahresumsatz auf knapp 70 Millionen US-Dollar. Kritiker bemängeln jedoch, dass die Unternehmensstrategie wettbewerbsfeindlich und nicht kundenorientiert sei. Zudem hat die EU-Kommission seit 2004 bereits zahlreiche Bußgelder wegen Verstoß gegen die Wettbewerbsgesetze verhängt.
- Die International Business Machines Cooperation (IBM) ist heute eines der weltweit führenden Unternehmen für Hardware, Software und IT-Dienstleistungen. Es beschäftigt derzeit über 420.000 Mitarbeiter und generierte im Jahr 2011 eine Umsatz von 106,9 Milliarden US-Dollar. Allein in Deutschland unterhält IBM derzeit 40 Standorte mit rund 22.000 Mitarbeitern. Das Hauptaugenmerk des Unternehmens liegt auf der Produktion von Computerprozessoren sowie auf der Entwicklung des Betriebssystems z/OS für Großrechner.
- Zu den ersten Herstellern von Personal Computern gehört das IT-Unternehmen Apple. In den 1980er-Jahren nahm es eine Vorreiterrolle bei der Einführung der und der Computermaus ein. Mit dem iPad, dem iPhone und dem iPad weitete das Unternehmen sein Geschäft auch skuzessive auch auf andere Produktbereiche aus. Mit einem Wert von 153,29 Milliarden US-Dollar gilt Apple derzeit als wertvollste Marke der Welt. Als Mitbegründer und langjähriger Vorstandsvorsitzender galt Steve Jobs zudem als eine der bekanntesten Persönlichkeiten der Computerindustrie. Heute beschäftigt Apple weltweit 60.400 Mitarbeiter und generierte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von 108,2 Milliarden US-Dollar.
- Das kalifornische Unternehmen Intel wurde am 18. Juli 1968 gegründet und gilt mit einem Marktanteil von 80 Prozent als Weltmarktführer für PC-Mikroprozessoren. Zudem produziert Intel diverse Mikrochips für Computer. Das Unternehmen beschäftigt etwa 96.500 Mitarbeiter und generierte 2011 einen Umsatz von 54 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 13,7 Milliarden US-Dollar.
- Mit einem Marktanteil von mehr als 80 Prozent aller weltweiten Suchmaschinenabfragen im Internet gilt Google als Marktführer. Mittlerweile ist die 1998 gegründete Suchmaschine in 124 Sprachen (einschließlich Varianten uns Kunstsprachen verfügbar. Durch den Erfolg der Suchmaschine in Kombination mit kontextbezogener Werbung konnte Google zudem zahlreiche andere Software-Lösungen finanzieren. Dennoch bleibt die Suchfunktion das Kern-Geschäftsfeld des US-amerikanischen Unternehmens, die sich bis heute kaum verändert hat.
- Die Samsung Group ist der größte südkoreanische Mischkonzern und wurde bereits am 1. März 1938 als Lebensmittelladen gegründet. Heute ist das Unternehmen in den Bereichen Elektronikindustrie, Maschinenbau und Schwerindustrie, Chemie, Finanzen, Unterhaltung sowie Bauwesen und Handel tätig. Das Flaggschiff des Konzerns ist allerdings Samsung Electronics, dem größten Fernseh-Hersteller und zweitgrößten Handy-Hersteller der Welt.
- Größter Mobilfunkhersteller weltweit ist das finnische Unternehmen Nokia. Laut einer Marktforschungsstudie lag der Marktanteil des Unternehmens im Handy-Bereich im zweiten Quartal 2011 bei 22,8 Prozent. Weltweit beschäftigt das Nokia mehr als 132.000 Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von über 42 Milliarden Euro generierten. In die Kritik geriet das Unternehmen, als es die finnische Regierung im Jahre 2009 dahingehend unter Druck setzte, auf der Basis eines Gesetzes - der "Lex Nokia" - die elektronische Kommunikation seiner Mitarbeiter kontrollieren zu lassen.
- Gemessen an den Kundenzahlen gilt China Mobile derzeit als größter Mobilfunkanbieter der Welt. Das Unternehmen wurde 1997 gegründet hat seinen Stammsitz in Hongkong, während die Hauptverwaltung in der chinesischen Hauptstadt angesiedelt ist. Die über 228.000 Mitarbeiter erwirtschafteten im Jahre 2010 einen Umsatz von rund 71,75 Milliarden US-Dollar.
- Die Mærsk Line wurde 1928 gegründet und ist heute die weltweit größte Containerschiffreederei. Sie gehört zur dänischen Unternehmensgruppe A. P. Møller-Mærsk. Insgesamt laufen 550 Schiffe - davon 220 eigene - unter dem Mærsk-Stern. Zudem sind die Schiffe der Emma-Mærsk-Klasse mit einer Länge von 397 Meter die größten Containerschiffen der Welt.
- Der US-amerikanische Coca-Cola-Company ist der weltweit größte Softgetränke-Produzent und wurde 1892 durch AsaGiggs Chandler gegründet. Das Unternehmen mit Sitz in Atlanta vertreibt über 230 Getränkemarken in 200 etwa Ländern; rund zwei Drittel des Umsatzes wird außerhalb der USA generiert. Es beherrscht über die Hälfte des weltweiten Marktes, wobei die Abfüllung durch nationale Lizenzabfüllbetriebe übernommen wird. Das bekannteste Getränk ist Coca-Cola, die weltweit erste und umsatzstärkste Cola-Marke. Der Schriftzug gehört zu den bekanntesten Markenzeichen der Welt und gilt ein Symbol für den westlichen Lebensstil. Weitere bekannte Getränkemarken sind unter anderem Fanta, Sprite, Mezzo Mix, Bonaqa oder Apollinaris.
- Einer der größten Tabakhersteller weltweit ist Philipp Morris International mit Sitz in New York. Dabei ist Marlboro seit Jahrzehnten die weltweit meistverkaufte Zigarette; zudem zählt sie zu den zehn wertvollsten Marken der Welt. Große Bekanntheit gewann sie durch die Werbung mit dem Marlboro Man als Symbol von "Freiheit und Abenteuer".
- Als umsatzstärkste Fastfood-Kette der Welt gilt die US-amerikanische McDonald's Cooperation. Das erste McDonald's-Restaurant wurde bereits am 15. Mai 1940 von den Brüdern Richard und Maurice McDonald im kalifornischen San Bernadino eröffnet. Gegenwärtig betreibt McDonald's rund 32.000 Restaurants in über 100 Ländern unter der eigenen Marke. Seinen Umsatz generiert das Unternehmen aus festen oder prozentualen monatlichen Mieten, die sich jeweils nach dem Nettoumsatz richten.
- Time Warner wurde 1989 gegründet und gilt heute als weltweit größter Medienkonzern. Das Unternehmen mit Sitz in New York ist in zahlreichen Geschäftsfeldern aktiv. Zum dem US-amerikanischen Konzern gehören unter anderem Warner Bros. (eines der sieben größten US-Filmstudios), der US-Onlinedienst AOL oder der weltweit erste reine Nachrichtensender Cable Network News (CNN).
- Der größte private Arbeitgeber der Welt ist derzeit der US-Einzelhandelskonzern Walmart. Mehr als 2,1 Millionen Mitarbeiter sind derzeit bei dem 1962 gegründeten Unternehmen tätig. Zudem gilt Walmart als eines der umsatzstärksten Unternehmen der Welt. Allein in den USA besitzt der Einzelhandelskonzern etwa 3.700 Filialen; daneben ist Walmart derzeit auch in Großbritannien, Kanada, Mexiko, Japan und China vertreten. Die Märkte in Deutschland und Südkorea wurden hingegen 2006 aufgegeben.
- Größter Konkurrent von Walmart ist der französische Einzelhandelskonzern . Das 1959 gegründete Unternehmen ist das größte Einzelhandelsunternehmen Europas und weltweit die Nummer Zwei nach Walmart. Derzeit ist Carrefour mit etwa 9.500 Geschäften in 32 Ländern - insbesondere in Europa, Asien und Lateinamerika - vertreten. Weltweit beschäftigt der Konzern etwa 471.000 Mitarbeiter.
- Eines der weltweit größten Mineralöl- und Erdgasunternehmen ist die britische Royal Dutch Shell. Der Konzern ist in über 140 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit rund 112.000 Mitarbeiter. Gegründet wurde Shell im Jahre 1907; sein Stammsitz ist London, während die Hauptverwaltung in der niederländischen Hauptstadt Den Haag angesiedelt ist.
- Die größte Erdölfördergesellschaft ist derzeit Saudi Aramco. Es fördert jährlich etwa 260 Milliarden Barrel Erdöl; die Erdölreserven des Staatskonzerns belaufen sich auf weitere 279 Milliarden Barrel. Mit dem Ghawar-Ölfeld gehört Saudi Aramco zudem das größte Erdölfeld der Welt. Das Unternehmen wurde 1944 gegründet und hat seinen Sitz im saudi-arabischen Dhahran. Es beschäftigt rund 55.000 Mitarbeiter und generierte im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von etwa 790 Milliarden US-Dollar. Mit etwa 800 Milliarden US-Dollar gilt Saudi Aramco als wertvollstes Unternehmen der Welt.
- Auch einige bekannte Hotelketten sind in aller Welt vertreten: Zu den weltweit größten gehört InterContinental Hotels Group mit Sitz in Denham nahe der britischen Hauptstadt London. Ihre 4.300 Hotels in rund 100 Ländern umfasst rund 630.000 Zimmer - darunter auch 71 Hotels in Deutschland. Ebenfalls bekannt sind die US-Hotelkette Marriott International, die Hilton Hotels, Hyatt oder das Familienunternehmen Steigenberger.
- Der US-amerikanische Flugzeugbauer Boeing ist weltweit der größte Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen und Hubschraubern sowie von Militär- und Weltraumtechnik. Gegründet wurde das Unternehmen am 15. Juli 1916 durch den Flugzeugkonstrukteur William Edward Boeing als "Pacific Aero Products Company". Das Hauptgeschäft des Flugzeugbauers sind Verkehrsflugzeuge sowie die Geschäftsfelder Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit. Daneben produziert Boeing auch Hubschrauber und Straßenbahnen. Im Geschäftsjahr 2010 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 64,3 Milliarden US-Dollar. Boeing beschäftigt etwa 170.000 Mitarbeiter in 70 Ländern.
- Größter europäischer Flugzeughersteller ist das Unternehmen Airbus. Der Hauptsitz befindet sich in Toulouse; Montagewerke stehen in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Spanien. Derzeit bechäftigt Airbus rund 52.000 Mitarbeiter, die im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von 27,6 Milliarden Euro erwirtschafteten. Mit dem Airbus A380 produziert der Flugzeugbauer derzeit das größte zivile Verkehrsflugzeug. Gemeinsam mit dem Boeing bildet Airbus zudem Duopol für Großraumflugzeuge.
- Die European Aeronautic Defence and Space Company (EADS) wurde am 10. Juli 2000 aus der deutschen DASA, der französischen Aérospetiale-Matra und der spanischen CASA gegründet. Das Unternehmen gilt als Europas größter Luft- und Raumfahrt-, sowie zweitgrößter Rüstungskonzern. Nach Boeing ist EADS zudem das zweitgrößte Luft- und Raumfahrtunternehmen der Welt. Derzeit beschäftigt das Unternehmen welweit 128.038 Mitarbeiter an an mehr als 70 Entwicklungs- und Produktionsstandorten in Europa sowie in weltweit 35 Außenbüros. Die Deutschland-Zentrale des Konzerns - die EADS Deutschland GmbH - ist in Ottobrunn bei München angesiedelt. Im Geschäftsjahr 2010 betrug der Umsatz 45,75 Milliarden Euro. Zu den Tochterunternehmen der EADS gehört auch der Flugzeughersteller Airbus.
Wikipedia bietet einen Überblick über die größten Unternehmen in den Vereinigten Staaten, in Europa, in Lateinamerika, in Afrika, in Asien, in Australien und in der Welt.
Bedeutende Luftfahrtallianzen
Bei einer Luftfahrtallianz handelt es sich um die Kooperation mehrerer Fluggesellschaften. Die einzelnen Unternehmen bleiben dabei zwar rechtlich eigenständig, vernetzen aber unter anderem Buchungssysteme, Vielfliegerprogramme oder Anschlussflüge. Die gegenseitige Vermietung von Sitzplätzen in Flugzeugen ("Codeshare"), gemeinsame Einrichtungen wie Verkaufsbüros, Wartung, Catering oder Computersysteme, gemeinsame Personalkörper und Größenvorteile beim Einkauf helfen Airlines zudem bei der Reduzierung von Kosten. Zudem können die einzelnen Fluggesellschaften durch den Beitritt zu einer Allianz mehr Flugziele und Anschlussmöglichkeiten anzubieten. Die wichtigsten Luftfahrtallianzen im Überblick:
- Die Star Alliance wurde 1997 gegründet und ist derzeit die größte Luftfahrtallianz der Welt. Dem Verbund gehören derzeit 28 Fluggesellschaften mit täglich etwa 21.000 Flügen an. Die gesamte Flottenstärke ihrer Mitglieder umfasst 4.023 Flugzeuge, die jährlich rund 603,8 Millionen Passagiere befördern. Zudem werden derzeit 1.167 Ziele in 181 Ländern angeflogen. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem die Lufthansa, Air Canada, Singapore Airlines, Asiana Airlines, Thai Airways, SAS Scandinavian Airlines oder United Airlines an.
- Im Jahr 2000 wurde die Allianz SkyTeam gegründet. Sie umfasst derzeit 14 Mitglieder, die mit ihren Partnergesellschaften 916 Ziele in 169 Ländern anfliegt. Sie fertigt täglich etwa 14.000 Flüge ab und zählt etwa 474 Millionen Passagiere. Die Flotte ihrer Vollmitglieder derzeit 2.364 Maschinen; hinzu kommen weitere 1.104 Flugzeuge der Partnergesellschaften. Derzeit sind 388.723 Menschen bei den SkyTeam-Gesellschaften beschäftigt. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Air France, die niederländische KLM, Aeroflot oder Delta Airlines an.
- Die Oneworld Alliance wurde am 1. Februar 1999 gegründet und besteht derzeit aus zwölf Mitgliedern. Mit ihren 2.012 Maschinen fliegen die Verbundsmitglieder derzeit 901 Ziele in 145 Ländern an. Zudem beschäftigen die beteiligten Fluggesellschaften rund 311.430 Mitarbeiter. Zu den Mitgliedern gehören unter anderem British Airways, Cathay Pacific, Qantas, Iberia oder Japan Airlines.
Die größte nationale Luftfahrtallianz ist die Xinxing-Allianz in China. Die Lufthansa hat zudem fünf Regional- und Zubringerairlines unter der Lufthansa Regional zusammengefasst.
Wichtigte Zentralbanken
Die Zentralbanken sind für die Währungs- und Geldpolitik eines Staates oder eines Währungsraumes zuständig. In vielen Staaten gehört es zu den wichtigsten Aufgaben der Institutionen, die Preisniveau- umd Geldwertstabilität zu gewährleisten. Zudem hält die Zentralbank eine Währungsreserve bereit, um Geschäftsbanken sowie den Staat zu refinanzieren. Die wichtigsten Zentralbanken im Überblick:
- Die Europäische Zentralbank (EZB) wurde am 1. Juni 1998 gegründet und gilt als Hüterin der europäischen Gemeinschaftswährung - dem Euro. Vorrangiges Ziel der EZB ist es, die Preisstabilität für etwa 331 Menschen in 17 EU-Staaten zu garantieren. Nach eigenem Verständnis bedeutet dies eine jährliche Teuerungsrate von knapp unter zwei Prozent. Dies ist der EZB auch weitgehend gelungen: so liegt die Inflation in der Eurozone seit Einführung der Gemeinschaftswährung im Jahr 1999 bei durchschnittlich 1,97 Prozent. Nach dem Vorbild der Deutschen Bundesbank ist die EZB politisch unabhängig. Zudem ist die EZB für die Ausgabe der Euro-Noten verantwortlich. Seit 2010 kauft die EZB auch vorübergehend Staatsanleihen hoch verschuldeter Euro-Länder, um die europäische Gemeinschaftswährung zu stabilisieren. Ihren Sitz hat die EZB in Frankfurt am Main - ihr Präsident ist Mario Draghi.
- In Deutschland war lange Zeit die Deutsche Bundesbank für die nationale Geldpolitik der Bundesrepublik zuständig. Gegründet am 26. Juli 1957 versorgt sie heute die Wirtschaft mit Barged und sorgt zudem für die physische Lauffähigkeit des Bargeldes. Daneben fungiert sie als Refinanzierungsquelle sowie Clearingstelle für die Kreditinstitute; als Bank des Staates führt sie zudem kostenlos die Konten für Bundes-, Landes- und Kommunalbehörden sowie für die Sozialversicherungsträger. Die Bundesbank verwaltet die Währungsreserven außerhalb des Euro, wie beispielsweise Wertpapiere in ausländischen Währungen, die Goldreserven oder Sorten. Gemeinsam mit der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFIN) ist die Bundesbank auch für die Bankenaufsicht zuständig. Seit 1999 gehört die Deutsche Bundesbank mit Sitz in Frankfurt am Main zum Europäischen System der Zentralbanken (ESZB).
- Als Notenbank der Schweiz führt die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Währungs- und Geldmarktpolitik der Alpenrepublik. Ihr vorrangiger Auftrag ist es, die Preisstabilität in der Schweiz zu gewährleisten und dabei die Konjuktur zu berücksichtigen. Ihre Geldpolitik steuert unabhängige Notenbank in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft des Bundesrechts über das Zinsniveau auf dem Franken-Geldmarkt. Ihren Hauptsitz hat die 1907 gegründete Nationalbank in Bern und Zürich; hinzu kommen fünf Vertretungen und 16 Agenturen, um das Land mit Geld zu versorgen. Das Eigenkapital beträgt 25 Prozent und ist zu rund 55 Prizent im Besitz der öffentlichen Bank, wie zum Beispiel den Kantonen oder den Kantonalbanken. Die übrigen Aktien sind im Besitz von Privatpersonen; der Bund besitzt hingegen keine Aktien.
- Die Bank of England wurde bereits am 27. Juli 1694 und ist heute die Zentralbank von Großbritannien mit Sitz in London. Sie bestimmt die Währungs- und Geldpolitik des Pfund Sterling; neben administrativen Aufgaben erfüllte sie aber zeitweise auch privatrechtliche Funktionen. Als Staat- und Zentralbank sowie als Bank der Banken managt sie die Devisen- und Goldreserven des Landes; zudem führt sie das Vermögensverzeichnis und den Vermögenshaushalt der britischen Regierung. Außerdem besitzt die Bank of England das Monopol auf die Ausgabe von Banknoten für England und Wales. Schottische und nordirische Banken dürfen eigene Banknoten herausbringen, allerdings müssen diese in vollem Umfang bei der britischen Zentralbank gedeckt sein.
- Das Federale Reserve System (Fed) ist das Zentralbanksystem in den USA und besteht aus dem Board of Governors sowie den zwölf regionalen Federal Reserve Banks. Eigentümer der Federal Reserve sind die Mitgliedsbanken nach dem Wert ihrer Einlagen; die Mitglieder des Direktoriums werden aber vom Präsidenten der USA ernannt. Damit ist das Federal Reserve System eine Mischform aus privatrechtlichen und staatlichen Strukturen. Das Fed überwacht und reguliert das Bankenwesen, hält ein funktionierendes Zahlungssystem aufrecht und überwacht die Geldmenge.
- Die Bank of Japan (BoJ) wurde am 10. Oktober 1882 als Zentralbank des ostasiatischen Landes gegründet. Ihre Hauptaufgabe ist die Notenausgabe; daneben nimmt sie als "Bank der Banken" Einlagen auf Girokonten auf, um die Salden glattzustellen. Außerdem kann sie der japanischen Regierung Kredite gewähren und Sparpapiere übernehmen.
Wikipedia bietet einen Überblick über alle Zentralbanken weltweit.
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Weltreligionen im Überblick
Christentum
Das Christentum ist mit rund 2,26 Milliarden Menschen heute die größte Religion der Welt. Sie entstand mit Jesus von Nazareth, in dem seine Anhänger nach dessen Kreuzigung und Auferstehung den erwarteten Messias und Sohn Gottes sehen. Zudem glauben die Christen an einen Gott als eine Dreifaltigkeit - also die Wesenseinheit von Vater, Sohn und Heiligem Geist.
Grundlegende Quelle des Christentums ist die Bibel, die aus zwei Teilen besteht: dem Alten Testament und dem Neuen Testament. Während das Alte Testament im Detail dem jüdischen Tanach entspricht, umfasst das Neue Testament die Berichte vom Leben Jesu (Evangelien, die Apostelgeschichte, die Briefe der Apostel und die Offenbarung des Johannes.
Besonders verbreitet ist das Christentum heute vor allem in Europa, Amerika und dem pazifischen Raum. Aber auch in Afrika bekennt sich knapp die Hälfte der Menschen zum christlichen Glauben. Die zahlreichen christlichen Konfessionen lassen sich im wesentlichen in folgende Gruppen zusammenfassen:
- Die römisch-katholische Kirche ist die zahlenmäßig größte christliche Kirche. Sie umfasst 23 Teilkirchen mit eigenem Ritus - darunter die Lateinische Kirche sowie die Unierten Ostkirchen. Entscheidendes Merkmal der katholischen Kirche ist die Anerkennung des Primats des römischen Bischofs über die Gesamtkirche. Der römisch-katholischen Kirche gehören derzeit etwa 1,181 Milliarden Mitglieder an.
- Um selbstständige katholische Kirchen handelt es sich bei den Gemeinschaften der Altkatholischen Kirche. Sie entstanden aus dem Protest gegen das Jurisdiktionsprimat und die päpstliche Unfehlbarkeit, die am 18. Juli 1870 auf dem Ersten Vatikanischen Konzil (1869/70) beschlossen wurden. Die altkatholischen Kirchen sind in der Utrechter Union zusammengeschlossen.
- Den protestantischen Kirchen gehören vor allem die Anhänger der Reformation im 16. Jahrhundert an. Prägend sind vor allem die Konzentration auf die Bibel und die Anerkennung Jesu Christi als alleinige Autorität der Kirche. Zudem werden einige Sakramente wie die Priesterweihe oder Krankensalbung nicht anerkannt.
- Neben der katholischen und der evangelischen Kirche stellen die orthodoxen Kirchen die wichtigste christliche Konfession dar. Die zahlenmäßig größten Zweige sind die Russisch-Orthodoxe sowie die griechisch-orthodoxe Kirche. Die Gottesdienste der zumeist selbst verwalteten Kirchen werden nach dem Byzantinischen Ritus zelebriert. Die katholische und orthodoxe Kirche verbinden viele Gemeinsamkeiten; allerdings sehen die orthodoxen Kirchen im Papst nur den Bischof von Rom und nicht das Oberhaupt der Christenheit. Die Trennung der orthodoxen und katholischen Kirche geht auf das morgenländische Schisma im Jahre 1054 zurück, als sich die Oberhäupter der Ostkirche in Byzanz und der Westkirche in Rom gegenseitig exkommunizierten. Den orthodoxen Kirchen gehören etwa 300 Millionen Mitglieder an.
- Die Anglikanische Gemeinschaft ist eine weltweite Kirchengemeinschaft, die in ihrer Tradition katholische und evangelische Glaubenselemente vereinigt. In der Gemeinschaft sind derzeit 38 Landeskirchen bzw. Provinzen an, die selbstständig voneinander agieren. Daher kennt die Anglikanische Gemeinschaft auch kennt keine zentralisierten Strukturen der Autorität - kein Bischof ist somit für die Geschäfte eines anderen Bistums weisungsbefugt. Ihr gehören weltweit etwa 80 Millionen mitglieder in 385 Diözesen an.
- Bereits im 16. Jahrhundert entstand die Kirche von England durch den Bruch von König Heinrich VIII. (1509-1547) mit dem Papst in Rom. Heute gehören der Mutterkirche der Anglikanischen Gemeinschaft mehr als 25 Millionen Gläubige in England, auf den Kanalinseln und der Isle of Man an. Seit ihrer Enstehung ist das britische Monarch auch das weltliche Oberhaupt der Kirche. Geistliches Oberhaupt ist der Erzbischof von Canterbury. Theologisch sind die "Kirche von England" und die römisch-katholische Kirche nicht weit voneinander entfernt: Allerdings erkennen die Anglikaner nicht das Primat des Papstes an. Zudem werden seit 1993 - im Gegensatz zu den Katholiken - auch Frauen zum Priester geweiht. Neben der "Church of England" existieren in Großbritannien zudem mit der "Church in Wales" und der "Episcopal Church of Scotland" zwei weitere anglikanische Kirchen.
- Die koptische Kirche gehört zu den altorientalischen Kirchen und wurde der Überlieferung nach bereits vom Evanglisten Markus vor rund 2.000 Jahren in Ägypten gegründet. Die eigentlich koptisch-orthodoxe Kirche entstand im Jahre 451 auf dem Konzil von Chalkedon, als der Patriarch von Alexandria im Dogmenstreit um die Natur Jresu Christi unterlag. Der Begriff "Kopten" ist vom arabischen Wort für Ägypter abgeleitet. Die Koptische Kirche ist heute die größte christliche Gemeinschaft im Nahen und Mittleren Osten. Derzeit leben schätzungsweise fünf bis zehn Millionen Kopten in Ägypten; etwa eine weitere halbe Million lebt in anderen Ländern, davon rund 6.000 in Deutschland. Am 31. Oktober 1971 wurde Papst Shenuda III. zum Oberhaupt der koptischen Kirche und 117. Nachfolger des heiligen Markus gewählt. Nach seinem Tod am 17. März 2012 ist das Amt vakant.
Daneben existieren zudem zahlreiche christliche Freikirchen wie zum Beispiel die Adventisten, die Baptisten oder die Täuferbewegung.
Wie in anderen Religionen hat auch das Christentum mit fundamentalistischen Strömungen zu kämpfen. So hat sich beispielsweise bei einigen protestantischen Gruppierungen in den USA der Kreationismus verbreitet, der die Evolutionstheorie von Charles Darwin ablehnt und sich stattdessen auf die Schöpfungsgeschichte in der Bibel beruft. Aber auch in der katholischen Kirche gab es Strömungen, die nach nicht hinterfragbaren Werten suchen. Dazu gehören unter anderem das Engelwerk oder die Sedisvakantisten. Der Begriff des Fundamentalismus ist im 20. Jahrhundert in Nordamerika entstanden, als Protestanten die Modernisierung ihres Glaubens scharf kritisierten. Hervorgerufen wurde der Protest durch die Angst, die eigene religiöse und kulturelle Identität zu verlieren.
Judentum
Unter dem Oberbegriff Judentum versteht man die Gesamtheit aus Kultur, Geschichte, Religion und Tradition des jüdischen Volkes. Im engeren Sinne bezeichnet es aber auch die jüdische Religion oder das Volk bzw. die Glaubensgemeinschaft der Juden. Obwohl ihm weltweit nur etwa 13,5 Millionen Menschen angehören, wird das Judentum dennoch zu den Weltreligionen gezählt. Da sich das Christentum und der Islam vielfach auf das Judentum berufen, zählt es somit zu den drei Abrahamitischen Religionen, die sich auf Abraham als gemeinsamen Stammvater berufen. Zu den heutigen Hauptströmungen gehören das orthodoxe Judentum mit der ultraorthodoxen Strömung, das liberale und das konservative Judentum sowie der Rekonstruktionismus.
Die jüdische Religion basiert auf den religiösen Überlieferungen des jüdischen Volkes, die in der Tora und dem Talmud niedergelegt sind. In der Geschichte entstanden zudem zahlreiche grundlegende Glaubensprinzipien, deren Einhaltung von Juden mehr oder weniger gerfordert wird. Die Strenge und der Umfang variieren jedoch unter den verschiedenen jüdischen Gemeinden, die jeweils von einem Rabbiner geleitet werden. Die meisten Juden leben heute in den USA sowie in Israel - dem einzigen Land weltweit mit einer jüdischen Bevölkerungsmehrheit. In Deutschland leben derzeit etwa 106.000 Juden.
Islam
Mit rund 1,2 bis 1,5 Milliarden Anhängern gilt der Islam als zweitgrößte Religion der Welt. Der Begriff "Islam" entstammt der arabischen Sprache und bedeutet "Hingabe an Gott" oder "Ergebung in Gottes Willen". Die Anhänger der streng monotheistischen Religion nennen sich selbst "Muslime" ("der sich Gott Unterwerfende"). Der arabische Begriff "Allah" für "Gott" steht zudem für die Bezeichnung der als einzig und absolut aufgefassten Gottheit. Die christliche Dreifaltigkeitslehre wird zudem im Islam abgelehnt. Begründet wurde die jüngste aller Weltreligionen vom arabischen Kaufmannssohn Mohammed zu Beginn des 7. Jahrhunderts. Den Muslimen gilt er als letzter Prophet, welchem mit dem Koran - vermittelt durch den Erzengel Gabriel - die Offenbarung Gottes herabgesandt wurde.
Der Koran (arabisch: "das zu lesende Buch, das zu Retzitierende") mit seinen 114 Suren bildet somit die geistige Grundlage des Islam und gilt als ältestes arabisches Prosawerk. Entstanden ist er allerdungs erst um 650 nach dem Tod Mohammeds; dabei sind die Suren nicht chronologisch, sondern nach Länge angeordnet. Als zweite wichtige Quelle gilt zudem die Sunna - sie umfasst Schriften über islamische Normen in der Folge Mohammeds, seine Aussprüche und seine Entscheidungen. Die Scharia bezeichnet hingegen die islamische Rechts- und Lebensordnung; sie umfasst die gesamten Gesetze, die in einer islamischen Gesellschaft zu beachten und erfüllen sind. Die Auslegungen sind allerdings unterschiedlich, da sie auf die verschiedenen Interpretationen aus der Zeit des 7. bis 10. Jahrhunderts zurückgehen.
In der islamischen Theologie gilt die Scharia als göttliche Ordnung, die Frieden und Gerechtigkeit schaffen soll. Dabei werden im Islam Politik und Religion als untrennbare Einheit mit der Scharia als gesellschaftlichem und politischem Ordnungsprinzip gesehen. Sie regelt nicht nur Rechtsnormen wie das Familien- und Strafrecht, sondern auch die religiösen Vorschriften für Muslime. Allerdings wird die Scharia in den muslimischen Staaten unterschiedlich ausgelegt: vor allem im Iran und in Saudi-Arabien ist die Auslegung besonders streng. Damit werden auch Strafen wie die Steinigung von untreuen Frauen gerechtfertigt, die allerdings gegen die UN-Menschenrechtskonvention verstoßen.
Der Islam basiert auf fünf Pfeilern, die für jeden Muslim zu den Grundpflichten gehören:
- das Glaubensbekenntnis - Schahada
- das fünfmaligen Gebet - Salat
- die Almosensteuer - Zakat
- das Fasten im Ramadan - Saum
- die Pilgerfahrt nach Mekka - Haddsch
Zu den weiteren Pflichten jedes männlichen und gesunden Muslims gehört auch das Freitagsgebet, das gemeinschaftlich in der Freitagsmoschee verrichtet wird. Eine Besonderheit dabei ist die Predigt ("Chutba"): Während der erste Teil religiös geprägt ist und Koranverse zitiert werden, bestimmen den zweiten Teil vor allem soziale und politische Themen.
Mit etwa 85 Prozent stellen die Sunniten die mit Abstand größte islamische Konfession - gefolgt von den Schiiten, die allem im Iran, Irak, Aserbaidschan, Bahrain und dem Libanon weit verbreitet sind. In Saudi-Arabien gilt zudem der Wahabismus - eine besonders strenge Form des sunnitischen Islam - als Staatsreligion.
Heute reicht das Verbreitungsgebiet des Islam von Westafrika über Zentralasien und den Indischen Subkontinent bis nach Südostasien. In Nordafrika und dem Nahen Osten bekennen sich etwa 90 Prozent der Bevölkerung zum Islam - in Zentralasien sind es etwa 80 Prozent. Zudem sind Indonesien und Pakistan die Länder mit der jeweils größten muslimischen Bevölkerung; in Europa sind Albanien, Bosnien-Herzegowina, der Kosovo, Mazedonien und die Türkei muslimisch geprägt. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) repräsentiert zudem 57 Staaten, in denen der Islam Staatsreligion, Religion der Bevölkerungsmehrheit oder Religion einer großen Minderheit ist.
Buddhismus
Der Buddhismus gehört zu den fünf großen Weltreligionen, auch wenn er aus westlicher Sicht eher einer Weisheitslehre als einer Religion gleicht. Begründet wurde er durch die Lehren Siddhartha Gautamas - einem nordindischen Prinzen, der nach seinem spirituellen Leben die Erleuchtung erfuhr und von seinen späteren Anhängern den Beinamen Buddha ("Erwachter") erhielt.
Buddha sah sich zudem weder als Gott noch als Überbringer einer göttlichen Lehre; zudem habe er seine Lehre ("Lehre") nicht durch eine göttliche Offenbarung, sondern durch eine eigene meditative Schau ("Kontemplation") ein Verständnis der Natur des eigenen Geistes und der Natur aller Dinge gewonnen. Im Gegensatz den anderen Weltreligionen kennt der Buddhismus daher weder einen allmächtigen Gott noch eine ewige Seele. Nach seinem Tode wurde die Lehre Buddhas auf acht buddhistischen Konzilen in einem Kanon zusammengefasst. Der einzig vollständig erhaltene buddhistische Kanon ist der "Pali Kanon".
Die Grundlage der buddhistischen Lehre sind demnach die "Vier Edlen Wahrheiten":
- Das Leben im Daseinskreislauf ist leidvoll.
- Die Ursachen des Leids sind Gier, Hass und Verblendung.
- Erlöschen diese Ursachen - erlischt auch das Leiden.
- Zur Überwindung der Ursachen führt der "Edle Achtfache Pfad".
Höchstes Ziel des Buddhismus ist es, den Leiden und dem Kreislauf durch seine fortwährende Wiedergeburt - der Reinkarnation - zu entfliehen. Erreicht wird es durch das Erlangen der höchsten Bewusstseinsstufe, in der in der jede Ich-Anhaftung und alle Vorstellungen erloschen sind - dem sogenannten "Nirwana".
Heute wird der Buddhismus in mehrere Richtungen unterschieden:
- Im Hinayana ("Kleines Fahrzeug") strebt der Mensch nach dem Erwachen, um selber nicht mehr leiden zu müssen. Er bezieht sich somit ausschließlich auf eine Person, die vollkommen sein will. Die bedeutendste und gleichzeitig älteste Schultradition des Hinayana ist der Thervada, der seine Tradition auf die ersten Anhänger Buddhas zurückführt.
- Der Mahayana ("Großes Fahrzeug") geht hingegen von der Annahme aus, dass ein erleuchteter Mensch solange nicht ins Niwana eintritt, wie es es noch unerlöste Wesen gibt. Zu den bedeutendsten Schulen des Mahayana gehört unter anderem auch der Zen-Buddhismus.
- Zudem entstand im 4. Jahrhundert mit dem Vajrayana ("Diamantenes Fahrzeug") eine weitere Strömung des Mahayana-Buddhismus, der vor allem die buddhistischen Traditionen in Tibet und der Mongolei mit dem Dalai Lama als wichtige moralische Autorität prägte.
Der Buddhismus zählt heute weltweit zwischen 230 und 500 Millionen Anhänger und ist heute vor allem in Südost-, Süd- und Ostasien verbreitet. Etwa ein Viertel aller Buddhisten lebt in China. Zudem ist der Buddhismus die Staatsreligion in Thailand, Kambodscha und Bhutan.
Hinduismus
Der Hinduismus ist mit etwa 900 Millionen Anhängern die drittgrößte Religion der Welt und hat seinen Ursprung in Indien. Er besteht aus besteht aus verschiedenen Richtungen mit recht unterschiedlichen Schulen und Ansichten, die sich teils gegenseitig beeinflussen, aber auch Unterschiede in heiligen Schriften, Glaubenslehren, der Götterwelt und den Ritualen aufweisen. Zudem verfügen sie über kein gemeinsames, allgemein gültiges Glaubensbekenntnis und keine zentralen Institutionen, die Autorität für alle Hindus hätte. Der Hinduismus kennt auch keinen gemeinsamen Gründer; jede Glaubensrichtung hat zudem nur für sie verbindliche heilige Schriften. Die ältesten heiligen Schriften sind die Veden, die teils schriftlich und mündlich überliefert wurden.
Entgegen dem Anschein ist der Hinduismus keine polytheistische Religion; vielmehr gilt sie als hedonistische Religion, in welcher der Glauben an einen höchsten Gott die Verehrung anderer untergeordneter Götter nicht grundsätzlich ausschließt. Zu den hinduistischen Hauptströmungen zählen der Shivaismus, der Vishnuismus und Shaktismus. Dabei werden die Hauptgötter Brahma (Schöpfung), Vishnu (Bewahrung) und Shiva (Zerstörung) die Dreiheit Trimurti. Manche Strömungen glauben an einen obersten Gott - den sogenannten Ishvara ("höchster Herr") - dem verschiedene Wesen ("Devas") unterstellt werden. Bei diesen kann es sich um Götter, Halbgötter, Engel, himmlische Wesen oder Geister handeln. Neben Indien und Nepal mit hinduistischer Bevölkerungsmehrheit ist der Hinduismus vor allem auch in Bangladesch, Sri Lanka, Fidschi, Mauritius, Surinam und Bali verbreitet.
Weitere Religionen und Kulte
Naturreligionen contra Buchreligionen
Abseits der bekannten großen Weltreligionen besitzen indigene Völker ihre eigenen Rituale und Kulte, um ihre Götter zu verehren. Allerdings ist der Begriff "Naturreligion" eher eine Sammelbezeichnung. Andere Bezeichnungen heben jeweils besondere Aspekte hervor: "Stammesreligionen" basieren auf Verwandschaftssystemen und Siedlungsräumen für das Selbst- und Weltverständnis. "Ahnenreligionen" unterstreichen hingegen den Glauben an Wirkungszusammenhänge über den Tod hinaus. "Animistische Religionen" betonen hingegen die Überzeugung einer "Beseeltheit" von Lebewesen, Orten und Dingen.
Im Unterschied zu den Buchreligionen mit ihren Heiligen Schriften mit einer differenzierten Rechts- und Morallehre beruhen die Naturreligionen auf mündliche Weitergabe. Ausdrucksformen und Inhalte lehnen sich zudem an die Lebenswelt von Bauern, Sammlern und Jägern an. Durch die Bindung der Religion an die eigene Gemeinschaft fehlt auch ein universaler Gedanke und ein Missionsgedanke. In der Kommunikation mit Göttern oder Heiligen spielen Priester, Heiler, Wahrsager und Medizinmänner eine wichtige Rolle. Ihr religiöses Wissen und ihre Praxis dienen der Abwehr von Unheil vermitteln; zudem vermitteln sie zwischen den göttlichen Instanzen und der Gemeinschaft.
Voodoo - Kult oder Religion?
Voodoo ist ein weit verbreiteter Kult in Westafrika und der Karibik, um den sich einige Legenden ranken. Der Begriff "Voodoo" stammt aus der Sprache der Ewe und bedeutet "Schutzgeist". Mit dem Sklavenhandel kamen die afrikanischen Bräuche auch in die Karibik, wo sie sich vor allem in Haiti mit dem katholischen Glauben verschmolzen. Die Anhänger des Voodoo-Kultes glauben an einen höchsten Gott. Dieser ist allerdings so übermächtig, dass sie sich niedere Götter suchen. Auch im Voodoo sind Götter zugleich eine moralische Instanz, um deren Gunst die Menschen fürchten müssen, wenn sie gewisse Normen nicht einhalten.
Allerdings bedienen sich einzelne Richtungen des Voodoo auch schwarzer Magie: Dazu gehören unter anderem der Gebrauch giftiger Pulver oder Beschwörungen, mit denen Feinde auf eine "Expedition" ins Jenseits geschickt werden sollen. Zudem bedienen sich Voodoo-Anhänger auch Stoffpuppen der zu verhexenden Menschen, die sie mit Nadeln traktieren. Weltweit bekennen sich mehr als 60 Millionen Menschen zum Voodoo, wobei Benin es als erstes Land offiziell als Religion anerkannt hat. Neben dem Voodoo sind in der Karibik und Südamerika ähnliche Kulte weit verbreitet - darunter zum Beispiel "Shango" auf Trinidad, "Palo Mante oder "Abacua" auf Kuba und "Macumba" oder "Candomnlé" in Brasilien.
Bekannte Feiertage im Überblick
Ostern
Für Christen ist Ostern das wichtigste Fest des Kirchenjahres und erinnert an die Auferstehung Jesu Christi. Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Jahre 325 wird das Fest am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling gefeiert. Entwickelt hat sich Ostern wahrscheinlich aus dem jüdischen Pessach-Fest, welches an den Auszug der Juden aus Ägypten erinnert. Die Woche vor Ostern wird als Karwoche bezeichnet: Sie beginnt mit in Erinnerung an den Einzug Jesu in Jerusalem mit Palmsonntag. Während Gründonnerstag als Tag des letzten Abendmhals gilt, wird am Karfreitag der der Kreuzigung Jesu Christi gedacht. Abgeleitet wird der Name von "Greinen" ("Weinen"). Der eigentlichen Auferstehung wird schließlich am Ostersonntag gedacht. Die Herkunft des Namens "Ostern" gilt als nicht völlig geklärt: Volkstümlich wurde er wohl von der Frühlingsgöttin "Ostara" abgeleitet. An Ostern werden zudem einige bekannte Bräuche gepflegt. Die wichtigsten Traditionen im Überblick:
- Das Osterlamm geht auf die jüdische Tradition zurück, am Pessach-Fest im Gedenken an Gott ein Lamm zu schlachten. Für die Christen wurde das Osterlamm symbolisch zum "Lamm Gottes". Lammfleisch gilt daher als traditionelle Osterspeise.
- Die Osterfeuer sind seit 1559 bezeugt und symbolisieren aus kirchlicher Sicht die Freude über die Auferstehung Jesu - dem "Licht der Welt". An gesegnet Osterfeuern wurde zudem die Osterkerze als Licht Christi entfacht und in die dunkle Kirche getragen.
- Der Brauch des Osterwassers reicht bereits in vorchristliche Zeit zurück. Es soll immerwährende Jugend undSchönheit garantieren, Krankheiten heilen und vor Unglück bewahren.
- Nicht bekannt hingegen ist der Ursprung des Ostereis. Allgemein gilt das Ei jedoch als Symbol für die Auferstehung. In Österreich bringt es zudem nach altem Volksglauben Glück, ein am Gründonnerstag gelegtes Ei zu essen. Außerdem werden in Griechenland, Russland, Serbien und Schweden hartgekochte Eier rot bemalt. Sie gelten als Symbol für das neue Leben, das durch das Opfer Christi erworben wurde.
- In vielen Ländern werden zudem an Ostern Prozessionen abgehalten: Riesige Jesus- und Heiligenfiguren werden beispielsweise bei Prozessionen frommer Bruderschaften durch die Straßen getragen. Vielerorts sind die Teilnehmer mit spitzen Kapuzen vermummt.
- Auch in Italien gibt es in vielen Dörfern Osterprozessionen sowie Inszenierungen des Leidensweges Christi ("Via Crucis"). In Frankreich stellen Chocolatiers traditionell in Handarbeit Osterglocken und andere oft teure Schokoladenfiguren her, während in Griechenland während der Osterwoche stundenlange Gottesdienste gefeiert werden.
Die Ostermärsche haben ihre Wurzeln im Protest gegen das atomare Wettrüsten während des Kalten Krieges. Begonnen hat die Tradition der Märsche Ende der 1950er-Jahren in Großbritannien; zum ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik kamen 1960 etwa 1.000 Menschen. Mit 300.000 Teilnehmern erreichten die Ostermärsche im Jahr 1968 einen ersten Höhepunkt. Mit der Friedenspolitik von Bundeskanzler Willy Brandt (1969-1974) verlor die Bewegung zunächst an Zulauf. Die Stationierung von sowjetischen SS-20-Mittelstreckenraketen und der NATO-Doppelbeschluss von 1979 belebten die Ostermärsche neu - allein 1983 zogen etwa 700.000 Menschen durch die deutschen Städte. Das Ende des Ostblocks ließ die Teilnehmerzahlen wieder deutlich sinken. Für eine kurzzeitige Wiederbelebung sorgten der Golfkrieg von 1991, der Kosovokrieg von 1998/99, der Irakkrieg von 2003 und die Nuklearkatastrophe von Fukushima von 2011.
Weihnachten
Neben Ostern zählt Weihnachten zu den Hauptfesten im christlichen Kirchenjahr in Erinnerung an die Geburt Jesu Christi. Es wurde erstmals von Furius Dionysius Filocalus in seinem Chronograph von 354 auf den 25. Dezember festgelegt; frühere Zeugnisse datieren es jedoch auf andere Daten wie den 6. oder 10. Januar, den 18. November oder 18. März. Warum das Geburtsdatum letztlich auf den 25. Dezember festgelegt wurde, ist bislang unklar. Die theologische Bedeutung Weihnachtens liegt in der Menschwerdung von Gottes Sohn; in den Christmetten wird traditionell die biblische Überlieferung der Geburt Jesu aus dem Lukas-Evangelium verlesen. Die Verknüpfung des Weihnachtsfestes mit dem Weihnachtsmann hat sich allerdings erst im 19. Jahrhundert weitgehend durchgesetzt.
Pfingsten
Als Geburtsfest der christlichen Kirche gilt Pfingsten: So heißt es im Neuen Testament, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam. Zudem konnten sie in mehreren Sprachen sprechen und erkannten Missionierungsauftrag Jesu Christi. Außerdem seien - so die Apostelgeschichte - an diesem Tag etwa 3.000 Menschengetauft worden. Nach Ostern und Weihnachten ist Pfingsten das dritte bedeutende Fest des Kirchenjahres.
Christi Himmelfahrt
Der bundesweite Feiertag Christi Himmelfahrt entstand im 4. Jahrhundert und wird 40 Tage nach Ostern sowie zehn Tage vor Pfingsten gefeiert. An diesem Tag, der den Osterfestkreis abschließt, feiern die Christen die Himmelfahrt Jesu zur Teilhabe an Gottes Macht. Nach Ansicht von Theologen ist die Himmelfahrt jedoch nicht wörtlich zu verstehen. Traditionell wird an Christi Himmelfahrt auch der weltliche Vatertag gefeiert. So feiern die Männer zu Tausenden "Herrenpartien" im Grünen oderin der Kneipe. Diese Sitte und Gebräuche haben ihren Ursprung teilweise bei den Germanen, wo die Männer im Frühjahr sogenannte Flurumgänge durchführten. Dabei wurden die Götter um ein fruchtbares Jahr gebeten - ein kräftiger Umtrunk pflegte die Aktion zu krönen.
Fronleichnam
Zehn Tage nach Pfingsten wird Fronleichnam gefeiert. Das Fest entstand im 13. Jahrhundert und erinnert an die leiblische Gegenwart Jesu Christ im Sakrament der Eucharistie. Das Wort leitet sich von den mittelhochdeutschen Begriffen "fron" für "Herr" und "lichnam" für den "lebendigen Leib" ab. Entstanden ist das Fronleichnamsfest im 13. Jahrhundert. Höhepunkt sind die Prozessionen, bei denen die konsekrierte Hostie in einer Monstranz mitgeführt wird.
Halloween
In der Nacht vor Allerheiligen vom 31. Oktober zum 1. November gilt Halloween als Fest der leuchtenden Kürbisköpfe, Gruselpartys und Geisterumzüge. Vor allem in den USA gilt es als beliebteste Feier neben Thanksgiving und Weihnachten. Die dazugehörigen Bräuche wurden vermutlich um 1830 von irischen Einwanderern in die USA eingeführt. Ursprünglich feierten keltische Druiden an diesem Tag das Ende des Sommers. Der Überlieferung nach suchten die Toten in der Nacht die Lebenden, um deren Körper für das nächste Jahr in Besitz zu nehmen. Zur Abschreckung verkleideten sich die Menschen selbst und spukten selbst bei Nacht durch die Straßen.
Im 9. Jahrhundert christianisierte die Kirche das Fest als "All Hallows Eve" - den Abend vor Allerheiligen. In den USA entstand zudem der Brauch, Kürbisse auszuhöhlen, ihnen eine gruselige Fratze zu schneiden, sie mit einer Kerze zu beleuchten und aufzustellen. Zudem ziehen vor allem Kinder in Geisterzügen durch die Straßen mit dem Spruch "Trick or treat" - entweder sie bekommen Süßigkeiten oder sie spielen einen Streich. Auch in Deutschland boomen in den letzten Jahre die Halloween-Partys; allerdings wird das Fest zugleich immer stärker kommerzialisiert.
Allerheiligen und Allerseelen
Am 1. November begehen die katholischen Christen das Fest Allerheiligen. An diesem Tag wird der heiliggesprochenen Männer und Frauen sowie der vielen Menschen gedacht, die unspektakulär und still ihren Glauben lebten. In den Heiligen sieht die katholische Kirche zudem Gläubige, die ihr Christentum besonders konsequent verwirklicht haben sowie Fürsprecher und Vorbilder. Einen Tag später - am 2. November - gedenkt die Kirche an Allerseelen aller Verstorbenen. Nach katholischem Glauben wird an diesem Tag der Toten erinnert, die sich einem "Reinigungszustand" befinden und noch nicht die volle Gemeinschaft mit Gott erreicht haben. Der Allerseelen-Tag wurde im 10. Jahrhundert im Benediktiner-Kloster Cluny etabliert.
Buß- und Bettag
Der Buß- und Bettag ist ein evangelischer Feiertag, dessen Wurzeln bis in alttestamentarische Zeiten zurück reichen. Erstmals nachgewiesen wurde er 1532 in Straßburg auf Grund eines kaiserlichen Befehls zum Gebet eines angesichts der drohenden Türkengefahr. Heute soll an diesem Tag durch Buße Not und Unheil abgewendet werden sowie der Besinnung und der inneren Einkehr dienen. Der heutige Buß- und Bettag geht auf eine Initiative der Eisenacher Kirchenkonferenz von 1852 zurück. Im Jahre 1995 wurde er in Deutschland - mit Ausnahme des Freistaates Sachsen - zur Finanzierung der gesetzlichen Pflegeversicherung als gesetzlicher Feiertag gestrichen.
Fastnacht, Karneval und Fasching
Die "Fünfte Jahreszeit" - wie Karneval, Fastnacht oder Fasching auch genannt wird - wird weltweit ausschließlich in den katholischen Gebieten begangen. Die jeweiligen Bezeichnungen sind zwar nach Region unterschiedlich, bezeichnen aber die Vorfeier zur Fastenzeit. Der Begriff "Fastnacht" umschreibt ursprünglich die Nacht vor der Fastenzeit; Karneval leitet sich vom lateinischen "carne vale" ("ohne Fleisch") ab, während "Fasching" auf den mittelhochdeutschen Ausdruck "vast-schanc" - dem letzte Ausschank vor der Fastenzeit - zurückgeht.
Mit Weiberfastnacht beginnt in Deutschland traditionell die Straßenfastnacht: An diesem Tag übernehmen die Frauen die Macht und stürmen die Rathäuser. Die Weiberfastnacht reicht bereits tief ins Mittelalter zurück und wurde vor allem in den Nonnenklöstern begangen; aber auch die Ehefrauen verweigerten ihren Männern in dieser "verkehrten Welt" für einen Tag im Jahr den Gehorsam. Der Brauch des Krawattenabschneidens kam jedoch erst nach 1945 auf.
Insbesondere im rheinischen Karneval gilt der Rosenmontag als Höhepunkt, der gewöhnlich mit dem Rosenmontagszug begangen wird. Der Name leitet sich entweder vom sogenannten "Rosensonntag" oder aber vom niederrheinischen Wort "rosen" für "rasen und toben" ab. Erstmals verwendet wurde die Bezeichnung in Köln und allmählich von anderen Städten wie Mainz oder Düsseldorf übernommen. Früher wurde der Rosensonntag vier Wochen nach Karneval in der Fastenzeit gefeiert; an diesem Tag durften die Gläubigen das Fasten für einen Tag unterbrechen. Im 11. Jahrhundert soll der Papst an diesem Tag eine goldene Rose geweiht haben, was nach Ansicht mancher Forscher dem Tag seinen Namen gab. Einer anderen Erklärung zufolge sollen die Priester am Rosensonntag rosafarbene Gewänder getragen haben.
Sein Ende findet die Fastnacht bzw. der Karneval am Aschermittwoch, der gleichzeitig den Beginn der christlichen Fastenzeit markiert. Heute hat der Aschermittwoch vor allem drei Bedeutungen:
- Ende der närrischen Zeit: für die Karnevalsjecken markiert der Aschermittwoch das Ende des närrischen Treibens. In Köln wird der sogenannte "Nubbel" - eine Stroh- und Stoffpuppe - verbrannt, welche die Karnevalssünden symbolisiert. In Süddeutschland werden hingegen unter Wehklagen die leeren Geldbörsen in Flüssen oder Brunnen ausgewaschen.
- Am politischen Aschermittwoch rechnen die großen Parteien für gewöhnlich mit dem politischen Gegner ab. Vor allem in Bayern kommt es in den Versammlungen mit Volksfestcharakter zum rhetorischen Schlagabtausch. Hauptschauplatz ist heute die Passauer Dreiländerhalle, in der die CSU ihre Kundgebung abhält. Die Wurzeln liegen hingegen im niederbayerischen Vilshofen, wo die Bauern seit dem 19. Jahrhundert auf dem Viehmarkt die königlich-bayerische Politik aufs Korn nahmen.
- Seinen Ursprung hat der Tag aber in der kirchlichen Tradition: zu Beginn der Fastenzeit vor Ostern werden Büßer mit Asche bestreut. Sie steht als Symbol dafür, dass Altes vergehen muss, damit Neues entstehen kann. Bis heute gehört das Aschenkreuz zur Liturgie der katholischen Gottesdienste.
Ebenfalls bekannt ist heute der Aschermittwoch der Künstler und der Kabarettisten.
Fastenmonat Ramadan
Der islamische Fastenmonat Ramadan gehört zu den im Koran festgelegten islamischen Pflichten und beginnt im neunten Monat des islamischen Mondkalenders. Zudem gehört das Fasten - der Saum - zu den fünf Säulen des Islam. Während dieser Zeit sind für die Muslime täglich von Tagesanbruch bis Sonnenuntergang Essen, Trinken, Rauchen und Sexualität verboten. Ausgenommen sind lediglich Kinder sowie Kranke und schwangere Frauen; letztere müssen die versäumten Tage aber nach Wegfall der Gründe nachholen. Beendet wird der Fastenmonat mit dem - dem höchsten islamischen Feiertag. Kinder werden mit Süßigkeiten beschenkt - daher auch der Name "Zuckerfest". Der Fastenmonat hat für Muslime den gleichen Stellenwert wie Ostern oder Weihnachten im Christentum.
Fasten
Das Fasten ist heute eines der ältesten und gleichzeitig modernsten Naturheilverfahren der Welt und hat sich mittlerweile zu einem Trend entwickelt. Demnach soll der befristete Verzicht auf feste Nahrung Körper und Seele reinigen sowie einen Zustand innerer Ruhe herbeiführen. Seinen Ursprung hat der Begriff im gotischen Wort "fastan" für "festhalten, beobachten, bewachen". In allen Weltreligionen ist das Fasten mittlerweile ein fester Bestandteil: im Judentum gibt es mehrere Feiertage, wo auf die Nahrungsaufnahme vollständig verzichtet wird. Im Islam gehört der Ramadan zu den "fünf Säulen" und im Christentum dient die Fastenzeit als Vorbeitung auf Ostern. Aber auch bei Nicht-Christen hat die Tradition des Fastens längst Einzug gehalten - beispielsweise bei Auszeiten in Klöstern oder beim Fastenwandern. In Fastenseminaren stehen zudem statt fester Nahrung Tee, Saft, Wasser und Gemüsebrühe auf dem Speiseplan.
Rosch Haschana und Jom Kippur
Im jüdischen Kalender beginnt das neue Jahr mit Rosch Haschana ("Anfang des Jahres"), das gewöhnlich an den ersten beiden Tagen des jüdischen Monats Tischri begangen wird. Das Fest erinnert zudem an den Bund zwischen Gott und Israel, welcher für die Israeliten eine sittliche Forderung und Verpflichtung darstellt. An den Festtagen werden in den Familien süße Speisen wie Äpfel, Honig und Granatäpfel serviert, da man sich ein süßes und fruchtbares Fest erhofft. Rosch Haschana markiert auch den Beginn der "zehn erfurchtsvollen Tage", die mit dem Versöhnungstag Jom Kippur enden.
Jom Kippur ist heute der wichtigste und höchste jüdische Feiertag und geht auf die Zeit nach dem Babylonischen Exil zurück und wird als Fasttag begangen. Demnach dürfen Frauen ab zwölf und Männer ab 13 Jahren über 25 Stunden weder feste noch flüssige Nahrung zu sich nehmen. In Israel sind an diesem Tag alle Restaurants und Cafés geschlossen zu halten - das öffentliche Leben steht praktisch still. Zudem gibt es auch kein Fernseh- und Radioprogramm.
Purim
Das jüdische Purim-Fest erinnert an Rettung des jüdischen Volkes aus der persischen Diaspora. Gemäß der biblischen Überlieferung plante der persische Beamte Haman, alle Juden in Persien zu ermorden. Königin Ester rettete hingegen das jüdische Volk durch Fasten und Beten. Aus diesem Grund wird das Purimfest heute ausgelassen mit Umzügen, Verkleidungen und Trachten gefeiert. Zudem werden Geschenke ausgetauscht und vor allem sehr viele Süßigkeiten gegessen.
Pessach
Mit dem Pessach-Fest wird hingegen an den Auszug der Juden aus Ägypten und damit an die Befreiung der Israeliten aus der Sklaverei erinnert. Es gehört zu den wichtigsten jüdischen Festtagen und gehört neben Schawuot und Sukkot zu den drei Wallfahrtsfesten. Das Pessach-Fest erstreckt sich über sieben Tage, an denen keine gesäuerten Nahrungsmittel gegessen werden dürfen, weshalb es auch als "Fest der ungesäuerten Brote" bezeichnet wird. Zudem ist es ist - mehr noch als viele andere jüdische Feste - ein Familienfest, mit dem die Angehörigen sich in die Ursprungstraditionen ihres Volkes stellen, diese erinnern und neu für sich bekräftigen.
Bekannte Gedenk- und Jahrestage im Überblick
1. April - der Tag der Scherze
Seit Jahrhunderten veralbern sich die Menschen am 1. April gegenseitig mit Scherzen und Streichen. Woher dieser Brauch stammt, ist allerdings unklar. Möglicherweise entstand er bereits im Altertum mit ausschweifenden Liebesfesten für die römische Liebesgöttin Vesta ("Veneralia") oder entwickelte sich aus einem Narrenfest, dass dem Kriegsgott Mars ("Quirinalia"). Eine weitere Erklärung könnte auch die Kalenderreform des französischen Königs Karl IX. (1560-1574) im Jahre 1564 sein, als der Jahresanfang vom 1. April auf den 1. Januar verlegt wurde. So galt als "April-Narr", wer am alten Datum festhielt. In Deutschland ist die Redewendung "in den April schicken" erstmals im Jahre 1618 in Bayern überliefert. Heute ist es auch in den Medien üblich, die Leser, Hörer und Zuschauer mit glaubhaft klingenden, aber erfundenen Beiträgen, in den neuen Monat zu schicken. Hier eine Auswahl:
- Bereits 1957 berichtete die britische BBC von der Schweizer Spaghetti-Ernte, bei der "Pasta-Bauern" vor Nudel-behängten Bäumen interviewt wurden.
- Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete 2003, das Sylt wieder zu einer richtigen Insel werde. Demnach müsse der Hindenburgdamm zum Festland aufgrund "neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse" wieder abgetragen werden.
- Neues zum Klimaschutz vermeldete die österreichische Nachrichtenagentur APA: demnach hätten Wissenschaftler ein Verfahren entwickelt, mit dem Indiens heilige Kühe bei Darm-Winden statt Methan das harmlosere Kohlendioxid ausstoßen würden. Diese Methode sei auch auf Menschen übertragbar.
- Für Aufsehen sorgte ebenfalls 2007 die ARD mit der Meldung, dass die Erkennungsmelodie der "Tagesschau" letzmals live vom Konzert gespielt werde und künftig nur noch vom Band komme.
- Am 1. April 2011 liefen bei einigen deutschen Radiosendern die Telefone heiß, nachdem im Radio zu hören war, das Kraftfahrt-Bundesamt erlasse Verkehrssündern im Rahmen einer Lotterie 60.000 Punkte, um sein Image aufzubessern.
St. Patricks Day
Der St. Patrick's Day am 17. März ist heute der Gedenktag des irischen Schutzheiligen Patrick, dem ersten christlichen Missionar in Irland. Zu dessen Ehren werden auf der "grünen Insel" an diesem Tag Häuser und Straßen in den irischen Nationalfarben geschmückt. Viele Menschen tragen zudem ein Kleeblatt an der Kleidung. Mittlerweile wird der St. Patrick's Day aber auch außerhalb Irland gefeiert. Die weltweit größte Parade mit rund 150.000 Teilnehmern in New York organisiert, wohin viele Iren ausgewandert sind. In Deutschland findet der imposanteste Umzug jährlich mit rund 20.000 Teilnehmern durch München.
Erntedankfest
Jeweils am ersten Sonntag im Oktober danken die Kirchen und die Landwirtschaft beim Erntedankfest für die eingebrachte Ernte. In der Vergangenheit begleiteten zahlreiche Bräuche den Abschluss der Ernte, wie etwa das gemeinsame Gebet vor Arbeitsbeginn, das Schmücken des letzten Erntewagens oder ein gemeinsames Mahl mit Tanz. Bereits aus vorchristlichen Religionen sind Erntedankfeste überliefert; bei Griechen, Römern und Juden waren sie zudem ein Teil des Jahresablaufes. Zeitweise waren die Feiertage auch von politischer Bedeutung: So führten die Nationalsozialisten den Feiertag im Jahre 1933 wieder ein, um die Landwirte enger an die "Volksgemeinschaft" zu binden. Sowohl in der katholischen als auch der evangelischen Kirche werden die Altäre mit Ähren, Garben, Früchte und Blumen oder einem Erntekranz zu schmücken. Zudem stehen in vielen Gemeinden auch den Umweltschutz oder die Entwicklungshilfe in den Mittelpunkt des Festes.
Valentinstag
Der Valentinstag am 14. Februar gilt weltweit als Tag der Liebesgrüße und hat eine jahrhundertealte Tradition. Der Überlieferung nach geht er auf Bischof Valentin von Terni zurück, der am 14. Februar 269 wegen seines christlichen Glaubens hingerichtet wurde. So soll er zuvor trotz kaiserlichen Verbots Paare getraut und den frisch Vermählten Blumen aus seinem Garten geschenkt haben. Heute gilt der Heilige als Namenspatron der Liebenden mit dem 14. Februar als Namenstag. Bereits im alten Rom wurde an diesem Tag das Fest des Hirtengottes Lupercus begangen. So wurden junge Männer und Frauen dem Liebesgott Amor unterstellt und in einer Lotterie einander zugewürfelt.
Internationaler Frauentag
Gleiche Rechte, gleiche Chancen und gleicher Lohn - seit etwa 100 Jahren begeht die Frauenbewegung jeweils am 8. März den Internationalen Frauentag. Vorgeschlagen wurde der Jahrestag von der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin; auf ihre Anregung hin versammelten sich am 19. März 1911 zahlreiche Frauen in Deutschland, Österreich, Schweden und der Schweiz und forderten das Recht auf politische Mitbestimmung, gleichen Lohn wie die männlichen Kollegen sowie mehr Arbeits- und Gesundheitsschutz. Ursprünglich stammt die Idee eines Frauentages jedoch aus den USA - hier kämpfte ein Frauenkomitee der Sozialistischen Partei Amerikas (SPA) für das Frauenwahlrecht.
Während in der Nazi-Diktatur war der Frauentag verboten; in der DDR hingegen ließ die SED den Tag jährlich mit großem Pomp begehen. In der Bundesrepublik wurde der Frauentag in den 1980er-Jahren im Kampf gegen das Wettrüsten wiederbelebt. Heute geht es vor allem um Themen wie die Gleichstellung im Arbeitsleben, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie die Gewalt gegen Frauen. Zudem ist der Frauentag in einigen Ländern der Welt ein gesetzlicher Feiertag.
Erster Mai
Als Kampftag der Arbeiterbewegung blickt der heutige Erste Mai auf eine lange Tradition zurück. So rief die nordamerikanische Arbeiterbewegung Anfang 1886 zu einem Generalstreik auf, um deren Forderung nach einem Acht-Stunden-Tag durchzusetzen. Daraufhin kam es am 1. Mai 1886 beginnend in Chicago zu Massenstreiks und Demonstration in den Industrieregionen - dem sogenannten "Haymarket Riot". Nach 1890 wurde dieser Tag als internationaler "Protest- und Gedenktag" begangen. Heute ist er in vielen Ländern - darunter auch in Deutschland - ein gesetzlicher Feiertag.
Neben dem sogenannten "Tag der Arbeit" ist der 1. Mai aber auch noch mit anderen Bräuchen verbunden - darunter beispielsweise das Aufstellen eines Maibaumes. Zudem ist die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai auch als "Walpurgisnacht" bekannt in Erinnerung an die englische Heilige Walburga (710-779) sowie als einer der vier sogenannten Hexensabbate aus dem Mittelalter.
Muttertag
Der Muttertag wird in vielen westlichen Ländern am zweiten Sonntag im Mai begangen. In Frankreich hingegen wird "La Fête des Mères" am letzten Mai-Sonntag begangen - vorausgesetzt, dieser fällt nicht auf Pfingsten. In anderen Staaten wird der Muttertag hingegen zeitgleich mit dem Internationalen Frauentag am 8. März begangen. Der Brauch des Muttertages geht auf eine Initiarive der US-amerikanischen Frauenrechtlerin Anna Jarvis zurück: Um ihre 1905 gestorbene Mutter zu ehren sowie auf die Probleme von Frauen aufmerksam zu machen, forderte sie einen Festtag für alle Mütter.
Am 8. Mai 1914 beschloss der Kongress der USA in seiner "Joint Resolution Designating the Second Sunday in May as Mother's Day" den zweiten Sonntag im Mai zum landesweiten Gedenktag. In Deutschland wurde die Idee im Jahre 1923 aufgegriffen. Heute sehen viele Menschen dessen Wandlung zum reinen Gedenktag kritisch: Psychologen glauben, dass Männer an diesem Tag auch ihr schlechtes Gewissen beruhigen wollen.
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Kurzinfo: Internationale Raumstation (ISS) |
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Die Internationale Raumstation (ISS) ist zur Zeit das größte künstliche Objekt im Erdorbit. Sie ist etwa so groß wie ein Fußballfeld und wiegt 400 Tonnen und kreist in einer Höhe. Mit einer Bahnneigung von etwa 91 Grad kreist die ISS in einer Höhe von rund 400 Kilometern alle 91 Minuten um die Erde. Der Aufbau der Raumstation im All hat 13 Jahre gedauert; insgesamt waren rund 40 Flüge mit Materialien nötig. An der ISS sind derzeit 14 Staaten beteiligt - neben den zehn europäischen Ländern sind dies auch Russland, Japan, die USA und Kanada. China hat ebenfalls seinen Wunsch an einer Beteiligung ausgesprochen, was bislang aber am Veto der USA scheiterte. Die Raumfahrtagenturen von Indien und Südkorea haben ebenfalls eine Mitarbeit angekündigt. Zur Stammbesetzung gehören sechs Astronauten, die jeweils ein halbes Jahr im Orbit verbringen.
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Kurzinfo: Marianengraben |
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Als tiefste Senke der Erdoberfläche gilt der Marianengraben im westlichen Pazifik. Er zieht sich an der Nahtstelle zweier Erdplatten entlang über eine Länge von rund 2.000 Kilometern. Die größte hier bislang ausgelotete Meerestiefe beträgt in der sogenannten Witjastiefe etwa 11.034 Meter. Der Mount Everest als höchster Berg der Erde würde somit vollständig darin verschwinden - und sich trotzdem immer noch etwa zwei Kilometer unter der Wasseroberfläche befinden. Der Wasserdruck beträgt am tiefsten Punkt 1.170 bar. Am 23. Januar 1960 tauchten der Schweizer Jacques Piccard und der US-Amerikaner Don Walsh als erste Menschen mit dem Tauchboot Trieste auf eine Tiefe von 10.916 Meter in den Graben hinab. Im Marianengraben befinden sich noch weitere Tiefs: das Challengertief mit 10.994 Metern, das Triestetief mit 10.916 Metern und das HMRG-Tief mit 10.809 Metern.
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Wissenswertes aus aller Welt
Bruttoinlandsprodukt (BIP)
Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gilt als wichtigster Gradmesser für die Leistung einer Volkswirtschaft. Dabei gibt es den Gesamtwert aller Waren und Dienstleistungen wieder, die innerhalb eines Jahres in einem Land für den Endverbrauch produziert werden. Zudem umfasst das BIP alle Wirtschaftsbereiche - angefangen vom kleinen Handwerksbetrieb bis zu Handel, Banken, Industrie, Landwirtschaft sowie den Leistungen des Staates. In Deutschland ist mit 57 Prozent der private Konsum die größte Komponente; ebenso wichtig sind die Investitionen von Unternehmen, der Außenbeitrag als Differenz von Exporten und Importen sowie die Ausgaben des Staates. Als größte europäische Wirtschaft erwirtschaftete Deutschland nach Angaben des Statistischen Bundesamtes im Jahre 2011 ein BIP von knapp 2,6 Milliarden Euro.
Leiharbeit in Deutschland
In Deutschland ist Leih- oder Zeitarbeit ein wachsender Sektor. Derzeit sind rund drei Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland bei mehr als 17.000 Firmen angestellt, die ihre Arbeitnehmer anderen Unternehmern überlassen. Die Bezahlung der rund 910.000 Leiharbeiter liegt meist unterhalb des Lohnniveaus in den Entleihbetrieben: Der Mindestlohn liegt im Westen bei 7,89 Euro und im Osten bei 7,01 Euro.
Nach einer Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) im Auftrag der Bertelsmann-Stiftung verdient eine Leihkraft im Westen monatlich brutto 47 Prozent und im Osten 36 Prozent weniger als ein Stammarbeiter mit dem gleichen Bildungsniveau. Für Leiharbeiter existieren zudem eigene Tarifverträge. Derzeit wird in den Industriebranchen Chemie sowie Metall und Elektro über Branchenzuschläge verhandelt. Etwa jeder dritte Leiharbeiter ist heute in Betrieben der Metall- und Elektroindustrie beschäftigt.
Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) soll mit ihren mehr als 2.000 Mitarbeitern im Sinne der Bankkunden, Versicherten und Anleger für "ein funktionsfähiges, stabiles und integeres deutsches Finanzsystem" sorgen. Dabei teilt sie sich die Aufsicht mit der Deutschen Bundesbank. Derzeit beaufsichtigt die BaFin mit Sitz in Bonn und Frankfurt am Main rund 1.900 Banken, über 700 Finanzdienstleistungsinstitute, etwa 700 Versicherungsunternehmen und 30 Pensionsfonds, sowie rund 6.000 inländische Fonds und 73 Kapitalanlangengesellschaften.
Rechtliche Grundlage für die BaFin ist das Kreditwesengesetz (KWG). So hat sie beispielsweise ein Mitspracherecht bei allen Vorstandspersonalien von Banken und Versichereren. Allerdings kämpft die Finanzaufsicht weltweit gegen den Ruf, ein zahnloser Tiger zu sein. So konnten die Behörden die Finanzkrise nicht verhindern. Auch wenn deren Kompetenzen gestärkt wurden, bleiben die Mittel der Aufseher gegenüber den großen Konzernen oftmals begrenzt. Zudem ist es schwierig für die Aufsichtsbehörden, gutes Personal an sich zu binden, da die großen Finanzkonzerne mit deutlich höheren Gehältern locken.
KfW Bankengruppe
Die KfW Bankengruppe wurde am 16. Dezember 1948 als Kreditanstalt für Wiederaufbau gegründet und sollte ursprünglich aus dem Marshall-Plan für den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg zu verwalten. Heute tritt das staatliche Kreditinstitut vor allem als Förderbank auf. Im Gegensatz zu anderen Geldhäusern will die KfW keinen möglichst hohen Gewinn erwirtschaften; stattdessen unterstützt sie beispielsweise mittelständische Unternehmen und Privatleute - darunte inzwischen auch Studenten - mit zinsgünstigen Krediten.
Eigentümer der KfW sind zu 80 Prozent der Bund sowie zu 20 Prozent die Bundesländer. Gemessen an der Bilanzsumme zählt sie heute zu den größten Kreditinstituten Deutschlands. Dabei genießt die KfW zahlreiche Privilegien: So zahlt sie keine Steuern und muss im Unterschied zu den Geschäftsbanken für ihre Kredite auch kein teueres Eigenkapital hinterlegen.Dadurch genießt die KfW an den Kapitalmärkten ein hohes Vertrauen und das beste Rating. Hauptsitz der Bankengruppe mit derzeit etwa 3.300 Mitarbeitern ist Frankfurt am Main
Stiftung Warentest
In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Stiftung Warentest den Ruf einer unbestechlichen Instanz erworben. Gegründet wurde sie am 4. Dezember 1964 auf Beschluss der Bundesregierung als unabhängiges Institut für vergleichbare Warentests und Dienstleistungsuntersuchungen. Demnach soll sie die Öffentlichkeit über "obejktivierbare Merkmale des Nutz- und Gebrauchswertes sowie der Umweltverträglichkeit" von Dienstleistungen und Waren unterrichten.
Zwischen 1966 und 2010 hat die Stiftung in rund 5.000 Tests für ihr Magazin "Test" fast 87.000 Produkte geprüft - angefangen vom Staubsauger bis zur Hautcreme. Im Jahre 1991 kam die Zeitschrift "Finanztest" hinzu, für das bislang rund 1.500 Untersuchungen von Finanzdienstleistungen durchgeführt wurden. Zudem werden darin monatlich wichtige Aktien sowie Aktien- und Rentenfonds beurteilt, die ertragreichsten Tages- und Festgeldkonten sowie die günstigsten Hypotheken- und Ratenkredite aufgelistet.
Finanziert wird die Arbeit der Stiftung vorwiegend durch den Verkauf der Zeitschriften: Allein 2010 verkaufte "Test" etwa 497.000 Zeitschriften; "Finanztest" etwa 244.000 Ausgaben. Der Verkaufserlös betrug etwa 33,4 Millionen Euro. Insgesamt betrugen die Einnahmen 48,3 Millionen Euro; dabei steuerte der Staat etwa 6,7 Millionen Euro bei. Die Bundesmittel erhält die Stiftung als Ausgleich dafür, dass sie laut ihrer Satzung keine Einnahmen durch Werbeanzeigen erzielen darf.
Kraftfahrt-Bundesamt
Das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurde am 4. August 1951 gegründet und hat seit 1952 seinen Sitz in Flensburg. Heute sind dort fast 930 Mitarbeiter beschäftigt - davon 541 Frauen. Bundesweit bekannt ist es wegen der "Verkehrssünderdatei", dem sogenannten Verkerszentralregister. Daneben führt es das Zentrale Fahrerlaubnisregister, in dem die Fahrzeug- und Halterdaten aller zugelassenen oder mit einem Versicherungskennzeichen versehenen Fahrzeuge gespeichert sind. Zudem erstellt das KBA auf dieser Basis unter anderem die Kraftfahrzeug-Zulassungsstatistiken.
Klassik Stiftung Weimar
Die Klassik Stiftung Weimar wurde 1886 gegründet und heute nach der Stiftung Preußischer Kulturbesitz die zweitgrößte Kulturstiftung Deutschlands. Heute betreut sie ein Ensemble von etwa 20 historischen Wohnhäusern, Museen, Schlössern und Parkanlagen in und rund um Weimar - darunter die Herzog-Anna-Amalia-Bibliothek und das Goethe-Schiller-Archiv. Seit 2002 gehört das Ensemble Klassisches Weimar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Finanziert wird die Stiftung zu 50 Prozent durch den Bund, das Land Thüringen und die Stadt Weimar.
Leipziger Buchmesse
Die Leipziger Buchmesse blickt mittlerweile auf eine lange Tradition zurück. Ihre Geschichte reicht bereits bis ins 17. Jahrhundert zurück und war zeitweise der größte Branchentreff im deutschsprachigen Raum. Heute gilt die zweitgrößte Buchmesse Deutschlands im Frühjahr mit der Präsentation der Neuerscheinungen als wichtiger Impulsgeber für den Büchermarkt. Sie ist zudem in erster Linie auch eine Publikumsmesse, bei der "die Begegnung zwischen Autor und Besucher in den Vordergrund" gestellt wird. Die Atmosphäre gilt daher als familiär und entspannt.
In die Buchmesse mit eingebunden ist seit 1991 auch das Lesefestival "Leipzig liest" - mit etwa 2.600 Veranstaltungen an über 350 Orten gilt es als größtes Festival seiner Art in Europa. Zudem wird seit 2005 auch der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Dieser Preis soll jedoch nicht bereits erfolgreiche Bücher ehren, sondern vielmehr Neuerscheinungen in den Vordergrund stellen. Verliehen wird der Preis jeweils am ersten Messetag mit Unterstützung der Stadt Leipzig und des Freistaates Sachsen und in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Colloquium Berlin. Der Preis ist mit insgesamt 45.000 Euro dotiert; der Jury gehören sieben Literaturkritiker und -fachleute an.
Bundesgartenschau (BUGA)
Die Bundesgartenschau (BUGA) wird seit 1951 alle zwei Jahren in Deutschland veranstaltet. Im Rhythmus von jeweils zehn Jahren wird die BUGA durch eine Internationale Gartenausstellung (IGA) ersetzt. Nach Angaben der Deutschen Bundesgartenschau-Gesellschaft mbH (DBG) in Bonn verzeichneten die Blumenfeste mehr als 140 Millionen Besucher. Zudem ist die Vorbereitung im Laufe der Jahre immer stärker zur Landschafts- und Stadtentwicklung genutzt worden. Wer eine BUGA ausrichten darf, wird von der DBG entschieden, wobei die öffentlichen Kassen an der Finanzerung beteiligt werden. Zudem ist die Vorbereitung der Ausstellungen immer stärker zur Landschafts- und Stadtentwicklung genutzt worden.
Die letzte Bundesgartenschau fand 2011 in Koblenz statt und gilt über 3,5 Millionen Besuchern als erfolgreichste BUGA seit Einführung des elektronischen Zählsystem im Jahre 1997. Auch wirtschaftlich gilt die erste Bundesgartenschau in Rheinland-Pfalz mit einem Gewinn von 13 Millionen Euro als durchaus erfolgreich. Als erfolgreichste Internationale Gartenbausausstellung gilt mit 11,5 Millionen Besuchern die BUGA 1983 in München; diese war gleichzeitig die erste Bundesgartenschau in Bayern. Insgesamt wurden die nationalen Blumenschauen in über 20 Städten ausgerichtet - allein Hamburg und Stuttgart waren die Gastgeber für jeweils drei BUGAs. Lediglich in Bremen, Schleswig-Holstein, Sachsen und im Saarland gab es bislang keine Bundesgartenschauen. Die nächste Internationale Gartenschau findet 2013 in Hamburg statt.
Floriade
Zu den weltweit größten Gartenschauen gehört die Floriade, die alle zehn Jahren in den Niederlanden stattfindet. Die fünf zentralen Themenbereiche der Expo sind Entspannung, Gartenbau als Wirtschaftsmotor, Innovationen. Lebensqualität durch Natur sowie kulturelle Vielfalt. Die Ausstellung wird vom niederländischen Gartenbaurat vergeben; sie gilt zudem als Leistungsschau der Branche, die aber auch Impulse für die Wirtschaftsentwicklung der jeweiligen Region geben. Die Floriade 2012 findet in der niederländischen Region Venlo statt. Auch in der australischen Hauptstadt Canberra findet jährlich eine Floriade statt.
Wiener Opernball
Der ist der Höhehpunkt in der österreichischen Ballsaison und gilt mit seinen rund 12.000 Besuchern als größter Treffpunkt der Alpenrepublik für Kunstschaffende, Unternehmer und Politiker aus dem In- und Ausland. Der erste Opernball unter seinem heutigen Namen fand bereits am 26. Januar 1935 zugunsten der Winterhilfe statt. Allerdings blickt er auf eine wesentlich längere Tradition zurück: Bereits im 18. Jahrhundert veranstalteten verschiedene Kaiser verschiedene Tanz- und Musikveranstaltungen in Wien, um ihre Untertanen bei Laune zu halten. Heute ist das Fest im größten Ballsaal der Welt in der Wiener Staatsoper vor allem für seine Mischung aus Prominenz, Pomp und Prinzessinnentraum bekannt.
Das wohl schönste Bild ist die perfekt einstudierte Choreographie der 100 Debütanten-Paare, die den Opernball eröffnen. Aber auch prominente Politiker, Staatsoberhäupter oder Hollywood-Sternchen sorgten in den vergangenen Jahren für Aufsehen - darunter etwa König Juan Carlos I. von Spanien, der französische Spitzenpolitiker Jacques Chirac, die italienische Schauspielerin Sophia Loren oder der spanische Startenor Plácido Domingo. Nicht immer begeistert sind die Organisatoren hingegen von der bezahlten Boulevard-Prominenz für deren Auftritt als Gäste des österreichischen Bauunternehmers Richard "Mörtel" Lugner - wie beispielweise Serienschauspielerin Pamela Anderson oder die Hotelerbin Paris Hilton.
Streitpunkt VW-Gesetz
Das VW-Gesetz trat am 28. Juli 1960 in Kraft und ist seit Jahren ein Streitpunkt zwischen der EU-Kommission und der Bundesregierung. Demnach hält das Land Niedersachsen einen Anteil von 20,2 Prozent an der Volkswagen AG. Zudem dürfen wichtige Entscheidungen auf der Hauptversammlung nur mit mehr als 80 Prozent Ja-Stimmen gefällt werden, womit dem Bundesland eine Sperrminorität nei zentralenn Beschlüssen zukommt. Bereits am 23. Oktober 2007 hatte der Europäische Gerichtshof die Bundesregierung zu Änderungen am VW-Gesez verurteilt. Da die bisherige Sperrminorität aber auch im novellierten Gesetz bestehen bleibt, hält der Konflikt zwischen dem Bund der EU-Kommission weiter an.
Segelschulschiff "Gorch Fock"
Das legendäre Segelschulschiff "Gorch Fock" ist das älteste Schiff der deutschen Bundesmarine und gilt als Botschafterin Deutschlands auf den Weltmeeren. Sie wurde auf der Hamburger Werft Bohm & Voss gebaut und lief 1958 vom Stabel. Benannt ist das Schiff nach dem Schriftsteller Gorch Fock, der im Ersten Weltkrieg während der Skagerrak-Schlacht im Jahre 1916 SMS Wiesbaden unterging. Der Dreimaster hat eine 85-köpfige Stammbesatzung sowie bis zu 138 junge Lehrgangsteilnehmer. In mehr als 50 Jahren wurden auf der "Gorch Fock" rund 14.500 Kadetten ausgebildet. Im Jahre 1989 kamen mit fünf Sanitätsoffiziersanwärterinnen erstmals Frauen an Bord.
Die "Gorch Fock" ist 89 Meter lang und zwölf Meter breit; der Tiefgang beträgt 5,25 Meter. Die Diesel-Antriebsanlage ermöglich eine Geschwindigkeit mit dem Motor von zwölf Knoten (eta 23 Kilometer pro Stunde). Unter Segeln liegt die Höchstgeschwindigkeit bei rund 17 Knoten. Laut offizieller Statistik hat das Segelschulschiff bis Januar 2011 insgesamt 741.106 Seemeilen zurückgelegt. Dabei wurden bei 439 Hafenbesuchen 180 verschiedene Häfen angelaufen und über 60 Hoheitsgebiete auf allen Kontinenten besucht. Die "Gorch Fock" untersteht der Marineschule Mürwick bei Flensburg; ihr Heimathafen ist Kiel.
Projekt "Suttgart 21"
Beim Projekt "Stuttgart 21" soll der bestehende Kopfbahnhof der baden-württembergischen Landeshauptstadt zu einem unterirdischen Durchgangsbahnhof umgebaut werden. Zudem soll der neue Bahnhof an die geplante Schnellbautrasse zwischen Ulm und Wendlingen angeschlossen werden. Die Deutsche Bahn AG belaufen sich die Baukosten auf etwa 4,1 Milliarden Euro; hinzu kommen etwa 2,9 Milliarden Euro für die Schnellbahnstrecke. Finanziert wird es von der Deutschen Bahn AG als Vorhabenträger und Bauherrn des Projektes, vom Bund, dem Land Baden-Württemnberg, der Landeshauptstadt Stuttgart, der Verband Region Stuttgart und dem Flughafen Stuttgart GmbH. Der Baubeginn war im Februar 2010.
Seit Beginn der Planungen vor mehr als 15 Jahren ist das Projekt hingegen sehr umstritten. Die Befürworter des Projektes - politisch vor allem CDU und FDP sowie weite Teile der SPD - verweisen auf den neu entstehenden Stadtteil im engen Talkessel Stuttgarts. Dieser bringe kürzere Fahrzeiten und neue Arbeitsplätze, die durch den Bau und den Betrieb von "Stuttgart 21" entstehen. Die Gegner des Projektes wie Umweltschützer und Bürgerinitiativen sowie Politiker von Bündnis 90/Die Grünen und aus dem linken Lager befürchten hingegen vor allem explodierende Kosten. Zudem stellen sie infrage, ob der neue Bahnhof leistungsfähiger sei als der bestehende oder einrenovierter Bahnhof. Vielmehr unterstützen sie ein Modernierungskonzept mit dem Namen "Kopfbahnhof 21".
Präimplantationsdiagnistik (PID)
Bei der Präimplantationsdiagnostik (PID) testen die Mediziner die Embryonen auf Erbkrankheiten oder Chromosomendefekte. Voraussetzung dafür ist eine künstliche Befruchtung außerhalb des Mutterleibes. Zeigt sich dabei eine mögliche Krankheit, wird der Embryo unter Umständen nicht in den Mutterleib eingesetzt. Die PID kann vor allem die Krankheiten erfassen, wenn ein Mensch zu viele oder zu wenige Chromosomen (Erbgutträger) hat. Dazu zählt unter anderem das Down-Syndrom. Aufwendiger snd hingegen Untersuchungen auf einzelne veränderte Genen, mit denen sich beispielsweise Muskelschwund, Lungen- und Stoffwechselkrankheiten oder die Bluterkrankheit. Solche Untersuchungen werden im Rahmen der pränatalen Diagnostik auch während Schwangerschaften vorgenommen. Wird ein genetischer Defekt am Embryo festgestellt, ist ein Schwangerschaftsabbruch im Rahmen des Ermessens möglich.
Die PID ist mittlerweile seit den 1990er-Jahren möglich und wurde bereits bei der Zeugung von über 10.000 Kindern angewendet. Politisch und ehtisch ist sie hingegen umstritten, da sie grundlegende Fragen nach dem Wert und der Zulässigkeit der Bewertung werdenden Lebens aufwirft. Die PID ist in vielen Ländern gesetzlich geregelt - darunter auch in den meisten europäischen Ländern. In Deutschland darf sie auschließlich nur zur Vermeidung von schweren Fehlgeburten, Fehl- oder Totgeburten angewandt werden. Verboten hingegen ist die PID in Österreich, der Schweiz oder Italien.
Plutonium
Gemeinsam mit Uran wird das hochgiftige und radioaktive Schwermetall Plutonium in Atomreaktoren als Brennstoff eingesetzt. In der Natur kommt es üblicherweise nur in Spuren vor; allerdings entsteht es bei jedem Atomreaktor und auch bei Atomwaffentests als "Nebenprodukt" der Spaltung von Uran-Atomen. Zudem reichen bereits wenige Kilogramm für den Bau einer Atombombe. Plutonium wurde im Jahre 1941 entdeckt und hat je nach Isotop eine unterschiedlich lange Halbwertzeit, wonach nach dieser Zeit erst die Hälfte der Radioaktivität abgebaut ist. So liegt die Halbwertzeit von Plutonium 238 bei 24.000 Jahren - bei Plutonium 239 liegt sie bei gerade 239 Jahren. Gerät der Stoff in die Lunge, können bereits schon winzige Mengen Krebs auslösen. Dringt es in Wunden ein, verbindet es sich mit Eiweißen des Blutplasmas und lager sich in Leber und Knochenmark ab. Dort kann Plutonium Leukämie auslösen.
Universum
Das Universum enstand vor etwa 14 Milliarden Jahren durch den Urknall. Seitdem dehnt sich der Weltraum immer weiter aus - und wird es nach der derzeit gültigen Theorie auch bis in alle Ewigkeit weiter tun. Dabei entfernen sich die Galaxien immer schneller voneinander und auch unser Sonnensystem driftet von den benachbarten Sternenhaufen weg. Somit wird das Weltall immer größer und kälter und hat immer mehr Raum zwischen der Materie. Triebfeder der immer schnelleren Ausdehnung ist die "Dunkle Energie", wobei die Wissenschaftler derzeit nicht wissen, worum es sich dabei handelt. Mit 70 Prozent macht sie den größten Teil des heutigen Universums aus und wirkt der Graviationskraft entgegen. Breitet sich das All immer weiter aus, werden in Zukunft nach und nach alle Sterne ausgebrannt sein. Die bestehenden Galaxien verlöschen und es entstehen keine neue Sterne mehr. Der Kosmos wäre dann nur ein dunkler und ein äußerst dünn mit Materie versehener Raum.
Der rote Planet
Wegen seiner roten Farbe und der starken Helligkeitsunterschiede benannten die Römer den Planeten nach ihrem Kriegsgott - dem Mars. Seine beiden Monde tragen die Namen "Phobos" ("Furcht") und "Deimos" ("Terror"). Bis auf etwa 56 Millionen Kilometer nähert sich der rote Planet an die Erde an. Mit einem Durchmesser von 6.794 Kilometern ist er allerdings nur etwa halb so groß. Da der Marsäquator ähnlich geneigt ist wie auf der Erde, gibt es auf deren äußeren Nachbarplaneten auch Jahreszeiten. Auch Polkappen sind auf dem Mars vorhanden. Die Temperaturen auf dem Planeten schwanken zwischen minus 125 Grad und plus 35 Grad; zudem toben hier gealtige Stürme mit Geschwindigkeiten bis zu 400 Stundenkilometern. In den vergangenen Jahrzehnten gab es bereits zahlreiche Raumsonden, von denen allerdings viele scheiterten. Mehrere erfolgreiche Missionen konnten hingegen Wasser nachweisen. Ob und wann sich hingegen der Traum von einer bemannten Mission zum Mars realisieren lässt, ist derzeit nicht abzuschätzen.
Weltraummüll
Seit Beginn der Raumfahrt mit dem Start des sowjetischen Satelliten Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 hat sich der Weltraum auch zu einer Art Schrottplatz verwandelt. Neben Hunderten von Satelliten umkreisen mittlerweile auch Millionen Fragmente verschiedener Größen die Erde, da jede Mission auch Müll hinterlässt. Nicht alle Gegenstände verglühen allerdings in der Erdatmosphäre; ein Großteil des Mülls bleibt über Jahrzehnte in seiner Umlaufbahn und gefährdet die Raumfahrt - wie beispielsweise die Besatzung der Internationalen Raumstation (ISS). Ohne Gegenmaßnahmen besteht nach ESA-Angaben die Gefahr, dass die Raumfahrt bald zum Erliegen kommen könne. Fachleute fordern sogar eine außerirdische Müllabfuhr: Diese ist zwar technisch machbar, aber sehr teuer.
Besonders viel Weltraummüll findet sich in einer Höhe zwischen 850 und 1.500 Kilometern, da mit der Höhe auch die Aufenthaltsdauer steigt. Nach Angaben der Europäischen Raumfahrtbehörde (ESA) handelt es sich beim Weltraumschrott um ausgediente Satelliten, ausgebrannte Raketenoberstufen oder abgeplatzte Lack- und Trümmerstücke, die bei Explosionen von Oberstufen oder Satelliten entstanden. Ein großer Teil geht auf militärische Tests sogenannter Antisatellitenwaffen zurück. Sogar verlorene Astronaten-Handschuhe und Schraubendreher rasen mit rund 28.000 Stundenkilometern durch das Weltall. Um die Raumflüge sicher zu machen, wird der Schrott mit Radaranlagen und Teloskopen beobachtet.
Das Wechselspiel von Wald und Klima
Nach Angaben von Umweltverbänden werden etwa 30 Prozent der Landoberfläche auf der Erde von Wäldern bedeckt. Das Klima ist zudem eng mit den Waldbeständen verknüpft; jede Veränderung kann das empfindliche Gleichgewicht daher stören.
- Kohlenstoffspeicher: Wälder speichern rund die Hälfte des gebundenen Kohlenstoffs auf der Erde und damit bis zu 50 Prozent mehr als andere Ökosysteme. Besonders die Regenwälder sind hier sehr aktiv, da sie rund 50 Prozent mehr Kohlenstoff als andere Waldbestände außerhalb der Tropen binden. Das Abholzen des Regenwaldes wäre fatal, da ein Großteil des Kohlenstoffes dabei als Kohlendioxid (CO2) freigesetzt wird.
- Grüne Lunge: Im Kohlenstoff-Kreislauf speichern die Wälder das Kohlendioxid und wandeln es in Sauerstoff um. Allerdings haben die CO2-Konzentrationen in den vergangenen rund hundert Jahren um ein Drittel zugenommen. Somit ist fraglich, wie lange die Wälder diesen Wandel noch ausgleichen können. Der CO2-Anstieg gilt zudem als Hauptverursacher der globalen Erwärmung. Bis zu 20 Prozent der weltweiten Treibgas-Austöße stammen dabei von der Vernichtung der Regenwälder.
- Klimaanlage: Wenn Sonnenenergie auf die Baumkronen einstrahlt, setzen die Wälder sie in Wasserdampf um haben somit einen kühlenden Effekt auf die Atmosphäre hat. Wissenschaftler warnen jedoch, dass deutlich geschwächte Wälder durch die Erderwärmung in den nächsten Jahrzehnten sogar Kohlenstoff freisetzen. Die Folge: Häufigere Dürren, Stürme und Waldkrankheiten könnten zu einem Teufelskreislauf führen, bei dem kranke Wälder den Treibhauseffekt verstärken. Daneben speichern die Wälder auch Niederschläge und geben das Wasser erst nach und nach wieder an die Bäche und Flüsse abgeben. Geht diese Schutzfunktion verloren, drohen Überflütungen und Bodenerosion.
Geothermie - Energie aus dem Erdkern
Geothermische Anlagen nutzen die Wärmeenergie aus dem Inneren der Erde. Im Gegensatz zu den witterungsbedingten Schwankungdn bei der Wind- und Solarkraft steht die erneuerbare Quelle der Geothermie jedoch meist konstant zur Verfügung. In Ländern mit einer starken vulkanischen Aktivität - darunter Island oder die Anrainerstaaten des Pazifiks - ist diese Worm der Wärme- und Stromproduktion besonders weit verbreitet. Aber auch in geologisch ruhigeren Gebieten kann die Hitze aus dem Erdreich gaze Dörfer und Stadtteile versorgen. Mit zunehmender Tiefe steigt die Temperatur an: So werden die heißen Quellen direkt angezapft oder das heiße Wasser aus den Gesteinen herausgepresst. Zudem wird kaltes Wasser in Geothermie-Anlagennach unten geleitet, erhitzt und dann als Wasserdampf wieder an die Erdoberfläche gefördert.
Aber auch ohne geothermische Förderung strahlt die Erde viermal mehr Energie in den Weltraum ab, als die Menschheit verbraucht. Etwa 30 Prozent davon stammen aus dem heißen Erdkern, die übrigen 70 Prozent entstehen durch den Zerfall natürlicher radioaktiver Elemente. Nach Angaben des Bundesverbandes Geothermie (GtV) gibt es in Deutschland derzeit 19 Geothermie-Anlagen mit einer Bohrtiefe von mehr als 400 Metern. Die installierte Wärmeleistung lag bei knapp 135 Megawatt; fünf Anlagen produzieren zudem Strom von etwa 7,3 Megawatt. Außerdem sind derzeit bundesweit rund 80 geothermische Projekte im Bau oder in der Planung. Derzeit sind in der Bundesrepublik rund 250.000 Erdwärme-Heitzungen in Betrieb. Insgesamt beschäftigt die Branche in Deutschland etwa 13.300 Menschen.
Biogas - ein klimaneutraler Energieträger
Das Biogas entsteht beim mikrobiologischen Abbau von organischem Material - wenn also zum Beispiel Pflanzen unter Luftabschluss zersetzt werden. Das dadurch freigesetzte Gas besteht zum größten Teil aus Methan (50 bis 75 Prozent), Kohlendioxid (25 bis 45 Prozent) und Wasserdampf (zwei bis sieben Prozent) sowie kleinen Mengen von Sauerstoff, Stickstoff und Ammoniak. Biogas gilt als klimaneutraler Energieträger, bei dessen Zersetzung nur soviel Kohlendioxid freigesetzt wird, wie die Pflanzen zuvor beim Wachsen aufgenommen haben. Mit dem Gas lassen sich zudem Strom und Wärme produzieren.
Der "Ring aus Feuer"
Der Pazifische Feuerring ist eine hufeisenförmige Zone entlang der Küsten des Pazifischen Ozeans, die häufig von Erdbeben und Vulkanausbrüchen heimgesucht werden. Entlang dieser Zone liegt etwa die Hälfte aller weltweit aktiven Vulkane, da sich hier im Erdinnern auch verschiedene Erdplatten untereinander schieben. Wissenschaftler sprechen hier von Subduktion; je nach Beschaffenheit der Plattenränder sind die dabei auftretenden Erschütterungen größer oder kleiner. Eine der längsten Subduktionszonen weltweit ist der rund 6.000 Kilometer lange Sundabogen zwischen Sumatra und Neuguinea. Zu den schwersten Beben in dieser Region gehören das Erdbeben im Indischen Ozean am 26. Dezember 2004 und das Erdbeben vor Sumatra im März 2005.
Mittsommernacht und der Sommeranfang
Mit dem kalendarischen bzw. astronomischen Sommeranfang am 21. Juni beginnt auf der Nordhalbkugel die wärmste Jahreszeit. Meteorologen beginnen den Sommer jedoch schon am 1. Juni, um die Wetterstatistiken einfacher berechnen zu können. Feiern zur Sonnenwende zählen zudem zu den ältesten Bräuchen der Welt. In früheren Zeiten glaubten die Menschen, dass in der Mittsommernacht die Götter auf die Erde kommen. Noch heute werden vielerorts große Holzstöße ("Sonnenwendfeuer") abgebrannt. Vor allem in den nordischen Ländern sind die Traditionen zur Mittsommernacht noch sehr lebendig. Im Zuge der Christianisierung übernahm die Kirche die heidnischen Sonnenwendbräuche für den Gedenktag Johannes des Täufers am 24. Juni. In einigen Ländern werden daher in der Johannisnacht am 23. oder 24. Juni die bösen Geister mit Feuern vertrieben.
Freitag, der 13.
Einigen Menschen gilt Freitag, der 13., als Unglücktag. Ein Grund für die Furcht liegt vermutlich in der christlichen Religion. So sollen Adam und Eva an einem Freitag in den verbotenen Apfel gebissen haben und so die Sünde in die Welt gebracht haben. Zudem wurde Jesus von Nazareth an einem Karfreitag gekreuzigt. Auch die Zahl 13 ist negativ besetzt: Beim letzten Abendmahl saßen 13 Menschen um den Tisch - der 13. war der Verräter Judas Ischariot.
Der Zahl 13 kommt zudem eine besondere Bedeutung, da sie das geschlossene Zwölfersystem überschreitet. Als Primzahl ist sie zudem nur durch eins und mit sich selbst teilbar. Da viele Menschen mit der Zahl 13 Unglück verbinden, verzichten manche Hotels auf die Zimmernummer 13. Auch einige Fluggesellschaften führen keine 13. Sitzreihe in ihren Maschinen. Dass Menschen Angst vor dieser Kombination haben, ist allerdings ein Phänomen des 20. Jahrhunderts. So soll diese Kombination erst in den 1950er-Jahren aufgetaucht sein. Pro Jahr gibt es mindestens einen und maximal drei Freitage.
Die abergläubige Angst vor dem angeblichen Unglücksdatum Freitag, dem 13., bezeichnet man als Paraskevedekatriaphobie. Der Begriff leitet sich aus dem lateinischen Wort "parasceves" ("Vorbereitungstag") sowie den griechischen Wörtern "treiskaideka" ("Dreizehn") und "phobos" ("Furcht") abgeleitet. Menschen mit dem Aberglauben verbinden mit der Zahl Unglück und Gefahr. Eine Auswertung der Zürich Versicherung ergab jedoch, dass an Freitagen, dem 13., signifikant weniger Schadenfälle auftreten als an anderen Freitagen.
Wichtige Filmauszeichnungen
Die Golden Globe Awards zählen zu sein begehrtesten Auszeichnungen für Kinofilme und Fernsehsendungen. Seit 1944 werden sie jährlich vom Verband der Hollywood-Auslandspresse (HFPA) vergeben: Über die Vergabe entscheidet eine Gruppe von 90 internationalen Journalisten, die seit langem in Hollywood arbeiten. Die Preise werden in Form einer goldenen Erdkugel in 25 Kategorien vergeben. Die Zeremonie der Preisverleihung findet traditionell im Rahmen eines Gala-Dinners statt, dass als "fröhlichste Party Hollywoods" gilt. In den USA gelten sie als wichtigster Fernsehpreis nach den Emmys: Diese werden werden seit 1949 in mittlerweile 91 Kategorien vergeben. Zuden geltendie Golden Globes als Testlauf für den wichtigsten Filmpreis der Welt - den Oscar.
Der Oscar ist 35 Zentimeter hoch, vier Kilogramm schwer und mit Gold überzeugen. Er gilt als begehrtester Filmpreis der Welt und wird seit 1929 in mittlerweile 30 Kategorien vergeben. Verliehen wird der von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS) in Los Angeles vergeben. Allein die Nominierungen, die traditionell einen Monat vor der Verleihung von AMPAS bekannt gegeben werden, gelten schon als besondere Ehre. Seit 1981 wird zudem traditionell am Abend vor der Oscar-Verleihung die Goldene Himbeere vergeben. Der Negativpreis in verschiedenen Kategorien wird für die jeweils schlechteste Leistung des Jahres vergeben. Weitere bedeutende Filmauszeichnungen sind der Goldene Bär der Internationale Filmfestspiele Berlin, der Goldene Löwe der Filmfestspiele von Venedig sowie die Goldene Palme des Filmfestivals von Cannes.
Die wichtigsten Filmpreise und Filmfestivals im Überblick
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