Historischer Überblick Rom

Zeit vor Christi Geburt

10. Jahrhundert
Auf dem Palatin entstehen die ersten menschlichen Siedlungen durch die Latiner. Er gilt damit ältester bewohnter Teil Roms.

21. April 753
Legendäres Gründungsdatum Roms: der Sage nach errichten die Brüder Romulus und Remus die Stadt Rom an einem Tag ("ab urbe condita").

510/09
Der letzte etruskische König Tarquinius Superbus wird aus Rom vertrieben. Das Königtum wird abgeschafft - Rom wird eine Republik. Regiert wird die Stadt durch den adeligen Senat - an der Spitze stehen zwei jährlich gewählte Konsuln.

450
Das Zwölftafelgesetz wird veröffentlicht. Sie beinhalteten unter anderem Regelungen bezüglich Prozessordnung, Vollstreckung, Erb-, Nachbarschafts-, Verkehrs- und Deliktsrecht.

18. Juli 387
Die Römer erleiden in der Schlacht an der Allia eine Niederlage gegen die Gallier. Diese erobern und zerstören Rom. In der Folgezeit wird die Stadt wieder aufgebaut. Es entstehen die erste Stadtmauer und die ersten Aquädukte.

343-290
Im Verlauf der drei Samnitenkriege erlangt Rom die Herrschaft über Mittelitalien.

287
Mit der Lex Hortensia werden die Plebejer mit den adeligen Patriziern rechtlich gleichgestellt. Sie beendet gleichzeitig auch die Ständekämpfe in Rom.

282-272
Im Tarentinischen Krieg sichert sich Rom die Herrschaft in Unteritalien. Es wird damit zu einer militärischen Großmacht.

264-146
Mit den drei Punischen Kriegen beginnt die römische Herrschaft im Mittelmeer. Roms Konkurrentin Karthago wird völlig zerstört.

2. August 216
In der Schlacht bei Cannae erleidet Rom seine größte militärische Niederlage in der Geschichte. Der karthagische Feldherr Hannibal Barkas besiegt ein römisches Heer unter den Konsuln Lucius Aemilius Paullus und Gajus Terentius Varro vernichtend. Bis heute wird sie an Militärakademien als Paradebeispiel für eine Umfassungsschlacht gelehrt.

133
Das Königreich Pergamon fällt durch Erbschaft an Rom - Asia wird römische Provinz. Es galt als eine der bedeutendsten und reichsten römischen Provinzen.

133-121
Mit den Gracchischen Reformen der Volksbtribunen Tiberius und Gajus Sempronius Gracchus beginnen erneute Auseinandersetzungen zwischen den Patriziern und Plebejern.

91-89
Nach dem Bundesgenossenkrieg erhalten alle italischen Stämme südlich des Po durch die Lex Plautia Papiria das römische Bürgerrecht.

73-71
Sklavenaufstand des Spartakus. Im 20. Jahrhundert dient er den Sozialdemokraten und Kommunisten als Vorbild im Kampf für das Proletariat.

60
Gajus Julius Cäsar, Gnaeus Pompejus und Marcus Licinius Crassus schließen das 1. Triumvirat. Zwischen 58 und 51 erobert Cäsar Gallien und wird dadurch schließlich de facto zum Alleinherrscher Roms.

15. März 44
An den "Iden des März" wird Gajus Julius Cäsar ermordet. Am 11. November 43 schließen Gajus Octavian, Marcus Antonius und Marcus Aemilius Lepidus das 2. Triumvirat, um Cäsars Erbe zu sichern.

2. September 31
In der Seeschlacht bei Actium besiegt Octavian eine Flotte unter Marcus Antonius und der ägyptischen Königin Kleopatra. Am 1. August 30 wird Alexandria von den Römern eingenommen - Kleopatra und Marc Anton begehen Selbstmord. Ägypten wird römische Provinz.

27
Octavian erhält den Ehrennamen "Augustus". Er bgründet das Prinzipat und damit den Beginn der Römischen Kaiserzeit. Zudem ist er der erste Kaiser der Julisch-Claudischen Kaiserdynastie (bis 68 n. Chr.). Die Regierungszeit des Augustus wird auch als "Pax Augusta" bezeichnet.


Zeit nach Christi Geburt

9
Schlacht im Teutoburger Wald: der Cheruskerfürst Arminius vernichtet drei römische Legionen unter Publius Quinctilius Varus. Rom verzichtet in der Folgezeit auf eine weitergehende Eroberung Germaniens.

19. bis 26. Juli 64
Der Große Brand war der größte aller Stadtbrände im antiken Rom. Nur vier der 14 Stadtbezirke blie-ben unversehrt. Zudem gilt er Kaiser Nero (54-68) als Vorwand für die ersten Christenverfolgungen m Römischen Reich.

68/69
Im ersten Vierkaiserjahr streiten vier römische Generäle um die Macht im Römischen Reich. Kaiser Vespasian (69-79) setzt sich durch und begründet die Flavische Dynastie (bis 96).

96-180
Die Zeit der Adoptivkaiser gilt als Glanzzeit der Römischen Reiches. Unter Kaiser Trajan (98-117) erreicht das römische Imperium seine größte Ausdehnung.

193
Im Fünfkaiserjahr kämpfen erneut fünf römische Generäle um die Macht im Imperium. Septimius Severus (193-211) setzt sich durch und begründet die Dynastie der Severer (bis 235).

235-284
Zeitalter der Soldatenkaiser: In dieser Zeit werden die Herrscher vorwiegend aus den Reihen des römischen Heeres erkoren. Das Sechskaiserjahr 238 gilt zudem als eine der schwersten Regierungskrisen in der römischen Geschichte.

um 250
Der römische Bischof reklamiert als Nachfolger Petri die höchste Autorität in der Kirche. Gleichzeitig beginnen systematische Christenverfolgungen im ganzen Reich.

293
Kaiser Diokletian (284-305) teilt das Reich in vier Herrschaftsbereiche und begründet damit die "Tetrarchie" im Römischen Reich.

306-337
In der Regierungszeit Kaiser Konstantins I. der Große werden mit dem "Toleranzedikt von Mailand" am 13. Juni 313 die Christenverfolgungen beendet. Das Christentum wird mit den anderen Religionen im Römischen Reich gleichgestellt. Zudem verlegt er 330 die Residenz von Rom nach Konstantinopel.

379-395
Mit Kaiser Theodosius I. dem Großen regiert ab 394 letztmals ein Kaiser über das Gesamtreich. Zudem erhebt er 391 das Christentum zur alleinigen Staatsreligion im Römischen Reich. Nach dessen Tod am 17. Januar 395 kommt es zur endgültigen Teilung in das Weströmische und Oströmische Reich.

24. bis 27. August 410
Unter König Alarich I. erobern die Westgoten die Stadt Rom. Es kommt zur ersten Plünderung Roms nach rund 800 Jahren.

Sommer 451
In der Schlacht auf den Katalaunischen Feldern besiegt eine Allianz von Römern, Westgoten und Franken unter dem weströmischen Heermeister Flavius Aëtius die Hunnen unter Attila und drängen diese zurück.

2. bis 16. Juni 455
Mit der Plünderung Roms durch die Wandalen unter Fürst Geiserich beginnt der Niedergang der Stadt Rom.

23. August 476
Kaiser Romulus Augustulus wird durch den germanischen Heerführer Odoaker abgesetzt. Das Weströmische Reich findet damit sein endgültiges Ende.

536-557
Während der Herrschaft der Ostgoten in Italien wird Rom fünfmal geplündert. Die Bevölkerungszahl sinkt auf etwa 30.000 bis 40.000.

638
Nach der Eroberung Jerusalems durch die Moslems wird Rom zunehmend zu einer Pilgerstätte für christliche Gläubige.

756
Durch die Pippinische Schenkung wird die Grundlage für das weltlich-politische Herrschaftsgebiet des Papstes - dem Kirchenstaat - gelegt.

25. Dezember 800
Papst Leo III. (795-816) krönt Karl den Großen (771-814) zum "römischen Kaiser". Damit wird die Grundlage des mittelalterlichen Kaisertums im Frankenreich und später in Deutschland gelegt.

2. Februar 962
Papst Johannes XII. (955-964) krönt Otto I. den Großen (936-973) zum Kaiser. Es ist der Beginn des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, das erst am 6. August 1806 endet.

16. Juli 1054
Es kommt zum "Morgenländischen Schisma", nachdem sich der Papst und der Patriarch von Konstantinopel gegenseitig exkommunizieren. Es bedeutet gleichzeitig die Spaltung zwischen römisch-katholischer und orthodoxer Kirche.

28. Mai 1084
Normannen unter Robert Guiskard plündern Rom - es ist der endgültige Niedergang der antiken Stadt.

1144
Es kommt zu einem Aufstand der Bevölkerung gegen die weltliche Papstherrschaft. In der Folgezeit kommt es zu ständigen Parteienkämpfen, in die auch die Kaiser zeitweise eingreifen. Erst Papst Innozenz III. (1198-1216) kann die päpstliche Autorität in Rom wieder festigen.

März 1309
Papst Clemens V. (1305-1314) verlegt die Residenz der Päpste von Rom nach Avignon. In der Folgezeit brechen in Rom Adels- und Parteienkämpfe aus.

Januar 1377
Papst Gregor XI. (1370-1378) verlegt die Papstresidenz wieder zurück nach Rom. Damit löst er jedoch das Große Abendländische Schisma aus, das bis 1417 andauert.

29. Mai 1453
Nach knapp zweimonatiger Belagerung erobern und plündern die Türken unter Sultan Mehmed II. die oströmische Hauptstadt Konstantinopel. Die Stadt wird drei Tage lang geplündert - Kaiser Konstantinos XI. Palaiologos von Byzanz (1448-1453) wird bei den Kämpfen getötet. Damit findet auch das Oströmische Reich sein endgültiges Ende.

6. April 1527
"Sacco di Roma": Landsknechte Kaiser Karls V. (1519-1556) plündern Rom und zerstören es nahezu völlig.

10. Februar 1798
Im Zuge der Eroberung Italiens durch französische Revolutionstruppen wird Rom kurzzeitig die Republik ausgerufen. Papst Pius VI. (1775-1799) wird für abgesetzt erklärt und muss fliehen.

1808
Napoléon Bonaparte besetzt Rom, erklärt den Papst für abgesetzt und macht es zur "Zweiten Hauptstadt des Kaiserreiches". Erst 1815 wird der Kirchenstaat auf dem Wiener Kongress 1814/15 wieder hergestellt. In der Folgezeit unterdrückt der Papst alle liberalen Bestrebungen.

9. Februar 1849
Die "Römische Republik" wird ausgerufen - der Papst muss fliehen. Erst mit Hilfe der Franzosen kann er 1850 wieder nach Rom zurückkehren.

8. Dezember 1869 bis 20. Oktober 1870
In Rom findet das Erste Vatikanische Konzil statt. Es erhebt den Lehrsatz von der "Unfehlbarkeit des Papstes" zum Dogma.

20. September 1870
Nach dem Abzug der Franzosen erobern italienische Truppen unter Giuseppe Garibaldi nach kurzer Gegenwehr die Stadt Rom - der Kirchenstaat findet damit sein endgültiges Ende. Am 9. Oktober 1870 wird Rom zur Hauptstadt des geeinten Königreiches Italien erklärt. König Viktor Emanuel II. von Italien (1861-1878) bezieht im Quirinal seine Residenz.

27. bis 31. Oktober 1922
Mit dem "Marsch auf Rom" übernimmt die faschistische Bewegung unter Benito Mussolini die Macht in Italien. In der Folgezeit errichten sie eine Diktatur, die erst mit der Absetzung Mussolinis am 25. Juli 1943 beendet wird. Am 4. Juni 1944 ziehen zudem alliierte Truppen kampflos in Rom ein.

11. Februar 1929
Die Lateranverträge werden unterzeichnet. Der Vatikan wird erneut unabhängig.

2. Juni 1946
Nach einer Volksabstimmung wird in Italien die Republik ausgerufen. König Viktor Emanuel III. von Italien (1900-1946) muss abdanken und ins Exil gehen.

25. März 1957
Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande unterzeichnen in Rom die "Römischen Verträge" zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und der Europäischen Atomgemeinschaft (EURATOM). Sie bilden die Grundlage für die heutige Europäische Union (EU).

25. August bis 11. September 1960
In Rom finden die XVII. Olympischen Sommerspiele statt. Besonders erwähnenswert: mit dem äthiopischem Marathonläufer Abebe Bikila gewann der erste afrikanische Sportler überhaupt eine Goldmedaille; Muhammad Ali gewann die Bronzemedaille und für Südafrika war es die letzte olympische Teilnahme bis 1992.

11. Oktober 1962 bis 8. Dezember 1965
In Rom findet das Zweite Vatikanische Konzil statt. Es wurde von Papst Johannes XXIII. (1958-1963) einberufen und gilt als das wichtigste kirchliche Ereignis im 20. Jahrhundert.

11. bis 22. Juni 1980
Rom ist einer der Austragungsorte der 6. Fußball-Europameisterschaft in Italien. Dort findet auch das Endspiel statt, das die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland gegen Belgien gewinnt.

8. Juni bis 8. Juli 1990
Während der 14. Fußball-Weltmeisterschaft in Italien ist Rom einer der Austragungsorte. Dort findet auch das Finale statt, in dem sich die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland den dritten Weltmeister-Titel sichert.

Dezember 1993
Nach einer Wahlrechtsreform wird der Grünen-Politiker Francesco Rutelli zum ersten direkt gewählten Bürgermeister Roms gewählt.

24. März 2004
Papst Johannes Paul II. (1978-2005) erhält den erstmals verliehenen Außerordentlichen Internationalen Karlspreis zu Aachen.

29. Oktober 2004
Die Staats- und Regierungschefs der EU-Mitgliedstaaten unterzeichnen in Rom die Europäische Verfassung. Sie soll die bisherigen EG/EU-Verträge ablösen und der EU eine einheitliche Struktur sowie Rechtspersönlichkeit geben.

Weitere Informationen gibt es auch bei Wikipedia. Empfehlenswert sind auch die Wikipedia-Portale zum Römischen Reich und Byzantinischen Reich.

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© Tobias Daniel