Stichwort: Robert Mugabe

Der alte und neue Präsident Simbabwes, Robert Mugabe, galt einst als Hoffnungsträger des Landes. Der gefeierte marxistische Rebellenführer wurde nach der Unabhängigkeit der ehemaligen britischen Kolonie Rhodesien 1980 erster Regierungschef Simbabwes. Zehn Jahre später wurde Mugabe zum Staatspräsidenten des Landes gewählt. In seiner Regierungszeit entwickelte er sich jedoch zu einem oft kritisierten und zuletzt auch gehassten Autokraten. "Mugabe scheint in großem Stile übergeschnappt zu sein", kritisierte der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu den simbabwischen Präsidenten. Nach Ansicht des Friedensnobelpreisträgers missachte Mugabe die Gesetze, unterdrücke andere Meinungen und bringe Kritiker gewaltsam zum Schweigen. Er befinde sich nun "auf dem spiegelglatten Weg in eine Diktatur mit dem Zierwerk einer Vielparteien-Demokratie", so Tutu.

Robert Mugabe wurde am 21. Februar 1924 in einer Missionsstation der Jesuiten geboren und erzogen. Mit sieben Universitätsabschlüssen war er ein afrikanischer Intellektueller, der für die Freiheit seines Landes eintrat und kämpfte. Nach seiner Wahl zum ersten Ministerpräsidenten Simbabwes 1980 ging es mit dem Land im Süden Afrikas aufwärts: umfangreiche Bildung für Schwarze sowie eine aufstrebende Wirtschaft und Landwirtschaft.

Inzwischen stiegen in dem Land mit 13 Millionen Einwohnern - darunter 70.000 Weiße - die Arbeitslosigkeit und die Inflation auf Rekordhöhe. Nachdem die Farmen vieler Weißer besetzt und enteignet wurden, ging die Lebensmittelproduktion Simbabwes drastisch zurück. Für Mugabe sind die weißen Farmer jedoch nur noch Kolonialisten und Rassisten. Der Versöhner ist mittlerweile zu einem halsstarrigen Despoten geworden, der Opposition um keinen Preis an die Regierung lassen will.


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© Tobias Daniel