Historischer Überblick München

14. Juni 1158
München wird erstmals als "Munichen" erwähnt. Der Ort ist Streitobjekt zwischen Bischof Otto von Freising und Herzog Heinrich dem Löwen von Sachsen und Bayern auf dem Reichstag in Augsburg. Der Ortsname wird auf "munich/münich" - also "Mönch" - zurückgeführt. Dieser ist noch heute ein Teil des Stadtwappens.

16. September 1180
Pfalzgraf Otto I. aus dem Haus der Wittelsbacher wird Herzog von Bayern. Bis 1918 stellt das Adelsgeschlecht nun die Herzöge, Kurfürsten und Könige von Bayern.

28. März 1255
Das Herzogtum Bayern wird unter zwei herzoglichen Brüdern in die Teilherzogtümer Niederbayern (Hauptort Landshut) und Oberbayern (Hauptort München) aufgeteilt. München wird somit auch als Amtssitz eines Landesherrn ausgebaut und nicht mehr nur als Bürgersitz und Handelsplatz.

20. Oktober 1314
Herzog Ludwig IV. von Oberbayern wird zum deutschen König gewählt und am 28. Mai 1328 zum römischen Kaiser gekrönt. München wird dadurch vorübergehend bis zu dessen Tod am 11. Oktober 1347 zur kaiserlichen Residenzstadt. Aus dieser Zeit stammen wohl auch die Stadtfarben Schwarz und Gelb (Gold).

1481
Der Grundstein für den Münchner Marienplatz wird gelegt. Seinen heutigen Namen erhält er jedoch erst 1854 von der Mariensäule mitten auf dem Platz.

1487
Herzog Albrecht IV. von Bayern erlässt eine neue Brauordnung für München, die erstmals das Reinheitsgebot für Bier enthält. Dieses wird 23. April 1516 endgültig für das ganze Herzogtum Bayern verbindlich festgeschrieben.

1. Dezember 1503
Die niederbayerische Herzoglinie stirbt im Mannesstamm aus - es kommt zum "Landshuter Erbfolgekrieg". Dieser wird erst am 30. Juli 1505 durch den "Kölner Spruch" beendet. Beide Teilherzogtümer werden zum Herzogtum Bayern wiedervereinigt - München bleibt Hauptstadt.

1522
Herzog Wilhelm IV. von Bayern erlässt das erste bayerische Religionsmandat, dass die Zensur des lutherischen Schrifttums beinhaltet. Damit beginnt in Bayern offiziell die Gegenreformation gegen die Lehre Martin Luthers.

27. September 1589
Um den bayerischen Hof dauerhaft mit braunem Bier zu versorgen, gibt Herzog Wilhelm V. von Bayern den Auftrag zum Bau des Hofbräuhauses ("braunes Hofbräuhaus"). Es ist der Grundstein für das heutige Hofbräuhaus.

1618 bis 1648
Während des Dreißigjährigen Krieges erlangt der Herzog von Bayern 1623 die Kurfürstenwürde und damit das Recht, den römisch-deutschen Kaiser zu wählen. Zudem werden in München während des Krieges die Festungswerke ausgebaut.

1701 bis 1715
Während des Spanischen Erbfolgekrieges stellt sich Bayern auf die Seite Österreichs. Im Jahre 1705 kommt es jedoch in weiten Teilen Bayerns zu Bauernaufständen gegen die Österreicher, die unter anderem zur "Sendlinger Mordweihnacht" am 25. Dezember 1705 führen.

5. Januar 1806
Im Zuge der Neuordnung Europas durch den französischen Kaiser Napoleon I. Bonaparte wird Bayern um Franken und Schwaben erweitert. Der bayerische Kurfürst Maximilian IV. Joseph wird zum König (Maximilian I.) von Bayern ausgerufen. Bayern ist somit Königreich mit der Größe seines heutigen Staatsgebietes. München wird Königliche Haupt- und Residenzstadt.

12. Oktober 1810
Die Hochzeit zwischen dem bayerischen Kronprinzen Ludwig mit Therese von Sachsen-Hildburghausen bildet den Anlass für ein Pferderennen auf der heutigen Theresienwiese, dass fortan jährlich wiederholt wird. Seit 1819 steht das spätere "Oktoberfest" unter städtischer Leitung und entwickelt sich schließlich zum größten Volksfest der Welt.

26. Mai 1818
Das Königreich Bayern erhält als erster großer deutscher Staat eine konstitutionelle Verfassung. München wird zudem Sitz des bayerischen Landtages sowie des neuen Erzbistums München und Freising.

13. Oktober 1825
König Ludwig I. von Bayern tritt seine Regentschaft an und wird zu einem der größten deutschen Kunstinitiatoren. Zugleich gilt er als Schöpfer des modernen München. Am 20. März 1848 muss er jedoch wegen einer angeblichen Affäre mit einer spanischen Tänzerin abdanken. Unter seinem Nachfolger König Maximilian II. werden in Bayern die Pressefreiheit und Geschworenengerichte eingeführt.

15. Juli 1854
Mit der ersten allgemeinen Industrieausstellung beginnt der Aufstieg Münchens zur Messestadt.

1882
In München findet die 1. Internationale Elektrizitätsausstellung statt. Sie ist der Anlass für die erste Stromübertragung der Welt von Miesbach nach München durch Oskar von Miller.

1899
Die erste Fahrprüfung der Welt mit der Ausgabe von Führerscheinen findet in München statt. Die geprüften Automobile erhalten die ersten Zulassungsnummern der Welt.

7. November 1918
Der SPD-Politiker Kurt Eisner erklärt das Königshaus der Wittelsbacher für abgesetzt und proklamiert den Freistaat Bayern. Als Ministerpräsident führt er in der Folgezeit das Frauenwahlrecht ein und schafft die kirchliche Schulaufsicht ab.

5. Januar 1919
Die "Deutsche Arbeiterpartei" wird gegründet - aus ihr entsteht am 24. Februar 1920 die "Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP)".

21. Januar 1919
Ministerpräsident Kurt Eisner wird ermordet. Die politischen Konflikte führen schließlich am 7. April 1919 zur Ausrufung der Münchner Räterepublik. Diese wird jedoch am 2. Mai des gleichen Jahres blutig niedergeschlagen.

8./9. November 1923
Adolf Hitler, Erich Ludendorff und weitere Putschisten rufen zum Sturz der Reichsregierung und der bayerischen Landesregierung auf. Der sogenannte "Hitler-Putsch" wird jedoch nach dem "Marsch zur Feldherrnhalle" blutig niedergeschlagen.

30. Januar 1933
Mit der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten wird in der Folgezeit auch der Münchner Stadtrat "gleichgeschaltet". Gleichzeitig wird das neugeschaffene Konzentrationslager Dachau zum Vorbild für das nationalsozialistische KZ-System und - neben Auschwitz und Treblinka - zum Synonym für den Terror- und Unterdrückungsapparat des NS-Staates. Während der zwölfjährigen Terrorherrschaft der Nazis (bis 1945) sind in Dachau etwa 200.000 Häftlinge registriert. Etwa 341.500 Menschen verlieren unter anderem durch gezielte Schikane und gezielte Ermordung ihr Leben. Von 1935 bis 1945 trug München zudem den Titel "Hauptstadt der Bewegung".

29. September 1938
Im Münchner Abkommen wird die deutsche Besetzung der Tschechoslowakei vertraglich festgehalten. Damit sollte die "Sudetenkrise" zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei auf friedlichem Wege gelöst werden.

1940
Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wird München erstmals das Ziel von alliierten Bombenangriffen. Bis April 1945 sind es insgesamt 73.

November 1941
Erstmals werden 1.000 jüdische Männer, Frauen und Kinder von den Nazis nach Osteuropa deportiert und ermordet. Bis zum Zusammenbruch des Regimes werden weitere 42 Transporte unter anderem nach Auschwitz und Theresienstadt durchgeführt.

1942/43
Mitglieder der "Weißen Rose" rufen in der Ludwig-Maximilans-Universität zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus auf. Die Geschwister Hans und Sophie Scholl werden jedoch denunziert - gemeinsam mit ihren Mitstreitern werden sie verhaftet und hingerichtet.

30. April 1945
US-Truppen marschieren in München ein - der Zweite Weltkrieg geht zu Ende. Die Stadt ist etwa zu 50 Prozent zerstört - die historische Altstadt sogar zu 90 Prozent. Etwa 6.000 Menschen kamen ums Leben, rund 15.000 Menschen wurden verletzt. Die Einwohnerzahl sank während des Krieges durch Tod, Vertreibung und Flucht von 824.000 auf 479.000.

1954
München unterzeichnet die erste Städtepartnerschaft mit Edinburgh/Großbritannien. In den darauffolgenden Jahren kommen weitere Partnerschaften hinzu mit:

31. Oktober 1957
In Garching bei München wird Deutschlands erster Atom-Forschungsreaktor in Betrieb genommen. Er gehört zur Technischen Universität München (TUM) und wurde am 28. Juli 2000 wieder abgeschaltet. Die eiförmige Kuppel steht unter Denkmalschutz.

26. August bis 11. September 1972
In München finden die XX. Olympischen Sommerspiele statt. Die "Heiteren Spiele" wenden sich besonders gegen die NS-Selbstdarstellung während der Spiele von 1936 in Berlin und Garmisch-Partenkirchen. Dieser Gedanke wird jedoch durch einen Überfall arabischer Terroristen auf die israelische Olympiamannschaft am 5. September 1972 zerstört. Dem Attentat fallen insgesamt elf israelische Sportler und ein deutscher Polizist zum Opfer. Zudem werden fünf Palästinenser getötet.

13. Juni bis 7. Juli 1974
Das Münchner Olympiastadion gehört zu den Austragungsorten der 10. Fußball-Weltmeisterschaft. Zudem wird in München das Finale ausgetragen, in dem die Mannschaft der Bundesrepublik Deutschland nach einem Sieg über die Niederlande zum zweiten Mal Fußball-Weltmeister wird.

26. Oktober 1980
Bei einem Attentat auf das Oktoberfest kommen 13 Menschen ums Leben, darunter auch der Täter Gundolf Köhler. 211 Menschen werden zum Teil schwer verletzt. Der Anschlag mit rechtsextremen Hintergrund gilt als schwerster Terrorakt der deutschen Nachkriegsgeschichte. Laut Behörden ist Köhler ein Einzeltäter, was bis heute jedoch umstritten ist.

10. bis 25. Juni 1988
Das Olympiastadion gehört zu den Austragungsorten der 8. Fußball-Europameisterschaft. Im Finale - ebenfalls in München ausgetragen - wird die Mannschaft der Niederlande nach einem Sieg über die Sowjetunion erstmals Fußball-Europameister.

17. Mai 1992
Nördlich von München wird im Erdinger Moos der neue Großflughafen "Franz-Josef-Strauß" in Betrieb genommen. Im gleichen Jahr werden zudem auch die letzten US-Truppen verabschiedet.

21. November 2004
In einem Bürgerentscheid sprechen sich die Bürger Münchens mehrheitlich dafür aus, dass in Zukunft keine Hochhäuser mehr über 100 Meter gebaut werden dürfen.

30. Mai 2005
Im Münchner Stadtteil Fröttmaning wird die Allianz-Arena eröffnet. In dem neuen Fußball-Stadion bestreiten der FC Bayern München und der TSV 1860 München seit der Saison 2005/06 ihre Heimspiele.

9. Juni bis 9. Juli 2006
Die Allianz-Arena gehört zu den Austragungsorten der 18. Fußball-Weltmeisterschaft. In ihr wurde auch das Eröffnungspiel zwischen Deutschland und Costa Rica ausgetragen.

21. Juli 2006
In Garching bei München wird mit dem "Höchstleistungsrechner Bayern II" (HLRB II) der zweitschnellste Computer Deutschlands in Betrieb genommen. Er ist ein System von Silicon Graphics auf Basis der Altix 4700 Plattform. Seine Anschaffungskosten betrugen etwa 38 Millionen Euro - die Betriebskosten belaufen sich auf etwa drei Millionen Euro pro Jahr. Für den Rechner selbst wurde zudem für etwa 45 Millionen Euro ein eigenes Gebäude mit drei Stockwerken mit einer Fläche von je 550 m² errichtet.

9. bis 10. September 2006
Papst Benedikt XVI. besucht als drittes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche die bayerische Landeshauptstadt. Es ist der Auftakt einer sechstägigen Reise durch Bayern.

9. November 2006
Am Sankt-Jakobs-Platz wird die neue Hauptsynagoge des Jüdischen Zentrums München eingeweiht. Damit erhält die zweitgrößte jüdische Gemeinde Deutschlands wieder eine Heimat in der Münchner Altstadt.

8. Dezember 2007
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) beschließt einstimmig die Bewerbung Münchens für die XXIII. Olympischen Winterspiele 2018. Durch die Nachnutzung der olympischen Sportstätten von 1972 und klimaneutrale Konzepte sollten zudem neue ökologische Maßstäbe gesetzt werden. Am 6. Juli 2011 entscheidet sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) in Durban/Südafrika jedoch für den Mitbewerber Pyeongchang/Südkorea.

12. bis 16. Mai 2010
Unter dem Leitwort "Damit Ihr Hoffnung habt" findet in München der Zweite Ökumenische Kirchentag statt. Organisiert wurde er vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK), dem Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland e. V. (ACK). Rund 150.000 Besucher verschiedener Konfessionen nahmen daran teil.

4. Juli 2010
Im Volksbegehren "Für echten Nichtraucherschutz!" stimmen 61 Prozent der Bevölkerung für eine Änderung des Gesundheitsschutzgesetzes (GSG), wonach in Bayern ein striktes Rauchverbot in der Gastronomie ohne Ausnahme eingeführt werden soll. Initiiert wurde das Volksbegehren von SPD, Bündnis 90/Die Grünen, der ÖDP sowie zahlreichen gemeinnützigen Vereinen. Die Regelung tritt zum 1. August 2010 in Kraft und gilt somit als das bundesweit strengste Gesetz zum Nichtraucherschutz.

11. bis 13. September 2011
In der bayerischen Landeshauptstadt findet das 25. Weltgebetstreffen statt. Es wurde von Papst Johannes Paul II. als interreligiöses Treffen von hohen Geistlichen aller Religionen ins Leben gerufen. Veranstalter sind die Gemeinschaft Sant' Egidio und die Erzdiözese München-Freising.

Weitere Informationen zur Geschichte Münchens auf der Website der Stadt München sowie bei Wikipedia.

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© Tobias Daniel