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Monaco im Profil


Das Fürstentum Monaco ist ein mondäner Kleinstaat, der sich vor allem durch weltstädtisches Flair auszeichnet. Von den rund 32.000 Einwohnern besitzen offiziellen Angaben zufolge genau 7.676 die monegassische Staatsbürgerschaft. Die übrige Bevölkerung besteht hauptsächlich aus Franzosen (ca. 9.200) und Italienern (etwa 5.500) sowie rund 1.000 Deutschen.

Monaco gilt als Steuerparadies, weil die Einwohner mit Ausnahme der Franzosen seit 1869 keine personenbezogene Einkommenssteuer mehr zahlen müssen. Das Fürstentum ist Sitz von über 30 international tätigen Banken, die aber der französischen Aufsicht unterliegen. Besonders für Privatpersonen ist das monegassische Steuersystem sehr attraktiv. So können auch sehr hohe Gehälter steuerfrei gezahlt werden. Monaco lebt daher insgesamt vor allem vom Reichtum seiner Einwohner.

Besonders für Privatpersonen ist das monegassische Steuersystem sehr attraktiv. So können auch sehr hohe Gehälter steuerfrei gezahlt werden. Insgesamt lebt Monaco vor allem vom Reichtum seiner Einwohner. Dabei ist für das Wohl der Allgemeinheit gesorgt - die monegassischen Staatsbürger sind in Bezug auf die Sozialfürsorge usw. sogar nahezu überversorgt.

Der Überlieferung nach übernahm Francesco Grimaldi die Macht in Monaco, indem er mit einer Handvoll Ritter als Mönche verkleidet landete und die Stadt einem verfeindeten Adelsgeschlecht abtrotzte. In den folgenden Jahrhunderten befand sich das Fürstentum wiederholt unter der Schutzherrschaft Frankreichs oder Sardiniens. Durch den Schutzvertrag von 1918 obliegt seine Verteidigung Frankreich. Dennoch gilt Monaco als souverän. So wurde es 1993 in die UNO und 2004 in den Europarat aufgenommen. Monaco ist zwar kein Mitglied der EU - aufgrund der seit 1925 bestehenden Wirtschaftsunion mit Frankreich gilt jedoch der Euro als offizielle Landeswährung. Die eigenen Münzen tragen unter anderem Bildnisse des verstorbenen Fürsten Rainier III. sowie seines Nachfolgers Albert II. und das Grimaldi-Wappen.

Staatsaufbau

Monaco
Monaco
© Jens Havelberg / PIXELIO
Monaco ist eine konstitutionelle Monarchie auf der Basis der Gewaltenteilung. Dabei ist die Dynastie der Grimaldis durch die verfassungsrechtliche Erbfolge nach dem Prinzip der männlichen Erstgeburt gesichert. Erlischt diese jedoch, fällt Monaco an Frankreich. An der Spitze des monegassischen Staates steht seit 2005 Fürst Albert II. So besitzt der Fürst zwar die Oberhoheit über die Exekutive, doch werden die Amtsgeschäfte von einer Art "Regierung" geführt. Diese besteht aus einem Staatsminister (dem Regierungschef) und drei Staatsräten mit ihren jeweiligen Ministern des Innern, der Finanzen und Wirtschaft sowie der öffentlichen Angelegenheiten und des Sozialen. Darüber hinaus wird ein "Kronrat"" beim Abschluss internationaler Verträge, bei Einbürgerungsgesuchen und Amnestien konsultiert. Der Kronrat besteht aus sieben Mitgliedern - vier werden vom Fürst bestimmt, drei vom Parlament.

Die Legislativgewalt teilen sich der Fürst und das Parlament - der sogenannte "Nationalrat". Dieser besteht aus 18 Abgeordneten, die alle fünf Jahre direkt gewählt werden. Das Initiativrecht für Gesetze kommt jedoch dem Fürsten zu, während der Nationalrat nur ein Vorschlagsrecht besitzt. Entscheidenden Einfluss hat das Parlament daher vornehmlich durch sein Votum bei den Gesetzeslesungen. Zudem hat der Fürst das Recht inne, nach Konsultationen mit dem Kronrat das Parlament aufzulösen und damit Neuwahlen zu erzwingen.

Die Judikative untersteht ebenfalls dem Fürsten. So besteht das höchste Gericht aus fünf Richtern, die zwar vom Fürsten ernannt, aber von den anderen Staatsorganen vorgeschlagen werden. Die Verfassung kann jedoch auf der Basis eines Konsenses zwischen dem Fürsten und dem Nationalrat geändert werden.

Ferner existieren ein Staatsrat und ein Wirtschaftsrat. Der Staatsrat - bestehend aus zwölf vom Fürsten ernannten Mitgliedern - überwacht die administrative Durchführung der Exekutivgewalt. Der Wirtschaftsrat besteht aus 30 Mitgliedern, die einvernehmlich von der Regierung und den Unternehmensorganisationen ernannt werden. Zudem gibt es einen Stadtrat, der aus 15 Mitgliedern besteht, die alle vier Jahre vom Volk gewählt werden. Dessen Hauptaufgabe ist es, den Bürgermeister und die städtischen Magistratsbeamten zu ernennen.

Monacos Geschichte im Überblick
Im Verlauf der Geschichte hatte Monaco viele Fremdherrscher, darunter Phönizier, Griechen, Römer und Genueser. Seit mehrals 700 Jahren ist die Geschichte des Fürstentums eng mit der Adelsfamilie Grimaldi verbunden. So vertrieb ihr Ahnherr Francesco im Jahre 1297 die Genueser und begründete die Herrschaft über das kleine Fürstentum. Im Jahre 1612 erhielten die früheren "Herren" von Monaco den Fürstentitel.

Mit einem "Patentbrief" des französischen Königs erhielt Monaco im Jahre 1489 zwar seine formelle Unabhängigkeit; dessen Souveränität war jedoch stark eingeschränkt. So stand es in den folgenden Jahrhunderten unter französischer, spanischer und sardischer Schutzherrschft. Während der Französischen Revolution wurde das Land im Jahre 1793 sogar für kurze Zeit ein Teil der Ersten Französischen Republik. Erst 1861 erkannte Frankreich die Unabhängigkeit Monacos an, dass jedoch große Teile seines Staatsgebietes an Frankreich abgeben musste.

Fürst Charles III. (1856-1889) legte zudem den Grundstein für den späteren Wohlstand Monacos, indem er 1863 das Spielcasino gründete. Während der Regentschaft von Fürst Rainier III. (1949-2005) wurde das Fürstentum grundlegend modernisiert. Internationale Aufmerksamkeit gewann Monaco durch die Heirat Rainiers mit der US-amerikanischen Schauspielerin Grace Kelly am 19. April 1956. Zudem zog es wegen der steuerlichen Vorteile auch immer mehr Reiche und Prominente ins Fürstentum. Politisch setzte Rainier ebenfalls Zeichen: so trat Monaco der UNO und dem Europarat bei. Zudem übernahm er den Euro als offizielles Zahlungsmittel Monacos.

Politik

Zwischen Monaco und Frankreich besteht seit der Integration Sardiniens/Savoyens in den italienischen Staatsverband ein völkerrechtliches Protektorats-Verhältnis, das im "Schutzvertrag mit Frankreich" vom 17. Juli 1918 kodifiziert wurde. Frankreich garantiert darin zwar die Unabhängigkeit und Souveränität Monacos, wichtige Einzelentscheidungen der monegassischen Außenpolitik werden jedoch einer Konsultationspflicht unterworfen.

Völkerrechtliche Verträge darf Monaco nur nach vorheriger Zustimmung der französischen Regierung abschließen. Monaco ist seit 1865 durch eine Währungs- und Zollunion mit Frankreich verbunden. Durch weitere Verträge - insbesondere durch den Grundvertrag vom 17. Juli 1918, der Monacos Unabhängigkeit garantiert - verpflichtete sich das Fürstentum, seine Souveränitätsrechte nur im Einklang mit den politischen, wirtschaftlichen und militärischen Interessen Frankreichs auszuüben. Zudem waren die hohen mongessischen Ämter in der Regierung und der Verwaltung bislang französischen Staatsbürgern vorbehalten.

Auch bei der Thronfolge hat die Grande Nation ein Mitspracherecht, da die Krone nur an eine Person mit französischer oder monegassischer Nationalität übertragen werden kann. Sollte die Dynastie der Grimaldis aussterben, soll das Fürstentum in einen "État de Monaco" unter französischem Protektorat umgewandelt werden. Wirtschaftlich gehört Monaco zum Zollgebiet der Europäischen Union.

Allerdings haben sich Frankreich und Monaco mittlerweile darauf verständigt, dass künftig auch Monegassen Zugang zu hohen Staats- und Verwaltungsämtern erhalten sollen. Damit kamen beide Seiten einer Forderung des Europarats nach, der darin eine Einschränkung der Souveränität Monacos und eine Diskriminierung der Monegassen sah. Einer Mitgliedschaft des Fürstentums in den Europarat steht damit wohl nichts mehr im Wege.

Nach sechsjähriger Wartezeit wurde Monaco zudem Anfang Oktober 2004 in den Europarat aufgenommen. Das Fürstentum hatte bereits 1998 einen Beitrittsantrag in den größten und ältesten Staatenbund Europas gestellt. Allerdings verzögerte sich das Aufnahmeverfahren, weil Monaco zunächst eine Reihe von demokratischen Kriterien nicht erfüllte. So musste beispielsweise das monegassische Wahlrecht geändert werden, da dies zuvor der Opposition nur geringe Chancen eingeräumt hatte.

Wichtige Köpfe

Fürst Albert II. übernahm nach dem Tod Rainiers III. am 6. April 2005 das Amt des Staatsoberhauptes von Monaco. Bereits eine Woche zuvor hatte er wegen der Krankheit Rainiers die Regentschaft übernommen. Albert wirkt bescheiden und zurückhaltend und gehört zu den hartnäckigsten Junggesellen der europäischen Fürstenhäuser. Er ist ein vielseitiger Sportler, der anscheinend lieber Bob und Rallyeautos fährt, als sich eine Ehefrau zu suchen. Nach seinem Wirtschaftsstudium in den USA nahm er mehrfach als Bobfahrer an den Olympischen Winterspielen teil. Zudem war er Vertreter Monacos bei den Vereinten Nationen. Die weit höhere Aufmerksamkeit genossen jedoch seine Schwestern.

Kurzinfo: Das monegassische Fürstenpaar
Viel Haar hat er nicht mehr auf dem Kopf - dafür ist sein Name umso wohlklingender: Fürst Albert II. galt lange Zeit als besonders gute Partie auf dem Heiratsmarkt des internationalen Hochadels. Das monegassische Staatsoberhaupt gilt als besonders sportlich: Fünf Mal nahm er als Bobfahrer an Olympischen Spielen für das Fürstentum teil. Mehr als Platz 25 erreichte er jedoch nicht. Sein Vater Rainier III. band ihn immer mehr in die Verwaltung Monacos ein: So reiste er regelmäßig zur UN-Vollversammlung und vertrat sein Land 2004 bei dessen Aufnahme in den Europarat.

Im Jahre 2005 übernahm Albert II. nach dem Tod seines Vaters die Amtsgeschäfte des Fürstentums - Anlass genug, sein flatterhaftes Privatleben zu beenden. Der neue Fürst schrieb sich fortan den Umweltschutz auf die Fahnen und bemühte sich, Monacos Image als Hochburg für Steuerflüchtlinge zu wandeln. So wurde Steuerbetrug erstmals im Strafrecht aufgenommen - zudem engagierte sich Albert II. gegen Geldwäsche und Korruption. Privat brauche der Fürst lange, um sich zu einer Hochzeit zu entschließen. Zuvor erkannte er bereits zwei Kinder mit früheren Freundinnen an. Allerdings sind beide von der Thronfolge ausgeschlossen, da sie nicht aus katholischen Ehen entstammen.

Monacos neue Fürstin Charlène gilt als selbstbewusst, sportlich und schön. Geboren wurde die südafrikanische Schwimmerin mit skandalfreier Vergangenheit am 26. Januar 1978 als Charlene Lynette Wittstock in Bulawayo im heutigen Simbabwe. Sport ist bei den Wittstocks eine Familientradition: So trainierte ihr Onkel beispielsweise das südafrikanische Rugby-Team. Freunde haben Charlene als kumpelhafte, aber auch zurückhaltende junge Frau mit eisernem Willen in Erinnerung. Dabei ist die Fürstin mit deutschen Vorfahren tief geprägt von den Versöhnungsgedanken des demokratischen Südafrika und seines geistigen Urvaters Nelson Mandela.

Karitativer Einsatz ist für Charlene somit selbstverständlich: Bereits als Jugendliche half sie armen Kindern, schwimmen zu lernen. Wie ihr großes Vorbild will sie sich vor allem der Kinder- und Jugendförderung widmen sowie den Sportgedanken fördern. In den vergangenen Jahren hat sich die Fürstin mit eiserner Disziplin auf ihre Rolle als monegassische Landesmutter vorbereitet. Am Mittelmeer sind somit wieder Eleganz und Grazie angesagt - ganz nach ihrer Vorgängerin Gracia Patricia (Grace Kelly). Und dennoch wird sie bei aller Ähnlichkeit wohl ihren eigenen Weg finden.

Fürst Albert II. von Monaco
Fürst Albert II. von Monaco
© Wikipedia gemäß GDFL
Vor seinem Amtsantritt stand Albert jedoch immer im Schatten seines Vaters Rainier III. Von 1949 an regierte der dienstälteste Staatschef Europas mehr als ein halbes Jahrhundert über Monaco und erfreute sich bei den Monegassen großer Beliebtheit. Unter ihm entwickelte sich das Fürstentum an der Côte d'Azur zum bedeutenden Wirtschaftstandort. Besondere Aufmerksamkeit zog sich der "teuerste Felsen der Welt" vor allem aber als Steuerparadies für Reiche und als Tummelplatz des internationalen Jet-Sets auf sich. Wirtschaftsmagnaten wie der Reeder Aristoteles Onassis, Hollywood-Stars, Models und Formel-1-Rennfahrer sorgten für Glanz und Glamour in Monaco.

Allerdings war die Regentschaft Rainiers III. auch von zahlreichen Tragödien und Skandalen überschattet. So kam seine Ehefrau - die US-Schauspielerin Grace Kelly - im Jahr 1982 bei einem Autounfall ums Leben. Zudem stürzte sich die Boulevardpresse mit Vorliebe auf die Affären und Scheidungen seiner Töchter, die Rainier III. häufig großen Kummer bereitet haben sollen.

Die Pariser Zeitung "Figaro" veranschlagte jedenfalls das von Rainier III. hinterlassene Privatvermögen auf etwa zwei Milliarden Euro. Und dies vermehrt sich quasi von selbst. Denn die Grimaldis sind an den Spielcasinos beteiligt und besitzen Dutzende der begehrten Wohnungen mit Blick zum Mittelmeer. Dabei ist eine Monatsmiete von 3.500 Euro für ein Appartment mit 100 m² durchaus üblich. Hinzu kommen Einnahmen aus dem Verkauf von Briefmarken und Postkarten an jährlich fünf Millionen Touristen und Sammler. Schließlich gewährt das Fürstentum seinem Monarchen jedes Jahr "Repräsentationsausgaben" von 23,5 Millionen Euro.

Die letzten Wahlen ...

... fanden am 3. Februar 2008 statt. Die Wahlbeteiligung lag nach offiziellen Angaben bei 76,9 Prozent. Allerdings waren nur Einwohner mit monegassischer Staatsbürgerschaft wahlberechtigt. Der Nationalrat ist wie folgt zusammengesetzt:

Monaco-Infos
Hauptstadt: Monte Carlo
Einwohner: 32.965
Fläche: 1,95 km²
Nationalfeiertage: 19. November
Regionale Gliederung: 4 Quartiers
Währung: 1 Euro (€) = 100 Cent

Aktuelle Informationen:

Hintergrundinformationen:

 Erstveröffentlichung am 25.11.2002


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