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Kosovo im Profil


Das Kosovo im Zentrum der Balkanhalbinsel umfasst die Ebenen des Amselfelds mit der Hauptstadt Priština und Metochiens mit dem Prizren als Zentrum. In der Vergangenheit war der Kosovo durchweg multiethnisch geprägt. Die große Bevölkerungsmehrheit bilden die Serben mit etwa 95 Prozent. Die größte Minderheit stellen die Serben, die vor allem im Norden des Kosovo leben.

Monument Priština
Monument Priština
© Hipi Zhdripi gemäß cc-by-sa
Nach ungarischer und osmanischer Herrschaft geriet das Kosovo 1912 an Serbien und Montenegro. Nach dem Ersten Weltkrieg gehörte es als Teil Serbiens zu Jugoslawien. Im Rahmen einer Verfassungsänderung 1974 erhielt das Kosovo den Status einer autonomen Provinz innerhalb Serbiens. Mit dem Zerfall Jugoslawiens wurde der Autonomie-Status des Kosovo durch Serbien nach 1989 weitgehend beseitigt. Die folgenden Auseinandersetzungen zwischen Serben und Albanern führten schließlich 1999 zur militärischen Intervention der NATO im Kosovo.

Seitdem ist der Kosovo faktisch eine Art Protektorat der Vereinten Nationen. Verhandlungen über den zukünftigen Status des Kosovo blieben jedoch erfolglos. Am 17. Februar 2008 erklärte das Kosovo einseitig seine Unabhängigkeit von Serbien. Einige westliche Staaten wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich und die USA haben das Kosovo mittlerweile als unabhängigen Staat anerkannt. Serbien und Russland betrachten die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo hingegen als rechtswidrig an.

Die EU konnte sich bislang zu keiner gemeinsamen Linie einigen. Demnach soll jeder EU-Staat selbst über eine diplomatische Anerkennung des Kosovo entscheiden. Vor allem Länder, die Probleme mit nationalen Minderheiten haben, lehnen bislang eine Anerkennung des Kosovo ab - allen voran Spanien, Zypern, Rumänien oder die Slowakei.

Dennoch hat die EU die Entsendung der Eulex-Mission gebilligt. Etwa 1.800 Polizisten, Zoll- und Justizbeamte sollen den Kosovo beim Aufbau einer eigenen Polizei, Verwaltung und Justiz unterstützen.

Kurzinfo: Der Konflikt um das Kosovo
Der Name des Landes leitet sich vom serbischen Wort "Kosovo Polje" ab und bedeutet "Amselfeld". Während sich die albanische Bevölkerungsmehrheit als "Urbevölkerung" mit den ältesten Rechten versteht, beanspruchen die Serben die Region als Wiege ihrer Nation. Am 15. Juni 1389 unterlagen die Serben in der Schlacht auf dem Amselfeld den Osmanen. Serbien wurde daraufhin bis 1912 ein Teil des Osmanischen Reiches.

Nach dessen Zerfall wurde der Kosovo jedoch kein Bestandteil des neuen albanischen Staates, sondern wurde dem Königreich Serbien angegliedert, das 1918 in Jugoslawien aufging. Mit dem Zerfall des jugoslawischen Vielvölkerstaates nahmen die gewaltsamen Spannungen zwischen Albanern und Serben zu. Im Jare 1999 mündeten diese in den Kosovokrieg, der mit dem militärischen Sieg der NATO endete. Das Kosovo kam daraufhin unter UN-Verwaltung unter der Kontrolle der KFOR-Truppen.

Staatsaufbau

Der Kosovo ist eine Republik unter dem Protektorat der Vereinten Nationen. Am 17. Februar 2008 erklärte die bisherige autonome Provinz einseitig ihre Unabhängigkeit von Serbien. Die Unabhängigkeitserklärung des Kosovo ist international jedoch umstritten - selbst innerhalb der Europäischen Union. Während Serbien und Russland die Unabhängigkeit des Kosovo als rechtswidrig ablehnen, haben einige größere Staaten wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich oder die USA den Kosovo diplomatisch anerkannt.

Das Staatsoberhaupt
Staatsoberhaupt des Kosovo ist der Präsident, der für fünf Jahre vom Parlament in geheimer Abstimmung gewählt. Für seine Wahl ist eine Zwei-Drittel-Mehrheit im Parlament nötig. Erreicht einer der Kandidaten nach zwei Wahlgängen nicht die erforderliche Mehrheit, reicht im dritten Wahlgang eine einfache Mehrheit der Abgeordneten aus. Der Präsident des Kosovo hat lauf Verfassung vor allem repräsentative Aufgaben und genießt während seiner Amtszeit juristische Immunität.

Die Regierung
Die Regierung des Kosovo gilt als oberstes Exekutivorgan. Sie besteht aus dem Regierungschef und den Ministern. Der Ministerpräsident und seine Minister werden vom Parlament gewählt.

Das Parlament
Oberstes Legislativorgan ist das Parlament - auch Kuvendi genannt. Es besteht aus 120 Mitgliedern, die für jeweils vier Jahre gewählt werden. Zehn Sitze sind für die Serben reserviert - weitere zehn Sitze für die anderen Minderheiten wie Roma oder Bosniaken. Für die Wahl gilt eine Fünf-Prozent-Hürde. Durch das zersplitterte Parteiensystem kann derzeit keine Partei allein die Regierungsmehrheit stellen. Zu den Hauptaufgaben des Kuvendi gehören unter anderem:

  • Gesetze zu verabschieden und internationale Verträge zu ratifizieren;
  • den Regierungschef und die Minister zu bestätigen sowie den Präsidenten zu wählen;
  • das Haushaltsbudget zu verabschieden.
Die wichtigsten Köpfe: Die letzten Wahlen ...
... zum Kuvendi, fanden am 12. Dezember 2010 statt, aus der die Demokratische Partei des Kosovo als Sieger hervorgegangen ist. Die Wahlbeteiligung betrug lediglich 47,5 Prozent.

Kosovo-Infos
Hauptstadt: Prishtina/Priština (198.214 Einw.)
Einwohner: 1,73 Millionen
Fläche: 10.887 km²
Nationalfeiertag: 17. Februar
Regionale Gliederung: 30 Großgemeinden
Währung: 1 Euro (€) = 100 Cent

Wirtschaftsdaten (in Euro):
Exporte: 295 Millionen
Importe: 2,03 Milliarden

Aktuelle Informationen:

Hintergrundinformationen:

 Erstveröffentlichung am 26.02.2008


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