Der Aachener Oberbürgermeister Jürgen Linden bezeichnete Juncker als "Vordenker des vereinten Europas der Zukunft", der Europa aus seiner tiefsten und schwersten Krise seit den sechziger Jahren herausholen könne. Das Karlspreisdirektorium würdigte den Luxemburger als "Motor und entscheidenden Akteur bei nahezu allen Integrationsfortschritten der vergangenen zwei Jahrzehnte" sowie als "Vermittler, Mediator und Brückenbauer zwischen den unterschiedlichen Mitgliedern der Gemeinschaft".
Sohn eines Stahlarbeiters
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Jean-Claude Juncker
© European People's Party / cc-by-sa |
Europäische Verdienste
Trotz seiner erst 51 Jahre ist Juncker das der dienstälteste Regierungschef der EU und gilt als ausgewiesener Krisenmanager. Internationale Beachtung fand er besonders während des EU-Gipfels 1996, als der dem Stabilitäts- und Wachstumspakt mit zum Durchbruch verhalf. Im März 2005 setzte er als Vorsitzender des EU-Ministerrates die von Deutschland und Frankreich geforderte Lockerung des Stabilitätspaktes durch. Auch die EU-Osterweiterung sowie der Verfassungsvertrag wurden von ihm wesentlich mitgetragen.
Sowohl in der Bevölkerung als auch der Presse gilt der Regierungschef des Großherzogtums als charmant und weltoffen. In seiner Amtszeit hat Juncker das kultiviert, was seine Vorgänger bereits begonnen haben - die Balance zwischen den beiden großen Nachbarn Deutschland und Frankreich. Im Gegensatz zu seinen europäischen Amtskollegen kann er - unverdächtig irgendwelcher Dominanzbestrebungen - Kompromisse vorschlagen, die sonst wohl abgelehnt worden wären, kämen sie aus Berlin, Paris oder London. Mit seiner Mischung aus Beharrlichkeit und Charme ist Luxemburg jedenfalls bislang gut gefahren - ist es derzeit doch eines doch das wohlhabendste Land in der EU.
| Kurzinfo: Internationaler Karlpreis | ||
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Seit 1950 wird der "Internationale Karlspreis zu Aachen" alljährlich am Himmelfahrtstag für die beste Leistung im Dienst der Verständigung und der internationalen Zusammenarbeit in Europa verliehen. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Medaille, die an einem Band in den Aachener Stadtfarben schwarz-gelb getragen wird. Zudem ist er mit 5.000 Euro dotiert. Nach dem Willen der Stifter kann der Preis nur in Aachen überreicht werden. Der erstmals an den Papst verliehene außerordentliche Karlspreis soll eine Ausnahme bleiben.
Benannt ist die Auszeichnung nach Kaiser Karl dem Großen (768-814), der vielen als Vorbild der europäischen Einigung und Begründer der kulturellen Blüte des "alten" Europa gilt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Konrad Adenauer, Winston Churchill, Robert Schuman, König Juan Carlos I. von Spanien und Bill Clinton. 1986 wurde mit dem luxemburgischen Volk ein eher ungewöhnlicher Preisträger auserkoren, ebenso 2002 mit dem Euro. | ||
Weitere Informationen:
Erstveröffentlichung am 14.12.2005 |
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