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George Harrison ist tot


Er starb an Krebs. Alle Beatles-Fans trauern. Auch viele Prominente in Hessen sind tief betroffen. Freunde und Verehrer aus aller Welt bezeichneten ihn als als einen der größten Musiker der Welt. Ebenso würdigten sie ihn als besonders liebenswerten und freundlichen Menschen. In Liverpool wehten die Flaggen auf Halbmast. Es wurden Kondolenzbücher ausgelegt.

Der Ex-Beatle, Gitarrist, Sänger und Songwriter starb gestern abend im Haus eines Freundes in Los Angeles. In den vergangenen vier Jahren war der frühere Kettenraucher an Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs und an einem Gehirntumor erkrankt. Noch im letzten Monat hatte es so ausgesehen, als sei er auf dem Wege der Besserung. Anfang November unterzog er sich wegen seines Tumors einer umstrittenen Strahlentherapie in New York. Als diese nicht half, wechselte er in eine Klinik nach Los Angeles, um sich dort einer neuen Chemotherapie zu unterziehen.

Trauer bei musikalischen Weggefährten

George Harrison bei einem Konzert 1987
George Harrison bei einem Konzert 1987
© Steve Mathieson gemäß cc-by-sa
Seine musikalischen Weggefährten waren tief getroffen vom Tod des 58jährigen. Paul McCartney - der zusammen mit Ringo Starr der einzige noch lebende Beatle ist - zeigte sich "erschüttert und tief traurig". "Er ist für mich so etwas wie mein jüngerer Bruder gewesen". Yoko Ono - Witwe des 1980 ermordeten John Lennon - sagte: "Danke George, es war großartig dich zu kennen."

Der frühere Beatles-Produzent George Martin meinte: "Wie er glaube auch ich jetzt, dass er in eine höhere Dimension eingegangen ist. Gott schenke ihm Frieden." Bob Geldof zeigte sich "schockiert". Harrison sei ein "zögerlicher Beatle", dem sein weltweiter Ruhm immer ein wenig unangenehm gewesen sei, so Geldof. Sein Platz in der Musikgeschichte sei für alle Zeit sicher.

Trauer auch in Deutschland

Auch die deutschen Fans reagierten bestürzt auf den Tod Harrisons. Im Beatles-Museum in Halle riefen zahlreiche Fans an und brachten ihre Betroffenheit zum Ausdruck. Museumsleiter Rainer Moers sagte, dass der Tod des früheren "Fab Four"-Mitglieds "einen Lebensabschnitt markiert und traurig macht".

Frank Laufenberg - Moderator und Autor eines Popmusik-Lexikons - beschrieb Harrison als einen der wichtigsten Songschreiber der Popgeschichte. Für die Beatles sei er wie Lennon oder McCartney. Er habe immer die Umwelt beobachtet und aktuelle Entwicklungen aufgenommen.

Der Gitarrist der Beatles Revival Band, Claus Fischer, nannte den den Tod seines Vorbildes tragisch. Die Band, die dieses Jahr ihr 25jähriges Bestehen feiert, will am Montag eine Tribute-CD zum Gedenken an Harrison aufnehmen.

Galt als "stiller Beatle"

Harrison wurde am 25. Februar 1943 in Liverpool geboren. 1958 wurde er - zunächst als Ersatzmann - in die von Lennon gegründete Band "The Quarrymen" aufgenommen. Nach verschiedenen personellen Wechseln traten McCartney, Lennon und Harrison 1960 erstmals als "The Beatles" auf. Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Ringo Starr wurden die Beatles zur berühmtesten und erfolgreichsten Popband der sechziger Jahre - und sind bis heute eine der erfolgreichsten. Innerhalb der Band galt Harrison als der "stille Beatle" und hatte neben dem Komponistenduo Lennon/McCartney lange eine eher untergeordnete Rolle. Doch stammen immerhin 22 Titel aus seiner Feder, darunter Hits wie der Politrocksong "Taxman" oder "Here Comes The Sun".

Mit dem Ende der Beatles im Jahre 1970 startete Harrison eine erfolgreiche Solokarriere. Nach der Ermordung Lennons zog sich der frühere Beatles-Gitarrist zunehmend auf sein hoch gesichertes Schloss westlich von London zurück. Vollends zum Einsiedler wurde Harrison jedoch nach einem misslungenen Mordanschlag vor zwei Jahren. Seitdem trat er grundsätzlich nicht mehr in der Öffentlichkeit auf.

Weitere Informationen:

 Erstveröffentlichung am 30.11.2001


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