Er starb an Krebs. Alle Beatles-Fans trauern. Auch viele Prominente in Hessen sind tief
betroffen. Freunde und Verehrer aus aller Welt bezeichneten ihn
als als einen der größten Musiker der Welt. Ebenso würdigten
sie ihn als besonders liebenswerten und freundlichen Menschen. In
Liverpool wehten die Flaggen auf Halbmast. Es wurden
Kondolenzbücher ausgelegt.
Der Ex-Beatle, Gitarrist, Sänger und
Songwriter starb gestern abend im Haus eines Freundes in Los
Angeles. In den vergangenen vier Jahren war der frühere
Kettenraucher an Kehlkopfkrebs, Lungenkrebs und an einem Gehirntumor erkrankt.
Noch im letzten Monat hatte es so
ausgesehen, als sei er auf dem Wege der Besserung. Anfang November
unterzog er sich wegen seines Tumors einer umstrittenen
Strahlentherapie in New York. Als diese nicht half, wechselte er in
eine Klinik nach Los Angeles, um sich dort einer neuen Chemotherapie
zu unterziehen.
Trauer bei musikalischen Weggefährten
Seine musikalischen Weggefährten waren
tief getroffen vom Tod des 58jährigen. Paul McCartney - der zusammen
mit Ringo Starr der einzige noch lebende Beatle ist - zeigte sich
"erschüttert und tief traurig". "Er ist für mich so etwas wie
mein jüngerer Bruder gewesen". Yoko Ono - Witwe des 1980 ermordeten
John Lennon - sagte: "Danke George, es war großartig dich zu
kennen."
Der frühere Beatles-Produzent
George Martin meinte: "Wie er glaube auch ich jetzt, dass er in eine
höhere Dimension eingegangen ist. Gott schenke ihm Frieden." Bob
Geldof zeigte sich "schockiert". Harrison sei ein "zögerlicher Beatle", dem
sein weltweiter Ruhm immer ein wenig unangenehm gewesen sei, so
Geldof. Sein Platz in der Musikgeschichte sei für alle Zeit
sicher.
Trauer auch in Deutschland
Auch die deutschen Fans reagierten bestürzt
auf den Tod Harrisons. Im Beatles-Museum in Halle riefen zahlreiche
Fans an und brachten ihre Betroffenheit zum Ausdruck.
Museumsleiter Rainer Moers sagte, dass der Tod des früheren
"Fab Four"-Mitglieds "einen Lebensabschnitt markiert und traurig
macht".
Frank Laufenberg - Moderator und Autor eines Popmusik-Lexikons - beschrieb Harrison
als einen der wichtigsten Songschreiber der Popgeschichte. Für die Beatles sei er wie Lennon
oder McCartney. Er habe immer die Umwelt beobachtet und aktuelle
Entwicklungen aufgenommen.
Der Gitarrist der Beatles Revival Band, Claus
Fischer, nannte den den Tod seines Vorbildes tragisch. Die
Band, die dieses Jahr ihr 25jähriges Bestehen feiert, will am Montag
eine Tribute-CD zum Gedenken an Harrison aufnehmen.
Galt als "stiller Beatle"
Harrison wurde am 25. Februar 1943 in
Liverpool geboren. 1958 wurde er - zunächst als Ersatzmann - in
die von Lennon gegründete Band "The Quarrymen"
aufgenommen. Nach verschiedenen personellen Wechseln traten
McCartney, Lennon und Harrison 1960 erstmals als "The Beatles" auf.
Gemeinsam mit dem Schlagzeuger Ringo Starr wurden die Beatles zur
berühmtesten und erfolgreichsten Popband der sechziger Jahre - und
sind bis heute eine der erfolgreichsten. Innerhalb der Band galt Harrison als der
"stille Beatle" und hatte neben dem Komponistenduo Lennon/McCartney
lange eine eher untergeordnete Rolle. Doch stammen immerhin 22 Titel
aus seiner Feder, darunter Hits wie der Politrocksong "Taxman" oder
"Here Comes The Sun".
Mit dem Ende der Beatles im Jahre 1970 startete Harrison eine erfolgreiche Solokarriere. Nach der Ermordung
Lennons zog sich der frühere Beatles-Gitarrist zunehmend auf sein
hoch gesichertes Schloss westlich von London zurück. Vollends zum
Einsiedler wurde Harrison jedoch nach einem misslungenen
Mordanschlag vor zwei Jahren. Seitdem trat er grundsätzlich nicht
mehr in der Öffentlichkeit auf.
Weitere Informationen:
Erstveröffentlichung am 30.11.2001 |
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