Historischer Überblick Hamburg

810
Die Hammaburg wird errichtet. Sie dient als Fluchtburg und wurde von Kaiser Karl dem Großen geplant. Den Namen bekommt die Festung, weil sie von vielen Hammen (Wälder) umgeben war.

848
Bremen und Hamburg werden auf der Synode von Mainz zum Erzbistum Bremen-Hamburg zusammengelegt - Hauptsitz ist Bremen.

1066
Im Herbst des Jahres beginnt ein Aufstand der Slawen. Sie zerstören Siedlungen in Holstein, Schleswig und machen auch vor Hamburg nicht halt. Anlass: enorm hohe Abgaben an Bistümer und Klöster.

7. Mai 1189
Kaiser Friedrich I. Barbarossa überreicht Hamburg einen Freibrief, der als Geburtsurkunde Hamburgs gilt. Er beinhaltet folgende Punkte:

  • Zwischen Niederelbe und Nordsee müssen keine Zölle mehr erhoben werden.
  • Die Hamburger müssen nur noch ihre eigene Stadt verteidigen und bleiben von der Heerespflicht befreit.
  • Im Umkreis von 15 Kilometern rund um den Stadtkern dürfen keine Burgen errichtet werden.
  • Die Hamburger bekommen eine eigene Marktpolizei. Zudem erhalten sie das Recht, Fische zu fangen, Bäume zu rohden und ihr Vieh weiden zu lassen, ohne dafür Abgaben zahlen zu müssen.
1241
Hamburg und Lübeck schließen ein Bündnis zur Sicherung der Verkehrswege. Hamburg wird ein Mitglied der Hanse und Warenumschlagplatz zwischen der Nordsee und Lübeck.

Juni 1350
Die Pest geht in Hamburg um. In wenigen Monaten fallen ihr rund 6.000 Menschen - die Hälfte der Einwohner - zum Opfer.

21. Oktober 1401
Der Freibeuter Klaus Störtebeker wird mit 71 Kumpanen in Hamburg hingerichtet. Die Seeräuber hatten immer wieder die Nordsee unsicher gemacht und hamburgische Handelsschiffe gekapert.

10. August 1410
Hamburg erhält seine erste Verfassung. Darin steht unter anderem:

  • Kein Bürger darf ohne Verhandlung verhaftet werden.
  • Der Rat darf keine Kriegserklärung ohne Zustimmung der Bürger aussprechen.
  • Niemand darf vom Rat freies Geleit zugesichert bekommen, wenn er Schulden bei Hamburger Bürgern hat.
1510
Der deutsche Reichstag erklärt Hamburg zur freien Reichsstadt.

12. Februar 1529
Hamburg wird protestantisch. Gemäß der am 15. Mai 1529 verabschiedeten Kirchenordnung werden alle Pfarrer nun von den Gemeinden selbst gewählt. Die Gottesdienste werden in Niederdeutsch gehalten - Prunk und Marienanbetung werden abgeschafft.

31. Dezember 1619
Hamburg ist mit etwa 40.000 Einwohnern die größte Stadt Deutschlands. Allein 10.000 von ihnen sind Ausländer: Franzosen, Spanier, Portugiesen und nicht zuletzt Niederländer. Sie stellen den mit Abstand größten Anteil der ausländischen Bevölkerung. Viele von ihnen sind jedoch Zuwanderer - teils aus wirtschaftlichen und teils aus religiösen Gründen. Die meisten Zuwanderer gehören zur finanziellen und geistigen Elite Hamburgs, unter der das Handwerk und die Wirtschaft Hamburgs aufblühen. Während des Dreißigjährigen Krieges (1618 bis 1648) bleibt Hamburg zudem von Kampfhandlungen verschont.

27. Mai 1768
Hamburg wird von Dänemark als Kaiserliche Freie Reichsstadt anerkannt. Im Gegenzug erlässt die Hansestadt Dänemark eine Million Taler an Schulden.

19. November 1806
Französische Truppen besetzen die Hansestadt. Durch die Kontinentalsperre gegen Großbritannien wird den Hamburgern fortan jeglicher Handel mit dem Feind Napoleons verboten. Schmuggeln wurde mit dem Tode bestraft. Zudem forderte Napoleon einen Kriegstribut von Hamburg - Hamburger Männer wurden zum Kriegsdienst in der französischen Armee verpflichtet. 1810 wird Hamburg Teil des Französischen Kaiserreiches. Erst im April 1814 kapitulieren die Truppen Frankreichs - Hamburg wird wieder eine Freie Reichsstadt im Deutschen Bund.

5. bis 8. Mai 1842
In der Nacht zum Himmelfahrtstag bricht in Hamburg der "Große Brand" aus. Erst 83 Stunden später kann das Feuer wieder gelöscht werden. Die Folgen sind katastrophal: ein Viertel der Stadt liegt in Schutt und Asche. 41 Straßen, drei Kirchen und 1.749 Häuser sind verbrannt oder gesprengt. Insgesamt 20.000 Menschen werden obdachlos - 51 kommen ums Leben. Der gesamte Schaden wird auf etwa 90 Millionen Mark geschätzt.

15. Oktober 1888
Hamburg tritt nach einer siebenjährigen Übergangsfrist dem Reichszollgebiet bei. Im Gegenzug entsteht ab 1885 der Freihafen, dessen Kosten sich auf 106 Millionen Reichsmark belaufen. Das Deutsche Reich beteiligt sich mit etwa 40 Millionen Reichsmark.

August 1892
Zehn Wochen lang wütet eine Cholera-Epidemie in der Stadt, die wahrscheinlich von Hamburger Seeleuten eingeführt wurde. Grund für die schnelle Ausbreitung waren die miserablen hygienischen Zustände und das ungefilterte Trinkwasser aus der Elbe. Insgesamt 16.956 Menschen erkranken an der Epidemie - 8.605 Menschen sterben.

1914 bis 1918
Der Erste Weltkrieg geht nicht spurlos an der Hansestadt vorüber. Trotz anfangs guter Stimmung wurde die Versorgungslage mit Lebensmitteln immer schlechter. Trauriger Höhepunkt war der "Steckrübenwinter" 1917/18. In diesem Winter war die Steckrübe Hauptnahrungsmittel - sie steht seitdem als Symbol für Hunger und Elend. Am 11. November 1918 kapituliert das Deutsche Reich - allein 40.000 Hamburger Soldaten fielen während des Krieges. Auch in Hamburg kommt es zur Revolution gegen die Monarchie.

30. Januar 1933
Mit der "Machtergreifung" beginnt in Deutschland die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten. Unter deren Regime werden am 1. April 1938 durch das "Groß-Hamburg-Gesetz" die Städte Altona, Wandsbek und Harburg-Wilhelmsburg der Hansestadt angegliedert. Auch in Hamburg wurden während der NS-Diktatur Regimegegner und Juden verfolgt. Bis 1945 werden 1.417 sogenannter "Staatsfeinde" und etwa 10.000 Juden aus Hamburg deportiert und ermordet. Weitere 10.000 Juden können dem Terror durch Auswanderung entkommen. Von etwa 22.000 Juden Mitte der zwanziger Jahre leben bei Kriegsende nur noch etwa 700 in der Hansestadt.

1939 bis 1945
Während des Zweiten Weltkrieges wird Hamburg zunehmend ein bevorzugtes Ziel für alliierte Luftangriffe. Allein Ende Juli/Anfang August 1943 wird Hamburg durch britische und US-amerikanische Luftangriffe nahezu völlig zerstört. Etwa 48.600 Menschen kommen innerhalb einer Woche ums Leben - über 100.000 Menschen werden verletzt, fast 900.000 werden über Nacht obdachlos. Zudem werden der gesamte Hafen - und mit ihm 300 Schiffe - zerstört. Bis Kriegsende fliegen ca. 17.000 Kampfflugzeuge insgesamt 213 Luftangriffe, bei denen etwa 101.000 Sprengbomben und 1,6 Mio. Brandbomben auf die Stadt abgeworfen. Am 3. Mai 1945 rücken britische Truppen kampflos in Hamburg ein.

6. April 1952
Die Bürgerschaft beschließt die bis heute gültige Verfassung der Freien und Hansestadt Hamburg.

1957
Hamburg ruft die erste Städtepartnerschaft mit St. Petersburg/Russland ins Leben. Sie steht ganz im Zeichen der Annäherung zwischen Ost und West. Bis heute sind sieben weitere Partnerschaften hinzugekommen mit:

Daneben bestehen Hafenpartnerschaften mit:

16. Februar 1962
Am Abend dieses Tages kommt es in Hamburg zur bislang größten Flutkatastrophe in der Geschichte. Bei einem Rekordstand von vier Metern steht etwa ein Sechstel der Hansestadt unter Wasser. Trotz einer beispiellosen Rettungsaktion kommen 317 Hamburger ums Leben - etwa 20.000 Menschen werden über Nacht obdachlos.

13. Juni bis 7. Juli 1974
Das Volksparkstadion gehört zu den Austragungsorten der 10. Fußball-Weltmeisterschaft. Hier findet auch am 22. Juni 1974 das einzige Fußball-Länderspiel zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der DDR statt.

1981
Die leerstehenden Häuser der Hafenstraße 116-121 werden von Angehörigen der alternativen Szene besetzt. Der Konflikt über die Zukunft der Häuser endet erst zu Beginn der neunziger Jahre.

10. bis 25. Juni 1988
Das Hamburger Volksparkstadion gehört zu den Austragungsorten der 8. Fußball-Europameisterschaft in Deutschland.

7. Januar 1995
Hamburg wird Sitz des neuen katholischen Nordbistums. Es umfasst neben der Hansestadt auch Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern.

23. September 2001
Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft: erstmals seit 45 Jahren stellt die CDU in einer Koalition mit der FDP und der PRO mit Ole von Beust den Ersten Bürgermeister Hamburgs.

29. Februar 2004
Bei vorgezogenen Bürgerschaftswahlen erreicht die CDU erstmals die absolute Mehrheit. Die SPD hingegen erzielt das schlechteste Wahlergebnis nach dem Zweiten Weltkrieg.

9. Juni bis 9. Juli 2006
Die AOL-Arena gehört zu den zwölf Austragungsorten der 18. Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland.

24. Februar 2008
Bei den Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft verliert die CDU ihre absolute Regierungsmehrheit. Gemeinsam mit der Grün-Alternativen Liste (GAL) kommt es zur ersten schwarz-grünen Regierungskoalition auf Landesebene in der Geschichte Deutschlands. Diese zerbricht jedoch am 28. November 2010 durch den Ausstieg der GAL.

22. November 2010
Erstmals seit 400 Jahren beginnt in der Hansestadt wieder ein Prozess wegen Piraterie. Nach einem Überfall auf den deutschen Frachter "Taipan" am 5. April 2010 stehen zehn somalische Piraten vor Gericht. Ihnen drohen Haftstrafen bis zu zwölf Jahren.

15. Dezember 2010
Hamburg erhält für ein Jahr den Titel "Umwelthauptstadt Europas". Dieser wird von der Europäischen Kommission an die Stadt verliehen, der es in besonderem Maße gelungen ist, Umweltschutz und wirtschaftliches Wachstum zu einer hervorragenden Lebensqualität für die Einwohner zu verbinden.

Weitere Informationen zur Geschichte Hamburgs im World Wide Web bei Wikipedia.

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© Tobias Daniel