Tobias Daniel - Online-Redakteur

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Geschichte und Politik


Hier finden Sie Informationen rund um die Themen Politik und Geschichte. Es besteht kein Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit der Informationen.

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Fürstentum Waldeck
Fürstentum Schwarzburg-Rudolstadt
Fürstentum Reuß jüngere Linie
Fürstentum Reuß ältere Linie
Fürstentum Schaumburg-Lippe
Fürstentum Hessen-Kassel
Fürstentum Salm
Fürstentum Waldeck-Pyrmont
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Freie Stadt Mainz
Ernestinische Herzogtümer
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Republik Baden
Schaumburg-Lippe
Württemberg-Baden
Württemberg-Hohenzollern
Südbaden
Reichsland Elsaß-Lothringen
Deutschösterreich
Deutschordensland

Wichtige deutsche Parteien

Die Bundesrepublik Deutschland ist eine Parteiendemokratie. Die politischen Parteien bestimmen zu einem großen Teil die Politik in Deutschland. Ihre Gründung und ihr Aufbau ist mit einem Parteiengesetz geregelt. Im Deutschen Bundestag sind derzeit sieben Parteien vertreten:

CDU/CSU-Bundestagsfraktion SPD-Bundestagsfraktion
FDP-Bundestagsfraktion AfD-Bundestagsfraktion
Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen Linksfraktion im Deutschen Bundestag

Christlich-Demokratische Union (CDU)

Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU)Die Christlich-Demokratische Union Deutschlands (CDU) wurde 1945 als überkonfessionelle Nachfolgepartei verschiedener bürgerlicher und religiös motivierter Parteien wie der Zentrumspartei oder der DVP gegründet. Politisch steht sie der christlichen Soziallehre und dem Konservatismus nahe. Mit Ausnahme von Bayern ist die CDU im gesamten Bundesgebiet vertreten. Gemeinsam mit ihrer Schwesterpartei CSU bildet sie eine Fraktionsgemeinschaft im Deutschen Bundestag.

CDU-Landesverbände

Christlich-Soziale Union (CSU)

Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU)Im Vergleich zu ihrer Schwesterpartei CDU hat die Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) eine eher konservativere Ausrichtung. Die CSU sieht sich bedingt in der Tradition der Bayerischen Volkspartei (BVP). Im Unterschied zur BVP betont sie besonders ihren überkonfessionellen Charakter. Das Grundsatzprogramm der CSU basiert auf drei Grundwerte: eine konservative Grundhaltung, eine christliche Ausrichtung sowie eine Betonung des Föderalismus. Die CSU tritt nur im Freistaat Bayern zu den Wahlen an.

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)

Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD)Die Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) existiert mit ihren Vorläuferorganisationen bereits seit 1863 und gilt damit als älteste noch bestehende politische Partei in Deutschland. Sie sieht sich in der Tradition der Sozialdemokratie; seit ihrem Godesberger Programm von 1959 nicht mehr nur als Arbeiterpartei, sondern auch als Volkspartei, die für alle Bevölkerungsschichten wählbar sein will. Ihr Wahlspruch lautet "Freiheit, Gerechtigkeit und Solidarität". Die SPD ist als einzige Partei in allen sechzehn deutschen Landesparlamenten wie auch im Bundestag vertreten.

SPD-Landesverbände

Freie Demokratische Partei (FDP)

Freie Demokratische Partei (FDP) In ihrem Selbstverständnis sieht sich die Freie Demokratische Partei (FDP) in der Tradition des deutschen Liberalismus. Dieser hatte sich bereits 1861 in der Deutschen Fortschrittspartei (DFP) als erste politische Partei Deutschlands organisiert.

Die FDP wurde 1948 gegründet und steht in Wirtschafts- wie auch in Bürgerrechtsfragen für mehr Freiheiten und Verantwortung des Einzelnen sowie für eine stärkere Zurückhaltung des Staates. Über 42 Jahre war die FDP in wechselnden Koalitionen mit der CDU/CSU und der SPD am längsten in der Regierungsverantwortung der Bundesrepublik beteiligt.

Bei der Bundestagswahl 2013 scheiterte die FDP an der Fünf-Pozent-Hürde und war damit erstmals seit Gründung der Bundesrepublik im Jahre 1949 nicht mehr im Deutschen Bundestag vertreten. Bei der Bundestagswahl 2017 gelang den Liberalen mit einem Stimmenanteil von 10,7 Prozent der Wiedereinzug ins Parlament.

FDP-Landesverbände

Bündnis 90 / Die Grünen

Bündnis 90/Die GrünenIm Jahre 1980 entstanden aus Teilen der Neuen Sozialen Bewegungen die Grünen als bundesweite Partei. 1990 schlossen sie sich mit der damaligen DDR-Bürgerrechtsbewegung Bündnis 90 zur heutigen Partei Bündnis 90 / Die Grünen zusammen.

Die Leitgedanken grüner Politik sind die ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit. Ihr Programm leitet sich nicht ausdrücklich von einer politischen Ideologie ab, sondern aus den vier Grundwerten Ökologie, Selbstbestimmung, Gerechtigkeit und Demokratie ab.

Landesverbände von B'90/Grüne

Die Linke

LinksparteiDie Linkspartei entstand am 16. Juni 2007 durch der Fusion der eher ostdeutsch geprägten SED-Nachfolgepartei Linkspartei.PDS sowie der eher westdeutsch geprägten WASG. Die Linke will "soziale, demokratische und friedensstiftende Reformen zur Überwindung des Kapitalismus" hin zu einem demokratischen Sozialismus erreichen. Ihren Namen und Anspruch leitet sie aus einer linken politischen Ausrichtung ab. Unter Experten wird allerdings diskutiert, inwieweit die Linke als extremistisch eingestuft werden kann.

Landesverbände der Linken

Alternative für Deutschland (AfD)

Alternative für Deutschland (AfD)Im Februar 2013 wurde die eurokritische Alternative für Deutschland (AfD) gegründet, die in den verschiedenen Politikbereichen von konservativ bis wirtschaftsliberal eingeordnet wird. Bestimmte politische Forderungen und Äußerungen sowie bestimmte Mitglieder der AfD werden zudem von den Medien und politischen Beobachtern auch als rechtspopulistisch bewertet.

Sie ist in allen 16 Bundesländern vertreten und trat erstmals bei der Bundestagswahl 2013 sowie der Landtagswahl in Hessen 2013 an. Bei der Europawahl 2014 gewann die AfD aus dem Stand 7,1 Prozent der Stimmen und entsendet sieben Abgeordnete in das Europaparlament. Bei der Bundestagswahl 2017 gelang der AfD mit 12,6 Prozent der Stimmen erstmals der Einzug in den Deutschen Bundestag. Zudem ist die AfD in allen 16 deutschen Landtagen vertreten.

AfD-Landesverbände

Weitere deutsche Parteien

Partei Mensch Umwelt Tierschutz (Tierschutzpartei) Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP)
V-Partei³ Familien-Partei Deutschlands
Piratenpartei Deutschlands (PIRATEN) Deutsche Zentrumspartei
Freie Wähler Bayernpartei (BP)
Deutsche Kommunistische Partei (DKP) Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD)
Nationaldemokratische Partei Deutschlands (NPD) Die Republikaner (REP)
Die Rechte Pro-Bewegung

Geschichte der deutschen Parteien

Politische Parteien in Deutschland Geschichte der Parteien in Deutschland


Wichtige europäische Parteien

Europäische Volkspartei (EVP) Sozialdemokratische Partei Europas (SPE)
Allianz der Liberalen (ALDE) Europäische Demokratische Partei (PDE)
Europäische Linke (EL) Europäische Grüne Partei (EGP)

Europäische politische Parteien im Überblick


Wichtige internationale Parteien

Europa

Christdemokratische Volkspartei der Schweiz (CVP) Sozialdemokratische Partei der Schweiz (SP)
Schweizer Volkspartei (SVP) FDP.Die Liberalen
Sozialdemokratische Partei Österreichs (SPÖ) Österreichische Volkspartei (ÖVP)
Freiheitliche Partei Österreichs (FPÖ) Die Grünen - Die Grüne Alternative
Fortschrittliche Bürgerpartei in Liechtenstein (FBP) Vaterländische Union (VU)
Parti socialiste (PSI) Front National
Conservative Party Labour Party
Liberal Democrats Scottish National Party (SNP)
Fianna Fáil (FF) Fine Gael
Partito Democratico (PD) MoVimento 5 Stelle
Lega Nord (LN)
Partido Popular (PPP) Partido Socialista Obrero Español (PSOE)
Adalet ve Kalkinma Partisi (AKP) Cumhuriyet Halk Partisi (CHP)
Einiges Russland Kommunistische Partei Russlands (KPRF)

Amerika

Demokratische Partei Republikanische Partei
Konservative Partei Kanadas Liberale Partei Kanadas
Neue Demokratische Partei (NDP) Bloc Québécois
Partido Revolucionario Institucional (PRI) Kommunistische Partei Kubas (PCC)

Afrika

Afrikanischer Nationalkongress (ANC) Frente de Libertação de Moçambique (FRELIMO)

Asien

Likud Awoda
Indischer Nationalkongress (INC) Bharatiya Janata Party (BJP)
Kommunistische Partei Chinas (KPCh) Partei der Arbeit Koreas (PdAK)
Baath-Partei

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Deutsche Regierungen und Parlamente

Landesregierungen
Landesregierung von Baden-Württemberg
Staatsregierung von Bayern
Senat von Berlin
Brandenburgische Landesregierung
Senat der Freien Hansestadt Bremen
Senat der Freien und Hansestadt Hamburg
Hessische Landesregierung
Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern
Niedersächsische Landesregierung
Landesregierung von Nordrhein-Westfalen
Landesregierung von Rheinland-Pfalz
Saarländische Landesregierung
Sächsische Landesregierung
Landesregierung von Sachsen-Anhalt
Landesregierung von Schleswig-Holstein
Thüringische Landesregierung

Ministerpräsidenten der Länder
Präsidenten den Bundesrates

Landesparlamente
Landtag von Baden-Württemberg
Bayerischer Landtag
Abgeordnetenhaus von Berlin
Landtag Brandenburg
Bremische Bürgerschaft
Hamburgische Bürgerschaft
Hessischer Landtag
Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Niedersächsischer Landtag
Landtag Nordrhein-Westfalen
Landtag Rheinland-Pfalz
Landtag des Saarlandes
Sächsischer Landtag
Landtag Sachsen-Anhalt
Landtag Schleswig-Holstein
Thüringer Landtag

Sitzverteilung der Landesparlamente
Ergebnisse der Landtagswahlen

Historische Regierungen
Staatsoberhäupter des Deutschen Reiches
Reichskanzler von 1871 bis 1945
Reichsregierungen der Weimarer Republik
Reichsregierung des "Dritten Reiches"
Bundesregierungen der Bundesrepublik
Staatsrat der DDR
Ministerrat der DDR
Bundesrat des Deutschen Reiches
Historische Parlamente
Reichstage im Heiligen Römischen Reich
Reichstag im Norddeutschen Bund
Reichstag des Kaiserreiches
Reichstag der Weimarer Republik
Reichstag im Nationalsozialismus
Frankfurter Nationalversammlung
Weimarer Nationalversammlung
Volkskammer der DDR

Wahlen in Deutschland
Deutscher Bundestag
Abgeordnetenhaus Berlin
Bürgerschaft Bremen
Bürgerschaft Hamburg
Landtag Bayern
Landtag Brandenburg
Landtag Mecklenburg-Vorpommern
Landtag Niedersachsen
Landtag Nordrhein-Westfalen
Landtag Rheinland-Pfalz
Landtag Saarland
Landtag Sachsen
Landtag Sachsen-Anhalt
Landtag Schleswig-Holstein
Landtag Thüringen
Kommunalwahlen
Historische Wahlen
Deutscher Reichstag
Landtage Weimarer Republik
Provinziallandtage Preußen
Volkskammer der DDR

Internationale Wahlen
Wahlen zum Europaparlament
Bundespräsidentenwahlen in Österreich
Landtage Österreich
Bundesratswahlen in der Schweiz
Präsidentschaftswahlen der USA
Kongresswahlen in den USA
Unterhauswahlen in Kanada
Unterhauswahlen in Großbritannien
Präsidentschaftswahlen in Frankreich
Papstwahlen und Konklave

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Die Bundesversammlung

Die Bundesversammlung ist die größte parlamentarische Versammlung der Bundesrepublik Deutschland. Dem Verfassungsorgan gehören derzeit 1.240 Delegierte an: neben den Mitgliedern des Deutschen Bundestages sowie der gleichen Anzahl von Delegierten, die von den Landesparlamenten gewählt werden. Darunter zählen aber nicht nur Politiker, sondern auch prominente Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens. Ihre einzige Aufgabe ist die Wahl des Bundespräsidenten, die für gewöhnlich alle fünf Jahre stattfindet. Der Wahlvorgang selbst ist in Artikel 54 des Grundgesetzes sowie im Gesetz über die Wahl des Bundespräsidenten durch die Bundesversammlung geregelt. Einberufen wird die Bundesversammlung vom Bundestagspräsidenten, der gleichzeitig auch den Vorsitz inne hat. Zudem gilt in der Regel die Geschäftsordnung des Deutsches Bundestages. Seit der Wiedervereinigung im Jahre 1990 finden die Bundesversammlungen im Reichstagsgebäude in Berlin statt.

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Nationale Wahlen

Wahlen zum Reichspräsidenten Reichstagswahlen

Wahlen zum Bundespräsidenten Bundestagswahlen

Landtag Baden-Württemberg Landtag Bayern

Abgeordnetenhaus Berlin Landtag Brandenburg

Bürgerschaft Bremen Bürgerschaft Hamburg

Landtag Hessen Landtag Mecklenburg-Vorpommern

Landtag Niedersachsen Landtag Nordrhein-Westfalen

Landtag Rheinland-Pfalz Landtag Saarland

Landtag Sachsen Landtag Sachsen-Anhalt

Landtag Schleswig-Holstein Landtag Thüringen

Landtag Württemberg-Baden Stadtverordnetenversammlung Berlin

Kommunalwahlen in Deutschland Ergebnisse der Kommunalwahlen

Europawahlen in Deutschland Wahlen zum Europäischen Parlament

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Internationale Wahlen

Nationalratswahl Österreich Bundesratswahlen Schweiz

Unterhauswahlen Großbritannien Parlamentwahlen Schottland

Präsidentschaftswahlen Frankreich Parlamentswahlen Frankreich

Präsidentschaftswahlen Russland Parlamentswahlen Russland

Präsidentschaftswahlen USA Kongresswahlen USA

Oberhauswahlen Japan Unterhauswahlen Japan

Unterhauswahlen Kanada Präsidentschaftswahlen Taiwan

Papstwahlen und Konklave Weitere bedeutende Wahlen und Referenden

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Politische Systeme

Europa Afrika

Amerika Asien

Ozeanien Monarchien

Bundesländer Historische Staaten

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Historische Fakten und Ereignisse

Epochen der deutschen Geschichte Europäische und internationale Geschichte

Bedeutende Kriege Bedeutende Schlachten

Bedeutende Belagerungen Bedeutende Ereignisse

Ehemalige Staaten Kolonien und Überseegebiete

Historische Weltreiche Bedeutende Adelsgeschlechter

Bedeutende Streitkräfte Ehemalige Streitkräfte

Teilstreitkräfte und Großverbände Bedeutende Garden

Politische Ideologien Politische Systeme

Wichtige internationale Organisationen Ehemalige internationale Organisationen

Deutsche Außenpolitik Internationale Beziehungen

Staatsoberhäupter und Regierungschefs Regierungen der Welt



Historische Katastrophen und Unglücke

Schifffahrtsunglücke Luftfahrtunglücke

Katastrophen der Raumfahrt Chemiekatastrophen

Unfälle im Schienenverkehr Anschläge im Schienenverkehr

Brückeneinstürze Unfälle mit Stauanlagen

Unglücke im Bergbau Unfälle in kerntechnischen Anlagen

Historische Stromausfälle Massenpaniken bei Veranstaltungen

Sprengstoffanschläge Attentate der Geschichte

Historische Naturkatastrophen Erdbeben der Geschichte

Bedeutende Ölunfälle Unfälle auf Bohr- und Förderplattformen

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Zahlen und Fakten über die "RMS Titanic"

Konkurrenzkampf unter Reedereien und der Glaube an die Allmacht der Technik führten am 14. April 1912 zu einer der größten Katastrophen der Seefahrt - dem Untergang der "RMS Titanic". Die wichtigsten Zahlen und Fakten zu einer der größten Schifffahrtskatastrophen im Überblick:

Rekord: Bei ihrem Stapellauf am 31. Mai 1911 war die "Titanic" das größte Schiff der Welt: sie war 269 Meter lang, 28 Meter breit und 53 Metter hoch; die Maschinenleistung lag bei 51.000 PS. Der Bau des Schiffes kostete zehn Millionen US-Dollar. Dies entspricht heute einer Kaufkraft von rund 160 Millionen Euro. In ein Alarmsystem hatte die britische Reederei White Star Line nicht investiert, da die "Titanic" als unsinkbar galt.

Luxus: Besonders wichtig war den Erbauern des Schiffs die luxuriöse Ausstattung der Ersten Klasse. Für eine Suite zahlte man für die Fahrt von England nach New York 4.400 Dollar - dies entspricht heute rund 70.000 Euro.

Passagiere: Über die Zahl der Passagiere gab es unterschiedliche Angaben. Das britische Parlament ging 1912 von 2.224 Passagieren aus - darunter fast 900 Besatzungsmitglieder. Nach einem Bericht wurden lediglich 711 Menschen gerettet - 1.513 kamen ums Leben.

Rettungsbotte: Auf der "Titanic" gab es lediglich 20 Rettungsboote, die nur für 1.200 Personen Platz bot. Diese umfassten 14 reguläre Rettungsboote, zwei Notfall-Kutter, sowie vier Faltboote. Die Zahl der Boote richtete sich damals nicht nach der Zahl der Passagiere, sondern nach dem Schiffsgewicht. Demnach hätte die Reederei sogar noch mehr Rettungsboote einsparen dürfen.

Pannen: Die Matrosen des Luxusdampfers hatten keine Ferngläser - und entdeckten den Eisberg daher auch zu spät. Trotz Eis-Warnungen anderer Schiffe beorderte der Kapitän Edward John Smith keine zusätzliche Eis-Wache an den Bug des Schiffes. Zudem deuteten einige Offiziere bei der Evakuierung den Befehl "Frauen und Kinder zuerst" als "nur Frauen und Kinder". Daher waren einige Rettungsboote nur zur Hälfte besetzt. Außerdem konnten die unteren Decks ohne Alarmanlage nur schlecht informiert werden; dies erklärt auch die besonders hohe Zahl von Toten aus der Dritten Klasse.

Untergang: Am 14. April 1912 rammte die "Titanic" um 23.40 Uhr den Eisberg - gegen 2.20 Uhr am 15. April 1912 versank sie in den Fluten des Atlantik. Die Bordkapelle spielte auf Anweisung nur heitere Stücke - alle Musiker starben.

Mangelnde Hilfe: Die "SS Californian" war der Unfallstelle zwar am nächsten; da der Bordfunker aber dienstfrei hatte und schlief, erfuhr der Kapitän nichts von den Notrufen. Als erstes Schiff erreichte die "RMS Carpathia" gegen 4.00 Uhr morgens die Unglückstelle - als alle Menschen im kalten Wasser schon lange erforen waren.

Folgen: Nach dem Unglück wurden zahlreiche Maßnahmen getroffen, um die Sicherheit auf See zu verbessern. Diese umfassten die ausreichende Ausstattung mit Rettungsbooten, die Besetzung der Funkstationen rund um die Uhr, die Errichtung der Internationalen Eispatrouille sowie den Abschluss des ersten Internationalen Übereinkommens zum Schutze des menschlichen Lebens auf See.

Geschichte: Die Überreste der "Titanic" wurden erst am 1. September 1985 in einer Tiefe von 3.800 Metern von dem Ozeanografen Jeans-Louis Michel und dem Unterwasserarchäologen Robert Ballard entdeckt. Das Wrack liegt 13,5 Meilen (rund 22 Kilometer) von der Position entfernt, wo die "Titanic" ihren Notruf abgegeben hatte. Die letzte Überlebende des Schiffsunglücks Millvina Dean starb am 31. Mai 2009 im Alter von 97 Jahren in Ashurst - auf den Tag genau 98 Jahre nach dem Stapellauf der "Titanic". Sie war eines von zwei Babys an Bord.

Aufgrund der einzigartigen Umstände, die mit ihr und ihrem Untergang auf ihrer Jungfernfahrt verbunden sind, zählt die "Titanic" heute zu den bekanntesten Schiffen der Welt. Weltweit beschäftigen sich Literatur, bildende Kunst sowie Film und Fernsehen regelmäßig mit den Ereignissen und Umständen ihrer letzten Fahrt und des Untergangs. Ihr Name gilt außerdem als Synonym für schwerwiegende Unglücke und die Unkontrollierbarkeit der Natur durch technische Errungenschaften.

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Wissenwertes aus Politik und Geschichte

Von der Wehrpflichtarmee zur Berufsarmee
In Deutschland hat die Wehrpflicht eine rund 200-jährige Geschichte. Ihren Ursprung hat sie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon am Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie durch den Versailler Vertrag von 1919 abgeschafft; am 16. März 1935 wurde sie jedoch wieder von den Nationalsozialisten eingeführt. In der Bundesrepublik wurde die Wehrpflicht am 21. Juli 1956 eingeführt; in der DDR zogen am 1. April 1957 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen ein. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor sie hingegen immer mehr an Bedeutung - auch sicherheitspolitisch und militärisch war sie nicht mehr begründbar. Zum 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht daher ausgesetzt; allerdings bleibt sie im Grundgesetz verankert und kann per einfachem Gesetz wieder eingeführt werden, wenn es die Sicherheitslage erfordert. Auch der Zivildienst, welcher an die Wehrpflicht gekoppelt ist, fällt weg. Allerdings gibt es nun einen freiwilligen Wehrdienst, der bis zu 23 Monate dauert und bis zu 15.000 Männern und Frauen offen steht.

Auch in der NATO die Wehrpflicht ein Auslaufmodell. Nach der Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee existiert nur noch in vier der 28 Mitgliedstaaten - nämlich in Griechenland, Estland, Norwegen und der Türkei. Einige andere Staaten haben den Systemwechsel zur Berufsarmee längst vollzogen. Die USA haben bereits seit 1973 eine reine Berufsarmee mit rund 1,5 Millionen aktiven Soldaten. Problematisch ist jedoch der Umstand, dass viele junge Menschen zur Armee wollen, die wegen mangelnder Bildung oder eines schwierigen sozialen Umfeldes kaum Alternativen haben. Experten meinen daher, dass sich dies in einer gewissen "Verrohung" niederschlägt. Großbritannien schaffte die Wehrpflicht bereits 1963 ab und wurde damit zum Vorreiter bei der Professionalisierung der europäischen Streitkräfte. Derzeit gehören der britischen Armee etwa 196.000 Soldaten an.

In Frankreich beschloss die Nationalversammlung im Jahre 1997 die unbefristete Aussetzung des Militärdienstes. Begründet wurde dies mit dem Umstand, dass es die Wehrpflicht ungerecht, zu teuer und nicht mehr vereinbar mit den neuen strategischen Herausforderungen sei. Der Übergang der französischen Streitkräfte zu einer Berufsarmee gestaltete sich jedoch als relativ problemlos, da es genügend Bewerber für den Dienst an der Waffe gibt. In Italien beschloss die Regierung im Jahre 1999 die Aussetzung de Wehrpflicht, ließ sich mit der Umsetzung jedoch sechs Jahre Zeit. So wurde die Zahl der Berufssoldaten bis 2005 schrittweise erhöht und die Zahl der Wehrpflichtigen langsam auf Null reduziert. Seit 2000 sind auch Frauen für den Militärdienst zugelassen. Insgesamt gehören den italienischen Streitkräfte etwa 191.000 Soldaten an. In Spanien ist die Wehrpflicht seit 2001 abgeschafft: da das iberische Land allerdings eine der höchsten Verweigerer-Raten der Welt hat, fehlten den spanischen Streitkräfte anfangs die Soldaten. Heute gehören diesen über 127.000 Militärs an.

Der Bundesfreiwilligendienst
Mit der Aussetzung der Wehrpflicht soll der Bundesfreiwilligendienst dem ebenfalls ausgelaufenen Zivildienst zumindest in Teilen ersetzen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass er kein Pflichtdienst mehr ist, sondern vielmehr ein Angebot an alle - ob nun Männer und Frauen, Alte und Junge, Deutsche und Ausländer. Sie können für eine gewisse Zeit ihren Dienst in Krankenhäusern, Behindertenheimen oder im Bildungs-, Sport- und Kulturbereich leisten. Die Regeldauer beträgt ein Jahr, kann aber auch auf zwei Jahre verlängert oder auf ein halbes Jahr verkürzt werden. Für ihre Arbeit erhalten die "Bufdis" ein Taschengeld von bis zu 330 Euro; manche Träger stellen zudem auch Unterkunft und Verpflegung. Der Bundesfreiwilligendienst soll die bereits bestehenden Dienste des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) ergänzen. Gefördert wird der Dienst nicht vom Bund, sondern von den Ländern.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages dient als Hilfsorgan des Parlaments als Vertrauensperson außerhalb der Bundeswehr. So haben alle Bundeswehrangehörigen das Recht, sich direkt - ohne Zustimmung des Vorgesetzten - an ihn wenden und ihm Missstände mitteilen, ohne dafür benachteiligt zu werden. Der Wehrbeauftragte ist zudem beauftragt, dem Parlament über den inneren Zustand der Bundeswehr zu berichten. Außerdem soll er möglichen Grundrechtsverletzungen oder Verstößen gegen die Grundsätze der Inneren Führung nachgehen. Somit gilt das Amt zugleich als Frühwarnsystem des Parlaments und als Beschwerdestelle für Soldaten.

Das Amt des Wehrbeauftragten ist in der deutschen Verfassungs-, Rechts- und Militärgeschichte einmalig. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei die Wiederwahl zulässig ist. Anfangs wurde der Wehrbeauftragte in der Bundeswehr eher misstrauisch betrachtet, heute ist er jedoch unumstritten. Seit 2010 hat der FDP-Politiker Hellmut Königshaus das Amt des Wehrbeauftragten inne. Mit seinen Berichten brachte er bereits mehrere Affären ins Rollen: So griff er unter anderem den Umgang mit Kadetten auf dem Marineschulschiff "Gorch Fock" auf und brachte Klagen über Ausrüstungsmängel der Bundeswehr in Afghanistan an die Öffentlichkeit.

Der Große Zapfenstreich
Das höchste militärische Zeremoniell in Deutschland ist der Große Zapfenstreich der Bundeswehr. Seine Ursprünge reichen bereits bis ins 16. Jahrhundert zurück und sollte eigentlich die Nachtruhe der Soldaten markieren. Während der Befreiungskriege ab 1813 bekamm der Brauch zunächst in Preußen auch eine zeremonielle Bedeutung - in seiner heute noch geltenden Form mit Aufmarsch und Musik wurde er erstmals am 12. Mai 1838 in Berlin zu Ehren des russischen Zaren Nikolaus I. (1825-1855) aufgeführt.

Heute werden mit dem Zapfenstreich neben den Bundespräsidenten und den Bundeskanzlern auch die Bundesverteidigungsminister bei ihrer Verabschiedung geehrt. Auch bei Jubiläen und Gelöbnissen kann das Zeremoniell stattfinden. Dabei wählen die Geehrten Musikstücke aus, zu denen sie persönliche Beziehung haben oder die ihnen besonders geeignet erscheinen. Meist sind es drei Stücke - manchmal aber auch vier wie beim früheren Bundespräsidenten Christian Wulff und dem ehemaligen Bundesverteidigungsminister Peter Struck.

In der DDR wurde zwischen 1981 und 1989 zu besonderen Anlässen der Große Zapfenstreich der Nationalen Volksarmee (NVA) aufgeführt. Auch in Österreich wird ein Großer Zapfenstreich zu besonderen zivilen und militärischen Anlässen aufgeführt.

Atomwaffen
Auch wenn die Bundesrepublik kein Atomwaffenstaat ist, soll es Nuklearwaffen in Deutschland geben. Bis vor einigen Jahren waren in fünf Mitgliedstaaten der NATO - darunter auch in Deutschland - insgesamt rund 200 taktische US-Atomwaffen stationiert. Bestätigt wurde dies allerdings nie. Atomwaffengegner gehen jedoch davon aus, dass derzeit immer noch zehn bis 20 US-amerikanische Nuklear-Sprengköpfe auf dem rheinland-pfälzischen Fliegerhorst Büchel gelagert sind.

Die genaue Zahl der Atomsprengköpfe ist nicht bekannt. Schätzungen der Federation of American Scientists (FAS) zufolge gibt es derzeit noch 19.000 nukleare Sprengköpfe, von denen noch etwa 4.400 einsatzbereit. Die FAS und das Stockholmer Friedensforschungsinstitutes SIPRI gehen derzeit von folgenden Zahlen aus:

  • Russland - zwischen 10.000 und 11.000
  • USA - 8.000
  • Frankreich - 300
  • China - 240
  • Großbritannien - 225
  • Pakistan - zwischen 90 und 110
  • Indien - zwischen 80 und 100
  • Israel - 80
  • Nordkorea - weniger als 10

Bereits seit Jahrzehnten versucht die internationale Gemeinschaft allerdings, eine nukleare Aufrüstung zu verhindern. Als wichtigstes Abkommen gilt der Atomwaffensperrvertrag, der von rund 200 Staaten unterzeichnet wurde. Darin wird den fünf Atommächten verboten, Nuklearwaffen und die dazu notwendige Technologie an andere Länder weiterzugeben. Allen anderen Unterzeichnerstaaten - darunter auch Deutschland - ist es untersagt, Atomwaffen zu erwerben, zu entwickeln und zu besitzen. Neben den fünf offiziellen Atommächten China, Großbritannien, Frankreich, Russland und USA verfügen derzeit auch Israel, Pakistan, Indien und Nordkorea als faktische Atommächte. Auch der Iran wird verdächtigt, im Rahmen seines Atomprgrammes solche Waffen herzustellen.

Die Oder-Neiße-Linie
Seit 1945 bilden die Flüsse Oder und Neiße die gemeinsame Staatsgrenze von Deutschland und Polen. Am 2. August 1945 verständigten sich die alliierten Siegermächte im Rahmen des Potsdamer Abkommens auf den Grenzverlauf mit der damaligen Volksrepublik Polen. Dadurch wurde faktisch ein Viertel des deutschen Staatsgebietes in den Grenzen von 1937 unter polnische und sowjetische Verwaltung gestellt.

Die DDR erkannte bereits mit dem Görlitzer Abkommen vom 6. Juli 1950 die Oder-Neiße-Linie als deutsch-polnischen Grenzverlauf an. Die BR Deutschland erkannte die Oder-Neiße-Linie erst mit dem Warschauer Vertrag vom 7. Dezember 1970 an - allerdings vorbehaltlich einer Änderung im Rahmen einer Friedensregelung. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 wurde die Oder-Neiße-Grenze im Zwei-plus-Vier-Vertrag sowie im deutsch-polnischen Grenzvertrag vom 14. November 1990 endgültig als rechtmäßige Staatsgrenze zwischen Deutschland und Polen anerkannt. Zudem gab Deutschland alle Ansprüche auf die ehemaligen Ostgebiete endgültig auf.

Das Grenzdurchgangslager Friedland
Das Lager Friedland - auch als "Tor der Freiheit" bekannt - im niedersächsischen Friedland wurde am 20. September 1945 von der britischen Besatzungsmacht als Grenzdurchgangslager gegründet. In diesem Lager sollten Kriegsflüchtlinge, Vertriebene und entlassene Kriegsgefangene aufgenommen werden. Bis Ende 1945 hatte es bereits eine halbe Million Menschen aufgenommen. Zudem kamen zwischen 1945 und 1956 etwa 570.000 Kriegsgefangene über Friedland zurück nach Deutschland. Seit 1950 sind außerdem mehr als 1,7 Millionen Aussiedler und Spätaussiedler - darunter auch Übersiedler aus der früheren DDR - über das Lager im Landkreis Göttingen aufgenommen.

Daneben wurden auch immer wieder Flüchtlingsgruppen aus aller Welt aufgenommen - unter anderem 3.555 Flüchtlinge aus Ungarn nach dem Aufstand von 1956, etwa 1.000 Boatpeople aus Vietnam sowe 2.500 besonders schutzbedürftige Menschen aus dem Irak. Seit 2011 dient das Lager zusätzlich auch als Aufnahmeeinrichtung für Asylbewerber aus Ländern wie Afghanistan, Syrien und dem Irak. Sie beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und kann zwischen 650 und 700 Menschen aufnehmen. Allen Ankömmlingen wird ein kultureller und sprachlicher Erstorientierungskurs "Wegweise für Deutschland" angeboten.

Rettung über die Luftbrücke
Der Begriff Luftbrücke erinnert vor allem an die spektakuläre Versorgung West-Berlins während der sowjetischen Blockade 1948/49. Als die Sowjetunion während des Kalten Krieges die Wasser- und Landwege blockierte, transportierten Flugzeuge der US Air Force und der britischen Royal Air Force auf dem Luftweg die lebensnotwendigen Güter in die Stadt. Rund um die Uhr wurden an 462 Tagen auf mehr als 270.000 Flügen etwa 1,8 Millionen Tonnen befördert.

Auch in anderen Katastrophen-, Krisen- und Notfällen werden Luftbrücken eingesetzt, wenn Gebiete auf dem Landweg nicht oder nur schwer erreichbar waren. So war die Bundeswehr bei mehreren Hungerkatastrophen in Afrika an Luftbrücken zur Versorgung der Bevölkerung beteiligt. Auch während der langjährigen Belagerung von Sarajevo (1992-1996) Bedeutende Luftbrücken zur Evakuierung von Menschen waren unter anderem die "Operation Frequent Wind" am Ende des Vietnamkrieges (1964-1975) oder die Evakuierung von 8.000 Zivilisten aus der Elfenbeinküste im Jahr 2004.

Unerwünschte Personen
Eine "unerwünschte Person" ("Persona non grata") gelten Menschen, die in einem Land nicht willkommen sind. Der Begriff wird offiziell für Diplomaten verwendet, die einen Staat verlassen müssen oder nicht einreisen dürfen. Grundlage dafür ist das "Wiener Abkommen über diplomatische Beziehungen". So versuchen abgeschottete Diktaturen wie Nordkorea Zeugen ihrer Machtpolitik fernzuhalten, indem sie diese an den Grenzen zurückweisen.

So können sich Journalisten nicht frei bewegen oder werden gar nicht erst ins Land gelassen. Der Tourismus ist stark eingeschränkt und ganze Landesteile sind für Ausländer gesperrt. Zudem gibt es auch Einreiseverbote für Menschen, die zuvor einen "Feindstaat" besucht haben; so verweigern zahlreiche arabische Staaten die Einreise, wenn sich im Pass ein israelischer Stempel befindet.

Auch die internationale Gemeinschaft kann bisweilen Einreiseverbote einsetzen, um Druck auf Diktaturen auszuüben. Laut UN-Charta dürfen die Vereinten Nationen Sanktionen verhängen, wenn ein Staat etwa durch Bedrohungen oder Angriffshandlungen völkerrechtliche Pflichten verletzen. In solchen Fällen kann die UNO unter anderem auch Auslandsreisen für Machthaber verbieten. Auch die EU verhängt "restriktive Maßnahmen" wie Reiseverbote. Diese gelten unter anderem für Simbabwes Staatspräsidenten Robert Mugabe oder den weißrussischen Präsidenten Alexander Lukaschenko.

Entartete Kunst
Als "entartete Kunst" diffamierten die Nationalsozialisten in den 1930er- und 1940er-Jahren, die nicht dem Kunstverständnis des Nationalsozialismus entsprach. Dies galt vor allem für die Kunstrichtungen des Expressionismus, Surrealismus, Dadaismus, Kubismus oder des Impressionismus. Ursprünglich wurde der Begriff in der NS-Rassenlehre für erbkranke oder behinderte Menschen verwendet. Mit dessen Übertragung ins kulturelle Leben sollte der angeblich minderwertige Charakter der modernen "Verfallskunst" angeprangert werden. Im Jahre 1938 wurde ein Gesetz zur Enteignung von Museen erlassen, welche "entartete" Kunstwerke nicht entfernen wollten. Zudem wurden die Künstler mit Ausstellungs- und Malverboten belegt - viele kamen zudem ins Gefängnis oder Konzentrationslager.

Antisemitismus
Der Begriff Antisemitismus bezeichnet die generell feindselige Haltung gegenüber Juden und dem Judentum. Dabei werden mit der Bezeichnung Semiten die Juden systematisch einer Volksgruppe zugeordnet. Geprägt wurde der Begriff im 19. Jahrhundert: Er bezieht sich dabei sowohl auf die Anhänger der jüdischen Religion als auch auf ihre nicht mehr religiösen Nachkommen. Diese bilden eine vermeintlich minderwertige "jüdische Rasse". Zum Vorurteil gehören auch, dass Juden gemeinsame physische, soziale und kulturelle Merkmale besitzen. Das Phänomen des Antisemitismus reicht bereits Jahrtausende zurück: Immer wieder werden dabei die in vielen Ländern lebenden Juden als Minderheit zum "Sündenbock" für alle erdenklichen Übel erklärt und fallen Pogromen zum Opfer. Seinen Höhepunkt erreichte der Antisemitismus in Deutschland im Holocaust des Nazi-Regimes.

Holocaust-Gedenktag
Am Holocaust-Gedenktag wird weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am 27. Februar 1945 wurde Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau - das größte Vernichtungslager der Nazis - von der sowjetischen Armee befreit. Auschwitz steht heute symbolhaft für die Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime verfolgt und ermordet wurden. Mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Gedenkmärschen soll die Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror wachgehalten werden. In Deutschland hatte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als nationalen Gedenktag festgelegt. Die Generalversammlung der UNO erklärte ihn 2005 zum "Internationalen Holocaustgedenktag".

Yad Vashem
Auf Beschluss des israelischen Parlaments - der Knesset - wurde am 19. August 1953 die heute weltgrößte Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem ("Denkmal und Name") gegründet. Dort sind die Namen von etwa vier Millionen von den Nationalsozialisten ermordeten Juden dokumentiert. Allerdings würdigt sie auch etwa 22.000 Nichtjuden, die Juden vor dem Tod durch die Nazis gerettet haben. Als Hauptsäulen der Gedenkstätten gelten die Erinnerung an die Opfer, die Dokumentation von deren Schicksal, die Forschung sowie die Erziehung und Bildung. Die eigentliche Gedenkstätte besteht aus der Halle der Erinnerung mit der Gedenkflamme für die Opfer; ergänzt wird sie durch das historische Holocaust-Museum und ein Forschungszentrum. In Yad Vashem wird auch den 1,5 Millionen jüdischer Kinder erinnert, die während der Nazi-Diktatur ermordet wurden.

Die Wissenschaftler von Yad Vashem haben zudem das weltweit größte Archiv zum Thema Holocaust aufgebaut sowie eine Dokumentation aller von den Nationalsozialisten vernichteten jüdischen Gemeinden zusammengestellt. Heute zählen die Archive und Ausstellungen etwa 130 Millionen Dokumente über die Zeit vor und während des Holocaust. Zudem beherbergt Yad Vashem etwa 385.000 Fotos, 2,2 Millionen Seiten von Zeugenaussagen, 200.000 Stunden Audio- und Videoaussagen sowie 117.000 Buchtitel in 54 Sprachen. Im Jahre 2008 übergab die vom US-Regisseur Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation der Gedenkstätte die Aufnahmen von etwa 52.000 Zeitzeugen.

Woche der Brüderlichkeit
Die "Woche der Brüderlichkeit" soll den Dialog zwischen Christen und Juden fördern und wird seit 1952 jährlich im März vom Deutschen Koordinierungsrat der Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit (DKR) organisiert. Die Veranstaltungen in zahlreichen deutschen Städten sollen die Verständigung beider Konfessionen sowie den Kampf gegen Antisemitismus und Rechtsextremismus fördern. Dem DKR gehören derzeit in Deutschland zwei lokale und regionale Gesellschaften für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit mit derzeit etwa 20.000 Mitgliedern an. Sitz des Koordinierungsrates ist in Bad Nauheim.

Bei der zentralen Eröffnungsfeier wird seit 1968 alljährlich die Buber-Rosenzweig-Medaille verliehen. Mit dieser Auszeichnung werden Persönlichkeiten, Institutionen und Initiativen geehrt, die in besonderem Maße für die Verständigung zwischen Christen und Juden in Deutschland einsetzen. Namensgeber der Medaille sind die jüdischen Philosophen und Pädagogen Martin Buber (1878-1965) und Franz Rosenzweig (1886-1929), die als Wegbereiter der modernen Erwachsenenbildung und Theologie gelten.

Zentralrat der Juden in Deutschland
Der Zentralrat der Juden in Deutschland versteht sich als politische Vertretung und Dachorganisation der jüdischen Gemeinschaft in Deutschland. Sie wurde am 19. Juli 1950 in Frankfurt am Main gegründet und umfasst heute 23 Landesverbände mit insgesamt 107 jüdischen Gemeinden und rund 106.000 Mitgliedern. Oberstes Entscheidungsgremium ist die Ratsversammlung als Vertretung der Gemeinden. Im Direktorium sind die Landesverbände vertreten, aus deren Mitte wiederum die neun Mitglieder für das Präsidium des Zentralrates gewählt werden. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Mitglieder vor allem durch die Zuwanderung von Juden aus der ehemaligen Sowjetunion verdreifacht. Mit mehr als 11.000 Mitgliedern ist die Jüdische Gemeinde in Berlin die größte in Deutschland.

Von Dachau bis Auschwitz
Das ehemalige KZ Dachau liegt etwa 20 Kilometer nordwestlich von München. Es war das erste große und dauerhaft angelegte Konzentrationslager während der Diktatur des Nationalsozialismus. Bereits wenige Wochen nach der "Machtergreifung" Adolf Hitlers wurde das KZ am 22. März 1933 errichtet. Die ersten Gefangenen waren politische Gegner des NS-Regimes - später folgten Kriminelle, engagierte Christen, Sinti und Roma, Homosexuelle sowie vor allem Juden. Zwischen 1933 und 1945 waren im Dachauer KZ sowie seinen 140 Außenstellen mehr als 200.000 Menschen aus ganz Europa inhaftiert.

Als das Lager am 29. April 1945 von US-Truppen befreit wurde, waren noch mehr als 30.000 Häftlinge aus 31 Nationen in den Baracken eingepfercht. Nach der Befreiung des KZ Dachau inhaftierten die Alliierten bis 1948 im Internierungslager Dachau ehemalige Angehörige der SS und der Waffen-SS sowie frühere Funktionäre der NSDAP. Heute befindet sich auf dem Gelände die KZ-Gedenkstätte Dachau.

Das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau wurde 1941 im deutsch besetzten Polen errichtet und war das größte Vernichtungslager während der NS-Diktatur. Bis Anfang 1945 wurden über 1,1 Millionen Menschen im räumlich größten KZ des "Dritten Reichs". Die meisten Opfer waren Juden aus den besetzten Gebieten Europas. Zudem wurden rund 70.000 Polen, 21.000 Sinti und Roma sowie 15.000 sowjetische Kriegsgefngene und Menschen aus zahlreichen anderen Nationen ermordet oder starben an Hunger und Folter. Die Rote Armee befreite am 27. Januar 1945 rund 7.000 überlebende Gefangene.

In der Nachkriegsszeit wurde Auschwitz-Birkenau zum Symbol für den Holocaust. Heute ist das KZ-Gelände ein Teil des Staatlichen Museums Auschwitz-Birkenau; seit 2007 gehört es zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahr 2005 erklärten die Vereinten Nationen zudem den 27. Januar - der Tag der Befreiung - zum internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus.

Das Warschauer Ghetto
Das Warschauer Ghetto war das größte Sammellager seiner Art und wurde Mitte 1940 im Stadtzentrum von Warschau errichtet. Auf einer Fläche von drei Quadratkilometern waren zeitweise bis zu 460.000 Menschen eingesperrt. Es diente zudem hauptsächlich als für die Deportationen ins Vernichtungslager Treblinka. Hunger, Enge und unzureichende sanitäre Verhältnisse sorgten für unzumutbare Lebensbedingungen. Schätzungen zufolge starben etwa 100.000 Menschen an den Folgen des Hungers. Am 19. April 1943 begann mit dem Aufstand im Ghetto die größte jüdische Widerstandsaktion gegen den Holocaust.

Die Wannseekonferenz
Am 20. Januar 1942 kamen in einer Berliner Wannsee-Villa hochrangige Vertreter von nationalsozialistischen Reichsbehörden und Parteidienststellen zu einer Geheimbesprechung unter dem Vorsitz von SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich zur Wannseekonferenz zusammen. Deren Ziel: die Bürokratie in die geplante Massenvernichtung von elf Millionen Juden einzubinden und der SS eine führende Rolle zu sichern. Der Völkermord an den europäischen Juden begann bereits nach dem Überfall auf die Sowjetunion mit Massakern im Baltikum, in Weißrussland und der Ukraine. "Mit Genehmigung des Führers" sollte die sogenannte "Endlösung der Juden" systematisch vorangetrieben werden. Bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges 1945 fielen etwa sechs Millionen Juden dem Völkermord zum Opfer.

Anne Frank und ihr Tagebuch
Das Tagebuch der Anne Frank gehört zu den eindringlichsten Dokumenten jüdischer Schicksale im "Dritten Reich". Darin schildert die Tochter eines jüdischen Bankiers das Leben, die Ängste und Hoffnungen in einem Hinterhaus in Amsterdam, wo sich ihre Familie und einige Freunde von 1942 bis 1944 vor dem Terror der Nationalsozialisten versteckten. Heute gehört das Tagebuch in Form von Briefen an Annes fiktive Freundin Kitty zu den bekanntesten und weltweit am meisten gelesenen Bücher. Zudem wurde es in Sprachen verlegt, verfilmt und für die Bühne aufbereitet. Seit 2009 gehört das Tagebuch zum Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Anne Frank wurde am 12. Juni 1929 in Frankfurt am Main geboren. 1933 emigrierte ihre Familie in die Niederlande; 1942 musste sie wie tausende andere jüdische Menschen untertauchen, um der Deportation in die Konzentrationslager zu entgehen. Im August 1944 flog das Versteck der Familie Frank in einem Hinterhaus in der Amsterdamer Prinsengracht durch Verrat auf. Das Mädchen wurde zunächst ins KZ Auschwitz-Birkenau, dann ins Lager Bergen-Belsen deportiert. Dort starb sie schließlich im Frühjahr 1945 an Typhus. Ihr Vater Otto Heinrich Frank überlebte den Holocaust und veröffentlichte 1947 das Tagebuch seiner Tochter.

Attentat am 20. Juli 1944
Der 20. Juli 1944 gilt als Symbol des militärischen Widerstandes gegen Nationalsozialismus. An diesem Tag versuchte Claus Schenk Graf von Stauffenberg im Führerhauptquartier "Wolfsschanze" mit der Ermordung Adolf Hitlers einen Machtwechsel in Deutschland einzuleiten. Allerdings scheiterte der Plan - auch "Operation Walküre" genannt - Stauffenberg und rund 200 Mitverschwörer fielen der NS-Justiz zum Opfer. Heute würdigen die Bundesregierung und die Bundeswehr die Widerständler mit einer Feierstunde - seit 1999 auch mit einem Gelöbnis. Insgesamt sind mindestens 39 Attentate auf Hitler belegt.

Als Zentrum des Umsturzversuches gilt der Bendlerblock im Berliner Ortsteil Tiergarten. Benannt nach dem Kommunalpolitiker Johann Christoph Bendler (1789-1873) wurde er zunächst zwischen 1911 und 1914 als Reichsmarineamt genutzt. Während der Weimarer Republik war hier das Reichswehrministerium angesiedelt. Nach 1935 war er Sitz des Allgemeinen Heeresamtes der NS-Wehrmacht. Seit 1993 ist der Bendlerblock der zweite Dienstsitz des Bundesverteidigungsministeriums; zudem erinnert seit 1953 die Gedenkstätte Deutscher Widerstand an die Widerstandskämpfer des 20. Juli.

Euthanasie im Nationalsozialismus
Die "Aktion T4" bezeichnet die Euthanasieprogramme der Nationalsozialisten: hinter diesen verbarg sich der organisierte Massenmord an seelisch leidenden, körperlich oder geistig behinderten Menschen sowie chronisch Kranken. Nach offiziellen Statistiken starben in der ersten Phase zwischen 1939 und 1941 mindestens 70.000 Menschen. Nach zunehmendem Widerstand aus der Bevölkerung und den Kirchen sowie Protesten der Weltöffentlichkeit wurde die Aktion zwar gestoppt.

Doch gingen die Morde in den Gaskammern Osteuropas oder bei der sogenannten wilden Euthanasie in den Pflegeheimen weiter. Dort experimentierten Mediziner mit Medikamenten oder Elektroschocks. Bis 1945 fielen nach Expertenschätzungen zwischen 120.000 und 250.000 Menschen den Euthanasieprogrammen zum Opfer. Zahlreiche Euthanasie-Ärzte tauchten unter, manche nahmen sich auch das Leben. In den Euthanasie-Prozessen mussten sich letztlich 61 Verantwortliche juristisch verantworten.

Benes-Dekrete
Die Benes-Dekrete von 1945 schufen die Vorausstzung für die Ausweisung der Sudetendeutschen aus der ehemaligen Tschechoslowakei. Damit sollten sie für ihre angebliche Unterstützung der Nationalsozialisten bestraft werden. Die Dekrete sind nach dem damaligen tschechoslowakischen Präsidenten Edvard Benes benannt und zählen zu den umstrittensten europäischen Rechtsakten. Den Behörden und vielen Bürgern dienten sie zudem als Freibrief für einen Rachefeldzug. Bis heute belasten die Dekrete und ihre Folgen das deutsch-tschechische Verhältnis.

Élysée-Vertrag
Der Deutsch-Französische Freundschaftsvertrag - auch Élysée-Vertrag genannt - wurde am 22. Januar 1963 von Bundeskanzler Konrad Adenauer und dem französischen Staatspräsidenten Charles de Gaulle im Élysée-Palast von Paris unterzeichnet. Dieser sollte beide Staaten nach jahrhundertelanger "Erbfeindschaft" und verlustreichen Kriegen wieder zusammenführen. Demnach sind beide Regierungen zu Konsultationen in allen wichtigen Fragen der Außen-, Sicherheits-, Jugend- und Kulturpolitik verpflichtet. Zudem wurden regelmäßige Treffen auf Regierungsebene vereinbart.

Der Vertrag trat am 2. Juli 1963 in Kraft. Drei Tage später - am 5. Juli 1963 - wurde zudem das Gründungsabkommen für das Deutsch-Französische Jugendwerk unterzeichnet. In der Folgezeit entstanden zahlreiche Städtepartnerschaften sowie Partnerschaften zwischen Schulen und Vereinen. Im Jahre 1988 setzten Bundeskanzler Helmut Kohl und der französische Staatspräsident François Mitterrand einen Deutsch-Französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrat sowie einen Rat zur Wirtschafts-, Finanz- und Währungspolitik ein.

Für eine kurzzeitige Verstimmung sorgte jedoch eine Präambel, die dem Vertrag von deutscher Seite vor der Ratifizierung hinzugefügt wurde. Darin erklärte die deutsche Seite ihren Willen zur Aufnahme Großbritanniens in die EWG und ihre enge Anbindung an die Vereinigten Staaten von Amerika. Die französische Regierung wollte mit dem Vertrag die Position Europas gegenüber den USA stärken.

Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS)
Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) wurde am 18. April 1951 von Deutschland, Italien, Frankreich und den BENELUX-Staaten gegründet und gilt als erster Schritt zur heutigen Europäischen Union (EU). Umgangssprachlich wurde die EGKS auch Montanunion genannt - abgeleitet vom lateinischen Begriff "Mons" ("der Berg"). Die EGKS ging auf den sogenannten "Schumann-Plan" vom 9. Mai 1950 des französischen Außenministers Robert Schumann zurück. Er beabsichtigte, die Kohl- und Stahlindustrie Deutschlands und Frankreichs künftig gemeinsam zu verwalten, denn beide Bereiche waren traditionell die Stützen einzelstatlicher Rüstung. Durch die gemeinsame Branche konnte künftig kein Land mehr unbemerkt aufrüsten.

Im Jahre 1957 gründeten die Mitgliedstaaten die Europäische Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und die Europäische Atomgemeinschaften (EURATOM) und weiteten die Zusammenarbeit damit auf die gesamte Wirtschaft aus. Aus der EWG entwickelte sich später die Europäische Gemeinschaft (EG) und schließlich die EU. Schon 1967 verlor die EGKS an Bedeutung, nachdem ihre Führungsgremien mit denen der EWG und der EURATOM zusammengelegt wurde. Der EGKS-Vertrag war auf 50 Jahre ausgelegt und lief am 23. Juli 2002 aus - er wurde nicht verlängert.

Nordkorea und die Kim-Dynastie
Die Demokratische Volksrepublik Korea - kurz Nordkorea - gilt seit dem Zusammenbruch des Ostblocks als einer der wenigen verbliebenen stalinistischen Diktaturen. Mit mehr als 1,2 Millionen Soldaten unterhält das abgeschottete Land eine der größten Streitkräfte Asiens. Mit knapp 25 Millionen Einwohnern und einer Fläche von etwa 120.000 km² ist Nordkorea etwa so groß wie die frühere DDR. Zudem zählt es zu den Ländern mit den schwersten Menschenrechtsverletzungen: die Zahl der politischen Gefangenen wird auf etwa 200.000 geschätzt.

Das an Bodenschätzen reiche Land ist von Misswirtschaft nahezu ruiniert. So ging die Industrieproduktion seit 1990 um mehr als zwei Drittel zurück. Unwetter, Missernten und Zwangswirtschaft lösten zudem im Jahre 1997 eine Hungerkatastrophe aus, die zu einem Massensterben führte. Nach UN-Angaben sind gegenwärtig sechs Millionen Nordkoreaner von Hunger bedroht. Dennoch haben die Ausgaben für die Volksarmee Vorrang. Internationale Besorgnis löste zudem das nordkoreanische Atomprogramm aus, das als Bedrohung für die Region gilt.

Darüber hinaus verbindet Nordkorea und die USA eine jahrzehntelange erbitterte Feindschaft, die 1950 im Korea-Krieg mündete. Bis 1953 starben bis zu 3,5 Millionen Menschen. Nordkorea sieht sich trotz eines Waffenstillstandsabkommens weiterhin im Kriegszustand mit den USA und dem kapitalistischen Süden. Entlang der 200 Kilometer langen Seegrenze - die von Nordkorea nicht anerkannt wird - kam es zudem in der Folgezeit mehrfach zu militärischen Auseinandersetzungen zwischen nord- und südkoreanischen Streitkräften mit Dutzenden Toten. Noch heute sind etwa 30.000 US-Soldaten in Südkorea stationiert.

An der Spitze der von einem Geflecht aus Arbeiterpartei und Militär beherrschten Diktatur herrscht seit mittlerweile über 60 Jahren die Kim-Dynastie. Der zum "Großen Führer" aufgestiegene Bauernsohn Kim Il-Sung wurde 1948 mit der Gründung Nordkoreas der unumstrittene Machthaber des Landes. Bis zu seinem Tode am 8. Juli 1994 herrschte er mit eiserner Hand über das abgeschottete Land. Bis heute genießt der "Ewige Präsident" eine gottgleiche Verehrung.

Sein Sohn Kim Jong-Il führte als "Geliebter Führer" den despotischen Kurs seines Vaters fort. In seine Herrschaftszeit fällt der Zusammenbruch der Wirtschaft mit daraus resultierenden Hungersnöten. Im Westen wurde jedoch als Lebemann geschildert, der mindestens vier Kinder von verschiedenen Frauen haben soll. Nach dessen Tod am 17. Dezember 2011 trat der jüngste seiner drei Söhne Kim Jong-Un dessen Nachfolge an. Über das Leben des "Obersten Führers" ist bislang aber nur wenig bekannt. Er soll eine Schule in der Schweiz besucht haben und auch Deutsch sprechen können.

Unabhängigkeitsbestrebungen in Europa
In den vergangenen Jahren gab es in verschiedenen Regionen Europas Bestrebungen für eine Loslösung von der jeweiligen Zentralregierung. Ein Überblick:

Aber auch in anderen Ländern streben Regionen nach Unabhängigkeit - darunter Grönland von Dänemark oder die Republika Srpska von Bosnien-Herzegowina. Andere Gebiete haben bereits ihre Sezession vollzogen, sind allerdings international nur teilweise oder gar nicht als souveräne Staaten anerkannt - darunter die Türkische Republik Nordzypern (TRNZ), das Kosovo, Abchasien, Südossetien oder Transnistrien.

Der Konflikt um das Kosovo
Der Name des Landes Kosovo leitet sich vom serbischen Wort "Kosovo Polje" ab und bedeutet "Amselfeld". Während sich die albanische Bevölkerungsmehrheit als "Urbevölkerung" mit den ältesten Rechten versteht, beanspruchen die Serben die Region als Wiege ihrer Nation. Am 15. Juni 1389 unterlagen die Serben in der Schlacht auf dem Amselfeld den Osmanen. Serbien wurde daraufhin bis 1912 ein Teil des Osmanischen Reiches.

Nach dessen Zerfall wurde der Kosovo jedoch kein Bestandteil des neuen albanischen Staates, sondern wurde dem Königreich Serbien angegliedert, das 1918 in Jugoslawien aufging. Mit dem Zerfall des jugoslawischen Vielvölkerstaates nahmen die gewaltsamen Spannungen zwischen Albanern und Serben zu. Im Jare 1999 mündeten diese in den Kosovokrieg, der mit dem militärischen Sieg der NATO endete. Das Kosovo kam daraufhin unter UN-Verwaltung unter der Kontrolle der KFOR-Truppen.

Der Sprachenstreit in Transnistrien
Die Republik Transnistrien ist ein schmaler Landstreifen östlich des Dnjepr. Völkerrechtlich gehört Transnistrien zwar zu Moldawien - seit 1992 ist es faktisch ein eigenständiger Staat, der international jedoch nicht anerkannt wird. Hintergrund des Konfliktes ist unter anderem auch ein Sprachenstreit: demnach sind die rund 660.000 Einwohner in der Mehrzahl Russen und Weißrussen, die überwiegend Russisch sprechen. Nur rund ein Drittel sind Moldawier, die Moldawisch sprechen, dass mit der rumänischen Sprache verwandt ist.

Mit einer Fläche von rund 3.500 m² ist Transnistrien nur wenig größer als das Saarland. Auch wenn Transnistrien international nicht anerkannt ist, hat die Region einen eigenen Präsidenten, eine eigene Polizei sowie eine eigene Bank und mit dem Transnistrischen Rubel eine eigene Währung. Hauptstadt des Landes ist Tiraspol. Trotz eines Referendums im Jahr 1997, welches der Transnistrien eine umfassende Autonomie zusichert, ist der Konflikt mit Moldawien bis dato ungelöst.

Der Konflikt um Nordirland
Der Nordirland-Konflikt - auf Englisch auch "The Troubles" und irisch "Na Trioblóidí" genannt - bezeichnet die bewaffneten Auseinandersetzungen in der britischen Provinz Nordirland zwischen 1969 und 1998. Bei diesem Konflikt handelt es sich vor allem um einen Machtkampf zwischen den beiden Bevölkerungsgruppen der englisch- und schottischstämmigen, unionistischen Protestanten sowie den überwiegend irisch-nationalistischen Katholiken. Bis heute sind die politischen und sozialen Einstellungen vieler Menschen durch den Konflikt geprägt.

Ihren Ursprung hat diese Auseinandersetzung in der Unabhängigkeit der Republik Irland von Großbritannien um 1920/21. Gegen Ende der 1960er-Jahre eskalierte jedoch die Gewalt zwischen beiden Seiten. Auch wenn die Zahl der Beteiligten eher klein war und die paramilitärischen Organisationen keineswegs die Bevölkerung vertraten, waren zahlreiche Menschen unmittelbar von diesem Konflikt betroffen. So starben fast 4.000 Menschen - zumeist Zivilisten - durch die Gewalt.

Erst das Karfreitagsabkommen vom 10. April 1998 beendete den militärischen Konflikt zwischen beiden Seiten. So verzichtete Irland auf eine Wiedervereinigung mit Nordirland, während die Präsenz britischer Truppen verringert wurde. Die paramilitärischen Truppen der Irish Republican Army (IRA), der Ulster Defence Association (UDA) und der Ulster Volunteer Force (UVF) erklärten sich außerdem dazu bereit, ihre Waffen abzugeben.

Dennoch schwelt der Konflikt weiter: während die mehrheitlich katholischen Nationalisten eine Loslösung von Großbritannien und eine Vereinigung mit der Republik Irland anstreben, wollen die mehrheitlich protestantischen Unionisten Teil des britischen Königreichs bleiben. Zudem hält das Karfreitagsabkommen die Möglichkeit einer Wiedervereinigung mit der Republik Irland ausdrücklich offen, wenn sich die Mehrheit der Nordiren dafür ausspricht. Das ist bislang noch nicht der Fall.

Arabischer Frühling
Der Begriff des "Arabischen Frühlings" entstand aus einer Serie von Massenunruhen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Ihren Ursprung haben die Proteste im Dezember 2010 in Tunesien, als sich die Nachricht von der Selbstverbrennung eines Arbeitslosen aus Verzweiflung über Armut und Perspektivlosigkeit verbreitete. Er wurde schließlich zu einer Symbolfigur für den Aufstand der Benachteiligten gegen eine korrupte politische Klasse.

Nach Ansicht von Experten entladen sich in den Revolutionen des arabischen Frühlings der Unmut die autoritären Regime und Sicherheitsapparate sowie der Hass auf die Korruption in Staat, Verwaltung und Wirtschaft. Eine weitere Ursache sind die steigenden Nahrungs- und Energiepreise sowie die hohe Arbeitslosigkeit - insbesondere der jüngeren Generation, die sich um ihre Chancen an der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Teilhabe betrogen sieht.

Die Folgen des arabischen Frühling lassen sich derzeit noch nicht absehen. Manche Experten sehen in der Bewegung einen Beweis, dass es keinen Kampf der Kulturen gebe und dass der Islam mit westlichen Werten vereinbar sei. Demnach sei die arabische Welt reif für für Demokratie und Freiheit. Andere Experten fürchten hingegen, dass die Umstürze dem Islamismus den Weg bereiten könnten.

Eingeleitet wurde der arabische Frühling mit der "Jasminrevolution" gegen den früheren Präsidenten Zine el-Abidine Ben Ali. Bei den ersten freien Wahlen des Landes im Oktober 2011 wurde die islamistische Ennhada die stärkste Kräft vor dem sozialliberalen "Kongress für die Republik" (CPR). Ein Jahr nach der Revolution ist die soziale Lage in Tunesien weiter angespannt. Vielen Tunesiern geht es wirtschaftlich schlechter, da die ausländischen Inevestitionen nach den Unruhen eingebrochen sind. Auch viele Touristen mieden bislang aus Angst das Land.

In Ägypten begann der Aufstand 2011 mit einem "Tag des Zorns". Die folgenden Massenproteste führten schließlich zum Sturz von Langzeit-Herrscher Husni Mubarak. Dieser muss sich nun vor Gericht für den Tod von 846 Demonstranten verantworten - der Staatsanwalt forderte unterdessen die Todesstrafe. Bei den Wahlen zur ägyptischen Volksversammlung gehen Experten von einem deutlichen Sieg islamistischer Parteien aus. Viele Ägypter sehen ihre Hoffnungen auf einen demokratischen Wandel enttäuscht und demonstrieren daher weiter. Der regierende Militärrat ging zudem gegen Demonstranten und ausländische Organisationen vor. Im Juli 2012 wurde schließlich Mohammed Mursi als neuer Präsident Ägyptens vereidigt. Am 3. Juli 2013 wurde er jedoch vom ägyptischen Militär in einem Staatsstreich abgesetzt.

Im Jemen richteten sich die Proteste gegen Präsident Ali Abdullah Salih. Seine Gegner machen ihn für den Tod von fast 1.500 Menschen seit Beginn der Proteste verantwortlich. Auf Vermittlung des Golf-Kooperationsrates (GCC) erklärte sich Salih zu einem Amtsverzicht bereit, nachdem ihm Straffreiheit zugesichert wurde. Zahlreiche Demonstranten fordern hingegen seine Verurteilung wegen der getöteten Regimegegner. Am 21. Februar 2012 wurde Abed Rabbo Mansur Hadi zum neuen jemenitischen Präsidenten gewählt.

Nach Zusammenstößen zwischen Aufständischen, Polizei und Anhängern von Machthaber Muammar al-Gaddafi kam es Anfang 2011 zu einem blutigen Bürgerkrieg in Libyen. Dank der internationalen Unterstützung wurde Gaddafi schließlich 20. Oktober 2011 von Rebellen getötet. Der Nationale Übergangsrat will nun den demokratischen Aufbau in Libyen voranbringen. Am 9. August 2012 übergab dieser die Macht an den neugewählten Nationalkongress Libyens.

In Jordanien richteten sich die Proteste vor allem gegen die Regierung von Samir ar-Rafai. Dieser wurde schließlich von König Abdullah II. entlassen. Die derzeitige jordanische Regierung will nun "wirkliche politische Reformen" durchführen, die unter anderem ein neues Wahlrecht beinhalten.

Auch in Marokko forderten tausende Demonstranten politische Reformen und mehr Demokratie. Zwar besitzt das Land ein freigewähltes Parlament und ein Mehrparteiensystem. Wichtige Entscheidungen trifft aber immer noch König Mohammed VI. Auch bei den Protesten im Oman, den Demonstrationen in Bahrain, den Protesten in Kuwait sowie in Saudi-Arabien ging es vor allem um politische Reformen.

In Syrien hingegen geht das herrschende Regime um Baschar al-Assad gegen die seit März 2011 andauernden Demonstranten vor. Nach UN-Schätzungen sind bislang mehr als 5.000 Zivilisten während des Aufstandes getötet worden. Mehr als 70.000 wurden festgenommen - 15.000 sind ins Ausland geflohen. Die Arabische Liga als auch die EU und USA verhängten mittlerweile Sanktionen gegen Syrien.

Aber auch außerhalb der arabischen Welt blieben die Proteste nicht unbeachtet: So kam es 2011 in China und dem Iran kam es zeitweise zu Protesten. Selbst die Proteste in Spanien 2011 beriefen sich auf die Proteste in den arabischen Ländern. Aber auch die Flüchtlingszahlen stiegen während der Volksaufstände deutlich an: Nach Angaben des UN-Flüchtlingskommissariates UNHCR stellten allein im ersten Halbjahr 2011 mehr als 123.000 Menschen einen Asylantrag für einen der 27 EU-Staaten. Dies waren 13 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Einen besonders starken Anstieg gab es bei Flüchtlingen aus Tunesien, Libyen, Ägypten, Marokko und Syrien.

Die Europäer haben die Umbrüche mit viel Sympatghie und Solidarität verfolgt. Allerdings ist die Region auch ein Jahr nach Beginn des arabischen Frühlings noch weit von Normalität entfernt. Auch die europäischen Touristen sind bislang noch nicht zurückgekehrt. Ob die Taucherparadiese am Roten Meer, die Königsgräber oder die Weltwunder des Altertums - es gibt noch überall genügend Platz für Feriengäste. Die UN-Tourismusorganisation UNWTO verzeichnete im Jahr 2011 allein für Nordafrika ein Minus der Gästezahlen von zwölf Prozent. Zudem waren der Nahe Osten und Nordafrika weltweit die einzigen Regionen, in denen die Zahl der ausländischen Besucher sank.

Der Nahost-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern
Seit mehreren Jahrzehnten schwelt bereits der Konflikt zwischen den Israelis und Palästinensern um den schmalen Landstreifen zwischen dem Jordan und dem Mittelmeer. So kam es bereits zu mehreren Kriegen zwischen Israel und seinen arabischen Nachbarn, welche den Konflikt bis heute aber nicht lösen konnten. Als 1948 mit dem Staat Israel die "nationale Heimstätte" der Juden gegründet wurde, überschritten die Armeen von fünf arabischen Ländern die Grenzen, wurden aber zurückgeschlagen. Mindestens 730.000 Palästinenser flohen oder wurden vertrieben.

In Sechstagekrieg von 1967 eroberte die israelische Armee den Sinai, die strategisch wichtigen Golan-Höhen, das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Über eine Million Palästinenser gerieten unter israelische Besatzung - Hundertausende flohen. Heute leben rund fünf Millionen registrierte Flüchtlinge und ihre Nachkommen in den Palästinensergebieten sowie in den arabischen Nachbarländern.

Während des Jom-Kippur-Krieges konnte Israel jedoch nur mit schweren Verlusten die Angriffe Ägyptens und Syriens abwehren. Die folgenden Jahrzehnte standen vor allem unter dem Eindruck der internationalen Friedensbemühungen im Nahost-Konflikt. So unterzeichneten Israel und Ägypten am 26. März 1979 einen Friedensvertrag. Auch mit Jordanien schloss Israel am 26. Juli 1994 ein Friedensabkommen. Der Oslo-Friedensprozess brachte aber keinen dauerhaften Frieden in der Region.

Ein Haupthindernis für den Nahost-Friedensprozess ist der Bau der israelischen Siedlungen in den besetzten Palästinensergebieten. Nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft verstößt der Siedlungsbau gegen Artikel 49 der 4. Genfer Konvention. Demnach dürfen Besatzungsmächte "Teile ihrer eigenen Zivilbevölkerung nicht in besetzte Gebiete umsiedeln". Israel argumentiert hingegen, seien nicht im ursprünglichen Sinne besetztes Gebiet. Zudem sei Ost-Jerusalem ein Teil der "ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels". Zahlreiche Staaten erkennen die Annektierung jedoch nicht an.

Angaben des israelischen Zentralbüros für Statistik lebten im Jahre 2009 rund 296.700 Siedler im Westjordanland; hinzu kommen etwa 190.000 Israelis in Ost-Jerusalem. Die jüdischen Siedler leben inmitten von etwa 2,4 Millionen Palästinensern. Zwischen 1967 und Mitte 2011 wurden zudem 124 israelische Siedlungen im Westjordanland errichtet; zudem kommen etwa 100 illegale Siedlungen, die von der israelischen Regierung nicht genehmigt wurden. Die Friedensorganisation Peace Now kritisiert, dass immer mehr dieser illegalen "Vorposten" nachträglich von der Regierung legalisiert werden.

Die Siedlungen selbst sind für Palästinenser tabu - ebenso wie einige für die Siedler bestimmte Straßen. Im fruchtbaren Jordan-Tal sind zudem nach Angaben des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) in den Palästinensergebieten knapp 80 Prozent der Fläche für Palästinenser ebenso tabu. Auch vier von fünf Straßen dürfen sie dort nicht befahren. Laut OCHA seien etwa 200.000 Palästinenser aus 70 Orten aufgrund der israelischen Sperren etwa fünfmal so lange zur nächsten Stadt unterwegs wie ohne Blockaden. Allein im September 2011 gab es 522 Sperren und Kontrollposten der israelischen Streitkräfte im Westjordanland.

Der Zypern-Konflikt
Der Konflikt um Zypern reicht bereits ins 19. Jahrhundert zurück. Aufgrund seiner geografischen Lage war die Insel für alle Großmächte im Vorderen Orient von besonderem Interesse. Der Berliner Kongress von 1878 ermöglichte es Großbritannien, die Insel zu annektieren; im Jahre 1925 wurde Zypern zudem eine britische Kronkolonie. Bereits während der Kolonialzeit entwickelten sich zwei Unabhängigkeitsbewegungen: während sich die griechischen Zyprioten im Zuge der Enosis für einen Anschluss an Griechenland einsetzte, machte sich die türkische Minderheit für eine Unabhängigkeit Zypern stark. Mit dem Züricher und Londoner Abkommen vom 19. Februar 1959 einigten sich die Zyprioten sowie Großbritannien, Griechenland und die Türkei auf die Unabhängigkeit der britischen Kronkolonie. Am 16. August 1960 wurde die Republik Zypern unabhängig und trat am 20. September 1960 den Vereinten Nationen bei.

Am 15. Juli 1974 kam es jedoch zu Putschversuch von Offizieren der griechischen Militärjunta und der Zyprischen Nationalgarde mit dem Ziel eines Anschlusses Zyperns an Griechenland. In dessen Folge besetzten die türkische Streitkräfte als Garantiemacht der Zypern-Türken am 20. Juli 1974 den Nordteil der Insel. Am 15. November 1983 wurde schließlich Türkische Republik Nordzypern proklamiert, die jedoch von der internationalen Staatengemeinschaft - mit Ausnahme der Türkei - nicht anerkannt wurde. Die UN-Resolution 541 betrachtete die Unabhängigkeiterklärung zudem als rechtswidrig und forderte den Rückzug der türkischen Truppen.

Dennoch hat sich die Teilung der Insel bis heute verfestigt, beide Gebiete entwickelten sich zudem völlig unterschiedlich. Lange Zeit galt die Grüne Linie zwischen dem türkischen Norden und dem griechischen Süden als letzte Mauer in Europa, die auch die Hauptstadt Nikosia faktisch teilt. Erst im Frühjahr 2003 wurde die Grenze wieder für die Zyprioten geöffnet. Internationale Bemühungen zur Wiedervereinigung wie der "Annan-Plan" scheiterten jedoch. Somit gehört seit dem 1. Mai 2004 faktisch nur der Südteil Zyperns der Europäischen Union (EU) an. Bereits seit dem 4. März 1964 soll die UN-Friedenstruppe auf Zypern (UNFICYP) ein Wiederaufflammen der bewaffneten Konflikte zwischen den Zypern-Griechen und den Zypern-Türken.

Mauern und Sperranlagen auf aller Welt
Über 28 Jahre lang war die Berliner Mauer das Symbol für die Teilung Deutschlands während des Kalten Krieges. Sie grenzte die Westsektoren Berlins vom Ostteil der Stadt sowie von der DDR ab. Die Mauer umfasste 155 Kilometer und war vier Meter hoch - allein 43 Kilometer davon trennte die beiden Teile Berlins. Die innerdeutsche Grenze selbst war rund 1.400 Kilometer lang. Die Mauer unterbrach zwölf S-Bahn- und U-Bahnlinien sowie 193 Straßen. Es gab acht Grenzübergänge zwischen West- und Ost-Berlin sowie sechs weitere zwischen der DDR und West-Berlin. Aber auch in anderen Ländern existieren stark gesicherte Befestigungsanlagen:

  • Die Große Chinesische Mauer sollte das chinesische Kaiserreich vor den Nomaden aus dem Norden schützen. Nach dem 17. Jahrhundert verlor die Grenzbefestigung zwar an Bedeutung - mit 6.000 Kilometern ist sie heute jedoch das berühmteste Bauwerk Chinas. Für den Westen symbolisiert die Mauer die Abschottung des Landes, die Chinesen sehen darin hingegen ein Symbol für Stärke.
  • Im Jahre 2003 hat Israel nach einer Reihe von Anschlägen mit dem Bau einer Sperranlage zum Westjordanland, um seine Bürger vor Angriffen zu schützen. Mittlerweile ist sie zu 60 Prozent fertiggestellt, allerdings sollen noch rund 700 Kilometer folgen. Nur etwa fünf Prozent der Sperranlage soll aus Mauern bestehen, vor allem im Großraum Jerusalem. Nach israelischen Angaben soll die Maßnahme jedoch nur vorübergehend sein.
  • Mit einer schwer befestigten und bewachten Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades ist die koreanische Halbinsel seit 1948 geteilt. Hinter dieser provisorischen Trennlinie hat sich das kommunistische Nordkorea weitgehend isoliert, während zahlreiche Familien durch die Teilung auseinandergerissen wurden. Allerdings ist die Zahl der Nordkoreaner, die aus Unzufriedenheit oder wirtschaftlichen Gründen aus dem Land flüchten, in den letzten Jahren gestiegen. Die meisten von ihnen überqueren illegal die Grenze nach China und warten dort auf eine Reisemöglichkeit nach Südkorea.
  • Auch Spanien hat seine nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla festungsmäßig ausgebaut. Mehrere Reihen von Stacheldrahtzäunen grenzen die Städte vom benachbarten Marokko ab und sollen afrikanische Flüchtlinge südlich der Sahara daran hindern, auf spanisches Gebiet zu gelangen. Während Europäer und Marokkaner diese Grenzen an mehreren Übergängen passieren dürfen, ist sie für Flüchtlinge heute praktisch unüberwindbar.
  • Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist rund 3.100 Kilometer lang und wird wegen des Drogenschmuggels, der hohenZahl illegaler Einwanderer und der Bandenkriminalität stark bewacht. Etwa 1.100 Kilometer sind durch einen Zaun abgesichert, wobei ein Großteil lediglich aus Stacheldraht, Fahrzeugbarrieren und Reihen von Pfosten bestehen. Zudem werden die Befestigungen aus der Luft von Drohnen überwacht. Jedes Jahr sterben schätzungsweise zwischen 250 und 500 Menschen beim Versuch, die Grenze illegal zu überqueren.
  • Seit 1974 ist die Mittelmeerinsel Zypern durch eine Demarkationslinie in den türkischen Norden und griechischen Süden geteilt. Die zypriotische Inselhauptstadt Nikosia ist bereits seit 1963 nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen geteilt. Die Grenze besteht hauptsächlich aus Barrikaden und Pufferzonen, die von UN-Blauhelmen im Rahmen der UNFICYP kontrolliert werden. Die zypriotische Trennlinie zieht sich mit einer Gesamtlänge von mehr als 180 Kilometern über die gesamte Mittelmeerinsel. Auch hier überwachen die Blauhelme die Pufferzone. Seit 2003 ist die Grenze allerdings mit sieben Durchgängen durchlässig - drei davon in Nikosia.

Symbol der deutschen Teilung - die Berliner Mauer
Über 28 Jahre lang war die Berliner Mauer das Symbol für die Teilung Deutschlands während des Kalten Krieges. Sie grenzte die Westsektoren Berlins vom Ostteil der Stadt sowie von der DDR ab. Die Mauer umfasste 155 Kilometer und war vier Meter hoch - allein 43 Kilometer davon trennte die beiden Teile Berlins. Die innerdeutsche Grenze selbst war rund 1.400 Kilometer lang. Die Mauer unterbrach zwölf S-Bahn- und U-Bahnlinien sowie 193 Straßen. Es gab acht Grenzübergänge zwischen West- und Ost-Berlin sowie sechs weitere zwischen der DDR und West-Berlin.

Einer der wohl bekanntesten Grenzübergange war der Checkpoint Charlie zwischen dem Ost-Berliner Bezirk Mitte und dem West-Berliner Bezirk Kreuzberg. Von 302 Beobachtungstürmen aus kontrollierten 11.500 Soldaten der DDR-Grenztruppen die Grenzbefestigungen vor sogenannter "Republikflucht". Insgesamt 127 Kilometer Signalzäune und 105 Kilometer Gräben sollten einen Durchbruch mit Autos verhindern. Zudem gehörten 259 Laufanlagen für Wachhunde zur Grenzbefestigung.

Erbaut wurde die Mauer am 13. August 1961 unter dem Deckname "Rose". Als "antifaschistischer Schutzwall" deklariert sollte sie jedoch vor allem die Menschen an der Flucht aus der DDR hindern. Dennoch versuchten in den folgenden Jahren mehr als 100.000 Menschen über die innerdeutsche Grenze in den Westen zu fliehen. Dabei kamen über 600 von ihnen ums Leben - allein an der Berliner Mauer starben mindestens 136 Menschen. Andere Forschungen gehen sogar von bis zu 245 Toten aus. Während sich die Westmächte mit Protesten zurückhielten, fühlte sich die DDR-Führung hingegen als Sieger. Erst am 9. November 1989 fiel die Mauer mit der Öffnung der innerdeutschen Grenze durch die DDR.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990 wurden die tödlichen Schüsse infolge des sogenannten "Schießbefehls" an der Mauer in den Mauerschützenprozessen juristisch aufgearbeitet. Seit 1998 erinnert zudem die nationale Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße den Todesopfern an der Berliner Mauer. Sie umfasst neben einem Dokumentationszentrum auch die Kapelle der Versöhnung sowie ein 60 Meter langes Teilstück der früheren Grenzanlagen.

Heute sind in der Hauptstadt nur noch einige Überreste der einstigen Grenzbefestigung zu sehen: Neben der Gedenkstätte in der Bernauer Straße ist die East Side Gallery das wohl bekannteste Mauerstück. Mit 1,3 Kilometern ist sie heute das längste noch erhaltene Mauerstück. Im Frühjahr 1990 bemalten 118 Künstler aus 21 Ländern mit riesigen Wandbildern - was sie zur längsten dauerhaften Open-Air-Galerie der Welt machten.

Kalter Krieg
Der Begriff "Kalter Krieg" bezeichnet allgemein die Konfrontation zwischen zwei oder mehreren Staaten bzw. Blöcken, ohne dass es zu militärischen Kampfhandlungen kommt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand dieser Begriff als Synonym für die Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Der politische und auch ideologische Konflikt zwischen den beiden Supermächten und Blöcken spiegelte sich vor allem auch im Wettrüsten wider. Zudem unternahmen beide Seiten teils massive politische, ökonomische und militärische Anstrengungen, um den Einfluss des jeweils anderen Lagers in der Welt einzudämmen oder zurückzudrängen.

Ein typisches Merkmal des Kalten Krieges waren auch die sogenannten "Stellvertreterkriege", das heißt: militärische Konflikte, die nicht direkt zwischen zwei oder mehreren Staaten ausgetragen werden, sondern in einem Drittstaat oder externen Territorium. Zu den bekanntesten Stellvertreterkriegen während des Kalten Krieges zählen unter anderem der Koreakrieg (1950-1953), der Vietnamkrieg (1964-1975) oder der Krieg in Afghanistan (1979-1989).

Zu den Höhepunkten des Kalten Krieges zählten die Berlin-Blockade (1948/49), der Bau der Berliner Mauer 1961 sowie die Kuba-Krise 1962, in der die USA und UdSSR am Rande eines Atomkrieges standen. Die Entspannungspolitik zwischen beiden Seiten lockerte hingegen trotz aller politischen Meinungsverschiedenheiten das ideologische und militärische Blockdenken. Mit dem Fall der Berliner Mauer 1989 sowie der Auflösung des Warschauer Paktes und dem Ende der UdSSR im Jahr 1991 endete schließlich der Kalte Krieg.

Bunker - Relikte des Kalten Krieges
Einst sollten sie Leben retten - heute sind Bunker häufig ein beliebtes Ausflugsziel. Während der beiden sowie während des Kalten Krieges hatten diese Schutzbauwerke in Deutschland Hochkonjunktur. Mittlerweile stehen viele Bunker unter Denkmalschutz; zu den bekanntesten deutschen Bunkern gehören die Anlagen der Bundesregierung im Ahrtal sowie der "Honecker-Bunker" und der ehemalige "Führerbunker" in Berlin.

Die Bunkeranlagen der Bundesregierung bei Bad Neuenahr-Ahrweiler wollte die westdeutsche Regierung im Ernstfall eine Notbesetzung der Zivilbehörden unterbringen. Das Gebäude wurde 1972 errichtet und sollte bis zu 3.000 Mitarbeiter für bis mindestens 30 Tage beherbergen können. Das Tunnelsystem bestand aus fast 900 Konferenz- und Büroräumen, 936 Schlafzellen sowie fünf Großküchen und Kantinen für je 600 Mitarbeiter. In einem rund 200 Meter langen Reststollen des etwa 17 Kilometer langen Gebäudes befindet sich heute eine Dokumentationsstätte, in dem die Besucher die damaligen Einrichtungsgegenstände besichtigen können.

Piraten in der Politik
Die Piratenpartei wurde am 10. September 2006 nach schwedischem Vorbild gegründet. Ursprünglich ging es den Piraten vor allem um das Internet und den freien Austausch von Wissen im Netz. Heute sind sie Teil einer internationalen Bewegung, die unter anderem auch für eine Stärkung der Bürgerrechte, mehr Demokratie und Mitbestimmung und mehr Transparenz eintritt. Zudem sehen sich die Piraten heute mehr als eine reine Interessenvertretung der "digital natives" und bezeichnet sich vor allem als "sozial-liberal-progressiv".

In Deutschland gehören derzeit über 12.100 Mitglieder der Partei an. Seit 2009 bilden die Jungen Piraten die Jugendorganisation der Piraten. Diese reklamieren für sich, die jüngsten Mitglieder unter allen Parteien zu haben. Das Durchnittsalter soll demnach etwa 31 Jahre betragen. Ihren Namen hat die Partei von Organisationen übernommen, die sich für den Schutz des Urheberrechts einsetzen und die Verbreitung von Raubkopien als Internet-Piraterie bezeichnen.

Am 27. Januar 2008 traten die Piraten erstmals bei der Landtagswahl in Hessen an und erhielt 0,3 Prozent der Stimmen. Bei den Bundestagswahl 2009 waren die Piraten mit 2,0 Prozent die mit Abstand stärkste Kraft unter den kleinen Parteien und Gruppierungen. Bei der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus 2011 zogen die Piraten mit 15 Abgeordneten erstmals in ein deutsches Landesparlament ein. Zudem ist sie in verschiedenen Bezirksverordnetenversammlungen vertreten. Bei den Landtagswahlen im Saarland am 25. März 2012 sowie bei den Landtwagswahlen in Schleswig-Holstein am 6. Mai 2012 und bei den Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen am 13. Mai 2012 gelang den Piraten der Einzug in weitere deutsche Landesparlamente.

Zuletzt hat die Aufregung um die Polit-Freibeuter jedoch nachgelassen: Im politischen Alltag angekommen befinden sich die Piraten in den Umfragen im Sinkflug. Bei den Landtagswahlen in Niedersachsen 2013 verpassten die Piraten eindeutig den Einzug in den Landtag. Auch bei den Landtagswahlen in Bayern und Hessen sowie der Bundestagswahl 2013 spielten die Piraten keine Rolle mehr.

Terroranschläge vom 11. September 2001
Die Anschläge vom 11. September 2001 waren vier koordinierte Selbstmordattentate auf wichtige zivile und militärische Gebäude in den USA. Insgesamt 19 Täter entführten dabei vier Verkehrsflugzeuge - zwei von ihnen wurden ins World Trade Center (WTC) in New York gelenkt, ein drittes stürzte in das Pentagon in Washington. Das vierte Flugzeug - ebenfalls mutmaßlich mit einem Ziel in der US-Hauptstadt - stürzte hingegen über Shanksville ab. Bei den Anschlägen wurden insgesamt etwa 3.000 Menschen getötet, womit sie auch als terroristischer Massenmord bezeichnet werden. Die 19 namentlich bekannten Flugzeugentführer gehörten der islamistischen Terrororganisation al-Qaida, auch wenn deren Gründer Osama bin Laden die Planung der Anschläge zunächst abstritt. Der damalige US-Präsident George W. Bush nutzte die Terroranschläge auch als Legitimation und Grundlage für den Krieg in Afghanistan sowie die Invasion im Irak. Auch die weltweiten Reaktionen waren global und prompt: So löste die NATO erstmals in ihrer Geschichte den "Bündnisfall" aus. Zudem unterstützt sie mit einigen Partnerstaaten die ISAF-Truppen in Afghanistan.

Heute wird der "Nine-Eleven" oftmals auch als historische Zäsur angesehen. Die Folgen sind immer noch spürbar: So wurden beispielsweise die Sicherheitskontrollen an den Flughäfen verschärft. Fluggäste dürfen keine Cremes und Flüssigkeiten mehr im Handgepäck transportieren. Diese Regelung soll allerdings im April 2013 wieder verschwinden. Auch die Daten der Reisenden werden durchleuchtet - zumindest wenn es nach Kanada, Australien oder in die USA geht. Im Februar 2011 legte die EU-Kommission Pläne vor, wonach die Daten von Passagieren, die in die EU ein- oder ausreisen, automatisch an europäische Terrorfahnder gehen sollen. In Deutschland bekamen die Sicherheitsbehörden mehr Befugnisse: So darf das Bundeskriminalamt (BKA) bei Terrorverdacht vorbeugend ermitteln und dazu heimlich Computer ausspähen. Seit 2007 werden alle terrorismusrelevanten Informationen von Polizei und Geheimdiensten in einer Anti-Terrordatei vernetzt. Zudem wurde bereits am 9. November 2001 das sogenannte "Religionsprivileg" im Vereinsrecht gestrichen. Bürgerrechtler und Datenschützer erfüllte dieses "Stakkato der Sicherheitsgesetze" hingegen mit Sorge: Erst im Mai 2011 mahnte der Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar, die Gesellschaft "wieder in den Normalbetrieb" zu bringen. "Permanente Ausnahmesituationen und Aufgeregtheiten" seien vielmehr "schädlich für unsere Demokratie".

In den vergangenen Jahren haben sich zudem auch viele Verschwörungtheorien zum 11. September entwickelt. So gehen deren Vertreter davon aus, dass die US-Regierung und/oder deren Geheimdienste die Anschläge wissentlich zuließen oder sogar selbst durchführten. Informationskontrolle oder Selbstzensur würden verhindern, dass diese Hintergründe durch westliche Massenmedien aufgedeckt würden. Die sogenannte "Wahrheitsbewegung zum 11. September ('9/11 Truth Movement')" fordern daher eine neue, unabhängige Untersuchung der Ereignisse. Die Anhänger dieser Thesen kommen aus allen Bevölkerungsteilen und organisieren sich in den USA als dezentrale Bürgerbewegung in lokalen und regionalen Untergruppen.

Islamismus
Mit dem Begriff Islamismus wird eine politische Ideologie bezeichnet, die nicht mit dem Islam als Religion zu verwechseln ist. Sie fordert eine allgemeingültige "islamische Ordnung" als einzig mögliche Gesellschafts- und Staatsordnung. Dabei sollen alle Lebensbereiche so gestaltet werden, wie es im Koran vorgegeben ist. Allerdings ist der Islamismus mit demokratischen Prinzipien kaum in Einklang zu bringen, da der alleinige Geltungsanspruch des "göttlichen" Rechts im Widerspruch zum Prinzip der Volkssouveränität steht. Militante Islamisten sehen sich zudem dazu berechtigt, islamische Gesetze mit Gewalt durchzusetzen. Die erste bekannte islamistische Gruppen entstand bereits am Ende des 19. Jahrhunderts in Ägypten; heute zählt das Terrornetzwerk al-Qaida zu den bekanntesten islamistischen Gruppierungen.

Salafismus
Nach Erkenntnissen des Verfassungschutzes ist der Salafismus ein Sammelbecken für gewaltbereite Islamisten und hat in Deutschland rund 2.500 Anhänger. Die Salafisten vertreten einen rückwärtsgewandten "Ur-Islam" und lehnen jede theologische Modernisierung ab. Zudem fordern sie eine Gesellschaft nach den Regeln der islamischen Rechtsordnung Scharia und vertreten diskriminierende Positionen gegenüber Frauen. In Deutschland stand beispielsweise die terroristische Sauerland-Gruppe unter salafistischem Einfluss. Zu den bekanntesten Vertretern gehört zudem der deutsche Konvertit Pierre Vogel.

Dschihad
Der Begriff "Dschihad" wird im Westen meist mit "Heiliger Krieg" übersetzt, während der Islam mit dem arabischen Wort den "umfassenden Einsatz für die Sache Gottes" definiert. Dieser beinhaltet auch die religiöse Pflicht der Gläubigen, die Religion zu verbreiten und notfalls auch mit Gewalt zu verteidigen. In arabischen Ländern und der Türkei gilt Dschihad (Cihad, Jihad) auch als Familien- und Vorname; deutsche Behörden lehnen den Begriff jedoch als Synonym für den islamistischen Terror ab. Während Fundamentalisten die Gewalt in den Vordergrund stellen, verstehen die meisten islamischen Rechtsgelehrten unter dem Dschihad die Verpflichtung zu einem geistigen und gesellschaftlichen Einsatz für die Verbreitung des Glaubens. Zudem sollen die Muslime den Dschihad sowohl mit dem "Herzen" (gegen sich selbst), der "Zunge und Hand" (zur Überzeugung und als Beispiel für andere) sowie mit dem "Schwert" führen. Nach dieser Auslegung darf ein Krieg ausschließlich gegen Angreifer - also zur Verteidigung und zum Schutz - geführt werden. Erst im Laufe der Religionsgeschichte wurden weltliche Kämpfe und Kriege um wirtschaftliche und politische Macht - vergleichbar mit den christlichen Kreuzzügen - zum Dschihad hochstilisiert.

Kampf der Kulturen
Der Begriff "Kampf der Kulturen" ist ein populäres Schlagwort, dass Anfang der 1990er-Jahre durch den US-Politikwissenschaftler Samuel P. Huntington geprägt wurde. In einem Essay für die renommierte Zeitschrift "Foreign Affairs" vertrat er die These, dass die Weltpolitik des 21. Jahrhunderts nicht mehr von politischen, ideologischen oder wirtschaftlichen Auseinandersetzungen, sondern von Konflikten zwischen den unterschiedlichen Kulturkreisen bestimmt sein werde. Diese seien dynamisch und ohne feste Grenzen. Dennoch versuchte Huntington bestimmte Kulturkreise mit bestimmten Kernstaaten zu definieren.

So unterschied der Politologe zwischen folgenden Kulturkreisen und Kernstaaten:

  • Westlicher Kulturkreis mit Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien und den USA;
  • Islamischer Kulturkreis mit Saudi-Arabien, Iran und Ägypten;
  • Hinduistischer Kulturkreis mit Indien;
  • Sinischer Kulturkreis mit China;
  • Japanischer mit Japan;
  • Afrikanischer Kulturkreis ohne die islamischen Staaten Nordafrikas und den Nahen Osten.
Mit dem wachsenden Einfluss der verschiedenen Kulturkreise werde laut Huntington auch der Westen einen relativen Machtverlust hinnehmen müsse, unter anderem durch das Bevölkerungswachstum der islamischen Welt und dem Wirtschaftswachstum Ostasiens. Zudem sei der Universalitätsanspruch der westlichen Werte (einschließlich Menschenrechten) falsch und unmoralisch.

Mit diesen Thesen wandte sich Huntington gegen die Idee einer universellen Weltkultur, wie sie vom US-Politikwissenschafter Francis Fukuyama vertreten wird. Dieser popularisierte den Begriff vom "Ende der Geschichte" basierend auf Ideen von Karl Marx und Georg Wilhelm Friedrich Hegel. Fukuyama vertrat die These, dass sich nach dem Zusammenbruch der UdSSR und der von ihr abhängigen sozialistischen Staaten bald die Prinzipien des Liberalismus in Form von Demokratie und Marktwirtschaft endgültig und überall durchsetzen würden.

Zensus - die Zählung der Bevölkerung
In einer Volkszählung - auch Zensus genannt - werden auf gesetzliche Anordnung statistische Daten über die Bevölkerung erhoben. Die dabei ermittelten Informationen dienen als Grundlage für das Handeln der Politik und der Verwaltung, zum Beispiel für den Wohnungsbau oder die Finanzierung öffentlicher Haushalte. Während in Deutschland die Volkszählung von 1987 wegen großer Proteste fast gescheitert wäre, wurde der "Zensus 2011" eher leise durchgeführt. Anders als zuvor wurde bei der letzten Volkszählung nur neder zehnte Bürger befragt.

Beim Zensus sollten die Bürger unter anderem Angaben zu ihrem Alter und Geschlecht sowue zur ihrer Herkunft und Ausbildung machen. Zu den Einkommensverhältnissen wurden jedoch keine Daten erhoben. Neben der Befragung wurde auch auf Daten aus Verwaltungsregistern zurückgegriffen. Kritiker bemängeln hingegen, dass Daten zweckentfremdet und ohne Einwilligung der Betroffenen zusammengeführt werden können. Insgesamt wurden beim Zensus 2011 rund ein Drittel der Bevölkerung direkt befragt; zudem mussten alle Hausbesitzer Auskunft geben.

Pressefreiheit - ein wichtiges Gut der Demokratie
Nach Definition der Vereinten Nationen (UNO) gilt eine unabhängige, pluralistische und freie Presse als wesentlicher Bestandteil einer jeden demokratischen Gesellschaft. So müsse die Presse "unabhängig von der Kontrolle durch Regierung, Politik oder Wirtschaft" sein - Zensur wird als "schwerwiegender Verstoß gegen die Menschenrechte" bezeichnet.

Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist die Pressefreiheit seit 1949 in Artikel 5 verankert. Im Vergleich zu Großbritannien oder den USA ist die verbriefte Pressefreiheit in Deutschland allerdings eine eher junge Errungenschaft. Zwar gab es seit dem 19. Jahrhundert wiederholt Versuche, die staatliche Zensur abzuschaffen. Dennoch wurde die Presse von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet; in der DDR wurde sie von der SED gelenkt und kontrolliert. Nach Angaben der "Reporter ohne Grenzen" zählen die skandinavischen Staaten, die Niederlande oder die Schweiz zu den Musterländern der Pressefreiheit; ganz am Ende rangieren hingegen Nordkorea, China oder der Iran.

Dreikönigstreffen der FDP
Mit dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP am 6. Januar starten die Liberalen seit nunmehr 140 Jahren politisch ins neue Jahr. Bereits im Jahre 1866 trafen sich Vertreter der Demokratischen Volkspartei in Stuttgart zu ihrer Dreikönigsparade - einer Art Landesvertreterversammlung. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Zusammenkunft am Dreikönigstag zu einer vielbeachteten Kundgebung mit Parteiprominenz. Unterbrochen wurde sie lediglich während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zwischen 1933 und 1945. Heute will sich die FDP beim Dreikönigstreffen auf ihre liberalen Werte besinnen und Selbstbewusstsein demonstrieren.

Internationaler Karlspreis
Seit 1950 wird der "Internationale Karlspreis zu Aachen" alljährlich am Himmelfahrtstag für die beste Leistung im Dienst der Verständigung und der internationalen Zusammenarbeit in Europa verliehen. Der Preis besteht aus einer Urkunde und einer Medaille, die an einem Band in den Aachener Stadtfarben schwarz-gelb getragen wird. Zudem ist er mit 5.000 Euro dotiert. Nach dem Willen der Stifter kann der Preis nur in Aachen überreicht werden. Der erstmals an den Papst verliehene außerordentliche Karlspreis soll eine Ausnahme bleiben.

Benannt ist die Auszeichnung nach Kaiser Karl dem Großen (768-814), der vielen als Vorbild der europäischen Einigung und Begründer der kulturellen Blüte des "alten" Europa gilt. Zu den bisherigen Preisträgern gehören unter anderem Konrad Adenauer, Winston Churchill, Robert Schuman, König Juan Carlos I. von Spanien und Bill Clinton. 1986 wurde mit dem luxemburgischen Volk ein eher ungewöhnlicher Preisträger auserkoren, ebenso 2002 mit dem Euro.

Das Schengener Abkommen
Das Übereinkommen von Schengen wurde ursprünglich von fünf europäischen Staaten vereinbart, um an den gemeinsamen Grenzen auf Personenkontrollen zu verzichten. Benannt ist das Abkommen nach dem luxemburgischen Ort Schengen, wo es 1985 unterzeichnet wurde. Mittlerweile gehören 26 Staaten dem Abkommen an: neben 22 der 28 EU-Staaten (alle außer Großbritannien, Irland, Zypern, Kroatien, Bulgarien und Rumänien) auch Norwegen, Island, Liechtenstein und die Schweiz an. Auch die europäischen Zwergstaaten Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikan sind Teil des Abkommens, aber keine Mitgliedstaaten. Einige nehmen allerdings nur eingeschränkt daran teil oder setzen nur bestimmte Teile des Abkommens um.

Zentraler Inhalt des Abkommens ist es, innerhalb des Schengen-Raumes auf Grenzkontrollen zu verzichten und an den Außengrenzen nach einem einheitlichen Standard zu kontrollieren. Dazu wurden ein einheitliches Fahndungssystem - das sogenannte Schengener Informationssystem - sowie einheitliche Einreisevoraussetzungen für Drittländer vereinbart. Der Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen wurde zudem durch eine Ausweitung der polizeilischen Befugnisse im Inland ausgeglichen. Besonders die grenzüberschreitende Zusammenarbeit der Polizei wurde dabei ausgeweitet.

Die EU-Kommission will das Abkommen nun "europäisieren": Demnach soll die Entscheidung über die Wiedereinführung von Grenzkontrollen von der nationalen auf die europäische Ebene gehoben werden. Will ein Schengen-Staat vor einem Großereignis seine Grenzen kontrollieren, muss er sich zuvor an Brüssel wenden. Gestützt auf das Votum einer Expertenrunde müssen die Mitgliedstaaten dann mit qualifizierter Mehrheit zustimmen. Die Genehmigung soll dann für 30 Tage gelten, kann aber bis auf sechs Monate verlägert werden. Als entsprechende Großereignisse gelten beispielsweise eine Fußball-Weltmeisterschaft oder politische Gipfeltreffen.

Lediglich in Notfällen wie Epidemien, Terroranschlägen oder großen Flüchtlingsströmen sollen die Mitgliedstaaten weiterhin ohne Rücksprache mit der EU ihre Grenzen für fünf Tage schützen können.

"Tea Party"-Bewegung
Die erzkonservative Tea-Party-Bewegung in den USA macht Stimmung gegen einen ihrer Ansicht nach übermächtigen Staat. Die überparteiliche Bewegung am rechten Rand läuft Sturm gegen den wachsenden Schuldenberg in den USA und lehnt Steuererhöhungen strikt ab. Der Kern ihrer Botschaft lautet: Mehr Macht dem Volk und weniger Einfluss dem Staat. Vielmehr glaubt die Bewegung an die Dynamik der Wirtschaft und will ihr daher so wenig Schranken wie möglich auflegen. Zudem verfolgt US-Präsident Barrack Obama in ihren Augen ein sozialistisches Programm, daher lehnen sie auch die Gesundheitsreform sowie die Konjunktur- oder Rettungspakete ab. Einen ausgeglichenen Haushalt wollen sie vielmehr durch Kürzungen bei den Sozialleistungen und geringere Regierungsausgaben erreichen. Der Name der Bewegung geht auf die Boston Tea Party von 1773 zurück, bei der die Siedler aus Protest gegen die Steuerpläne der britischen Kolonialherren Tee ins Hafenbecken warfen.

Ku-Klux-Klan
Der Ku-Klux-Klan ist ein rassistischer Geheimbund in den Südstaaten der USA und wurde 1865 im US-Bundesstaat Tennessee gegründet. Mit der Ermordung von Schwarzen und Attentaten auf Politiker - vor allem aus den Nordstaaten - kämpfte der Bund gegen die Abschaffung der Sklaverei in den Vereinigten Staaten. Bei ihren nächtlichen Angriffen sorgten die Mitglieder mit ihren weißen Kutten mit Kapuzen und brennenden Kreuze für Angst und Schrecken. Im Jahre 1882 wurde der Klan zwar aufgelöst, allerdings gründete sich 1915 ein zweiter Ku-Klux-Klan, der 1920 etwa vier Millionen Mitglieder in den USA gehabt haben soll.

In den 1960er-Jahren sorgte der Klan vor allem mit seinen Aktionen gegen Mitglieder der schwarzen Bürgerrechtsbewegung für Aufsehen. Seit den 1990er-Jahren greift der Klan gezielt schwarze Kirchengemeinden an. Experten schätzen die Zahl der Klan-Mitglieder in den USA heute auf etwa 5.000 bis 8.000 Mitglieder in rund 150 unabhängigen Ortsgruppen. Zudem knüpfte der Ku-Klux-Klan auch Kontakte zu Rechtsextremisten im Ausland - darunter auch in Deutschland. Mit dem "European White Knights of the Burning Cross" existiert auch ein europäischer Ableger des Klans.

Todesstrafe in den USA
Die USA gehören zu den 58 Staaten der Welt, in denen derzeit die Todesstrafe noch vollstreckt wird. So registrierte die internationale Menschenrechtsorganisation Amnesty International im Jahr 2011 nur in China, Saudi-Arabien sowie dem Iran und Irak mehr Hinrichtungen als in Vereinigten Staaten. Derzeit sehen 32 von 50 US-Bundesstaaten in ihren Gesetzen die Todesstrafe für schwere Verbrechen vor. Nach der Wiederaufnahme der Hinrichtungen im Jahr 1976 wurden laut Angaben des Death Penalty Information Centers (DPIC) 1.343 Todesurteile vollstreckt - davon allein 503 in Texas, 110 in Virginia und 105 in Oklahoma. In 13 Fällen handelte sich um Frauen. Anfang 2013 saßen nach DPIC-Angaben zudem 3.125 Todeskandidaten hinter Gittern. Durch Wiederaufnahmeverfahren, Anfechtungen des Urteils oder andere Verzögerungen können jedoch Jahrzehnte vom Urteil bis zur Hinrichtung vergehen. Seit 1973 wurden 140 Menschen wegen erwiesener Unschuld oder erheblicher Zweifel wieder auf der Haft entlassen.

Gewalt und Drogenkriminalität - die Geißeln Lateinamerikas
Viele Länder Lateinamerikas zahlen heute im Kampf gegen die Rauschgiftkriminalität einen hohen Blutzoll. So fielen dem Drogenkrieg in Mexiko seit 2006 mittlerweile mehr als 50.000 Menschen zum Opfer; zudem haben die Drogenkartelle faktisch in einigen Regionen die Macht übernommen. Die Hauptproduktionsländer sind jedoch Bolivien, Peru und Kolumbien; laut Weltdrogenbericht der UN für 2011 entfallen nahezu 100 Prozent der Produktion von Kokablättern auf diese drei Andenstaaten. Diese dienen als Rohmaterial für die Produktion von Kokain. Derzeit passieren rund 90 Prozent aller Drogenlieferungen in die USA die Länder Mittelamerikas. Außerdem stammt rund drei Viertel des Gesamtvolumens des weltweit beschlagnahmten Kokains aus Lateinamerika und der Karibik.

Die Drogenkriminalität zählt zu den Hauptursachen für die Gewalt und die hohen Mordraten in dieser Region. So weisen Mittel- und Südamerika laut dem Jahresbericht 2011 der UN-Drogen- und Kriminalitäbehörde (UNODC) deutlich höhere Mordraten auf als andere Subregionen. Demnach gilt Honduras mit 82 Morden auf 100.000 Einwohner als gefährlichstes Land er Welt - gefolgt von El Salvador mit 62 Morden. Die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Folgen für Gewalt und Kriminalität sind demzufolge enorm. Laut Interamerikanischer Entwicklungsbank (IDB) büßen die lateinamerikanischen Staaten schätzungsweise fünf Prozent ihres Bruttosozialproduktes dadurch ein; in einigen Ländern könnten es sogar bis zu 15 Prozent sein.

Die Mittelmeer-Union
Die Euro-Mediterrane Partnerschaft (EUROMED) wurde 1995 auf der euro-mediterranen Konferenz in Barcelona von den Außenministern der Europäischen Union (EU) sowie der angrenzden Mittelmeer-Anrainerstaaten gegründet. Im März 2004 konstituierte sich die Euromediterrane Parlamentarische Versammlung als ständiges Kontrollgremium. Ihr gehören neben 45 Abgeordneten des Europaparlaments, jeweils drei Abgeordnete der einzelnen EU-Staaten sowie jeweils maximal zwölf Abgeordnete der südlichen Mittelmeer-Anrainerstaaten an. Die Amtssprachen sind Arabisch, Hebräisch, Türkisch und alle EU-Amtssprachen. Arbeitssprachen sind Englisch, Französisch und Arabisch.

Am 13. Juli 2008 gründeten die Mitglieder der EU, die Mittelmeer-Anrainerstaaten sowie die angrenzden Länder Mauretanien und Jordanien in Paris die sogenannte "Union für das Mittelmeer". Sie beruht auf der Grundlage der EUROMED und nahm im März 2010 ihre Arbeit auf. Im Abstand von zwei Jahren soll ein Gipfeltreffen stattfinden und über Themen wie Energie, Sicherheit, Terrorismusbekämpfung, Immigration und Handel beraten. Außerdem gibt es einen gemeinsamen Bereich zur Bekämpfung von Korruption, Terrorismus, organisiertem Verbrechen und Menschenhandel. Im November 2008 beschlossen die Außenminister der Union, ein Sekretariat im Palau Reial de Pedralbes in Barcelona.

Ziele der Mittelmeer-Union sind:

  • das Mittelmeer zu säubern;
  • transnationalen Schifffahrtsstraßen und Autobahnen einzurichten;
  • einen gemeinsamen Katastrophenschutz zu schaffen;
  • ein Energie-, ein Bildungs- und ein Mittelstandsprojekt.
Als politisches Ziel formulierte die Mittelmeer-Union, den Nahen Osten frei von Atomwaffen machen. Zudem bekannten die Mitglieder der Mittelmeer-Union dazu, die Demokratie und den politischen Pluralismus zu stärken und lehnten jede Form von Terrorismus ab.

KP Chinas - die größte Partei der Welt
Mit rund 80 Millionen Mitgliedern ist die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) die größte politische Partei der Welt. Ihr absoluter Führungsanspruch ist in der Verfassung der Volksrepublik China festgelegt. Gegründet wurde die KPCh am 1. Juli 1921 in Shanghai; in ihrem Parteistatut sind heute unter anderem der Marxismus-Leninismus sowie die Ideen des Staatsgründers Mao Tse-tung festgeschrieben. Höchstes Machtorgan der Partei ist der Ständige Ausschuss des Politbüros mit seinen neun Mitgliedern. Parteitage finden nur alle fünf Jahre statt - in der Zwischenzeit entscheiden die rund 200 Mitglieder des Zentralkomitees der KPCh. Zudem werden Führungsposten in China einem Parteivertreter unterstellt. Bei Disziplinarverstößen von hohen Parteifunktionären ermittelt daher auch immer erst die Disziplinarkommission der Partei, bevor der Fall der Staatsanwaltschaft übergeben wird.

Anarchismus
Die Anhänger des Anarchismus lehnen Form der Herrschaft über andere Menschen ab und wollen staatliche Institutionen wie Parteien, Justiz oder Militär beseitigen. Ihre Ideale Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit sind der Französischen Revolution angelehnt. Der Begriff selbst leitet sich vom griechischen Begriff "anarchía" (Herrschaftslosigkeit) ab. Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelten sich mit dem individuellen und dem kollektiven Anarchismus zwei verschiedene Denkrichtungen.

Bedeutendster Vertreter des individuellen Anarchismus ist der deutsche Philosoph Max Stirner (1806-1856), der den Einzelnen zum alleinigen Maßstab erklärte. Der französische Publizist Pierre Joseph Proudhon (1809-1865) gilt als einer der ersten Vertreter des Anarchismus, indem er die Abschaffung der bestehenden Eigentumsordnung forderte. Zu den einflussreichsten Denkern des Anarchismus gehört zudem der russische Revolutionär Michail A. Bakunin (1814-1876).

Geheimbund der Freimaurer
Um die Freimaurer ranken sich bis heute viele Gerüchte - sein Image als verschwörerischer Geheimbund gründet sich in den den vielen Ritualen, deren Geheimnisse nur die Mitglieder kennen. Die Tradition der Freimaurer stammt aus England, wo 1717 in London mit der Vereinigten Großloge von England die erste Großloge entstand. Rund 20 Jahre später entstand in Hamburg die erste Loge in Deutschland. Nach eigenen Angaben fühlen sich die Freimaurer den fünf Grundidealen der Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität verpflichtet.

Seinen Ursprung hat der Geheimbund in den "freien Maurern" in den sogenannten "Steinmetzbruderschaften". Dort entwickelten sie Regeln für ein gemeinsames Zusammenleben und bewahrten die Geheimnisse ihrer Baukunst. Heute müssen sich Freimaurer mit Passworten oder bestimmten Griffen ausweisen - Symbole der Bruderschaft sind unter anderem das Winkelmaß und der Zirkel. Zu den bekanntesten Freimaurern gehörten unter anderem Wolfgang Amadeus Mozart, Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Voltaire, George Washington, Henry Ford, Mark Twain, Charlie Chaplin oder Louis Armstrong.

In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die Freimaurer wegen einer angeblichen Weltverschwörung verfolgt und 1934 verboten. Auch in der DDR durfte sich der Bund nicht zusammenfinden. Heute gibt es bundesweit noch rund 470 Logen mit knapp 15.000 Brüdern - weltweit gibt es etwa fünf Millionen Mitglieder. Neben einigen wenigen Frauen- oder gemischten Logen sind die Freimaurer ausschließlich ein Männerbund.

Sinti und Roma
Die Volksgruppe der Sinti und Roma ist die größte ethnische Minderheit in Europa. Seit 2004 lebt ein Teil von ihnen auch in der Europäischen Union (EU). Die meisten von ihnen leben aber im Südosten Europas - allein rund zwei Millionen in Rumänien. Die gemeinsame Sprache ist Romani/Romanes. Viele Familien sind allerdings sehr arm und haben nur einen begrenzen Zugang zum Bildungssystem. Die frühere Bezeichnung "Zigeuner" wird heute aber als diskriminierend abgelehnt. Die Roma stammen ursprünglich aus Indien, wanderten aber im 11. Jahrhundert vermutlich wegen der muslimischen Eroberer aus. Bis zum 16.Jahrhundert verteilten sie sich in ganz Europa, waren aber oftmals nicht willkommen. Einen Höhepunkt erreichten Diskriminierung und Verfolgung im nationalsozialistischen Deutschland zwischen 1933 und 1945, als rund eine halbe Million Sinti und Roma ermordet wurde.

Die Kurden
Die Kurden sind ein Volk von etwa 25 Millionen Menschen, das in Vorderasien auf einem Gebiet von rund 500.000 km² - dem sogenannten "Kurdistan" angesiedelt ist und bis heute keinen eigenen Staat besitzt. Die meisten Kurden - etwa zwölf Millionen - leben heute in der Türkei; weitere Kurden leben im Irak, im Iran, in Syrien, Armenien und Aserbaidschan. Seit 1984 kämpft die verbotene Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) mit blutigen Bombenanschlägen und Angriffen für einen eigenen Staat oder zumindest für Autonomie. Bislang starben bei diesem Konflikt bis zu 40.000 Menschen. Die Europäische Union (EU) und die USA stufen die PKK und ihre Nachfolgeorganisationen als terroristische Vereinigung ein. Im Zuge der EU-Beitrittsgespräche räumte die Türkei den Kurden zwar mehr kulturelle Rechte ein; Zugeständnisse für mehr Autonomie blieben jedoch aus. Lediglich im Irak genießen die Kurden derzeit eine weitgehende politische Autonomie. In Syrien stellen die Kurden die größte ethnische Minderheit. Ein Teil der Kurden schloss sich im syrischen Bürgerkrieg der Opposition gegen Staatschef Baschar al-Assad an.

Die Kelten
Vor über 2.000 Jahren besiedelte die Volksgruppe der Kelten weite Teile Europas. Über ihre Kultur und ihr Alltagsleben ist jedoch nur wenig bekannt, da sie keine schriftlichen Zeugnisse hinterließen. Die frühesten Texte stammen von griechischen Geschichtschreibern, die sie als "Keltoi" ("die Tapferen") bezeichneten. Die ersten Zeugnisse für eine keltische Kultur stammen aus dem 8. Jahrhundert vor Christus - verschwunden sind die Kelten um Christi Geburt. Das Kernsiedlungsgebiet der Kelten lag in Süddeutschland und Ostfrankreich - in Wanderungsbewegungen und auf Eroberungszügen drangen keltische Stämme bis nach Spanien, Italien, auf den Balkan und nach Kleinasien vor.

Die Kelten betrieben Bergbau und beherrschten die Metallverarbeitung; sie hatten ein eigenes Münzwesen und bauten große befestigte Fürstensitze. Mit Importen versuchten sie zudem den Lebensstil der Hochkulturen im Mittelmeeraum nachzuahmen. Ihre Anführer wurden gewöhnlich mit reichen Grabbeigaben in Erdhügeln beigesetzt. Nachdem die Kelten von den Römern und Germanen besiegt wurden, zogen sie sich an den westlichen Rand Europas zurück. Noch heute verstehen sich unter anderem die Iren und Schotten sowie die Bretonen in Nordwestfrankreich und die Galicier in Nordwestspanien als deren Erben.

Römer in Germanien
Rund 500 Jahre dauerte die Herrschaft Roms in Germanien und begann unter Gajus Julius Cäsar. Während seines Feldzuges in Gallien zwischen 58 und 51 vor Christus eroberten seine Legionen auch Gebiete westlich des Rheins, wo befreundete germanische Stämme angesiedelt wurden. In den folgenden Jahrhunderten gehörte der Südwesten Deutschlands zum Imperium Romanum und war Teil seines Wirtschafts- und Kulturlebens. Viele deutsche Städte sind römischen Ursprungs und blicken auf eine zweitausendjährige Geschichte zurück - darunter Köln, Mainz, Trier oder Augsburg.

Unter der Herrschaft von Kaiser Augustus (31 v. Chr. bis 14 n. Chr.) unterwarfen die Römer in mehreren Feldzügen die germanischen Stämme bis zur Elbe und Saale. Erst nach der Varusschlacht im Jahr 9 nach Christus begnügte sich die Weltmacht mit den linksrheinischen Gebieten und drang nur noch in einzelnen Feldzügen in die germanischen Stammesgebiete vor. Lange Zeit diente zudem der Limes als Grenzwall, Wirtschaftsgrenze und Verteidigungslinie zwischen dem Römischen Reich und dem freien Germanien. Er erstreckte sich auf einer Länge von rund 550 Kilometern vom Rhein zur Donau. In Jahr 2005 wurde der Limes zudem in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen.

Die antiken Stätten von Pompeji
Im Römischen Reich galt Pompeji als wohlhabende Handelsstaadt und zählte über 10.000 Einwohner. Allerdings fand das blühende Leben am Golf von Neapel am 24. August 79 nach Christus ein jähes Ende. Bei einem Ausbruch des Vesuv wurde Pompeji ebenso wie seine Nachbarorte Herculaneum und Stabiae zerstört. Nach Berichten von Augenzeugen dauerte der Vulkanausbruch etwa 18 Stunden - alle drei Städte wurden unter einer bis zu 25 Meter dicken Schicht aus Asche und Bimsstein begraben. Etwa 2.500 Menschen verloren bei der Naturkatastrophe ihr Leben.

Erst am 6. April 1748 wurden die Ruinen des antiken Pompeji durch den spanischen Ingenieuroffizier Rocque Joaquín de Alcubierre wieder entdeckt. Durch planmäßige Ausgrabungen wurden zehntausende Ausstellungsstücke gesichert, die mittleweile einen eindrucksvollen Einblick in das damalige Alltagsleben geben. So erzählen kostbare Wandmalereien und Statuen vom Luxus und dem Wohlstand der damaligen Bewohner - Gipsabdrücke halten zudem den plötzlichen Tod der Menschen vor etwa 2.000 Jahren fest. Seit 1997 gehören die archäologischen Stätten von Pompeji und Herculaneum zum UNESCO-Weltkulturerbe. Jährlich besuchen mehrere Millionen Touristen das 66 Hektar große Gelände.

Brot und Spiele - die Gladiatorenkämpfe
Eine ebenfalls große Rolle im öffentlichen Leben spielten zudem die Kämpfe der Gladiatoren - antike Berufskämpfer, die in öffentlichen Schaustellungen gegeneinander antraten. Der Bezeichnung für die Profikämpfer leitet sich vom lateinischen Wort "gladius" ("Schwert") ab. Der Ursprung der Gladiatorenspiele ist bislang nicht eindeutig geklärt; mutmaßlich hatten sie anfangs eine religiöse Bedeutung als Teil einer Totenfeier. Römischen Quellen sollen sie von den Etruskern stammen. Die ersten belegten Gladiatorenkämpfe wurden im Jahr 264 v. Chr. ausgetragen: demnach ließen Decimus Iunius Pera und sein Bruder einem Marktplatz in Rom, drei Sklavenpaare gegeneinander kämpfen ließen, die aus 22 Kriegsgefangenen ausgewählt wurden.

Diesem Beispiel folgten bald auch weitere römische Adelige, um mit diesen Vorführungen ebenfalls ihre Verstorbenen zu ehren. Veranstaltet wurden die Kämpfe zunächst nur von reichen Privatleuten, da nur sie in der Lage waren, die Kosten für die Gladiatoren und das anschließende Festmahl aufzubringen. Im Laufe der Zeit wurden die Spiele in Rom immer beliebter - Politiker und reiche Privatpersonen nutzten sie daher zunehmend, um sich die Anerkennung und Achtung der Bevölkerung zu sichern. Erst Augustus etablierte die Kämpfe zunehmend als kaiserliches Privileg und als Teil des römischen Kaiserkultes. Mit dem Aufstieg des Christentums wurden die Kämpfe schließlich Anfang des 5. Jahrhunderts von Kaiser Honorius verboten.

Der römische Dichter Juvenal prägte in diesem Zusammenhang auch den Begriff "panem et circenses" ("Brot und Spiele"): In seiner Satire kritisiert er, dass das römische Volk in der Zeit der funktionierenden Republik noch selbst die Macht an Feldherren verliehen und Beamte gewählt habe, sich jetzt aber ängstlich und entpolitisiert nur noch Brot und Spiele wünsche.

Mumien - Leben für die Ewigkeit
Mit der Mumifizierung sollen die Körper von Toten für die Ewigkeit bewahrt werden. Im Alten Ägypten glaubte man, dass der Pharao nur dann das ewige Leben im Jenseits erreichen konnte, wenn seine Körperhülle möglichst vollständig erhaltenn wird. Mit der Einführung eines Totenbuches wurde später jedoch auch die Mumifzierung einfacher Menschen möglich. Aber auch in der Neuzeit sind mehrere verstorbene Staatsführer künstlich für die Nachwelt erhalten worden - darunter Wladimir Ilijtsch Lenin, Josef Stalin, Mao Tse-tung, Ho Chi Minh oder Kim Il-Sung.

Neben dieser künstlichen Mumifizierung sind allerdings auch natürliche Mumien bekannt - also Tote, bei denen der Verwesungsprozess gestoppt wurde, indem der Körper besonders trocken, kalt oder unter komplettem Sauerstoffentzug gelagert ist. Zu den bekanntesten Beispielen gehört unter anderem die Gletschermumie "Ötzi".

Die Goldene Bulle
Die Goldene Bulle gilt als wichtigstes Verfassungsdokument des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Sie wurde am 10. Januar 1356 auf dem Nürnberger Hoftag verkündet und regelte die Modalitäten für die Wahl und Krönung der römisch-deutschen Könige durch die Kurfürsten. Die Bedeutung des Dokuments wurde mit einem goldenen Metallstempel (lateinisch: "bulla") besiegelt. Sie blieb bis zum Ende des mittelalterlichen Reiches im Jahre 1806 gültig.

Die kaiserliche Kanzlei stellte insgesamt sieben Ausfertigungen der Bulle aus - als berühmteste Ausfertigung gilt das "Reichsexemplar" in Frankfurt am Main. Es befindet sich heute im Frankfurter Institut für Stadtgeschichte. Im Jahre 2013 wurde die Goldene Bulle von der UNESCO zum Weltdokumentenerbe erklärt.

Napoleons Russlandfeldzug
Der Russlandfeldzug des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte gilt heute als Wendepunkt seiner Herrschaft auf dem europäischen Kontinent. Als er am 24. Juni 1812 über den Grenzfluss Memel überschritt und nach Russland einmarschierte, galt der französische General korsischer Herkunft als militärisches Genie. Seine Grande Armée galt als unschlagbar und eilte zuvor von einem Sieg zum anderen. Mit diesem Feldzug wollte Napoleon den russischen Zaren Alexander I. (1801-1825) zur Einhaltung der Kontinentalsperre gegen England zwingen.

Allerdings verlief Napoleons Feldzug bereits von Anfang an völlig anders als geplant: so wich die rund 350.000 Mann starke russische Armee unter der Führung von Generalfeldmarschall Michail Barcley de Tolly zunächst großen Schlachten aus. Vielmehr hinterließ sie bei ihrem Rückzug in die Weiten des Landes zumeust "verbrannte Erde", so dass sich die französische Armee nicht aus den eroberten Gebieten versorgen konnte. Erst im August 1812 kam es bei Smolensk zur ersten größeren Schlacht zwischen den beiden Kriegsparteien. Zu diesem Zeitpunkt hatte Napoleon allerdings schon große Teile seiner Streitkräfte durch Mangel an Proviant und Desertation verloren.

Etwa 100 Kilometer vor Moskau kam es schließlich am 7. September 1812 bei Borodino zur blutigsten Schlacht des Krieges, in der etwa 80.000 Soldaten auf beiden Seiten ihr Leben verloren. Am 14. September 1812 zog die französische Armee schließlich in Moskau ein, wo Napoleon erfolglos auf das Einlenken des russischen Zaren waren. Einen Monat später befahl er schließlich den Rückzug - Moskau wurde zudem durch zahlreiche Brände weitgehend zerstört. Erschwert wurde Napoleons Rückzug zudem durch "General Winter" mit arktischen Temperaturen - zahlreiche Soldaten starben demoralisiert an Kälte, Hunger und Krankheiten. In der Schlacht an der Beresina konnte sich die französische Armee nur unter großen Verlusten an das gegenüberliegende Ufer retten.

Am Ende des Feldzuges erreichten im Dezember 1812 nur noch etwa 20.000 Soldaten den Ausgangspunkt an der Memel - Napoleon hatte sich zu diesem Zeitpunkt bereits in die französische Hauptstadt Paris abgesetzt. Drei Jahre nach seinem Angriff aus Russland musste Napoleon schließlich als Kaiser der Franzosen abdanken. Nach seiner Niederlage in der Schlacht bei Waterloo am 18. Juni 1815 wurde er als britischer Kriegsgefangener auf die Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb.

Der Amerikanische Bürgerkrieg
Kein anderer Konflikt in der Geschichte der USA kostete soviel US-Amerikaner das Leben wie der Sezessionskrieg - rund 620.000 Soldaten und mehrere Hunderttausend Zivilisten verloren zwischen 1861 und 1865 ihr Leben. Die Ursache des Konfliktes war eine tiefe wirtschaftliche, soziale und politische Spaltung zwischen dem Norden und dem Süden der Vereinigten Staaten, die vor allem in der Frage der Sklaverei eskalierte. Während die industrialisierten Nordstaaten für die Befreiung der Sklaven eintrat, fürchteten die Südstaaten als Exporteur von Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr um ihre Plantagenwirtschaft.

Mit der Wahl von Abraham Lincoln zum Präsidenten der USA im Jahr 1860 spalteten sich elf Südstaaten von der Union ab und bildeten mit den Konföderierten Staaten von Amerika eine eigene Republik. Die bewaffneten Feindseligkeiten begannen mit dem Angriff auf Fort Sumter am 12. April 1861 und eskalierten schließlich zum ersten modernen Massenkrieg in der Geschichte. Neben der Schlacht von Vicksburg 1863 und dem Fall von Atlanta 1864 zählt die Schlacht von Gettysburg im Juli 1863 zu den entscheidenden Siegen der Union über den Süden. Mit über 5.700 Toten zählt sie zudem zu den blutigsten Schlachten des Bürgerkrieges. Mit der Kapitulation der konföderierten Nord-Virginia-Armee unter General Robert E. Lee am 9. April 1865 im Appomattox Court House endete der Krieg zugunsten der Nordstaaten.

Giftgaskatastrophe von Bhopal
Die Katastrophe von Bhopal am 3. Dezember 1984 zählt zu den bekanntesten Umweltkatastrophen sowie als derzeit größte Chemiekatastrophe in der Geschichte. In der indischen Millionenstadt Bhopal ließ der US-Chemiekonzern Union Carbide über mehrere Jahre hinweg Pflanzenschutzmittel produzieren - bis aufgrund technischer Pannen etwa 40 Tonnen hochgiftiges Methylisocyanat in die Atmosphäre austraten. Schätzungen zufolge sollen etwa 8.000 Menschen innerhalb von 72 Stunden gestorben sein; mehr als 15.000 Betroffene erlagen den Spätfolgen. Zudem sollen zwischen 100.000 und 500.000 Menschen, die mit dem Gas in Berührung kamen, chronisch erkrankt sein.

Seit 2001 ist Union Carbride ein Tochterunternehmen von Dow Chemical. Fünf Jahre nach der Katastrophe einigte sich das Unternehmen mit der indischen Regierung auf eine Entschädigung von 470 Millionen US-Dollar. Allerdings kritisieren Umweltgruppen seit Jahren die giftigen Altlasten einer ehemaligen Insektizidfabrik. Demnach seien in Studien noch Rückstände von Quecksilber, Blei, Chlorbenzol und andere Pestizid-Rückstände nachgewiesen worden.

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Großbritannien - Inselkönigreich mit Vergangenheit

Nach Deutschland und Frankreich ist das Vereinigte Großbritannien und Nordirland zwar erst das drittgrößte Land Europas - es ist aber vor allem auch das Land von Musik, Film, Schwarzem Humor und der Traditionen. Besonders stolz sind die Briten heute noch auf ihre Geschichte: bis weit in die erste Hälfte des 20. Jahrhunderts war Großbritannien mit seinem Weltreich das Mutterland des British Empire. Noch heute gehören 14 Überseegebiete zum Vereinigten Königreich. Die meisten ehemaligen britischen Kolonien sind zudem im Commonwealth of Nations mit Großbritannien verbunden.

Das politische System Großbritanniens basiert auf dem Gewohnheitsrecht: bis heute gibt es im Vereinigten Königreich keine geschriebene Verfassung. Dessen Regierungsform - das Westminster-System - wurde auch von anderen Staaten übernommen, darunter Australien, Neuseeland, Kanada, Jamaika oder Malaysia. Zudem ist die britische Monarchie heute eine konstitutionelle Monarchie: der britische Monarch übt seine Hoheitsrechte gewohnheitsmäßig aber nicht mehr selbstständig aus.

Die Vergangenheit als Kolonialmacht hat zudem auch die britische Bevölkerung maßgeblich beeinflusst: demnach sind heute mehr als eine Million Briten schwarzer Hautfarbe mit Wurzeln in Afrika oder der Karibik. Mehr als 2,5 Millionen Menschen wanderten zudem aus Asien - insbesondere aus Indien, Pakistan und Bangladesch - ein.

Politisch ist die Bedeutung Großbritanniens in den vergangenen Jahrzehnten zwar etwas zurückgegangen - dennoch ist die Atommacht eines der fünf ständigen Mitglieder im UN-Sicherheitsrat. Heute ist das Vereinigte Königreich vor allem eine Dienstleistungs- und Handelsnation - etwa zehn Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden über Finanzdienstleistungen bestritten. Staatsoberhaupt Großbritanniens ist seit nunmehr 60 Jahren Königin Elisabeth II. Zum Vereinigten Königreich gehören neben dem größten Landesteil England auch Schottland, Wales und Nordirland.

Ein Auseinanderbrechen der britischen Union ist allerdings durchaus möglich: so ist in Schottland ein Unabhängigkeitsreferendum für 2014 geplant und auch in Nordirland herrscht seit Jahrzehnten ein Konflikt zwischen den probritischen Loyalisten und den proirischen Republikanern.


Schottland zwischen Historie und Moderne

Schottland wird bereits seit mehreren Jahrhundert von der britischen Hauptstadt London aus regiert. Im Jahre 1603 wurden mit dem Herrschaftsantritt Jakobs I. die Schottland und das benachbarte England unter einer Krone vereinigt. Erst im Jahre 1707 beschloss das schottische Parlament mit dem "Act of Union" für seine eigene Auflösung und den Zusammenschluss mit England zum Königreich Großbritannien. Erst durch den Scotland Act wurde die Grundlage für die Neuerrichtung des schottischen Parlaments mit Sitz in der schottischen Hauptstadt Edinburgh geschaffen.

Trotz der Union mit England bewahrte Schottland sein Rechtssystem, eine eigene Kirche und ein separates Bildungsystem bewahrt. Mit einer Fläche von rund 78.000 km² ist der britische Landesteil größer als Bayern, hat aber nur rund fünf Millionen Einwohner. Etwa 70.000 Menschen sprechen noch das keltische Gälisch. Eine ebenso lebendige Tradition ist das Clan-Bewusstsein, dass sich in unterschiedlichen Karo-Mustern auf dem schottischen Kilt widerspiegelt. Als Symbole der "schottischen Identität" gelten zudem die jeweils eigene Fußball- und Rugbynationalmannschaft. Im September 2014 entschied sich die Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum jedoch gegen eine Unabhängigkeit Schottlands vom Vereinigten Königreich aus.

Die schottische Wirtschaft war einst von der Schafzucht und Fischerei geprägt. Im 18. Jahrhundert sorgen große Kohlevorkommen für den Beginn der Industrialisierung. Seit den 1970er-Jahren werden zudem die reichen Erdgas- und Ölvorkommen vor der schottischen Küste in der Nordsee ausgebeutet, wodurch Zehntausende neue Arbeitsplätze entstanden. Zudem gewähren die Schotten ihren Bürgern weitaus mehr soziale Leistungen als die Engländer. So sind die Zuzahlungen im Gesundheitssystem niedriger und Studiengebühren gibt es nicht für Einheimische. In Großbritannien stehen sie daher auch als "Subventions-Junkies" in der Kritik.


London - bunte Weltmetropole der Gegensätze

Die britische Hauptstadt London gilt heute als Stadt der Superlative und der Gegensätze: sie ist Hauptstadt des Geldes und Kapitale der Kultur, Schmelztiegel der Kulturen und Residenz der britischen Royals. In London herrschen aber auch Armut und Kriminalität, Luftverschmutzung und Verkehrschaos. Heute leben etwa acht Millionen Menschen in der britischen Hauptstadt, die neben der City of London aus Boroughs besteht. Verwaltet wird Greater London seit 2000 von der Greater London Authority verwaltet. Regiert wird die Stadt seit 2016 von Oberbürgermeister Sadiq Khan, dem ersten muslimischen Stadtoberhaupt in der Geschichte. Die Legislative liegt bei der London Assembly.

London ist heute auch eine besondere Touristenattraktion: jedes Jahr besuchen Millionen Menschen bekannte Sehenswürdigkeiten wie den Tower, Buckingham Palace, die Tower Bridge, Trafalgar Square, das London Eye, The Mall, St. Paul's Cathedral, Madame Tussauds oder das British Museum. Auch die Routemaster oder die schwarzen Taxis ("Black Cabs") gehören zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zudem war London Gastgeber der XXX. Olympischen Sommerspiele 2012 und damit nach den Spielen von 1908 und 1948 zum dritten Mal der Austragungsort eines der größten Sportereignisse der Welt.

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Preußens Glanz und Gloria

Preußen war ein Staat im nördlichen Mitteleuropa und erhielt seinen Namen von den baltischen Ureinwohnern - den Prußen. Es entstand aus der historischen Landschaft Preußen und bildete im Mittelalter das Zentrum des Deutschordensstaates. Nach der Teilung 1466 und folgender Säkularisierung entstand 1525 das Herzogtum Preußen. Nach der Erhebung zum Königreich im Jahre 1701 entwickelte sich zur führenden Macht Deutschlands und einer europäischen Großmacht. Nach 1871 wurde Preußen zudem der dominierende Teilstaat des neugegründeten Deutschen Reiches. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Preußen in einen Freistaat umgewandelt. Durch den Preußenschlag am 20. Juli 1932 verlor es faktisch seine eigenständige Rolle. Mit dem alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 wurde Preußen rechtlich aufgelöst.

Die Entwicklung Preußens zu einem modernen Staat unterscheidet sich jedoch deutlich von anderen europäischen Mächten wie Großbritannien oder Frankreich. So war es kein Produkt einer gewachsenen Kultur oder die Konsequenz der geschichtlichen Entwickung eines Volkes. Da die Gebiete Preußens zudem weit verstreut waren, fehlte zudem der Anreiz für die Organisation und Zusammenfassung geografisch zusammenhängender Gebiete. So war der preußische Staat vor allem der Ausdruck seiner politischen Eliten. Darüber hinaus passten sich viele historisch gewachsene Staaten den Bedürfnissen ihrer Gesellschaften an; in Preußen hingegen - so die These - habe der Staat die Gesellschaft nach seinen Bedürfnissen geformt. Demnach entstand ein straff durchorganisierter Herrschaftsapparat, der durch seine Machtfülle und Organisationsfähigkeit seinen Nachbarn für einige Jahrhunderte überlegen war und damit den Erfolg dieses "Preußischen Staatsmodells" begründete. Ein wichtiger Bestandteil dabei waren die Preußischen Reformen - eine Reihe von Staats- und Verwaltungsreformen, die von gesellschafts- und wirtschaftspolitischen Maßnahmen begleitet wurden.

Dieses Modell stützte sich vor allem auf eine besondere Form von Ethik, die oftmals als "Preußischer Geist" bezeichnet wird. So verbindet man mit Preußen vor allem die von protestantischen Werten geprägten Preußischen Tugenden wie Zuverlässigkeit, Sparsamkeit, Bescheidenheit, Ehrlichkeit, Fleiß und Toleranz. Sie verschafften dem Staat zudem eine fortschrittliche Rechtsordnung und Verwaltung, ein der Krone loyales Offizierskorps und einen "Vernunftpatriotismus", der seinen Aufstieg vom herkömmlichen Barockstaat des Großen Kurfürsten zur modernen Großmacht förderte. Dennoch standen die preußischen Tugenden auch in der Kritik: So kritisierten das Bürgertum und die Arbeiterbewegung sie vor allem wegen ihrer ursprünglichen Wissenschafts- und Kunstferne, ihrer staatswirtschaftlichen und soldatischen Ausprägung ("Befehl und Gehorsam") und Demokratiefeindlichkeit.

Dennoch blieb Preußen auch nach seiner Auflösung im Jahre 1947 im Alltagsleben, in der Kultur oder im Sport und selbst in Namensbezeichnungen erhalten. So sind viele Länder rechtlicher, insbesondere staats- und völkerrechtlicher Hinsicht Nachfolgestaaten Preußens. Das preußische Regierungs- und Verwaltungsmodell war maßgeblich für eine Vielzahl politischer Institutionen auf Länderebene und drückt sich noch heute in Bezeichnungen aus. Die heutigen Landschaftsverbände gehen auf die preußischen Provinzialverbände zurück. Die Union Evangelischer Kirchen ging aus einem Kirchenbund der altpreußischen evangelischen Landeskirchen hervor. Zudem umfasst die Stiftung Preußischer Kulturbesitz einen der größten und universellsten Sammlungskomplexe der Welt.

Als Hauptstadt des preußischen Staates und Reichshauptstadt des Deutschen Reiches wurde Berlin auch 1990 Bundeshauptstadt des wiedervereinigten Deutschland. Mehrere Bundesinstitutionen sind heute in Gebäuden früherer preußischer Einrichtungen angesiedelt, wie etwa der Bundesrat im Preußischen Herrenhaus. Im 15. Jahrhundert wurde Berlin zudem auch Wohnsitz der Hohenzollern - einem der bedeutendsten deutschen Adelshäuser.

Ihren Stammsitz hat das Geschlecht auf der Burg Hohenzollern am Rande es Ostalbkreises. Der Name leitet sich von "Söller" ab und deutet auf kugelförmigen Burgberg bei Hechingen - den Stammsitz der Zollern - hin. Seit dem Mittelalter hat sich das Adelshaus der Hohenzollern in mehrere Haupt- und Nebenlinien aufgeteilt. Die Linie Brandenburg-Preußen stellte ab 1701 die preußischen Könige sowie zwischen 1871 und 1918 die Deutschen Kaiser. Eine weitere Linie stellte zudem zwischen 1866 und 1947 die Könige von Rumänien. Zu den bedeutendsten Herrschern der Hohenzollern gehörten Friedrich Wilhelm von Brandenburg (der "Große Kurfürst", Friedrich Wilhelm I. (der "Soldatenkönig"), Friedrich II. der Große ("Alter Fritz") sowie die Kaiser Wilhelm I. und Wilhelm II. Seit 1994 ist Georg Friedrich Prinz von Preußen das Oberhaupt des Hauses.

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Das niederländische Königshaus

Mit über 600 Jahren ist das Königshaus Oranien-Nassau deutlich älter als die Niederlande selbst, die erst im Jahre 1815 auf dem Wiener Kongress als Königreich gegründet wurde. Das niederländische Königshaus geht auf Wilhelm I. von Oranien (1533-1584) zurück, den die Niederländer auch "Vater des Vaterlandes" bezeichnen. Der als "Schweiger" bekannte Adelige war ein wichtigter Führer der Niederlande im Unabhängigkeitskampf gegen die spanische Krone - dem sogenannten Achtzigjährigen Krieg (1568-1648). Der andere Teil des nach der Burg Nassau in Hessen benannten Adelsgeschlechts reicht bis zu Walram von Laurenburg im 12. Jahrhundert zurück.

Über 120 Jahren wurden die Niederlande weiblichen Staatsoberhäuptern regiert. Mit Wilhelmina (1890-1948) kam die erste Königin auf den niederländischen Thron; ihre Nachfolgerin Juliana (1948-1980) bemühte sich, das Königshaus dem Volk näher zu bringen. Von 1980 bis 2013 regierte Königin Beatrix die Niederlande; nach ihrer Abdankung am 30. April 2013 regiert mit Willem-Alexander erstmals seit 123 Jahren wieder ein Mann das Königreich der Niederlande.


Das monegassische Fürstenpaar

Viel Haar hat er nicht mehr auf dem Kopf - dafür ist sein Name umso wohlklingender: Fürst Albert II. galt lange Zeit als besonders gute Partie auf dem Heiratsmarkt des internationalen Hochadels. Das monegassische Staatsoberhaupt gilt als besonders sportlich: Fünf Mal nahm er als Bobfahrer an Olympischen Spielen für das Fürstentum teil. Mehr als Platz 25 erreichte er jedoch nicht. Sein Vater Rainier III. band ihn immer mehr in die Verwaltung Monacos ein: So reiste er regelmäßig zur UN-Vollversammlung und vertrat sein Land 2004 bei dessen Aufnahme in den Europarat.

Im Jahre 2005 übernahm Albert II. nach dem Tod seines Vaters die Amtsgeschäfte des Fürstentums - Anlass genug, sein flatterhaftes Privatleben zu beenden. Der neue Fürst schrieb sich fortan den Umweltschutz auf die Fahnen und bemühte sich, Monacos Image als Hochburg für Steuerflüchtlinge zu wandeln. So wurde Steuerbetrug erstmals im Strafrecht aufgenommen - zudem engagierte sich Albert II. gegen Geldwäsche und Korruption. Privat brauche der Fürst lange, um sich zu einer Hochzeit zu entschließen. Zuvor erkannte er bereits zwei Kinder mit früheren Freundinnen an. Allerdings sind beide von der Thronfolge ausgeschlossen, da sie nicht aus katholischen Ehen entstammen.

Monacos Fürstin Charlène gilt als selbstbewusst, sportlich und schön. Geboren wurde die südafrikanische Schwimmerin mit skandalfreier Vergangenheit am 26. Januar 1978 als Charlène Lynette Wittstock in Bulawayo im heutigen Simbabwe. Sport ist bei den Wittstocks eine Familientradition: So trainierte ihr Onkel beispielsweise das südafrikanische Rugby-Team. Freunde haben Charlène als kumpelhafte, aber auch zurückhaltende junge Frau mit eisernem Willen in Erinnerung. Dabei ist die Fürstin mit deutschen Vorfahren tief geprägt von den Versöhnungsgedanken des demokratischen Südafrika und seines geistigen Urvaters Nelson Mandela.

Karitativer Einsatz ist für Charlène somit selbstverständlich: Bereits als Jugendliche half sie armen Kindern, schwimmen zu lernen. Wie ihr großes Vorbild will sie sich vor allem der Kinder- und Jugendförderung widmen sowie den Sportgedanken fördern. In den vergangenen Jahren hat sich die Fürstin mit eiserner Disziplin auf ihre Rolle als monegassische Landesmutter vorbereitet. Am Mittelmeer sind somit wieder Eleganz und Grazie angesagt - ganz nach ihrer Vorgängerin Gracia Patricia (Grace Kelly). Und dennoch wird sie bei aller Ähnlichkeit wohl ihren eigenen Weg finden.


Britische Monarchie Kanadische Monarchie Belgische Monarchie
Japanisches Kaiserhaus Habsburgermonarchie Deutsches Kaiserreich
Monarchismus in Deutschland Hoher Adel in Deutschland Adel in Deutschland

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Organisation von Staaten

Staats- und Herrschaftsformen
Die einzelnen Staaten sind politisch in unterschiedlich organisiert. Unterschieden wird dabei zwischen drei verschiedenen Formen:

Moderne Herrschaftsformen:
    Monarchie:
    In der "Herrschaft des Einen" ist die Staatsgewalt grundsätzlich auf eine Person an der Spitze des Staates konzentriert, die aufgrund ihrer Geburt oder/und auf Lebenszeit nach tradierten Riten bestimmt ist. Legitimerweise kann sie auch nicht ihres Amtes enthoben werden. Während die Thronfolge in einer Erbmonarchie erbrechtlich geregelt ist, wird in einer Wahlmonarchie der Monarch durch eine Wahl bestimmt. Mit dem Entstehen des modernen Nationalstaates bildeten sich bis heute drei Formen der Monarchie heraus:

      Absolute Monarchie:
      Dem Anspruch nach besitzt der Monarch die alleinige Staatsgewalt. Der Adel erhält zudem Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Monarch ist zudem "legibus absolutus" ("von den Gesetzen losgelöst"), das heißt: er erlässt zwar die Gesetze, aber untersteht ihnen nicht.
      Konstitutionelle Monarchie:
      Die Macht des Monarchen ist demnach nicht mehr uneingeschränkt, sondern von einer Verfassung geregelt. Die Regierung wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Volksvertretung.
      Parlamentarische Monarchie:
      Der Monarch übt in der Regel nur wenig Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus, da diese vom Parlament und der Regierung geführt werden. Daher kommen dem Monarchen daher meist nur noch repräsentative Aufgaben zu.

    Demokratie:
    Die "Herrschaft des Volkes" gilt heute allgemein als ideale Regierungsform. Sie basiert auf dem Prinzip, dass der Bürger durch Mehrheitsentscheidungen die Politik des Staates legitimiert. Zudem bezeichnet sie heute politische Systeme, die sich durch freie Wahlen, das Mehrheitsprinzip, politische Repräsentation, den Respekt politischer Opposition, Verfassungsmäßigkeit und den Schutz der Grundrechte auszeichnen. Auch die Demokratie kennt mehrere Formen:

    Eine Sonderform ist zudem die Demarchie, wonach Regierung und Volksvertreter durch das Los und nicht durch Wahlen bestimmt werden.

Weitere wichtige Staats- und Regierungsformen:
    Autokratie:
    Die "Selbstherrschaft" vereint alle wesentlichen Kompetenzen eines Staates in einer zentralen Kraft und sieht keine Beteiligung des Volkes an der Staatsgewalt vor.
    Aristokratie:
    Sie bezeichnet im engeren Sinne die "Herrschaft der Besten". In der politischen Wirklichkeit wurde diese Eigenschaft meist mit der Zugehörigkeit zum Adel gleichgesetzt.
    Diktatur:
    Vom lateinischen Wort "dictatura" abgeleitet bezeichnet sie eine einzelne Person oder eine Gruppe, die mit uneingeschränkter Macht ausgestattet ist. Typische Merkmale sind unter anderem die Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten, Presse- und Medienzensur, manipulierte Wahlen oder die Beeinflußung der Justiz. Eine Sonderform ist dabei die Militärdiktatur.
    Kleptokratie:
    Die "Herrschaft der Plünderer" bezeichnet die willkürliche Verfügungsgewalt über Besitz und Einkünfte der Beherrschten und damit die Möglichkeit, sich oder ihre Klientel am Eigentum anderer zu bereichern.
    Oligarchie:
    Bei der "Herrschaft der Wenigen" handelt sich um eine elitäre Gruppe von Menschen, die allein aufrund ihres Vermögens die Herrschaft in einem Staat ausübt. Eine Sonderform ist dabei Plutokratie "(Herrschaft des Geldes)", in der politische Rechte nach dem Einkommen vergeben werden.
    Stratokratie:
    In der "Herrschaft des Heeres" geht die politische Gewalt direkt vom Militär aus. Reine Militärregierungen sind jedoch selten. Vielmehr existieren Mischformen, in denen eine zivile Regierungen existieren, das Militär aber im Hintergrund die eigentliche Macht ausübt. Die zivilen Regierungen können zudem können durch eine militärische Intervention der eigenen Streitkräfte abgesetzt oder anderweitig kontrolliert werden.
    Theokratie:
    Hier ist die Staatsgewalt allein religiös legitimiert und wird von einer göttlich erwählten Person oder Gruppe ausgeübt. Die Herrschaft wird daher nach religiösen Prinzipien und Regeln ausgeübt.
Regierungssystem
Ein Regierungssystem beschreibt die formalle Ausgestaltung der Regierung eines Staates. Oftmals steht der Begriff auch als Synonym für ein politisches System. Im wesentlichen wird zwischen drei Regierungssystemen unterschieden: Eine Sonderform stellt zudem das politische System der Schweiz dar, dass sich keinem Regierungssystem klar zuordnen lässt. Hauptcharakteristika sind hier der weitgehende Föderalismus der Schweiz und die ausgeprägte direkte Demokratie.

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Was sind ein Staat und ein gescheiterter Staat?

Für den Begriff eines Staates gibt es mehrere Definitionen. Das Völkerrecht definiert einen Staat hingegen nach der klassischen "Drei-Elemente-Lehre" des Staatsrechtlers Georg Jellinek. Danach definiert sich ein Staat als "die mit ursprünglicher Herrschaftsmacht ausgerüstete Körperschaft eines sesshaften Volkes". Gemäß seiner Lehre gibt es einen politisch und rechtlich organisierten Personenverband (Staatsvolk), der sich auf einer abgegrenzten Fläche (Staatsgebiet) eine eigene Ordnung (Staatsgewalt) gibt.

Bei einem Staatsgebiet ist keine genaue Grenze erforderlich, es genügt ein unstrittiges Kerngebiet. Für ein Staasvolk genügt ein Mindestmaß an Zugehörigkeitsgefühl - eine religiöse, sprachliche oder ethnische Einheit sind keine Bedingung. Die Staatsgewalt bezeichnet eine die Fähigkeit einer stabilen Regierung, die Ordnung eines Gebietes effektiv zu organisieren und nach außen unabhängig von anderen Staaten zu handeln.

Zudem lehnt das Völkerrecht eine Sezession eines staatlichen Teilgebietes nicht völlig ab. Dabei steht das Selbstbestimmungsrecht der Völker im Konflikt mit der territorialen Integrität des bisherigen Gesamtstaates. Entscheidend ist dabei, ob das nach Unabhängigkeit strebende Gebiet tatsächlich als Staat fortbestehen kann. So wurden die ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens und der Sowjetunion souveräne Staaten - in Afrika wurden 1993 die frühere äthiopische Provinz Eritrea und 2011 der Südsudan unabhängig.

Je strittiger aber die Beurteilung eines Gebietes als eigenständiger Staat ist, umso wichtiger ist dessen Anerkennung durch andere Länder. So kann diese bereits erfolgen, wenn sich die Staatsgewalt weitgehend konstutiert hat, aber noch keine gefestigten Strukturen aufweist. Unklar ist hingegen, wenn sich selbst proklamierte Staaten wie das Kosovo nur von einem Teil der internationalen Gemeinschaft anerkannt wird. Nach herrschender Meinung muss die Existenz eines Staates aber nicht zwingend von anderen Ländern anerkannt werden - wie bei der Türkischen Republik Nordzypern, Taiwan, Abchasien, Südossetien und der Demokratischen Arabischen Republik Sahara.

Als "gescheiterter Staat" wird nach allgemeiner Definition ein Staat bezeichnet, der seine grundlegende Funktion nicht mehr erfüllen kann. Verwendet wird der Begriff seit den 1990er-Jahren. In der modernen politikwissenschaftlichen Auffassung von Staatlichkeit muss ein Staat vor allem drei zentrale Funktionen für seine Bürger leisten: Sicherheit, Wohlfahrt und Legitimität sowie Rechtsstaatlichkeit. Erfüllt ein Staat diese Funktionen nicht mehr, gilt er als "gescheiterter Staat".

Ein besonders krasses Beispiel dafür ist Somalia: Bürgerkriegswirren und Dürrekatastrophen haben das Land am Horn von Afrika zerrüttet. Mittlerweile zählt der Küstenstaat zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit dem Sturz von Diktator Siad Barre im Jahre 1991 gibt es keine funktionierende Zentralregierung mehr in dem ostafrikanischen Staat.

So ist die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört, die wenig entwickelte Industrie ist kaum produktionsfähig. In der somalischen Hauptstadt Mogadischu herrscht meist Ausnahmezustand. Durch fehlende effektive staatliche Strukturen ist das Land außerdem zu einer Brutstätte für Piraterie und zum Rekrutierungsfeld für Terroristen geworden.

Eine der zentralen Kräfte Somalias ist derzeit die islamistische Al-Shabaab-Miliz (arabisch: "Jugend"), die in dem ostafrikanischen Land eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchsetzen und einen islamischen Staat gründen will. Die Gruppierung wurde im Jahre 1998 gegründet und unterhält zudem Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Derzeit kontrolliert die Miliz große Teile Südsomalias: alles Westliche wurde verboten, die Bevölkerung wird mit Terror und drakonischen Maßnahmen drangsaliert.

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Kleines ABC der Politik und Geschichte

Absolutismus
Der Absolutismus ist eine frühzeitliche Regierungsform, in der ein Monarch die uneingeschränkte Herrschafts- und Regierungsgewalt verkörpert. Unterschieden wird dabei zwischen zwei Formen: Im "höfischen Absolutismus" wird dem König eine absolute Herrschaft über seinen Staat durch Gottes Gnade zugesprochen. Typischer Vertreter dafür war König Ludwig XIV. von Frankreich. Im "aufgeklärten Absolutismus" hingegen definiert sich der Monarch als "erster Diener des Staates". Dessen bekannteste Vertreter waren König Friedrich II. der Große von Preußen und Kaiserin Maria Theresia von Österreich.

Ägyptologie
Die Ägyptologie erforscht alle Bereiche der altägyptischen Hochkultur von Alltagsleben über Sprache und Literatur, Geschichte, Religion, Kultur und Kunst, Wirtschaft, Recht bis hin zu Ethik und Geistesleben. Die Epoche reicht vom 5. Jahrtausend vor Christus bis zum Ende der römischen Herrschaft im 4. Jahrhundert nach Christus.

Altertum
Das Altertum umfasst die Epoche vom 4. Jahrtausend vor Christus bis zum 6./7. nachchristlichen Jahrhundert. Es beginnt mit der Ausbildung der altorientalischen Reiche Mesopotamiens, Babyloniens, Assyriens, Persiens oder Ägyptens und endet mit der Völkerwanderung und der arabischen Expansion.

Anarchismus
Der Anarchismus lehnt die Herrschaft von Menschen über Menschen sowie jede Art von Hierarchie als Unterdrückung der Freiheit ab. Ziel ist vielmehr eine freiwillige Assoziation von mündigen und emanzipierten Menschen. Das menschliche Zusammenleben soll zudem durch freiwillige Vereinbarungen zwischen den Menschen organisiert werden. Im Mittelpunkt stehen somit Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung der Individuen und kollektive Selbstverwaltung.

Antike
Die Antike umfasst den Zeitraum von etwa 1.200 v. Chr. bis 600 n. Chr. Im engeren Sinne umfasst sie die Geschichte des alten Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reiches. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "antiquus" für "alt hergebracht" an.

Archäologie
In der Archäologie wird die kulturelle Entwicklung der Menschheit wissenschaftlich erforscht. Sie sich ausschließlich für den Menschen und seine Hinterlassenschaften wie Gebäude, Werkzeuge oder Kunstwerke. Erkenntnisse zu Umwelt, Klima, Ernährung oder Alter von Funden tragen dabei zur Rekonstruktion vergangener Kulturen bei.

Aufklärung
Die Aufklärung war im 17. und 18. Jahrhundert die beherrschende Geistes- und Kulturbewegung in Europa. Der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) definierte die Epoche als "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". Ein Hauptmotiv der Aufklärung war der Glaube an die Vernunft: Mit Mut zur Kritik, geistiger Freiheit und religiöser Toleranz sollten das "finstere" Mittelalter und die staatlichen Autoritäten im Absolutismus überwunden werden. Wissbegierde und Weltoffenheit förderten einen großen Aufschwung von Naturwissenschaften und Technik, hatten aber auch gesellschaftliche und politische Folgen wie die Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli 1776 und die Französische Revolution von 1789.

Autoritarismus
Der Autoritarismus gilt nicht nur als Mischform zwischen totalitären Regimen und demokratischen Regierungen. Die Politikwissenschaft sieht in ihm einen "sui generis" - einen Systemtyp, der sich grundlegend vom Totalitarismus und der Demokratie unterscheidet. Der deutsch-spanische Politikwissenschaftler Juan Linz definierte drei Merkmale des Autoritarismus: ein begrenzter Pluralismus, keine umfassende Ideologie und eine weder extensive noch intensive Mobilisierung. Autoritäre Regime greifen daher oftmals auf als allgemeingültig angenommene Wertvorstellungen wie Patriotismus, Nationalismus, Modernisierung oder Ordnung zurück.

Byzantinistik
Dieser interdisziplinäre Wissenschaftszweig befasst sich mit der Geschichte, Kultur, Religion, Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik von Byzanz beschäftigt. Als Begründer gilt der deutsche Humanist und Philologe Hieronymus Wolf.

Epigraphik
Vor allem für die Alte Geschichte ist die Epigraphik bedeutend. Abgeleitet vom griechischen Wort "epigraphe" ("Inschrift" oder "Aufschrift") befasst sich diese historische Hilfswissenschaft mit den Inschriften auf verschiedenen Materialien wie Holz, Stein, Glas, Marmor, Metall oder Leder. Da Inschriften oftmals haltbarer sind als gewöhnlichen Schreibmaterialien wie Papier oder Pergament, sind sie oft die einzigen Mittel, um zeitgenössische Informationen über untergegangene Kulturen zu erhalten. Die wichtigsten Typen sind Weih-, Grab-, Bau- und Ehreninschriften.

Faschismus
Der Faschismus gilt heute als Bezeichnung für rechtsradikale, autoritäre, totalitäre und nationalistische Regimes, Diktaturen und politische Gruppen. Ihren Ursprung hat sie jedoch im italienischen Faschismus. Auch der Nationalsozialismus wurde maßgeblich vom Faschismus beeinflusst.

Feudalismus
Der Feudalismus - abgeleitet vom lateinischen Wort "feudum" ("Lehen") - war die vorherrschende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung im europäischen Mittelalter. Diese basiert auf einem persönlichen Treueverhältnis zwischen dem Feudalherrn und dem Vasallen. Bei den Vasallen handelte es meist um Bauern, die in Leibeigenschaft zum Grundherrn standen. Sie waren somit unfrei und standen in dessen persönlicher Abhängigkeit. Die Leibeigenen waren somit an die Scholle gebunden und der Rechtsprechung ihres Herrn unterworfen. Zudem schuldeten sie dem Grundherrn Abgaben in Form von Arbeitsleistungen (Fron) sowie Naturalleistungen (Zehnt).

Föderalismus
Der Föderalismus ist ein Organisationsprinzip, bei dem untergeordnete Provinzen oder Bundes- bzw. Gliedstaaten über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen. Von wesentlicher Bedeutung für die Struktur föderaler Systeme ist dabei das Verhältnis zwischen Territorialität und nationaler Identität. Unmittelbar verbunden ist der Föderalismus auch mit dem Prinzip des Regionalismus.

Genealogie
Die Genealogie ist eine historische Hilfswissenschaft, die sich im engeren Sinne mit der Familiengeschichtsforschung - volkstümlich auch Ahnenforschung - beschäftigt. Der Begriff leitet sich vom altgriechischen Wort "genealogía" ("Stammbaum") ab und wird zurückgeführt auf "geneá" ("Familie") und "lógos" ("Lehre"). Im weiteren Sinne bezeichnet sie auch den genetischen Zusammenhang einer Gruppe von Lebewesen und die Abstammung eines Lebewesens von anderen Lebewesen.

Geschichtswissenschaft
Die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich mit der Geschichte von Menschen und menschlichen Gemeinschaften. Ihr Ziel ist nicht nur, das vorhandene Wissen über die Vergangenheit des Menschen nur zu wahren und zu verbreiten, sondern vor es vor allem auch zu mehren. Sie zudem eng verwandt mit der Archäologie und der Politikwissenschaft.

Heraldik
Der Forschungsschwerpunkt der Heraldik ist das Wappenwesen. Es umfasst die Bereiche Wappenkunde, Wappenkunst und Wappenrecht und reicht bereits ins 12. Jahrhundert zurück. Die Wappenkunde beschäftigt sich mit dem Aufbau von Wappen, deren Bedeutung und der Bedeutung der einzelnen Teile und Symbole.

Imperialismus
Unter dem Begriff Imperialismus - vom lateinischen Wort "imperare" ("herrschen") - bezeichnet man das Bestreben eines Herrschers oder eines Staates, dessen Einfluss auf andere Länder oder Völker bis hin zu deren Unterwerfung auszudehnen. Dazu gehört auch eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung. Erste Frühformen des Imperialismus waren bereits das Römische Weltreich, das Byzantinische Reich oder islamische Expansion im 7. Jahrhundert. Im 15. und 16. Jahrhundert folgten die Kolonialreiche von Portugal und Spanien. Die Epoche des klassischen Imperialismus bezeichnet hingegen den Zeitraum von 1870 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als die europäischen Großmächte vornehmlich aus wirtschaftliche und strategische Interessen ihre Herrschaftsgebiete in aller Welt ausdehnten. Typisches Beispiel dafür war der Wettlauf um Afrika.

Kalter Krieg
Der Begriff "Kalter Krieg" bezeichnet allgemein die Konfrontation zwischen zwei oder mehreren Staaten bzw. Blöcken, ohne dass es zu militärischen Kampfhandlungen kommt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand dieser Begriff als Synonym für die Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Der politische und auch ideologische Konflikt zwischen den beiden Supermächten und Blöcken spiegelte sich vor allem auch im Wettrüsten wider. Zudem unternahmen beide Seiten teils massive politische, ökonomische und militärische Anstrengungen, um den Einfluss des jeweils anderen Lagers in der Welt einzudämmen oder zurückzudrängen.

Kommunismus
Eine klassenlose Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt wird, ist das Ziel des Kommunismus. Nach der Theorie seines bekanntesten Verfechters Karl Marx könne der Kommunismus nur durch eine revolutionäre Übergangsgesellschaft - die Diktatur des Proletariats - den Kapitalismus überwinden. Heute umfasst der Begriff des Kommunismus - abgeleitete vom lateinischen Wort vom lateinisch "communis" ("gemeinsam") - mehrere politische Zielvorstellungen und Gesellschaftsmodelle, die eine gesellschaftliche Gleichheit ohne Privateigentum verwirklichen wollen. Dazu zählen unter anderem der Marxismus, Leninismus, Stalinismus, Trotzkismus, Maoismus, Titoismus, Rätekommunismus, Eurokommunismus oder Realsozialismus.

Konservatismus
Der Konservatismus - abgeleitet vom lateinischen Begriff "conservare" ("erhalten, bewahren") - gehört zu den großen politischen Ideologien des frühen 19. Jahrhunderts. Er entwickelte sich als Gegenpol zur Französischen Revolution, in dessen Mittelpunkt eine organische Gemeinschaft steht, an der sich die Politik auszurichten hat und dessen Ordnung von der Religion bestimmt wird. Zudem werden die Bewahrung von Tradition und eine langsame gesellschaftliche Entwicklung den schnellen Veränderungen vorgezogen.

Lehnswesen
Im europäischen Hochmittelalter basierte die Gesellschaftsordnung auf dem Lehnswesen oder "Benefizialwesen". Es bezeichnet das politisch-ökonomische System zwischen dem Lehnsherrn und dem Vasalln. Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Beide verpflichteten sich zu gegenseitiger Treue: Der Lehnsherr zu Schutz und Schirm, der Lehnsempfänger zu Rat und Hilfe. Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, der Lehen an seine Fürsten vergab. Besonders ausgeprägt war es in den europäischen Staaten wie dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Auch in anderen Staaten wie Japan entstanden ähnliche Strukturen.

Liberalismus
Der Liberalismus ist eine philosophische, ökonomische und politische Ideologie, die aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts hervorgegangen ist. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "liberalis" ("freiheitlich") ab. Sein Leitbild ist die Freiheit des Individuums gegenüber dem Staat. In der westlichen Welt gilt der Liberalismus als Voraussetzung für eine moderne, pluralistische Demokratie. Zu den wichtigsten Theoretikern zählen zum Beispiel Thomas Hobbes, John Locke, Charles de Montesquieu, Immanuel Kant oder Adam Smith.

Mittelalter
Das Mittelalter bezeichnet den Zeitabschnitt zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Diese Epoche führt christliche, antike und keltische, germanische, romanische und slawische Entwicklungen auf der Basis einer christlichen Grundhaltung zusammen. Die vorherrschende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist der Feudalismus auf der Grundlage einer Ständeordnung.

Nation
Eine Nation - abgeleitet vom lateinischen Wort "natio" ("Geburt, Herkunft, Volk") - bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame kulturelle Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Gebräuche oder Abstammung zugeschrieben werden. In diesem Zusammenhang existiert auch der Begriff der Kulturnation - also eine Gemeinschaft von Menschen, die sich durch Sprache, Traditionen, Kultur sowie Religion und somit die Zugehörigkeit zu einer Kultur miteinander verbunden fühlen. Eine Willensnation definiert sich über die bewusst gewollte Gemeinschaft von Bürgern unterschiedlicher ethnischer Herkunft.

Nationalismus
Der Nationalismus ist eine Weltanschauung, welche die Herstellung des souveränen Nationalstaates anstrebt. Ethnische und politische Grenzen sollen dabei identisch sein, die Menschen sollen sich zudem bewusst mit der Nation identifizieren und solidarisieren. Die Existenz der Nation wird dabei zumeist als gottgegebenes oder natürliches Faktum angesehen, das nicht hinterfragt werden kann. Entstanden ist der Nationalismus im ausgehenden 18. Jahrhundert mit dem Unabhängigkeitskrieg der USA oder der Französischen Revolution.

Nationalsozialismus
Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung, die in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg enstand. Weitere wichtige Merkmale waren die zentrale Rolle der Propaganda, Totalitarismus, Militarismus und Imperialismus, eine Blut-und-Boden-Ideologie, die Propagierung der Herrenrasse bzw. des Herrenvolkes, eine Männerherrschaft und Männlichkeitskult sowie die Theorie, das internationale Judentum hätte sich verschworen, um die Weltherrschaft zu erringen.

Neuzeit
Die Neuzeit gehört zu den drei historischen Großepochen, deren Beginn auf das ausgehende 15. und beginnende 16. Jahrhundert datiert wird. Unterteilt wird diese wiederum in die frühe Neuzeit und die Moderne.

Nord-Süd-Konflikt
Der Nord-Süd-Konflikt bezeichnet die Konfrontation zwischen den Entwicklungs- und Industrieländern. Diese ergibt sich aus den unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungschancen der Entwicklungs- und Industriegesellschaften. Der Konflikt entstand bereits in den 1940er-Jahren im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen der ehemaligen europäischen Kolonien.

Numismatik
Mit dem Geld und seiner Geschichte beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Basis die Numismatik. Die Bezeichnung dieser historischen Hilfswissenschaft leitet sch vom griechischen Wort "nómisma" ("das Gesetzmäßige, das Gültige, die Münze") ab. Wichtigstes Forschungsobjekt ist die Münze - aber auch andere Geldformen wie Papiergeld, vormünzliche Zahlungsmittel und münzverwandte Objekte wie Medaillen oder Jetons werden untersucht.

Politik
Der Begriff Politik leitet sich vom griechischen Wort "politika" ("öffentliche Geschäfte") ab und bezeichnet bezeichnet die Angelegenheiten zur Einrichtung und Steuerung von Staat und Gesellschaft im Ganzen. Er umfasst dabei alle Aufgaben, Fragen und Probleme zum Aufbau und Erhalt sowie zur Weiterentwicklung der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Ordnung.

Politikwissenschaft
Die Politikwissenschaft beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen Studium politischer Prozesse und allen im weiteren Sinne politischen Erscheinungen und Handlungen des menschlichen Lebens. Sie untersucht auf wissenschaftlicher Basis, wie das gesellschaftliche Zusammenleben geregelt ist und geregelt werden kann. Unterschieden werden dabei die Teilbereiche "Politisches System", "Politische Theorie und Ideengeschichte", "Vergleichende Politikwissenschaft" und "Internationale Beziehungen".

Pluralismus
Der Pluralismus die Idee des friedlichen gleichzeitigen Vorhandenseins verschiedener Systeme, Interessen, Ansichten und Lebensstile. Im Gegensatz zum Totalitarismus oder dem Partikularismus erkennt er die bestehenden unterschiedlichen Interessen und politischen Positionen an und betrachtet deren individuelle Verwirklichung, Vertretung und Artikulation als legitim und erwünscht.

Republik
Eine Republik - abgeleitet vom lateinischen Wort "res publica" ("öffentliche Sache") - bezeichnet eine Staatsform, die sich in erster Linie als Gegenmodell zu einem monarchischen Staats- und Regierungswesen versteht. Wie eine Republik im Inneren ausgestaltet ist, kann jedoch von Staat zu Staat abweichen.

Sozialismus
Der Sozialimus entstand Mitte des 19. Jahrhunderts - zu dessen zentralen Maximen gehören Gleichheit, Freiheit und Solidarität sowie der Glaube an das Gute in allen Menschen unter entsprechenden gesellschaftlichen Bedingungen. Als Träger der sozialistischen Ideen gilt besonder die Arbeiterschaft, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa in Arbeitervereinen und -parteien organisiert. Sein Ziel ist die Neugestaltung der Wirtschaftsordnung, um die kapitalistischen Eigentums-, Ausbeutungs- und Klassenverhältnisse zugunsten einer rational gesteuerten und egalitären Ökonomie zu überwinden. Nach 1945 wandte sich die Sozialdemokratie von den sozialistisch-revolutionären Tendenzen ab; vielmehr versuchte sie die sozialen Fragen durch demokratische Reformen zu lösen.

Staat
Ein Staat ist politische und soziale Zweckeinheit einer bestimmten Gruppe, Organisation oder Institution innerhalb bestimmter festgelegter Grenzen, um gemeinsame Güter und Interessen zu wahren. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort "status" ("Zustand, Stand, Stellung") ab und wurde erstmals von Niccolò Machiavelli geprägt. Nach seiner Definition waren alle menschlichen Gewalten, die Macht über Menschen haben, ein Staat. Während der Renaissance bezeichnete der Staat die mehr oder weniger stabile Verfassungsform einer Monarchie oder Republik. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhält der Staat seine moderne Bedeutung.

Terrorismus
Unter Terrorismus - abgeleitet vom lateinischen Begriff "terror" ("Furcht, Schrecken") - versteht man Gewalt und Gewaltaktionen gegen eine politische Ordnung, um einen politischen Wandel zu erzwingen. Terror dient dabei als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. Somit ist Terrorismus keine militärische Strategie. Zudem wird heute zwischen verschiedenen Arten des Terrorismus unterschieden - darunter der Rechtsterrorismus, religiöser bzw. ethnisch-nationalistischer Terrorismus oder Staatsterrorismus. Zu den bekanntesten terroristischen Vereinigungen gehören unter anderem die linksextremistische Rote Armee Fraktion (RAF), die baskische Euskadi Ta Askatasuna (ETA), die paramilitärische Provisional Irish Republican Army (PIRA), die maoistische Sendero Luminoso, das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida oder die Hamas und Hisbollah.

Totalitarismus
Der Totalitarismus bezeichnet eine diktatorische Herrschafts- und Regierungsform, die in alle sozialen Verhältnisse einzuwirken versucht. Sein Ziel ist es daher, den Menschen im Sinne einer bestimmten Ideologie umzuformen. Typische Merkmale sind eine alles durchdringende Ideologie, die Unterordnung des Einzelnen unter die Gemeinschaft, keine Gewaltenteilung, keine bürgerlichen Freiheiten und Missachtung der Menschenrechte, absolute Überwachung und Spitzeltum.

Vexillologie
Eine noch sehr junge Wissenschaft ist die Vexillologie - auch Flaggenkunde oder Fahnenkunde genannt. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Wort "vexillum" für Flagge und dem griechischen Begriff für Lehre "logos" ab. Sie ist aus einem Teilgebiet der Heraldik entstanden und beschäftigt sich mit der Geschichte des Flaggenwesens, dem Entwurf und der Erzeugung von Flaggen, ihrer Bedeutung, Aussagen und auch damit verbundenen Emotionen und ihre Verwendung.

Vor- und Frühgeschichte
Die Epoche der Vor- und Frühgeschichte erforscht die Kulturentwicklung des Menschen von seinen Anfängen bis zum Beginn des Altertums. Gegenstand der Erforschung sind im Gegensatz zu den anderen historischen Disziplinen gegenständliche Quellen wie Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas oder Steinartefakte, die sie in ihren jeweiligen Zusammenhang - wie zum Beispiel Bodendenkmale wie Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen - stellt.

Zentralismus
In der Politik steht das Strukturprinzip des Zentralismus für das Bestreben, alle Kompetenzen des Staates in einer zentralen obersten Instanz zu konzentrieren. Eine Form sind zentralistisch organisierte Einheitsstaaten, deren politische Souveränität sich auf die nationale Ebene fokusiert. In der Religion steht der Zentralismus für die Kirchenorganisation, in der Wirtschaft für eine Planwirtschaft.

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Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH)

Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) mit Sitz in Den Haag verfolgt Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression, wenn die Delikte nicht auf nationaler Ebene geahndet werden können. Der unabhängige Gerichtshof wurde durch das Rom-Statut errichtet und darf nur über Individuen, nicht aber über Staaten zu Gericht sitzen. Dem Vertrag sind bislang 120 Staaten beigetreten, darunter auch alle EU-Mitgliedstaaten. Neben Russland, China und den USA als ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates lehnen bislang auch die Atommächte Indien und Pakistan, einige arabische Staaten sowie der Sudan, Israel, Nordkorea, Kuba und der Iran eine Mitgliedschaft im IStGH ab.

Außerdem ist der Internationale Strafgerichtshof eine eigenständige internationale Organisation und nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Gerichtshof (IGH). Im Gegensatz zum IStGH entscheidet das höchste UN-Gericht über Streitigkeiten zwischen den Staaten. Auch die UN-Tribunale für das ehemalige Jugoslawien (ITCY) sowie das Tribunal (ITCR) für den Völkermord in Ruanda sind eigenständige Gerichtshöfe und nicht mit dem IStGH zu verwechseln. Dazu kommen verschiedene Sondertribunale wie der Sondergerichtshof für Sierra Leone, das Rote-Khmer-Tribunal und das Sondetribunal für den Libanon.

In Deutschland können Kriegsverbrecher auf der Grundlage des Völkerrechtstrafgesetzbuches (VStGB) zur Verantwortung gezogen werden. Es fast die Regeln des Völkerrstrafrechts zusammen und listet die einzelnen Tatbestände samt Strafen aus: Dazu zählen Völkermord (§6 VStGB), Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§7 VStGB) und Kriegsverbrechen (§8 VStGB bis §12 VStGB). Auch die Verletzung der Aufsichtspflicht (§13 VStGB) sowie das Unterlassen der Meldung einer Straftat (§ 14 VStGB) werden juristisch belangt. Diese Tatbestände können nun auch in Deutschland verfolgt werden - unabhängig davon, wo die Verbrechen und von wem sie begangen wurden.

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Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG)

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) wurde offiziell am 28. September 1951 als höchstes deutsches Gericht gegründet. Als einziges Gericht hat es die Kompetenz, Bundesgesetze für nichtig erklären zu lassen, wenn sie gegen das Grundgesetz verstoßen. Zudem entscheidet es auch im Fall von Streitigkeiten zwischen den Verfassungsorganen. Den größten Teil der Verfahren machen hingegen Verfassungsbeschwerden aus, die nach dem Gesetz "jedermann" erheben kann. Allein im Jahre 2010 gingen insgesamt 6.422 Verfahren bei Gericht ein, davon 6.251 Verfassungsbeschwerden.

Das Gericht besteht aus zwei Senaten mit jeweils acht Richterinnen und Richtern. Ein Großteil der Entscheidungen wird ohne mündliche Verhandlung per Beschluss von sogenannten Kammern mit jeweils drei Richtern getroffen. Die Verfassungsrichter müssen mindestens 40 Jahre alt sein und werden für eine Amtszeit von zwölf Jahren gewählt. Eine Wiederwahl der Richter ist jedoch nicht möglich.

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Die deutschen Sicherheitsbehörden

In Deutschland sind mehrere Behörden für die öffentliche Sicherheit und die Abwehr von Gefahren zuständig. Diese sind dem Bundesinnenministerium unterstellt:

  • Das Bundeskriminalamt (BKA) ist Deutschlands oberste Polizeibehörde und wurde 1951 gegründet. Das BKA koordiniert den Kampf gegen die Kriminalität auf nationaler Ebene: So ermittelt es selbstständig bei grenzüberschreitendem Terrorismus, Falschgeld, Drogen oder illegalem Waffenhandel. Auch der Schutz der deutschen Verfassungsorgane gehört zu den BKA-Aufgaben. Es hält zudem Kontakte der deutschen Polizei ins Ausland und vertritt Deutschland bei der Interpol. Hauptsitz des BKA ist Wiesbaden - weitere Standorte sind Berlin und Meckenheim bei Bonn. Derzeit sind rund 5.500 Mitarbeiter bei der Behörde beschäftigt.
  • Die Bundespolizei (BPol) mit Sitz in Potsdam ist hauptsächlich für den Grentzschutz sowie die Sicherheit an Bahnhöfen und Flughäfen zuständig. Zudem darf sie auch im Ausland für polizeiliche oder andere nichtmilitärische Aufgaben eingesetzt werden. Zur Bundespolizei gehört auch der Spezialverband der GSG9 - zu deren Aufgaben gehört die Bekämpfung von Terrorismus und schwerster Gewaltkriminalität. Von den 40.000 Mitarbeitern sind etwa 32.000 Polizeivollzugsbeamte. Gegründet wurde die Bundespolizei am 16. März 1951 als "Bundesgrenzschutz".
  • Das Bundesamt für Verfassungschutz (BfV) mit Sitz in Köln wurde 1950 gegründet und hat die innere Sicherheit der Bundesrepublik im Blick. Allerdings ist das BfV nur für den Bund zuständig, da die 16 Bundesländer jeweils eigene Verfassungsschutzbehörden besitzen. Das BfV ist gegenüber den Länderämtern jedoch nicht weisungsbefugt. Die Aufgaben des Bundesamtes liegen bei der Beschaffung und Auswertung von Informationen, der Spionageabwehr sowie dem Geheim- und Wirtschaftsschutz. Zudem erstellt der Inlandsgeheimdienst den jährlichen Verfassungsschutzbericht.

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Die Anti-Terror-Gesetze in Deutschland

Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 wurden zahlreiche neue Sicherheitsmaßnahmen beschlossen. Laut einem Gutachten des Deutschen Bundestages wurden allein zwischen 2001 und 2008 insgesamt 26 Gesetze und internationale Abkommen beschlossen. Die wichtigsten Inhalte im Überblick:

  • Polizei und Geheimdienste: Das Bundeskriminalamt (BKA) darf bei Terrorverdacht vorbeugend ermitteln und dafür auch Computer ausspähen. Seit 2007 werden in einer Antiterrordatei alle terrorismusrelevanten Informationen von Polizei und Geheimdiensten auf Bundes- und Landesebene miteinander vernetzt. Zudem gibt es seit 2004 ein Gemeinsames Terrorismusabwehrzentrum (GTAZ) mit Sitz in Berlin. Unter dem Eindruck der NSU-Morde wurde zudem im September 2012 eine neue Verbunddatei Rechtsextremismus geschaffen.
  • Pässe und Reisen: Seit 2005 gibt es Reisepässe, die einen Chip mit dem digitalen Bild des Inhabers beinhalten. Seit 2007 werden zusätzlich auch zwei Fingerabdrücke erfasst; seit 2010 gibt es auch einen neuen Personalausweis, der ebenfalls mit biometrischen Merkmalen ausgestattet ist. An sicherheitsrelevanten Orten wie Flughäfen oder großen Industrieanlagen müssen sich Mitarbeiter einer Sicherheitsüberprüfung unterziehen. Zudem müssen Fluggesellschaften die Namen, Anschriften und gebuchten Flüge ihrer Kunden weitergeben. Außerdem darf die Bundespolizei verdeckte Sicherheitskräfte - sogenannte Sky-Marshalls - einsetzen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) sowie die Ausländerbehörden müssen zudem von sich aus den Verfassungsschutz informieren, wenn sie über extremistische Bestrebungen erfahren.
  • Finanzen und Kommunikation: Kreditinstitute und Finanzunternehmen Auskünfte über Konten, Konteninhaber, Geldbewegungen und Geldanlagen geben. Zudem müssen die Anbieter von Telefon- und Internetdiensten die Verbindungs- und Nutzungsdaten offenlegen.

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Bedeutende Gerichtsprozesse mit politischem Hintergrund

1945/46: Bei den Nürnberger Prozessen stehen die überlebenden Hauptkriegsverbrecher des NS-Regimes vor dem Internationalen Militärgerichtshof der alliierten Siegermächte vor Gericht. Zehn Angeklagte wurden unter anderem wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und gegen den Frieden zum Tode verurteilt und hingerichtet. Bis 1949 fanden zwölf weitere große Kriegsverbrecherprozesse statt.

1950: Mehr als 3.400 tatsächliche oder vermeintliche Kriegsverbrecher müssen sich in den Waldheimer Prozessen vor sogenannten Volksrichtern verantworten. 33 von ihnen werden zum Tode verurteilt. Die Stiftung zur Aufarbeitung der DDR spricht heute von einem "dunklen Kapitel der DDR-Justiz".

1952: Das Bundesverfassungsgericht verbietet auf Antrag der Bundesregierung die Sozialistische Reichspartei (SRP). Diese sah sich in der Tradition der NSDAP und versuchte die Ziele des Nationalsozialismus zu verwirklichen.

1956: Mit dem zweiten Parteiverbot trifft das Bundesverfassungsgericht die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD). Das Gericht unterstellte ihr eine "aktiv kämpferische, aggressive Haltung gegenüber der bestehenden Ordnung", was mit der "freiheitlich demokratischen Grundordnung" nicht vereinbar sei.

1963-1965: In den Frankfurter Auschwitzprozessen stehen 20 Aufseher und Angehörige der Lagermannschaften des Vernichtungslagers Auschwitz vor Gericht. Sechs Angeklagte werden zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilt, elf zu Zuchthausstrafen zwischen drei und 14 Jahren. Drei Angeklagte werden freigesprochen.

1975-1977: Im Stammheim-Prozess musste sich die erste Generation der RAF verantworten. Den Angeklagten wurde Mord in vier Fällen und versuchter Mord in 54 Fällen vorgeworfen.

1992: Wegen des "Schießbefehls" an der Berliner Mauer und der innerdeutschen Grenze müssen sich der frühere DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker sowie fünf weitere Spitzenfunktionäre der DDR verantworten. Das Bundesverfassungsgericht ordnet jedoch im Januar 1993 die Einstellung des Verfahrens wegen der Krebserkrankung Honeckers an.

Seit 2013: Vor dem Oberlandesgericht München sind fünf Personen angeklagt, an den Taten der rechtsextremen Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) beteiligt gewesen zu sein. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe muss sich unter anderem wegen Mittäterschaft in zehn Mordfällen, besonders schwerer Brandstiftung und Gründung und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verantworten. Zudem stehen vier weitere mutmaßliche Helfer und Unterstützer vor Gericht, darunter unter anderem der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben. Die Terrorserie des NSU umfasst neun Morde an Migranten, ein Polizistenmord, zwei Sprengstoffanschläge, sowie 15 Raubüberfälle. Der Prozess befindet sich bereits in der Schlussphase.

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Terroristische Vereinigungen in Deutschland

Seit 1976 steht in Deutschland die Bildung einer terroristischen Vereinigung unter Strafe - also zur Zeit des RAF-Terrors. Demnach können Mitglieder und Unterstützer gemäß Paragraph 129a Strafgesetzbuch auch dann bestraft werden, wenn ihnen die Beteiligung an einer konkreten Straftat nicht nachgewiesen werden kann.

Nach der geltenden Rechtssprechung ist eine terroristische Vereinigung ein dauerhaft angelegter Zusammenschluss von mehr als zwei Personen, um terroristische Straftaten zu begehen. Dazu zählen zunächst schwerwiegende Straftaten wie Mord, Totschlag, Völkermord oder Geiselnahmen - unabhängig von den damit verfolgten Zielen. Aber auch gemeingefährliche Taten wie Brandstiftung fallen darunter, wenn damit eine im weitesten Sinne politische Zielsetzung verbunden ist.

Diese Zielsetzung ist dann gegeben, wenn die Bevölkerung eingeschüchtert oder die Grundstrukturen eines Staates bzw. einer internationalen Organisation beseitigt werden soll. Für die Strafbarkeit kommt es jedoch nicht darauf an, ob die beabsichtigten Taten auch tatsächlich ausgeführt wurden. Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden die Terrorgesetze in Deutschland verschärft. Seitdem sind auch Mitglieder und Unterstützer terorristischer Vereinigungen im Ausland strafbar. Zuständige Ermittlungsbehörde ist die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

In Deutschland war die Rote Armee Fraktion (RAF) über zwei Jahrzehnte lang der Inbegriff von Terror, Gewalt und Mord. Ihrem "bewaffneten Kampf" gegen das "imperialistische System" fielen mehr als 30 Menschen zum Opfer. Vorläufer der RAF war die sogenannte "Baader-Meinhof-Gruppe" - benannt nach Andreas Baader und der Journalistin Ulrike Meinhof. Nach den Studentenrevolte der 1960er-Jahre konzentrierte diese "erste Generation" ihre Gewaltaktionen vor allem auf US-Einrichtungen aus Protest gegen den Vietnamkrieg.

Mit der Verhaftung eines Großteils der RAF-Mitglieder bildete sich die "zweite Generation" um Christian Klar und Brigitte Mohnhaupt. Deren vorrangiges Ziel war die Befreiung der "ersten Generation" aus der Isolationshaft in der JVA Stuttgart-Stammheim. Die erste spektakuläre Aktion war am 24. April 1975 der Überfall auf die deutsche Botschaft in Stockholm. Im Sommer 1977 wurden Generalbundesanwalt Siegfried Buback und der Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG, Jürgen Ponto, von der RAF erschossen.

Ihren Höhepunkt fanden die RAF-Aktionen schließlich im Deutschen Herbst von 1977: als die Entführung von Arbeitgeberpräsident Hanns Martin Schleyer sowie die Entführung der Lufthansa-Maschine "Landshut" scheiterten, begingen die Anführer der RAF in der Nacht zum 18. Oktober Selbstmord. Die darauffolgende "dritte Generation" war nach Informationen des Verfassungsschutzes ein Zusammenschluss von bis zu 20 Personen und 250 Unterstützern. Sie wird vor allem für die Ausführung von Sabotageakten und für mehrere Mordanschläge verantwortlich gemacht, denen Persönlichkeiten der bundesdeutschen Politik und Wirtschaft zum Opfer fielen.

Zu den Opfern der RAF-Anschläge zählten unter anderem der Diplomat Gerold von Braunmühl, der Bankier Alfred Herrhausen, der Treuhandpräsident Detlev Karsten Rohwedder oder der Siemens-Manager Karl Heinz Beckurts. Während weltweit nach den RAF-Terroristen gefahndet wurde, ermöglichte die Stasi zehn von ihnen ein bürgerliches Leben in der DDR mit getarnten Identitäten. Am 20. April 1998 gab die RAF schließlich ihre Selbstauflösung bekannt; viele ihrer Verbrechen wurden bis heute nicht aufgeklärt.

Zeittafel zur Roten Armee Fraktion (RAF)

Neben der RAF galten die Revolutionären Zellen (RZ) in den 1970er- und 1980er-Jahren als eine der gefährlichsten Terrorgruppen. Die linksextreme Organisation entstand Anfang der 1970er-Jahre und grenzte sich ausdrücklich von der RAF ab. So sollten gezielte Angriffe auf Menschen nach eigener Ideologie zwar vermieden werden. Allerdings bekannten sie sich zum tödlichen Attentat auf den hessischen Wirtschaftsminister Heinz-Herbert Karry am 11. Mai 1981. Später wurden auch andere hochrangige Amtsträger und Politiker zu Opfern sogennannter "Knieschuss-Aktionen" - darunter unter anderem der Vorsitzende Richter am Bundesverwaltungsgericht, Günter Korbmacher. Auch am Überfall auf die OPEC-Konferenz im Dezember 1975 und die Entführung eines französischen Passagierflugzeuges nach Entebbe im Juni 1976 waren Mitglieder der RZ beteiligt.

Nach Erkenntnissen von Verfassungsschützern agierte die RZ besonders in kleinen und voneinander unabhängigen Einheiten von drei bis fünf Mitgliedern. Tagsüber führten die meisten Mitglieder ein "normales" Leben, so dass sie später auch als "Feierabendterroristen" bezeichnet wurden. Die Gruppierungen der RZ waren bis Mitte der 1990er-Jahre vor allem in Berlin, Hamburg, Frankfurt und dem Ruhrgebiet aktiv. Die deutschen Sicherheitsbehörden rechnen ihnen zahlreiche Sprengstoff- und Brandanschläge auf Gebäude von Unternehmen, Staat oder Militär sowie sonstige Attentate zu.

Im November 2011 wurde die Existenz des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) bekannt. Die sogennante "Zwickauer Terrorzelle" um Beate Zschäpe, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt ging aus der rechtsextremen Szene der 1990 hervor. In der Folgezeit schottete sich die Terrorzelle weitgehend nach außen ab; aus der Illegalität heraus beging das Trio mutmaßlich zehn Morde. Die Opfer waren neun türkisch- und griechischstämmige Kleinunternehmer sowie eine Polizistin. Während Böhnhardt und Mundlos im November 2011 nach einem missglückten Banküberfall Selbstmord begingen, muss sich Zschäpe ab April 2013 vor dem Oberlandesgericht München verantworten. Mitangeklagt sind auch vier mutmaßliche Helfer und Unterstützer der rechtsextremen Terrorgruppe. Am 11. Juli 2018 wird Zschäpe wegen Mittäterschaft an diesen Taten und Mitgliedschaft in der terroristischen Vereinigung NSU sowie schwerer Brandstiftung zu lebenslanger Haft verurteilt. Vier weitere Angeklagte wurden wegen verschiedener Beihilfehandlungen zu zeitigen Haftstrafen verurteilt.

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Ausländische Terrorvereinigungen

In Spanien kämpfte die baskische Untergrundorganisation Euskadi Ta Askatasuna (ETA) über ein halbes Jahrhundert für einen unabhängigen baskischen Staat. Bei etwa 4.000 Terroranschlägen kamen mehr als 830 Männer, Frauen und Kinder ums Leben - etwa 2.300 Menschen wurden verletzt. Während sich die ETA als linke Befreiungsorganisation definiert, wird sie international als terroristische Vereinigung eingestuft. Während der Franco-Diktatur spielte die ETA beim Kampf gegen Franciso Franco eine wichtige Rolle. Auch mit der Rückkehr zur Demokratie setzte sie ihren bewaffneten Kampf fort. Erst 2011 kündigte die ETA die "definitive Beendigung ihrer bewaffneten Aktivitäten" an. Am 2. Mai 2018 gab die Untergrundorganisation ihre Selbtsauflösung bekannt.

Als größte und älteste Guerilla-Gruppe Kolumbiens gelten die "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC). Seit 1964 kämpft die gegen die Staatsmacht sowie gegen rechtsgerichtete paramilitärische Gruppen und Drogenkartelle. Nach Einschätzung von Kritikern ist deren Kampf heute jedoch kaum noch politisch motiviert, sondern eng mit Drogenhandel, Mord, Geiselnahme und Lösegelderpressung verbunden. Gemeinsam mit anderen Rebellen kontrollierte die FARC einst große Teile des Andenstaates; seit 2002 wurden sie vom Militär weitgehend in meist unzugängliche Dschungelgebiete zurückgedrängt.

Zudem wurden die FARC in den vergangenen Jahren für mehrere Bombenanschläge in mehreren kolumbianischen Städten verantwortlich gemacht - Hunderttausende Menschen flohen vor den Kämpfen sowie Übergriffen linker Rebellen und rechter Paramilitärs in sichere Landesteile. Zudem werden in keinem anderen Land der Welt soviele Menschen entführt wie in Kolumbien. Die Lösegelder für die oftmals jahrelang festgehaltenen Geiseln sowie der Drogenschmuggel wurden zur Haupteinnahmequelle der Guerilla-Organisation. Die FARC werden von Kolumbien, Peru, Kanada, den USA und der EU als terroristische Organisation eingestuft.

Im September 2016 unterzeichneten die FARC und die kolumbianische Regierung einen Friedensvertrag, mit der über 50 Jahre andauernde Konflikt offiziell beendet wurde. Dabei kamen über 220.000 Menschen ums Leben, Millionen wurden vertrieben. Der Vertrag sieht demnach sieht eine Landreform, neue Ansätze im Kampf gegen den Drogenhandel und eine Entschädigung der Opfer vor. Zudem will die FARC künftig politisch für ihre Ziele eintreten. Dafür wurden ihr in den kommenden zwei Wahlperioden zehn Abgeordnetenmandate im kolumbianischen Parlament garantiert.

Das Terrornetzwerk al-Qaida ("Die Basis") kämpft für eine islamistische Weltordnung und agiert mit seinen "Glaubenskriegern" mittlerweile in rund 100 Ländern. Die Angriffe richten vor allem auf Ziele in den USA und Westeuropa. Gegründet wurde al-Qaida Ende der 1980er-Jahre im afghanisch-pakistanischen Grenzgebiet - deren Mitglieder widmeten sich damals vor allem gegen die sowjetische Besatzung Afghanistans. Nach deren Ende baute ihr Gründer Osama bin Laden die Organisation zu einem weltweiten Terrornetzwerk aus - dessen Mitglieder kann kedoc nur grob geschätzt werden. In den letzten Jahren setzte das Terrornetz zunehmend auf regional eigenständige Zellen - die einstige Kommandozentrale hingegen blieb eine Art ideologischer Kopf.

al-Qaida werden zahlreiche Terrorakte angerechnet - darunter die Terroranschläge vom 11. September 2001, die Anschläge von Madrid 2004 und London 2005, die Bombenattentate auf US-Botschaften in Afrika 1998 oder Anschlag auf das World Trade Center (WTC) 1993.

Die Organisation Islamischer Staat wurde 2003/04 von Abu Musab az-Zarqawi gegründet. Das Ziel der dschihadistisch-salafistischen Terrororganisation ist die Errichtung eines Kalifats, das Syrien, den Irak, den Libanon, Israel, Palästina und Jordanien umfassen soll. Durch ihren Namen knüpft sie zudem an das Konzept eines islamischen Staates an. Ihren Ursprung hat sie im irakischen Widerstand. Zudem bekannte sie sich zunächst zu al-Qaida; seit Mitte 2013 sind beide Organisationen jedoch zerstritten. Im syrischen Bürgerkrieg kämpft der IS sowohl gegen das Regime von Präsident Bashar al-Assad als auch gegen die Freie Syrische Armee und die kurdische Minderheit. Zudem ist sie auch ein maßgeblicher Akteur und Hauptverantwortlicher der Krise im Irak 2014. Der IS finanziert sich durch Spenden aus Katar, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie aus Lösegeldforderungen aus Geiselnahmen westlicher Journalisten und dem Verkauf von Rohöl von mehreren eroberten Ölfeldern.

Keine andere islamistische Terrororganisation formuliert ihren Hass auf das Christentum und den Westen so deutlich wie Boko Haram in Nigeria. Seit 2010 haben die nigerianischen Islamisten eine blutige Spur von Anschlägen hinterlassen. Ziele sind vor allem Polizeistationen und Kirchen - unterschiedliche Quellen gehen von vielen Hundert Opfern der Anschläge aus. Die Boko Haram will mit ihren Anschlägen im Norden des Landes einen islamischen Staat errichten, wo sie auch ihre Hochburgen hat. Über die Zahl ihrer Mitglieder und die Organisationsstrukturen gibt es hingegen keine gesicherten Informationen. Osama bin-Laden und die al-Qaida werden gelten zudem als Helden. So soll die Terrororganisation auch Kontakte zu al-Qaida-Ablegern in den nordafrikanischen Maghreb-Staaten unterhalten.

Ebenso berüchtigt ist auch die somalische Al-Shabaab-Miliz. Sie wurde 1998 gegründet und hat Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Die Mitglieder der Miliz haben die Freiheiten der Bürger stark eingeschränkt und gehen dabei oft äußerst brutal vor. Männer dürfen nicht "westlich" aussehen und müssen sich Bärte wachsen lassen; Frauen werden gedrängt, ihre traditionell bunten Gewänder gegen dunkle Gesichtsschleier zu tauschen. Alles Westliche - wie Kino oder Fußball - wurden verboten. Während des Somalischen Bürgerkrieges kämpfte sie gegen die Übergangsregierung Somalias. Zwar konnten somalischen Regierungstruppen gemeinsam mit den Soldaten der AMISOM die Al-Shabaab-Miliz weitgehend zurückdrängen - dennoch ist sie nach wie vor sehr mächtig. So ist sie auch für den Überfall auf das Westgate-Einkaufszentrum in der kenianischen Haupstadt Nairobi im September 2013 verantwortlich.

Die Hisbollah ist eine schiitische Partei und Miliz, die 1982 durch die israelische Invasion im Libanon entstand. Erklärtes Ziel war zunächst die "islamische Revolution" im Libanon, um einen islamischen Staat zu errichten. Die Hochburgen der Organisation sind im Süden des Libanon. Im Jahre 1987 wurde die Hamas als Zweig der Muslimbruderschaft gegründet mit dem Ziel, den Staat Israel mit militärischen Mittel zu beseitigen. Sie steht damit in der Konkurrenz zur Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), welche die Vertretung aller Palästinenser, auch der im arabischen und im nichtmuslimischen Exil, anstrebt. Stärkste Fraktion der PLO ist derzeit die Fatah. Im Jahre 1974 wurde die PLO von den Vereinten Nationen (UNO) als "Repräsentant des palästinensischen Volkes" anerkannt.

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Literaturtipps

Wolfgang Ismayr:
Politische Systeme Westeuropas.
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2008
Preis: € 22,90
ISBN-10: 3531164643
ISBN-13: 978-3531164649

Wolfgang Ismayr:
Politische Systeme Osteuropas.
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2009
Preis: € 34,95
ISBN-10: 353117181X
ISBN-13: 978-3531171814

Wolfgang Ismayr:
Gesetzgebung in Westeuropa: EU-Staaten und Europäische Union.
VS Verlag für Sozialwissenschaften 2012
Preis: € 39,95
ISBN-10: 3531198866
ISBN-13: 978-3531198866

Werner Weidenfeld:
Europa-Handbuch.
Band 1: Die Europäische Union - Politisches System und Politikbereiche.
Band 2: Die Staatenwelt Europas.

Bertelsmann Stiftung 2006
Preis: € 44,-
ISBN-10: 3892047693
ISBN-13: 978-3892047698

Werner Weidenfeld/Wolfgang Wessels (Hrsg.):
Europa von A bis Z. Taschenbuch der europäischen Integration.
Nomos 2011
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3832956409
ISBN-13: 978-3832956400

Samuel P. Huntington:
Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert.
Goldmann Verlag 2002
Preis: € 13,-
ISBN-10: 3442151902
ISBN-13: 978-3442151905

Anton Pelinka und Johannes Varvick:
Grundzüge der Politikwissenschaft.
UTB 2010
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3825226131
ISBN-13: 978-3825226138

Herrman Bengtson:
Griechische Geschichte: Von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit.
Beck 2009
Preis: € 29,90
ISBN-10: 3406589405
ISBN-13: 978-3406589409

Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte.
Band 1: Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat.

Primus Verlag 1998
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3534027264
ISBN-13: 978-3534027262

Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte.
Band 2: Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian.

Primus Verlag 2009
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3534124391
ISBN-13: 978-3534124398

Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte.
Band 3: Spätantike von Constantin bis Justinian.

Primus Verlag 2003
Preis: € 24,90
ISBN-10: 3896784560
ISBN-13: 978-3896784568

Johannes Fried:
Das Mittelalter: Geschichte und Kultur.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2011
Preis: € 14,90
ISBN-10: 3423346507
ISBN-13: 978-3423346504

Heinrich August Winkler:
Der lange Weg nach Westen.
Band 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik.

C.H. Beck 2001
Preis: € 39,90
ISBN-10: 3406460011
ISBN-13: 978-3406460012

Heinrich August Winkler:
Der lange Weg nach Westen.
Band 2: Deutsche Geschichte vom "Dritten Reich" bis zur Wiedervereinigung

C.H. Beck 2009
Preis: € 39,90
ISBN-10: 340646002X
ISBN-13: 978-3406460029

Heinrich August Winkler:
Geschichte des Westens: Von den Anfängen in der Antike bis zum 20. Jahrhundert.
Nomos 2012
Preis: € 39,95
ISBN-10: 340659235X
ISBN-13: 978-3406592355

Ulrich Herbert: Europäische Geschichte im 20. Jahrhundert: Geschichte Deutschlands im 20. Jahrhundert.
CH Beck 2014
Preis: € 39,95
ISBN-10: 3406660517
ISBN-13: 978-3406660511

Bruno Cabanes und Anne Duménil von Theiss (Hrsg.):
Der Erste Weltkrieg: Eine europäische Katastrophe.
Theiss 2013
Preis: € 49,95
ISBN-10: 3806227640
ISBN-13: 978-3806227642

Christopher Clark:
Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog.
Deutsche Verlags-Anstalt 2013
Preis: € 39,99
ISBN-10: 3421043590
ISBN-13: 978-3421043597

Daniel Jonah Goldhagen:
Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust.
Goldmann Verlag 2000
Preis: € 12,50
ISBN-10: 3442150884
ISBN-13: 978-3442150885

Wolfgang Benz:
Geschichte des Dritten Reiches.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2003
Preis: € 9,90
ISBN-10: 3423308826
ISBN-13: 978-3423308823

Herrmann Vinke:
Die DDR. Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen.
Ravensburger Buchverlag 2008
Preis: € 19,95
ISBN-10: 3473551163
ISBN-13: 978-3473551163

Manfred Hergt, Werner Hilgemann, Hermann Kinder:
dtv-Atlas Weltgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2006
Preis: € 17,90
ISBN-10: 3423085983
ISBN-13: 978-3423085984

Gisela Graichen, Rolf Hammel-Kiesow und Alexander Hesse:
Die deutsche Hanse: Eine heimliche Supermacht.
Rowohlt 2011
Preis: € 24,95
ISBN-10: 9783498025199
ISBN-13: 978-3498025199

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