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Hier finden Sie Informationen rund um die Themen Politik und Geschichte. Es besteht kein Anspruch auf Aktualität und Vollständigkeit der Informationen.
Wissenwertes aus Politik und Geschichte
Von der Wehrpflichtarmee zur Berufsarmee
In Deutschland hat die Wehrpflicht eine rund 200-jährige Geschichte. Ihren Ursprung hat sie in den Befreiungskriegen gegen Napoleon am Beginn des 20. Jahrhunderts. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde sie durch den Versailler Vertrag von 1919 abgeschafft; am 16. März 1935 wurde sie jedoch wieder von den Nationalsozialisten eingeführt. In der Bundesrepublik wurde die Wehrpflicht am 21. Juli 1956 eingeführt; in der DDR zogen am 1. April 1957 die ersten Wehrpflichtigen in die Kasernen ein. Nach dem Ende des Kalten Krieges verlor sie hingegen immer mehr an Bedeutung - auch sicherheitspolitisch und militärisch war sie nicht mehr begründbar. Zum 1. Juli 2011 wurde die Wehrpflicht daher ausgesetzt; allerdings bleibt sie im Grundgesetz verankert und kann per einfachem Gesetz wieder eingeführt werden, wenn es die Sicherheitslage erfordert. Auch der Zivildienst, welcher an die Wehrpflicht gekoppelt ist, fällt weg. Allerdings gibt es nun einen freiwilligen Wehrdienst, der bis zu 23 Monate dauert und bis zu 15.000 Männern und Frauen offen steht.
Auch in der NATO die Wehrpflicht ein Auslaufmodell. Nach der Umwandlung der Bundeswehr in eine Freiwilligenarmee existiert nur noch in vier der 28 Mitgliedstaaten - nämlich in Griechenland, Estland, Norwegen und der Türkei. Einige andere Staaten haben den Systemwechsel zur Berufsarmee längst vollzogen. Die USA haben bereits seit 1973 eine reine Berufsarmee mit rund 1,5 Millionen aktiven Soldaten. Problematisch ist jedoch der Umstand, dass viele junge Menschen zur Armee wollen, die wegen mangelnder Bildung oder eines schwierigen sozialen Umfeldes kaum Alternativen haben. Experten meinen daher, dass sich dies in einer gewissen "Verrohung" niederschlägt. Großbritannien schaffte die Wehrpflicht bereits 1963 ab und wurde damit zum Vorreiter bei der Professionalisierung der europäischen Streitkräfte. Derzeit gehören der britischen Armee derzeit etwa 178.000 Soldaren an.
In Frankreich beschloss die Nationalversammlung im Jahre 1997 die unbefristete Aussetzung des Militärdienstes. Begründet wurde dies mit dem Umstand, dass es die Wehrpflicht ungerecht, zu teuer und nicht mehr vereinbar mit den neuen strategischen Herausforderungen sei. Der Übergang der französischen Streitkräfte zu einer Berufsarmee gestaltete sich jedoch als relativ problemlos, da es genügend Bewerber für den Dienst an der Waffe gibt. In Italien beschloss die Regierung im Jahre 1999 die Aussetzung de Wehrpflicht, ließ sich mit der Umsetzung jedoch sechs Jahre Zeit. So wurde die Zahl der Berufssoldaten bis 2005 schrittweise erhöht und die Zahl der Wehrpflichtigen langsam auf Null reduziert. Seit 2000 sind auch Frauen für den Militärdienst zugelassen. Insgesamt gehören den italienischen Streitkräfte etwa 178.000 Soldaten an. In Spanien ist die Wehrpflicht seit 2001 abgeschafft: da das iberische Land allerdings eine der höchsten Verweigerer-Raten der Welt hat, fehlten den spanischen Streitkräfte anfangs die Soldaten. Heute gehören diesen über 210.000 Militärs an.
Der Bundesfreiwilligendienst
Mit der Aussetzung der Wehrpflicht soll der Bundesfreiwilligendienst dem ebenfalls ausgelaufenen Zivildienst zumindest in Teilen ersetzen. Der entscheidende Unterschied liegt darin, dass er kein Pflichtdienst mehr ist, sondern vielmehr ein Angebot an alle - ob nun Männer und Frauen, Alte und Junge, Deutsche und Ausländer. Sie können für eine gewisse Zeit ihren Dienst in Krankenhäusern, Behindertenheimen oder im Bildungs-, Sport- und Kulturbereich leisten. Die Regeldauer beträgt ein Jahr, kann aber auch auf zwei Jahre verlängert oder auf ein halbes Jahr verkürzt werden. Für ihre Arbeit erhalten die "Bufdis" ein Taschengeld von bis zu 330 Euro; manche Träger stellen zudem auch Unterkunft und Verpflegung. Der Bundesfreiwilligendienst soll die bereits bestehenden Dienste des Freiwilligen Sozialen Jahres (FSJ) und des Freiwilligen Ökologischen Jahres (FÖJ) ergänzen. Gefördert wird der Dienst nicht vom Bund, sondern von den Ländern.
Der Wehrbeauftragte des Bundestages
Der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages dient als Hilfsorgan des Parlaments als Vertrauensperson außerhalb der Bundeswehr. So haben alle Bundeswehrangehörigen das Recht, sich direkt - ohne Zustimmung des Vorgesetzten - an ihn wenden und ihm Missstände mitteilen, ohne dafür benachteiligt zu werden. Der Wehrbeauftragte ist zudem beauftragt, dem Parlament über den inneren Zustand der Bundeswehr zu berichten. Außerdem soll er möglichen Grundrechtsverletzungen oder Verstößen gegen die Grundsätze der Inneren Führung nachgehen. Somit gilt das Amt zugleich als Frühwarnsystem des Parlaments und als Beschwerdestelle für Soldaten.
Das Amt des Wehrbeauftragten ist in der deutschen Verfassungs-, Rechts- und Militärgeschichte einmalig. Er wird für eine Amtszeit von fünf Jahren gewählt, wobei die Wiederwahl zulässig ist. Anfangs wurde der Wehrbeauftragte in der Bundeswehr eher misstrauisch betrachtet, heute ist er jedoch unumstritten. Seit 2010 hat der FDP-Politiker Hellmut Königshaus das Amt des Wehrbeauftragten inne. Mit seinen Berichten brachte er bereits mehrere Affären ins Rollen: So griff er unter anderem den Umgang mit Kadetten auf dem Marineschulschiff "Gorch Fock" auf und brachte Klagen über Ausrüstungsmängel der Bundeswehr in Afghanistan an die Öffentlichkeit.
Holocaust-Gedenktag
Am Holocaust-Gedenktag wird weltweit der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Am 27. Februar 1945 wurde Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau - das größte Vernichtungslager der Nazis - von der sowjetischen Armee befreit. Auschwitz steht heute symbolhaft für die Millionen Menschen, die vom Nazi-Regime verfolgt und ermordet wurden. Mit Lesungen, Konzerten, Theateraufführungen oder Gedenkmärschen soll die Erinnerung an den nationalsozialistischen Terror wachgehalten werden. In Deutschland hatte Bundespräsident Roman Herzog den 27. Januar als nationalen Gedenktag festgelegt. Die Generalversammlung der UNO erklärte ihn 2005 zum Internationalen Holocaustgedenktag.
Mauern und Sperranlagen auf aller Welt
Über 28 Jahre lang war die Berliner Mauer das Symbol für die Teilung Deutschlands während des Kalten Krieges. Sie grenzte die Westsektoren Berlins vom Ostteil der Stadt sowie von der DDR ab. Die Mauer umfasste 155 Kilometer und war vier Meter hoch - allein 43 Kilometer davon trennte die beiden Teile Berlins. Die innerdeutsche Grenze selbst war rund 1.400 Kilometer lang. Die Mauer unterbrach zwölf S-Bahn- und U-Bahnlinien sowie 193 Straßen. Es gab acht Grenzübergänge zwischen West- und Ost-Berlin sowie sechs weitere zwischen der DDR und West-Berlin. Aber auch in anderen Ländern existieren stark gesicherte Befestigungsanlagen:
- Die Große Chinesische Mauer sollte das chinesische Kaiserreich vor den Nomaden aus dem Norden schützen. Nach dem 17. Jahrhundert verlor die Grenzbefestigung zwar an Bedeutung - mit 6.000 Kilometern ist sie heute jedoch das berühmteste Bauwerk Chinas. Für den Westen symbolisiert die Mauer die Abschottung des Landes, die Chinesen sehen darin hingegen ein Symbol für Stärke.
- Im Jahre 2003 hat Israel nach einer Reihe von Anschlägen mit dem Bau einer Sperranlage zum Westjordanland, um seine Bürger vor Angriffen zu schützen. Mittlerweile ist sie zu 60 Prozent fertiggestellt, allerdings sollen noch rund 700 Kilometer folgen. Nur etwa fünf Prozent der Sperranlage soll aus Mauern bestehen, vor allem im Großraum Jerusalem. Nach israelischen Angaben soll die Maßnahme jedoch nur vorübergehend sein.
- Mit einer schwer befestigten und bewachten Demarkationslinie entlang des 38. Breitengrades ist die koreanische Halbinsel seit 1948 geteilt. Hinter dieser provisorischen Trennlinie hat sich das kommunistische Nordkorea weitgehend isoliert, während zahlreiche Familien durch die Teilung auseinandergerissen wurden. Allerdings ist die Zahl der Nordkoreaner, die aus Unzufriedenheit oder wirtschaftlichen Gründen aus dem Land flüchten, in den letzten Jahren gestiegen. Die meisten von ihnen überqueren illegal die Grenze nach China und warten dort auf eine Reisemöglichkeit nach Südkorea.
- Auch Spanien hat seine nordafrikanischen Exklaven Ceuta und Melilla festungsmäßig ausgebaut. Mehrere Reihen von Stacheldrahtzäunen grenzen die Städte vom benachbarten Marokko ab und sollen afrikanische Flüchtlinge südlich der Sahara daran hindern, auf spanisches Gebiet zu gelangen. Während Europäer und Marokkaner diese Grenzen an mehreren Übergängen passieren dürfen, ist sie für Flüchtlinge heute praktisch unüberwindbar.
- Die Grenze zwischen den USA und Mexiko ist rund 3.100 Kilometer lang und wird wegen des Drogenschmuggels, der hohenZahl illegaler Einwanderer und der Bandenkriminalität stark bewacht. Etwa 1.100 Kilometer sind durch einen Zaun abgesichert, wobei ein Großteil lediglich aus Stacheldraht, Fahrzeugbarrieren und Reihen von Pfosten bestehen. Zudem werden die Befestigungen aus der Luft von Drohnen überwacht. Jedes Jahr sterben schätzungsweise zwischen 250 und 500 Menschen beim Versuch, die Grenze illegal zu überqueren.
- Seit 1974 ist die Mittelmeerinsel Zypern durch eine Demarkationslinie in den türkischen Norden und griechischen Süden geteilt. Die zypriotische Inselhauptstadt Nikosia ist bereits seit 1963 nach bürgerkriegsähnlichen Unruhen geteilt. Die Grenze besteht hauptsächlich aus Barrikaden und Pufferzonen, die von UN-Blauhelmen im Rahmen der UNFICYP kontrolliert werden. Die zypriotische Trennlinie zieht sich mit einer Gesamtlänge von mehr als 180 Kilometern über die gesamte Mittelmeerinsel. Auch hier überwachen die Blauhelme die Pufferzone. Seit 2003 ist die Grenze allerdings mit sieben Durchgängen durchlässig - drei davon in Nikosia.
Zensus - die Zählung der Bevölkerung
In einer Volkszählung - auch Zensus genannt - werden auf gesetzliche Anordnung statistische Daten über die Bevölkerung erhoben. Die dabei ermittelten Informationen dienen als Grundlage für das Handeln der Politik und der Verwaltung, zum Beispiel für den Wohnungsbau oder die Finanzierung öffentlicher Haushalte. Während in Deutschland die Volkszählung von 1987 wegen großer Proteste fast gescheitert wäre, wurde der "Zensus 2011" eher leise durchgeführt. Anders als zuvor wurde bei der letzten Volkszählung nur neder zehnte Bürger befragt.
Beim Zensus sollten die Bürger unter anderem Angaben zu ihrem Alter und Geschlecht sowue zur ihrer Herkunft und Ausbildung machen. Zu den Einkommensverhältnissen wurden jedoch keine Daten erhoben. Neben der Befragung wurde auch auf Daten aus Verwaltungsregistern zurückgegriffen. Kritiker bemängeln hingegen, dass Daten zweckentfremdet und ohne Einwilligung der Betroffenen zusammengeführt werden können. Insgesamt wurden beim Zensus 2011 rund ein Drittel der Bevölkerung direkt befragt; zudem mussten alle Hausbesitzer Auskunft geben.
Pressefreiheit - ein wichtiges Gut der Demokratie
Nach Definition der Vereinten Nationen (UNO) gilt eine unabhängige, pluralistische und freie Presse ein wesentlicher Bestandteil einer jeden demokratischen Gesellschaft. So müsse die Presse "unabhängig von der Kontrolle durch Regierung, Politik oder Wirtschaft" sein - Zensur wird als "schwerwiegender Verstoß gegen die Menschenrechte" bezeichnet.
Im Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland ist die Pressefreiheit seit 1949 in Artikel 5 verankert. Im Vergleich zu Großbritannien oder den USA ist die verbriefte Pressefreiheit in Deutschland allerdings eine eher junge Errungenschaft. Zwar gab es seit dem 19. Jahrhundert wiederholt Versuche, die staatliche Zensur abzuschaffen. Dennoch wurde die Presse von den Nationalsozialisten gleichgeschaltet; in der DDR wurde sie von der SED gelenkt und kontrolliert. Nach Angaben der "Reporter ohne Grenzen" zählen die skandinavischen Staaten, die Niederlande oder die Schweiz zu den Musterländern der Pressefreiheit; ganz am Ende rangieren hingegen Nordkorea, China oder der Iran.
Dreikönigstreffen der FDP
Mit dem traditionellen Dreikönigstreffen der FDP am 6. Januar starten die Liberalen seit nunmehr 140 Jahren politisch ins neue Jahr. Bereits im Jahre 1866 trafen sich Vertreter der Demokratischen Volkspartei in Stuttgart zu ihrer Dreikönigsparade - einer Art Landesvertreterversammlung. Im Laufe der Jahrzehnte entwickelte sich die Zusammenkunft am Dreikönigstag zu einer vielbeachteten Kundgebung mit Parteiprominenz. Unterbrochen wurde sie lediglich während der nationalsozialistischen Terrorherrschaft zwischen 1933 und 1945. Heute will sich die FDP beim Dreikönigstreffen auf ihre liberalen Werte besinnen und Selbstbewusstsein demonstrieren.
"Tea Party"-Bewegung
Die erzkonservative Tea-Party-Bewegung in den USA macht Stimmung gegen einen ihrer Ansicht nach übermächtigen Staat. Die überparteiliche Bewegung am rechten Rand läuft Sturm gegen den wachsenden Schuldenberg in den USA und lehnt Steuererhöhungen strikt ab. Der Kern ihrer Botschaft lautet: Mehr Macht dem Volk und weniger Einfluss dem Staat. Vielmehr glaubt die Bewegung an die Dynamik der Wirtschaft und will ihr daher so wenig Schranken wie möglich auflegen. Zudem verfolgt US-Präsident Barrack Obama in ihren Augen ein sozialistisches Programm, daher lehnen sie auch die Gesundheitsreform sowie die Konjunktur- oder Rettungspakete ab. Einen ausgeglichenen Haushalt wollen sie vielmehr durch Kürzungen bei den Sozialleistungen und geringere Regierungsausgaben erreichen. Der Name der Bewegung geht auf die Boston Tea Party von 1773 zurück, bei der die Siedler aus Protest gegen die Steuerpläne der britischen Kolonialherren Tee ins Hafenbecken warfen.
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Kurzinfo: Schottland zwischen Historie und Moderne |
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Schottland wird bereits seit mehreren Jahrhundert von der britischen Hauptstadt London aus regiert. Im Jahre 1603 wurden mit dem Herrschaftsantritt Jakobs I. die Schottland und das benachbarte England unter einer Krone vereinigt. Erst im Jahre 1707 beschloss das schottische Parlament mit dem "Act of Union" für seine eigene Auflösung und den Zusammenschluss mit England zum Königreich Großbritannien. Erst durch den Scotland Act wurde die Grundlage für die Neuerrichtung des schottischen Parlaments mit Sitz in der schottischen Hauptstadt Edinburgh geschaffen.
Trotz der Union mit England bewahrte Schottland sein Rechtssystem, eine eigene Kirche und ein separates Bildungsystem bewahrt. Mit einer Fläche von rund 78.000 km² ist der britische Landesteil größer als Bayern, hat aber nur rund fünf Millionen Einwohner. Etwa 70.000 Menschen sprechen noch das keltische Gälisch. Eine ebenso lebendige Tradition ist das Clan-Bewusstsein, dass sich in unterschiedlichen Karo-Mustern auf dem schottischen Kilt widerspiegelt. Als Symbole der "schottischen Identität" gelten zudem die jeweils eigene Fußball- und Rugbynationalmannschaft.
Die schottische Wirtschaft war einst von der Schafzucht und Fischerei geprägt. Im 18. Jahrhundert sorgen große Kohlevorkommen für den Beginn der Industrialisierung. Seit den 1970er-Jahren werden zudem die reichen Erdgas- und Ölvorkommen vor der schottischen Küste in der Nordsee ausgebeutet, wodurch Zehntausende neue Arbeitsplätze entstanden.
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Kurzinfo: Bundesverfassungsgericht (BVerfG) |
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Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) wurde offiziell am 28. September 1951 als höchstes deutsches Gericht gegründet. Als einziges Gericht hat es die Kompetenz, Bundesgesetze für nichtig erklären zu lassen, wenn sie gegen das Grundgesetz verstoßen. Zudem entscheidet es auch im Fall von Streitigkeiten zwischen den Verfassungsorganen. Den größten Teuk der Verfahren machen hingegen Verfassungsbeschwerden aus, die nach dem Gesetz "jedermann" erheben kann. Allein im Jahre 2010 gingen insgesamt 6.422 Verfahren bei Gericht ein, davon 6.251 Verfassungsbeschwerden.
Das Gericht besteht aus zwei Senaten mit jeweils acht Richterinnen und Richtern. Ein Großteil der Entscheidungen wird ohne mündliche Verhandlung per Beschluss von sogenannten Kammern mit jeweils drei Richtern getroffen. Die Verfassungsrichter müssen mindestens 40 Jahre alt sein und werden für eine Amtszeit von zwölf Jahren gewählt. Eine Wiederwahl der Richter ist jedoch nicht möglich.
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Organisation von Staaten
Staats- und Herrschaftsformen
Die einzelnen Staaten sind politisch in unterschiedlich organisiert. Unterschieden wird dabei zwischen drei verschiedenen Formen:
Moderne Herrschaftsformen:
Monarchie: In der Herrschaft des Einen ist die Staatsgewalt grundsätzlich auf eine Person an der Spitze des Staates konzentriert, die aufgrund ihrer Geburt oder/und auf Lebenszeit nach tradierten Riten bestimmt ist. Legitimerweise kann sie auch nicht ihres Amtes enthoben werden. Während die Thronfolge in einer Erbmonarchie erbrechtlich geregelt ist, wird in einer Wahlmonarchie der Monarch durch eine Wahl bestimmt. Mit dem Entstehen des modernen Nationalstaates bildeten sich bis heute drei Formen der Monarchie heraus:
Absolute Monarchie: Dem Anspruch nach besitzt der Monarch die alleinige Staatsgewalt. Der Adel erhält zudem Privilegien im Staats- und Militärwesen. Der Monarch ist zudem legibus absolutus ("von den Gesetzen losgelöst"), das heißt: er erlässt zwar die Gesetze, aber untersteht ihnen nicht.
Konstitutionelle Monarchie: Die Macht des Monarchen ist demnach nicht mehr uneingeschränkt, sondern von einer Verfassung geregelt. Die Regierung wird aber weiterhin vom Monarchen und nicht von einer Volksvertretung.
Parlamentarische Monarchie: Der Monarch übt in der Regel nur wenig Einfluss auf die Staatsgeschäfte aus, da diese vom Parlament und der Regierung geführt werden. Daher kommen dem Monarchen daher meist nur noch repräsentative Aufgaben zu.
Demokratie: Die Herrschaft des Volkes gilt heute allgemein als ideale Regierungsform. Sie basiert auf dem Prinzip, dass der Bürger durch Mehrheitsentscheidungen die Politik des Staates legitimiert. Zudem bezeichnet sie heute politische Systeme, die sich durch freie Wahlen, das Mehrheitsprinzip, politische Repräsentation, den Respekt politischer Opposition, Verfassungsmäßigkeit und den Schutz der Grundrechte auszeichnen. Auch die Demokratie kennt mehrere Formen:
Eine Sonderform ist zudem die Demarchie, wonach Regierung und Volksvertreter durch das Los und nicht durch Wahlen bestimmt werden.
Weitere wichtige Staats- und Regierungsformen:
Autokratie: Die "Selbstherrschaft" vereint alle wesentlichen Kompetenzen eines Staates in einer zentralen Kraft und sieht keine Beteiligung des Volkes an der Staatsgewalt vor.
Aristokratie: Sie bezeichnet im engeren Sinne die Herrschaft der Besten. In der politischen Wirklichkeit wurde diese Eigenschaft meist mit der Zugehörigkeit zum Adel gleichgesetzt.
Diktatur: Vom lateinischen Wort dictatura abgeleitet bezeichnet sie eine einzelne Person oder eine Gruppe, die mit uneingeschränkter Macht ausgestattet ist. Typische Merkmale sind unter anderem die Verletzung von Menschen- und Bürgerrechten, Presse- und Medienzensur, manipulierte Wahlen oder die Beeinflußung der Justiz. Eine Sonderform ist dabei die Militärdiktatur.
Kleptokratie: Die Herrschaft der Plünderer bezeichnet die willkürliche Verfügungsgewalt über Besitz und Einkünfte der Beherrschten und damit die Möglichkeit, sich oder ihre Klientel am Eigentum anderer zu bereichern.
Oligarchie: Bei der Herrschaft der Wenigen handelt sich um eine elitäre Gruppe von Menschen, die allein aufrund ihres Vermögens die Herrschaft in einem Staat ausübt. Eine Sonderform ist dabei Plutokratie (Herrschaft des Geldes), in der politische Rechte nach dem Einkommen vergeben werden.
Stratokratie: In der Herrschaft des Heeres geht die politische Gewalt direkt vom Militär aus. Reine Militärregierungen sind jedoch selten. Vielmehr existieren Mischformen, in denen eine zivile Regierungen existieren, das Militär aber im Hintergrund die eigentliche Macht ausübt. Die zivilen Regierungen können zudem können durch eine militärische Intervention der eigenen Streitkräfte abgesetzt oder anderweitig kontrolliert werden.
Theokratie: Hier ist die Staatsgewalt allein religiös legitimiert und wird von einer göttlich erwählten Person oder Gruppe ausgeübt. Die Herrschaft wird daher nach religiösen Prinzipien und Regeln ausgeübt.
Regierungssystem
Ein Regierungssystem beschreibt die formalle Ausgestaltung der Regierung eines Staates. Oftmals steht der Begriff auch als Synonym für ein politisches System. Im wesentlichen wird zwischen drei Regierungssystemen unterschieden:
Eine Sonderform stellt zudem das politische System der Schweiz dar, dass sich keinem Regierungssystem klar zuordnen lässt. Hauptcharakteristika sind hier der weitgehende Föderalismus der Schweiz und die ausgeprägte direkte Demokratie.
Quelle: Wikipedia
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Kurzinfo: Was sind ein Staat und ein gescheiterter Staat? |
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Für den Begriff eines Staates gibt es mehrere Definitionen. Das Völkerrecht definiert einen Staat hingegen nach der klassischen "Drei-Elemente-Lehre" des Staatsrechtlers Georg Jellinek. Danach definiert sich ein Staat als "die mit ursprünglicher Herrschaftsmacht ausgerüstete Körperschaft eines sesshaften Volkes". Gemäß seiner Lehre gibt es einen politisch und rechtlich organisierten Personenverband (Staatsvolk), der sich auf einer abgegrenzten Fläche (Staatsgebiet) eine eigene Ordnung (Staatsgewalt) gibt.
Bei einem Staatsgebiet ist keine genaue Grenze erforderlich, ers genügt ein unstrittiges Kerngebiet. Für ein Staasvolk genügt ein Mindesmaß an Zugehörigkeitsgefühl - eine religiöse, sprachliche oder ethnische Einheit sind keine Bedingung. Die Staatsgewalt bezeichnet eine die Fähigkeit einer stabilen Regierung, die Ordnung eines Gebietes effektiv zu organisieren und nach außen unabhängig von anderen Staaten zu handeln.
Zudem lehnt das Völkerrecht eine Sezession eines staatlichen Teilgebietes nicht völlig ab. Dabei steht das Selbstbestimmungsrecht der Völker im Konflikt mit der territorialen Integrität des bisherigen Gesamtstaates. Entscheidend ist dabei, ob das nach Unabhängigkeit strebende Gebiet tatsächlich als Staat fortbestehen kann. So wurden die ehemaligen Teilrepubliken Jugoslawiens und der Sowjetunion souveräne Staaten - in Afrika wurden 1993 die frühere äthiopische Provinz Eritrea und 2011 der Südsudan unabhängig.
Je strittiger aber die Beurteilung eines Gebietes als eigenständiger Staat ist, umso wichtiger ist dessen Anerkennung durch andere Länder. So kann diese bereits erfolgen, wenn sich die Staatsgewalt weitgehend konstutiert hat, aber noch keine gefestigten Strukturen aufweist. Unklar ist hingegen, wenn sich selbst proklamierte Staaten wie das Kosovo nur von einem Teil der internationalen Gemeinschaft anerkannt wird. Nach herrschender Meinung muss die Existenz eines Staates aber nicht zwingend von anderen Ländern anerkannt werden - wie bei der Türkischen Republik Nordzypern, Taiwan, Abchasien, Südossetien und der Demokratischen Arabischen Republik Sahara.
Als "gescheiterter Staat" wird nach allgemeiner Definition ein Staat bezeichnet, der seine grundlegende Funktion nicht mehr erfüllen kann. Verwendet wird der Begriff seit den 1990er-Jahren. In der modernen politikwissenschaftlichen Auffassung von Staatlichkeit muss ein Staat vor allem drei zentrale Funktionen für seine Bürger leisten: Sicherheit, Wohlfahrt und Legitimität sowie Rechtsstaatlichkeit. Erfüllt ein Staat diese Funktionen nicht mehr, gilt er als "gescheiterter Staat".
Ein besonders krasses Beispiel dafür ist Somalia: Bürgerkriegswirren und Dürrekatastrophen haben das Land am Horn von Afrika zerrüttet. Mittlerweile zählt der Küstenstaat zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit dem Sturz von Diktator Siad Barre im Jahre 1991 gibt es keine funktionierende Zentralregierung mehr in dem ostafrikanischen Staat.
So ist die Infrastruktur des Landes weitgehend zerstört, die wenig entwickelte Industrie ist kaum produktionsfähig. In der somalischen Hauptstadt Mogadischu herrscht meist Ausnahmezustand. Durch fehlende effektive staatliche Strukturen ist das Land außerdem zu einer Brutstätte für Piraterie und zum Rekrutierungsfeld für Terroristen geworden.
Eine der zentralen Kräfte Somalias ist derzeit die islamistische Al-Shabaab-Miliz (arabisch: "Jugend"), die in dem ostafrikanischen Land eine strenge Auslegung des islamischen Rechts durchsetzen und einen islamischen Staat gründen will. Die Gruppierung wurde im Jahre 1998 gegründet und unterhält zudem Verbindungen zum Terrornetzwerk al-Qaida. Derzeit kontrolliert die Miliz große Teile Südsomalias: alles Westliche wurde verboten, die Bevölkerung wird mit Terror und drakonischen Maßnahmen drangsaliert.
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Die deutschen Bundespräsidenten - von Theodor Heuss bis Christian Wulff
Verfassungsgemäß ist der Bundespräsident das Staatsoberhaupt der Bundesrepublik Deutschland. Da seine politische Macht allerdings eher beschränkt ist, sind seine Aufgaben daher eher repräsentativer Art. Der Bundespräsident wird für eine Amtszeit von fünf Jahren von der Bundesversammlung gewählt. Nach Ablauf der Amtszeit ist eine einmalge Wiederwahl möglich. Seit Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 gab es bislang zehn Bundespräsidenten - von Theodor Heuss bis Christian Wulff.
Deutschlands erster Bundespräsident Theodor Heuss (1949-1959) prägte das Amt wie kaum ein anderer: Der Liberale konnte dem Amt durch seine weitgehend überparteilische Amtssausübung sowie durch und konnte durch seinen demokratischen und kulturellen Hintergrund auch im Ausland Vertrauen in den neuen deutschen Staat schaffen.
Dessen Nachfolger Heinrich Lübke (1959-1969) erwarb sich vor allem Verdienste als Besucher und Fürsprecher der Entwicklungsländer. Zudem versuchte er die Politik aktiv mizugestalten, indem er beispielsweise Gesetze nicht unterschrieb, die nicht dem Grundgesetz entsprachen. Allerdings blieben auch viele rhetorische Fehlgriffe während seiner Präsidentschaft in Erinnerung.
Gustav Heinemann (1969-1974) verschrieb sich der "Verankerung der Demokratie und der Ausgestaltung des sozialen Rechtsstaates". Der "Bürgerpräsident" aus Essen bekleidete als erster SPD-Politiker das Amt und gilt als unbequemer Mahner.
Als singender Bundespräsident bleibt Walter Scheel (1974-1979) in der Erinnerung: So war der Rheinländer vor allem wegen seiner leutseligen Artr populär. Mit seiner Entscheidung, das Gesetz zur Abschaffung der Gewissensprüfung bei Wehrdienstverweigerern nicht zu unterscheiden, sorgte er zudem für Aufsehen.
Ähnlich wie sein Vorgänger wurde Karl Carstens (1979-1984) als wandernder Bundespräsident populär. Zu Beginn seiner Amtszeit war der aus Bremen stammende Jurist wegen seiner Mitgliedschaft in der NSDAP einigen Feindseligkeiten ausgesetzt.
Der erste gesamtdeutsche Bundespräsident Richard von Weizäcker (1984-1994) beeinflusste wie kaum ein anderer durch seine Reden das politische Klima in Deutschland. Besonders eine Rede zum 40. Jahrestag des Kriegsendes am 8. Mai 1985 brachte ihm großen internationalen Respekt, aber auch Kritik aus konservativen Kreisen ein. Wie kein anderer Bundespräsident agierte von Weizäcker zudem nach der Maxime der Überparteilichkeit. Erstmals in der bundesdeutschen Geschichte hatte der Spross einer württembergischen Familie bei seiner Wiederwahl 1989 keinen Gegenkandidaten.
Bekannt wurde Roman Herzog (1994-1999) vor allem durch seine "Ruck-Rede", mit welcher der frühere Präsident des Bundesverfassungsgerichts die Politik kritisierte. Er begründete damit die Tradition der Berliner Rede, die von seinen Nachfolgern fortgeführt wurde.
Gemäß seinem Lebensmotto "Versöhnen statt spalten" trat Johannes Rau (1999-2004) für das Zusammenleben von Deutschen und Ausländern ein. Historisch war zudem seine Rede vor dem israelischen Parlament - der Knesset - als er um Vergebung für die Verbrechen des Holocaust bat.
Der Ökonom Horst Köhler (2004-2010) war der erste Seiteneinsteiger an der Spitze des Staates. Manche trauten dem ehemaligen Direktor des Internationalen Währunhgsfonds (IWF) daher auch eine größere Unabhängigkeit und Distanz zu. Nach Kritik an missverständlichen Äußerungen zum deutschen Afghanistan-Einsatzes trat Köhler jedoch am 31. Mai 2010 völlig überraschend mit sofortiger Wirkung zurück.
Mit Christian Wulff wurde am 30. Juni 2010 der bislang jüngster Bundespräsident seit Bestehen der Bundesrepublik zum Staatsoberhaupt gewählt. Zu Beginn seiner Amtszeit setzte der frühere Ministerpräsident von Niedersachsen Akzente in der Debatte um die deutsche Integrationspolitik. Ende 2011 geriet Wulff jedoch wegen seiner Kredit- und Medienaffäre zunehmend in Kritik. Am 17. Februar 2012 trat er schließlich vorzeitig vom Amt des Bundespräsidenten zurück. Mit 598 Tagen hatte Wulff zudem die bislang kürzeste Amtszeit aller Bundespräsidenten inne.
Bis zur Wahl des Nachfolgers übernimmt der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer in seiner Funktion als Präsident des Bundesrates kommissarisch dessen Amtsgeschäfte. Am 19. Februar 2012 nominierten die CDU/CSU, SPD und FDP sowie Bündnis 90/Die Grünen den parteilosen Politiker, Publizisten und Pfarrer Joachim Gauck zum Kandidaten für das höchste deutsche Staatsamt. Die offizielle Wahl durch die Bundesversammlung ist für den 18. März 2012 geplant.
Die deutschen Bundeskanzler - von Konrad Adenauer bis Angela Merkel
Der deutsche Bundeskanzler ist gemäß der Verfassung der mächtigste Amtsträger in der Bundesrepublik, obwohl er in der protokolarischen Rangordnung Deutschlands erst an dritter Stelle steht. Als Regierungschef bestimmt er die Richtlinien der deutschen Politik und schlägt zudem die einzelnen Bundesminister vor. Der Bundeskanzler wird vom Deutschen Bundestag für vier Jahre gewählt. Vor Ablauf der Amtsperiode kann er nur durch ein konstruktives Misstrauenvotum abgelöst werden. Seit Gründung der Bundesrepublik am 23. Mai 1949 gab es bislang neun Bundeskanzler - von Konrad Adenauer bis Angela Merkel.
Die Amtszeit Konrad Adenauers (1949-1963) war vor allem durch außenpolitische Ereignisse geprägt. Neben der Westbindung mit dem Beitritt zur NATO und der Gründung der EGKS standen vor allem die deutsch-französische Aussöhnung und die deutsch-jüdische Versöhnung im Mittelpunkt seiner Außenpolitik. Innenpolitisch war seine Regierungszeit vom wirtschaftlichen Aufschwung Westdeutschlands - dem sogenannten "Wirtschaftswunder" - geprägt.
Adenauers Nachfolger Ludwig Erhard - Vater des Wirtschaftswunders - war als Bundeskanzler eher glücklos. Seime Amtszeit dauerte gerade mal drei Jahre. Sein Nachfolger Kurt-Georg Kiesinger bildete 1966 die erste Große Koalition von CDU/CSU und SPD in der bundesdeutschen Geschichte. Im Mittelpunkt seiner dreijährigen Amtzeit stand vor allem die Durchsetzung der Notstandsgesetze.
Im Jahre 1969 zog mit Willy Brandt der erste Sozialdemokrat in das Bundeskanzleramt ein. Während seiner Amtszeit setzte er sich vor allem für die Ostverträge und die damit verbundene Aussöhnung Deutschlands mit seinen östlichen Nachbarn ein. Auch die Beziehungen zur DDR stellte er auf eine neue Grundlage. Mit der Enttarnung seines engsten Mitarbeiters Günter Guillaume als DDR-Spion trat Brandt am 6. Mai 1974 zurück.
Die Kanzlerschaft von Helmut Schmidt (1974-1982) war zunächst durch den Terror der Rote Armee Fraktion (RAF) - insbesondere im Deutschen Herbst 1977 - geprägt. Innenpolitisch verfolgte Schmidt einen eher konservativen Kurs. Seine Unterstützung des NATO-Doppelbeschlusses brachte ihm zudem viel Kritik aus den eigenen Reihen ein.
Am 1. Oktober 1982 wurde Schmidt als erster und bislang einziger Bundeskanzler durch ein konstruktives Misstrauensvotum von Helmut Kohl abgelöst. Mit einer Amtszeit von 16 Jahren ist er der bislang am längsten amtierende Bundeskanzler in der Geschichte. Ihren Höhepunkt fand sie zweifellos in der Wiedervereinigung Deutschlands am 3. Oktober 1990. Das Ende seiner Kanzlerschaft wurde hingegen durch die CDU-Spendenaffäre überschattet.
Unter Gerhard Schröder wurde erstmals eine rot-grüne Regierungskoalition auf Bundesebene gebildet. Innenpolitisch war seine siebenjährige Amtszeit (1998-2005) vor allem durch eine Reihe von Reformprojekten - darunter der Agenda 2010 - geprägt. Außenpolitisch knüpfte Schröder - mit Ausnahme des Irak-Krieges 2003 - an die transatlantische Partnerschaft seiner Vorgänger an.
Mit Angela Merkel wurde am 22. November 2005 erstmals eine Frau zur Bundeskanzlerin gewählt. Bei ihrem Amtsantritt war die Naturwissenschaftlerin zudem mit 51 Jahren die jüngste Amtsinhaberin und die erste ehemalige DDR-Bürgerin im Kanzleramt - zunächst gestützt auf eine Große Koalition zwischen CDU/CSU und Sozialdemokraten. Seit 2009 regiert sie in einer Koalition mit den Freien Demokraten. Als größte Herausforderung ihrer Kanzlerschaft gelten die Verringerung der Arbeitslosigkeit sowie die Bewältigung der Finanz- und Euro-Krise.
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Die bedeutendsten britischen Herrscher
Die britische Monarchie gehört zu den ältesten der Welt und bezeichnet heute die konstitutionelle Monarchie Großbritanniens. Ihren Ursprung hat sie im Zusammenschluss der Königreiche von England, Schottland und Irland. Lediglich zwischen 1649 und 1660 gab es mit dem Commonwealth of England eine kurze republikanische Phase in England. Das britische Staatsoberhaupt besitzt zwar nominell noch die Rechte eines konstitutionellen Monarchen - aufgrund des jahrhundertealten Gewohnheitsrechtes übt er seine Hoheitsrechte nicht mehr selbstständig aus, sondern nach den Vorgaben der Regierung und des Parlaments. Nominell war der britische Monarch auch das Oberhaupt des britischen Weltreiches. Nach dem Ende des Kolonialreiches übernahm der britische Monarch den zeremoniellen Titel des Oberhauptes des Commonwealth of Nations. Allerdings sind mit den Commonwealth Realms noch 15 Staaten in Personalunion mit der britischen Krone verbunden. Dazu zählen unter anderem Kanada, Australien, Neuseeland, die Bahamas oder Jamaika.
England
Mit Alfred dem Großen (871-899) wurden die Grundlage für die Vereinigung der angelsächsischen Königreiche unter der Oberhoheit von Wessex gelegt. Während seiner Regentschaft erfuhr zudem die angelsächsische Kultur eine Blütezeit; auch die altenglische Sprache und Literatur wurden gefördert.
Eduard der Bekenner (1042-1066) war der letzte angelsächsische König in England und galt als überaus religiös. Während seiner Regentschaft wurde mit dem Bau der Westminster Abbey begonnen. Nach seinem Tode wurde Eduard als Heiliger verehrt.
Sein Cousin Wilhelm I. der Eroberer (1066-1087) beanspruchte mit dem Tode Eduards die englische Krone für sich und schuf mit der Eroberung Englands das anglo-normannische Königreich. Darüber hinaus veranlasste Wilhelm den Bau des Tower von London.
Um König Richard I. Löwenherz (1189-1199) ranken sich nach seiner kurzen Lebens- und Herrschaftszeit zahlreiche Legenden. In Sagen und der Literatur gilt er als der Inbegriff des weisen, guten Königs größter Ritterlichkeit. Während seiner Regentschaft führte Richard den Dritten Kreuzzug (1190-1192) an und geriet auf dem Rückweg nach England in die Gefangenschaft des römisch-deutschen Kaisers.
Während der Regentschaft seines Bruders Johann Ohneland (1199-1216) wurde 1215 die Magna Charta unterzeichnet. Diese gilt als wichtigste Quelle des englischen Verfassungsrechts und garantierte dem englischen Adel grundlegende politische Freiheiten gegenüber dem König.
König Eduard III. (1327-1377) gilt als bedeutendster englischer Monarch des Mittelalters. So festigte er während seiner Regentschaft die Königsmacht und begünstigte den wirtschaftlichen Aufschwung. Zudem entwickelte er England zu einer des bestorganisierten Militärmächte Europas.
Berühmt-berüchtigt wurde König Heinrich VIII. (1509-1547) vor allem durch seine sechs Eheschließungen - von denen zwei mit Scheidung und zwei mit der Hinrichtung der jeweiligen Ehefrau endeten. Heinrichs Regentschaft war darüber hinaus von großen sozialen und religiösen Veränderungen geprägt. So löste er im Jahre 1531 die Kirche von England vom Supermat des Papstes und machte die englische Krone zu deren Oberhaupt.
Seine Tochter Elisabeth I. (1558-1603) löste die englische Kirche endgültig vom Katholizismus und begründete die Seemachtstellung Englands. Das Elisabethanische Zeitalter markiert zudem einen Höhepunkt in der politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschichte Englands.
Mit Oliver Cromwell (1649-1658) wurde die kurze republikanische Periode Englands eingeleitet. Als Lordprotektor fungierte er faktisch als Staatsoberhaupt des Commonwealth of England. In der britischen Geschichte gilt Cromwell als umstrittene Persönlichkeit: So bewerten ihn manche Historiker als Königsmörder und Diktator, andere sehen in ihm einen Freiheitshelden.
Während der Regentschaft von Wilhelm III. von Oranien (1689-1702) nahm der englische Staat die Form einer konstitutionellen Monarchie an. So regelte die Bill of Rights die Rechte des britischen Parlaments gegenüber dem Königtum.
Schottland
Robert I. the Bruce (1306-1329) gilt als einer der bedeutendsten Herrscher Schottlands. Während der Schottischen Unabhängigkeitskriege war er zudem einer der wichtigsten Anführer der aufständischen Schotten.
Aufgrund der zahlreichen künstlerischen Nachbetrachtungen ihres Lebens gilt Maria I. (Stuart) (1542-1567) zu den schillernsten Monarchen Schottlands. Ihre Regentschaft war vor allem auch durch die Konflikte mit der englischen Königin Elisabeth I. geprägt. 1587 wurde sie wegen Hochverrats hingerichtet, nachdem sie verdächtigt wurde, an einem Attentat auf die englische Königin beteiligt gewesen zu sein.
Ihr Sohn und Nachfolger Jakob VI. (1567-1625) wurde nach ihrer Absetzung zum schottischen König gekrönt. Im Jahre 1603 begründete er die Personalunion mit den Köngreichen England und Irland; zudem proklamierte er den vorwiegend geografisch verwendeten Begriff Großbritannien als politischen Begriff und führte den Union Jack als britische Flagge ein. Eine Verschmelzung der Staaten konnte er aber nicht durchsetzen.
Vereinigtes Königreich
Königin Victoria (1837-1901) regierte 63 Jahren und sieben Monaten länger als jeder andere britische Monarch vor ihr. In dem nach ihr benannten Viktorianischen Zeitalter erlebte das britische Kolonialreich seinen politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Höhepunkt. Als konstitutionelle Monarchin war sie pro forma Herrscherin über mehr als ein Fünftel der Erde und ein Drittel der Weltbevölkerung. Durch ihre zahlreichen Nachkommen erhielt sie auch den Beinamen "Großmutter Europas".
Mit Eduard VIII. (1936) erfuhr die britische Monarchie ihre erste Krise. Da er gegen den Willen der Regierung die zweimal geschiedene US-Amerikanerin Wallis Simpson heiraten wollte, dankte er noch im ersten Jahr seiner Regentschaft wieder ab.
Seit nunmehr 60 Jahren trägt Elisabeth II. die britische Krone - und genießt heute den Ruf als Fels in der Brandung. Während ihrer Regentschaft hatten ihr seit 1952 zwölf Premierminister gedient. Ihre Krönung am 2. Juni 1953 in Westminster Abby wurde zu einem medialen Großereignis. Auch wenn die Queen heuute mit nur wenigen Machtbefugnissen ausgestattet ist, fungiert sie immer noch als Staatsoberhaupt von insgesamt 16 Staaten - den sogenannten "Commonwealth Realms".
Die bedeutendsten britischen Premierminister
Der britische Premierminister ist der ranghöchste Minister im Vereinigten Königreich. Er besitzt die Richtlinienkompetenz innerhalb der Regierung, ernennt die Mitglieder seines Kabinetts und koordiniert die Arbeit der Regierung. Der Premierminister wird vom britischen Monarchen ernannt, der gemäß Übereinkunft den Mehrheitsführer im britischen Unterhaus auswählt. Zudem kann der Premierminister zwar auch vom Monarchen entlassen werden: In der Praxis geschieht dies aber nur im Falle eines Rücktritts aus persönlichen Gründen, nach einer Wahlniederlage oder bei mangelnder Unterstützung im Parlament. Der führende Politiker der jeweiligen Oppositionspartei ("Führer der loyalen Opposition Ihrer Majestät") gilt in Debatten als direkter Kontrahent des Premierministers und potenzieller Nachfolger. Das Amt des Premierministers entspringt dem Amt Ersten Lord des Schatzamtes; erstmals bekleidet wurde es von Sir Robert Walpole (1721-1742). Amtssitz des britischen Premierministers ist 10 Downing Street.
Einer der führenden britischen Politiker in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war William Ewert Gladstone. Zwischen 1868 und 1894 hatte er vier Mal das Amt des britischen Premierministers inne. Während seiner Amtszeiten führte er die allgemeine Schulpflicht ein und reformierte grundlegend das britische Bildungssystem sowie das Wahlrecht und das Gerichtswesen. Zudem bemühte er sich um eine Entschärfung des Konfliktes in Irland. Außenpolitisch waren seine Amtszeiten vor allem durch den Mahdi-Aufstand (1881-1899) im Anglo-Ägyptischen Sudan geprägt.
Sir Winston Churchill gilt als bedeutendster britischer Staatsmann des 20. Jahrhunderts, der zweimal das Amt des Premierministers (1940-1945 und 1951-1955) bekleidete. Seinen Ruf erwarb sich Churchill vor allem aber als britischer Kriegspremier während des Zweiten Weltkrieges (1939-1940) sowie als Vordenker der "Vereinigten Staaten von Europa". Zudem wurde er auch als Autor politischer und historischer Werke bekannt, für die er im Jahre 1953 den Nobelpreis für Literatur erhielt.
Als erste Frau in der Geschichte bekleidete Margaret Thatcher (1979-1990) das Amt des britischen Premierministers. Wirtschaftspolitisch war die Amtszeit der "Eisernen Lady" durch den von ihr vertretenen "Thatcherismus" geprägt. Außenpolitisch zählten der Falklandkrieg 1982 und die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 zu den Höhepunkten ihrer Regierung.
Mit Tony Blair (1997-2007) wurde einer der jüngsten Politiker zum Premierminister ernannt. Zudem war er der erste britische Regierungschef, der während der Regentschaft von Königin Elisabeth II. geboren wurde. Innenpolitisch stieß Blair während seiner Amtszeit wesentliche Verfassungsreformen an: so wurde 1998 ein Menschenrechtskatalog eingeführt, Schottland und Wales erhielten eigene Regionalparlamente und die erblichen Adelstitel berechtigen in den meisten Fällen nicht mehr automatisch zum Einzug ins britische Oberhaus. Zudem erhielt der Großraum London im Jahr 2000 eine neue regionale Struktur. Sen größter innenpolitischer Erfolg war jedoch das Karfreitagsabkommen von 1998, das den Nordirlandkonflikt wesentlich entschärfte. Die Außenpolitik seiner Amtszeit war vor allem durch die Kosovo-Krise 1999, die Terroranschläge vom 11. September 2001 und den Irakkrieg (2003) geprägt.
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Die bedeutendsten Präsidenten der USA
Der Präsident der USA ist sowohl Staatsoberhaupt als auch Regierungschef der Vereinigten Staaten sowie Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte. Eine Amtszeit dauert vier Jahre, wobei eine einmalige Wiederwahl möglich ist. Wegen des Status der USA als Supermacht sowie der Machtfülle des US-Präsidenten gilt er auch als mächtigste Person der Welt und als einer der meistgeschützten Menschen. Während des Kalten Krieges wurde der US-Präsident auch als Führer der freien Welt bezeichnet. Der Vizepräsident der USA gilt in der Nachfolge als die erste Person, die im Falle des Todes, eines Rücktritts oder einer Amtsenthebung des Präsidenten dessen Amt übernimmt. Gleichzeitig hat er den Vorsitz im US-Senat inne. Bislang gab es 44 US-Präsidenten - von George Washington bis Barrack Obama.
Mit George Washington (1789-1797) wurde einer der Gründerväter der USA zum ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt. Als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee während des Amerikanischen Bürgerkrieges (1775-1783) gilt er als "Vater der Nation". Während seiner Präsidentschaft traf Washington wegweisende Entscheidungen für die Entwicklung der USA zu einer republikanischen Demokratie.
Thomas Jefferson (1801-1809) gilt als Hauptverfasser der US-Unabhängigkeitserklärung und als einer der wichtigsten Staatstheoretiker der Vereinigten Staaten. Zudem setzte er sich für eine strikte Trennung von Staat und Religion, für eine föderale Struktur der USA und eine große Freiheit des Einzelnen ein. Jefferson gilt zudem als einer der Gründerväter der Demokratischen Partei.
Als erster "Volkspräsident" zieht Andrew Jackson (1829-1837) ins Weiße Haus ein, da er aus ärmlichen Verhältnissen stammt und vor allem bei den einfachen Wählern enorm populär ist. Zudem ist er auch der erste US-Präsident in der Geschichte, der das sogenannte "Spoils-System" anwendet - also die personelle Neubesetzung in den einzelnen Bundesbehörden. Außerdem gilt er als Hauptverantwortlicher für die gewaltsame Vertreibung der "fünf zivilisierten Indianerstämme" mit unzähligen Todeopfern.
Die Präsidentschaft von Abraham Lincoln (1861-1865) gilt heute als eine der bedeutendsten in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Er betrieb erfolgreich die Abschaffung der Sklaverei in den USA. Dies führte allerdings auch zur Sezession der Südstaaten vom Norden und dem damit verbundenen Bürgerkrieg (1851-1865). Zudem war Lincoln der erste Präsident aus den Reihen der Republikanischen Partei. Am 15. April 1865 fiel er als erster US-Präsident einem Attentat zum Opfer.
Der Demokrat Grover Cleveland (1885-1889 und 1893-1897) ist der einzige US-Präsident in der Geschichte, der mit einer Unterbrechung für eine zweite Amtszeit gewählt wurde. Zu den markantesten Meilensteinen seiner Präsidentschaft gehören die Einweihung der New Yorker Freiheitsstatue, die Weltausstellung in Chicago sowie der Pullman-Streik - der bis dato größte Arbeitnehmerprotest in der US-Geschichte.
Mit 42 Jahren ist Theodore Roosevelt (1901-1909) bis heute der jüngste US-Präsident in der Geschichte. Innen- wie außenpolitisch ist er um den Ausgleich verschiedener Interessen bemüht; er versuchte die Macht der Kartelle zu beschränken und gründete zum Schutz der Natur eine Reihe von Nationalparks. Als erster US-Präsident erhielt Roosevelt im Jahre 1906 den Friedensnobelpreis für seine Vermittlung im Russisch-Japanischen Krieg. Zudem unterzeichnete er am 18. November 1903 den Hay-Bunau-Varilla-Vertrag, mit dem der Panama-Kanal in den Besitz der USA überging. Zudem ging er auch als Namensgeber für den Teddybären in die Geschichte ein.
Woodrow Wilson (1913-1921) gilt als Gründer der Bundeshandelskommission und der US-Zentralbank. Außenpolitisch bemühte er während des Ersten Weltkrieges (1914-1918) zunächst um eine neutrale Position, die er aber 1917 aufgeben musste. Nach Kriegsende erhielt er für seine Bemühungen um den Völkerbund den Friedensnobelpreis. In seine Präsidentschaft fällt auch die landesweite Alkoholprohobition.
Der einzige Präsident mit mehr als zwei Amtszeiten ist Franklin D. Roosevelt (1933-1945). Innenpolitisch bündelte er mit dem New Deal die Wirtschafts- und Sozialreformen als Antwort auf die Massenarmut und -arbeitslosigkeit, die durch die Weltwirtschaftskrise hervorgerufen wurden. Außenpolitisch bemühte sich Roosevelt während des Zweiten Weltkrieges zunächst offiziell um Neutralität, unterstützte die Alliierten aber indirekt mit dem Leih- und Pachtgesetz. Der japanische Angriff auf Pearl Harbour am 7. Dezember 1941 führte aber schließlich zum offiziellen Kriegseintritt der USA.
Erst unter seinem Nachfolger Harry S. Truman (1945-1953) endete im August 1945 der Pazifikkrieg mit den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki. Außenpolitisch war seine Präsidentschaft durch den Bruch der Anti-Hitler-Koalition und den beginnenden Kalte Krieg, der 1948 mit der Berlin-Blockade einen ersten Höhepunkt erlebte. Zudem intervenierte er im Korea-Krieg (1950-1953) zugunsten des antikommunistischen Südens. Innenpolitisch war Trumans Amtszeit vor allem durch den Beginn der Mc-Carthy-Ära mit dem Komitee für unamerikanische Untriebe geprägt.
Die Präsidentschaft von John F. Kennedy (1961-1963) währte nur 34 Monate und war von entscheidenden außenpolitischen Ereignissen geprägt. Dazu zählen neben der gescheiterten Invasion in der Schweinebucht und dem Bau der Berliner Mauer vor allem die Kuba-Krise im Oktober 1962. Innenpolitisch bemühte er sich um Reformen und unterstützte die US-Bürgerrechtsbewegung, die sich für eine Aufhebung der Rassentrennung einsetzte. Am 22. November 1963 wurde Kennedy jedoch in Dallas bei einem Attentat getötet.
Dessen Nachfolger Lyndon B. Johnson (1963-1969) trat sein Amt unmittelbar nach Kennedys Ermordung an. Während seiner Präsidentschaft wurde mit dem Civil Rights Act von 1964 die Rassentrennung abgeschafft und die Gleichstellung der Afroamerikaner staatlich gewährleistet. Außenpolitisch war die Amtszeit Johnsons durch den Vietnamkrieg (1964-1975) geprägt, der aber in der Bevölkerung zunehmend auf Kritik stieß.
Richard Nixon (1969-1974) ist vor allem mit der Watergate-Affäre verbunden, die zum bislang einzigen Rücktritt eines US-Präsidenten geführt hat. Außenpolitisch war Nixon vor allem um eine Entspannungspolitik bemüht. Als erster US-Präsident reiste Nixon zu Staatsbesuchen in die Sowjetunion und in die Volksrepublik China. In seine Amtszeit fiel zudem auch die erste Mondlandung. Nixons Nachfolger Gerald Ford (1974-1977) ist zudem der einzige US-Präsident, der weder von den vom Volk bestimmten Wahlmännern gewählt oder im Amt bestätigt wurde.
Der überzeugte Antikommunist Ronald Reagan (1981-1989) setzte außenpolitisch auf meine massive Aufrüstung den Kalten Krieg durch eine Verschiebung des "Gleichgewichts des Schreckens" zugunsten der USA zu entscheiden. Auch in anderen außenpolitischen Fragen zeigte er sich wenig zimperlich - so beispielsweise in der Iran-Contra-Affäre oder der Invasion auf Grenada. Wirtschaftspolitisch gelang Reagan mit seinem Prinzip der "Reaganomics" ein gewisser Wohlstand, allerdings um den Preis eines Rekord-Haushaltsdefizits.
Bill Clinton (1993-2001) widmete sich innenpolitisch vor allem der Bekämpfung von Drogenmissbrauch, Armut und Waffengewalt. Zudem strebte er die Senkung der Staatsverschuldung und die Einführung einer Krankenversicherung ein. In der Außenpolitik betrieb Clinton eine Aussöhnung mit China und Russland; zudem vermittelte er das Dayton-Abkommen, der den dreieinhalbjährigen Bürgerkrieg in Bosnien-Herzegowina beendete. Das Ende seiner Präsidentschaft war vor allem von der Lewinsky-Affäre gekennzeichnet.
Die Präsidentschaft seines Nachfolgers George W. Bush (2001-2009) stand ganz unter dem Eindruck der Terroranschläge vom 11. September 2001 und dem daraus resultierenden Krieg gegen den Terror. Innenpolitisch waren die Anschläge der Anlass für den USA PATRIOT Act zur Terrorabwehr - verbunden mit der Einschränkung der Bürgerrechte. Seine Amtszeit endete mit der größten Finanzkrise seit der Great Depression.
Mit dem derzeitigen Amtsinhaber Barack Obama zog 2009 erstmals ein Afroamerikaner ins Weiße Haus ein. Zudem ist er der erste US-Präsident, der außerhalb des amerikanischen Kontinents geboren wurde - nämlich auf Hawaii. Während er innenpolitisch mit einem Konjunkturprogramm über 787 Milliarden US-Dollar die heimische Wirtschaft wieder ankurbeln wollte, setzt er außenpolitisch vor allem auf die Zusammenarbeit der Völker und die internationale Diplomatie.
Vor den Präsidenschaftswahlen 2012 sind jedoch viele Probleme noch ungelöst: das Konjunkturprogramm Obamas blieb hinter den Erwartungen zurück und die Zahl der Arbeitslosen stieg von elf Millionen bei seinem Amtsantritt auf derzeit 14 Millionen. Der Schuldenberg stieg wegen der Wirtschafts- und Finanzkrise, der Kriege im Irak und in Afghanistan sowie wegen den Steuererleichterungen seine Vorgängers auf mehr als 15 Billionen US-Dollar. Nur knapp konnte Obama die Zahlungsunfähigkeit der Regierung abwenden. Auch die US-Militärstrategie muss angesichts scharfer Sparzwänge und neuer globaler Bedrohungen radikal überholt werden. So sollen die verkleinerten US-Streitkräfte flexibler und technologisch besser ausgerüstet werden.
Nicht in der Liste der US-Präsidenten zu finden ist hingegen Jefferson Davis. Während des Sezessionskrieges war er von 1861 bis 1865 der einzige Präsident der Konföderierten Staaten von Amerika und damit Führer der Südstaaten. Nach dem Krieg wurde er zunächst wegen Verrats verhaftet und angeklagt, allerdings wurde das Verfahren im Jahre 1869 eingestellt. Am 17. Oktober 1978 wurde die Davis die US-Staatsbürgerschaft postum wieder zuerkannt.
Auch der texanische Politiker und General Sam Houston ist nicht in der offiziellen Liste geführt, obwohl er zu den Schlüsselfiguren in der Geschichte des heutigen US-Bundesstaates Texas zählt. So gewann Houston während des Texanischen Unabhängigkeitskrieges (1835-1836) große Popularität als Kriegsheld. Am 5. September 1836 wurde er zum ersten Präsidenten der Republik Texas gewählt. Nach der Aufnahme von Texas in die USA am 29. Dezember 1845 vertrat Housten den neuen US-Bundestaat für einige Jahre im US-Senat, bevor er 1859 zum Gouverneur von Texas gewählt wurde.
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Bedeutende Päpste
Der Name "Papst" (lateinisch: "papa") ist ein Ehrentitel, der bis ins 7. Jahrhundert allen Bischöfen verliehen wurde. In der Folgezeit wurde er jedoch zunehmend für den Bischof von Rom als Nachfolger des Apostels Petrus reserviert. Damit gilt der Papst als Stellvertreter Christi, Oberhaupt der Gesamtkirche und als Haupt des Bischofskollegiums. Gleichzeitig fungiert er auch als Staatsoberhaupt des Staates der Vatikanstadt. Gemäß des geltenden Kirchenrechtes besitzt der Papst "kraft des Amtes die oberste, volle, unmittelbare und allgemeine ordentliche Gewalt in der Kirche". Zudem ernennt der Papst die Bischöfe und Kardinäle; er bestimmt auch die Mission und die Lehrmeinung der katholischen Kirche.
Als einer der bedeutendsten Päpste gilt Gregor I. der Große (590-604). Der jüngste der vier lateinischen Kirchenlehrer der Spätantike entstammte vermutlich der römischen Patrizierfamilie der Anicier. Als "Möchspapst" bezeichnete sich Gregor auch als "Knecht der Knechte Gottes" und schrieb den Titel "Papst" als ausschließliche Bezeichnung für den Bischof von Rom fest.
Zu den wichtigsten Kirchenoberhäuptern des Mittelalters zählt Papst Innozenz III. (1198-1216). Ein wichtiges Ziel seines Pontifikates war die juristische Fixierung des Papsttums und dessen endgültige Etablierung als weltliche Macht. So verdoppelte er den kirchlichen Besitz des Kirchenstaates, während er seine Herrschaft im Innern durch geschickte Familienpolitik bzw. Nepotismus. Zudem befürwortete Innozenz III. die Kreuzzüge und förderte neugegründete Orden wie die Humiliaten, die Dominikaner oder Franziskaner.
Eine der schillerndsten Päpste war der Renaissancefürst und Machtpolitiker Alexander VI. (1492-1503). Der gebürtige Spanier entstammte der Adelsfamilie der Borgia und galt als lebenslustig, sinnlich und machtbewusst. Zu seinen prominentesten Kritikern gehörte der Dominikanermönch Girolamo Savonarola (1452-1498); dieser sorgte für besonderes Aufsehen mit seiner Kritik am Lebenswandel des herrschenden Adels und Klerus. Innerkirchlich wirkte Alexander für eine geordnete Verwaltung und des Kirchenstaates. Zudem engagierte sich der Borgia-Papst für die Mission Südamerikas: mit dem Vertrag von Tordillas von 1494 teilte Alexander die Welt zwischen den beiden konkurrierenden Seemächten Spanien und Portugal neu auf.
Papst Julius II. (1503-1513) wurde durch seine Kriegszüge, sein politisches und individuelles Machtstreben sowie sein großzügiges Mäzenatentum bekannt. Im Jahre 1506 legte er den Grundstein für den Bau des Petersdoms - einen der größten Kirchenbauten der Welt. Im gleichen Jahr begründete er mit der Schweizergarde die heutige Leibwache des Papstes. Während seines Pontifikates verstand sich Julius II. vor allem als weltlicher Territorialfürst und weniger als Kirchenoberhaupt.
Mit 31 Jahren und acht Monaten ist das Pontifikat von Papst Pius IX. das längste in der Geschichte der katholischen Kirche. Papst Pius veröffentlichte zahlreiche theologische Schriften, darunter die Enzyklika Ubi primum mit dem Dogma der unbefleckten Empfängnis. In seiner Enzyklika Quanta Cura vom 8. Dezember 1864 verurteilte Pius scharf die Religionsfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat. Gleichzeitig veurteilte das Syllabus Errorum insgesamt 80 Aussagen als falsch; zu den vom Papst definierten Irrtümern gehörten auch der Naturalismus, Sozialismus und Kommunismus. Den Höhepunkt seines Pontifikats bildete hingegen das Erste Vatikanische Konzil von 1869/70, auf dem auch das Dogma der päpstlichen Unfehlbarkeit verkündet wurde. In sein Pontifikat fällt auch das Ende des Kirchenstaates im Sommer 1870, worauf sich Pius zum Gefangenen im Vatikan erklärte.
Sein Nachfolger Papst Leo XIII. (1878-1903) ging als ausgesprochen politischer Papst in die Geschichte ein. Dessen Ziel war es, die katholische Kirche aus der selbst gewählten Isolierung gegenüber den neuen gesellschaftlichen und politischen Entwicklungen herauszuführen. Wegen seiner Anteilnahme an sozialen Fragen handelte sich Leo XIII. auch die Bezeichnung "Arbeiterpapst" und den Beinamen "der Soziale" ein. So wurde am 15. Mai 1891 die erste Sozialenzylkika "Rerum Novarum" veröffentlicht, womit der Papst die Katholische Soziallehre maßgeblich aufwertete. Insgesamt veröffentliche Papst Leo XIII. während seines Pontifikates 86 Enzykliken.
Besonders umstritten war Papst Pius XII. (1939-1958) wegen seiner Haltung zum Nazi-Regime in Deutschland und den Verbrechen des Holocaust. Ausgelöst wurde die Debatte maßgeblich von Rolf Hochmuths Drama "Der Stellvertreter" aus dem Jahre 1963. Der Hauptvorwurf gegen den Papst lautet seitdem, er habe trotz zahlreicher Bitten um öffentlichen Protest gegen den Holocaust dennoch geschwiegen - ob nun aus Gleichgültigkeit, Deutschfreundlichkeit oder aus Angst gegenüber den Kommunisten. Durch die heutige Quellenlage werden viele Kritikpunkte zwar widerlegt oder relativiert - dennoch erschwert sie immer noch eine objektive Beurteilung von Pius XII. So sind die Quellen aus seiner Zeit als Nuntius in Deutschland (1920-1929), als Kardinalstaatssekretär (1930-1939) und als Papst heute noch teilweise verschlossen.
Mit Papst Johannes Paul II. (1978-2005) wurde erstmals ein Slawe sowie der erste Nichtitaliener seit über 450 Jahren zum "Stellvertreter Christi" gewählt. Im Fernsehzeitalter genoß der Pontifex wie kein anderer seiner Vorgänger den Ruf des "Medienpapstes", dem heute eine maßgebliche Rolle bei der Überwindung des Sozialismus in seinem Heimatland Polen zugeschrieben wird. Der frühere sowjetische Staats- und Parteichef Michail Gorbatschow schrieb zudem in seinen Memoiren, dass die Ereignisse in Osteuropa ohne den polnischen Papst nicht möglich gewesen seien. Während Johannes Paul II. innerkirchlich eine strikt konservative Haltung einnahm, setzte er sich im Gegensatz zu seinen Vorgängern verstärkt für den Interreligiösen Dialog ein - besonders mit dem Judentum und dem Islam. Auch die Ökumene mit anderen christlichen Konfessionen war ihm ein besonderes Anliegen.
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Bedeutende Herrscher und Politiker
Ägypten
Während der Regierungszeit von Pharao Ramses II. dem Großen (1279-1213 v. Chr.) erlebte das antike Ägypten seine größte wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit. Durch seine geschickte Diplomatie gelang es ihm außerdem, eine fast fünfzigjährige Friedenszeit mit den Nachbarvölkern Ägyptens - darunter auch mit den Hethitern - zu halten. Der Friedensvertrag mit den Hethitern vom 21. November 1259 v. Chr. gilt zudem als ältester bekannter Friedensschluss der Welt. Mit 66 Jahren und zwei Monaten gehört er zu den am längsten regierenden Herrschern der Weltgeschichte.
Persien
Als Gründer des antiken Perserreiches gilt Kyros II. der Große (559-530 v. Chr.). Dank seiner ausgedehnten Expansionspolitik reichte das persische Großreich schließlich von Indien über den Iran bis nach Babylon, Kleinasien und Ägypten. Schon bald nach seinem Tod wurde Kyros vor allem wegen seiner religiösen Toleranz als idealer König verklärt.
Unter den Herrschern des alten Persiens gehört Dareios I. der Große (522-486 v. Chr.) zu den bedeutendsten Großkönigen. Seine Verwaltungsreform des Reiches gilt als vorbildhaft. Zudem förderte er die Künste - insbesondere die Architektur. Dazu zählt unter anderem auch die Gründung von Persepolis. Von besonderer weltpolitischer Bedeutung ist zudem seine militärische Niederlage in der Schlacht von Marathon am 12. September 490 v. Chr., die zu den Höhepunkten der Perserkriege zählt.
Griechenland
In der Zeit des antiken Griechenland gehörte Perikles (490-429 v. Chr.) zu den führendsten Staatsmännern Athens. Mit seinem Wirken war er maßgeblich am Aufbau der Attischen Demokratie beteiligt. Zudem sicherte er die Vormachtstellung Athens im Attischen Seebund und förderte den Bau der Athener Akropolis. Als Strategos war er zudem mitverantwortlich für den sich anbahnenden innergriechischen Machtkampf mit Sparta und seinen Verbündeten, der schließlich im Peloponnesischen Krieg (431-404 v. Chr.) mündete.
Makedonien
König Alexander III. der Große (336-323 v. Chr.) gilt als bedeutendster Herrscher des antiken Makedonien. Zu seinen größten Leistungen zählt die Eroberung des Achämenidenreiches bis zum Indischen Subkontinent. Mit seiner Regentschaft begann auch das Zeitalter des Hellenismus, deren kulturelle Traditionen noch über Jahrhunderte fortdauerten.
Rom
Der römische Staatsmann, Feldherr und Autor Gajus Julius Cäsar (100-44 v. Chr.) entstammte einer alten römischen Patrizierfamilie und stieg schnell zu den führenden Köpfen Roms auf. Als Prokonsul eroberte er zwischen 58 und 51 v. Chr. das freie Gallien. Im anschließenden Römischen Bürgerkrieg (49-45 v. Chr.) errang Cäsar die Alleinherrschaft in Rom und war somit maßgeblich am Untergang der Römischen Republik beteiligt. Sein Name wurde in der Folgezeit zum Bestandteil des Titels aller nachfolgenden Herrscher des römischen Kaiserreichs. Er entlehnt sich außerdem auch in den Titeln "Kaiser" und "Zar".
Cäsars Großneffe und Haupterbe Octavian (63 v. Chr. - 14 n. Chr.) konnte die Machtkämpfe nach der Ermordung Cäsars am 15. März 44. Chr. für sich entscheiden. Unter dem Ehrennamen "Augustus" stieg er schließlich zum ersten Kaiser der römischen Antike auf. Seiner Regentschaft war von einerr lang andauernden Friedenszeit - der "Pax Augusta" - geprägt: Diese Zeit brachte Rom, Italien und den meisten Provinzen eine langandauernde Zeit von innerem Frieden, Stabilität, Sicherheit und Wohlstand. Seine Außenpolitik war zudem eher defensiv; von besonderer Bedeutung war jedoch der Verlust von drei römischen Legionen in der Varusschlacht des Jahres 9 n. Chr.
In der römischen Geschichtsschreibung gilt Trajan (98-117 n. Chr.) als bester römischer Princeps ("optimus princeps"). Während seiner Herrschaft erlebte das Römische Reich mit der Eroberung Mesopotamiens, Armeniens und Dakiens seine größte Ausdehnung. Innenpolitisch wollte Trajan mit umfangreichen Sozial- und Baumaßnahmen die Stellung Italiens stärken, während er in den Provinzen die Romanisierung förderte. Mit seinem Vorgänger Nerva begründete Trajan zudem die Epoche des Adoptivkaisertums.
Besonders folgenreich war die Regentschaft von Kaiser Konstantin I. der Große (324-337 n. Chr.). Während er innenpolitisch mehrere Reformen vorantrieb und außenpolitisch auf die Sicherung und Stabilität der Reichsgrenzen setzte, leitete er mit der Konstantinischen Wende den Aufstieg des Christentums ein. Im Mailänder Edikt garantierte er den Christen die freie Religionsausübung im gesamten Reich und beendete damit die allgemeinen Christenverfolgungen. Zudem verlegte er im Jahre 324 n. Chr. die Residenz des Reiches nach Konstantinopel.
Byzanz
Als einer der bedeutendsten Herrscher der Spätantike gilt der byzantinische Kaiser Justinian I. der Große (527-565). Seine Regierungszeit marktiert einen wichtigen Übergang von der Antike zum Mittelalter und damit von römischer Tradition zu byzantinischer Regierung. Während Justinian sich als "schlafloser Kaiser" um viele innenpolische Angelegenheiten selbst kümmerte, war seine Außenpolitik von den Auseinandersetzungen mit dem persischen Sassanidenreich sowie einer weitgehenden Rückeroberung der einstmals weströmischen Gebiete geprägt. Heute werden er und seine Frau Theodora I. in der orthodoxen Kirche als Heilige verehrt.
Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation
Otto I. der Große (936-973) zählt zu den bedeutendsten Herrschern des frühen Mittelalters. Während seiner Regentschaft setzte er die Unteilbarkeit des Königtums durch und schaffte die Grundlagen für das Reichskirchensystem. Mit seiner Kaiserkrönung am 2. Februar 962 begründete er zudem das Heilige Römische Reich Deutscher Nation. Untrennbar verbunden mit seinem Namen ist auch die Gründung des Erzbistums Magdeburg im Jahre 968.
Unter Heinrich IV. fand der politische Konflikt zwischen dem Kaisertum und dem Papsttum im sogenannten Investiturstreit um die Amtseinsetzung von Geistlichen seinen Höhepunkt. Der Streit eskalierte mit der Exkommunikation Heinrichs durch Papst Gregor VII. im Jahre 1076. Um daraufhin seine volle Handlungsfähigkeit wiederzuerlangen und den Papst zur Aufhebung des Bannes zu bewegen, zog Heinrich Anfang 1077 zum Bußgang nach Canossa.
Friedrich I. Barbarossa (1152-1190) erhielt seinen Beinamen ("Rotbart") in Italien wegen seines rötlich schimmernden Bartes. Seine Regentschaft war vor allem durch den Ausgleich zwischen weltlicher und kirchlicher Macht - basierend auf der Zweischwerterlehre - geprägt. Innenpolitisch vertrat Friedrich den Anspruch höchster königlicher Autorität. Demnach sollte der König selbst einziger Ausgangspunkt für Herrschaftsgewalt sein.
Zu den absoluten Ausnahmeerscheinungen unter den mittelalterlichen Herrschern gilt Friedrich II. (1211/12-1250). Der Kaiser - von seinen Zeitgenossen als "stupor mundi" ("Staunen der Welt") bezeichnet - war hochgebildet und sprach mehrere Sprachen. Zudem war er vielseitig interessiert - vor allem an naturwissenschaftlichen, künstlerischen, philosophischen und theologischen Fragen. So verfasste er auch ein wissenschaftliches Werk über die Falknerei. Seine Kaiseridee war ganz in der staufischen Tradition universell ausgelegt, wobei er aber auf eine Gleichberechtigung mit dem Papst bestand.
Kaiser Karl V. (1519-1556) zählt zu den bedeutendsten Herrschern aus dem Hause Habsburg und gilt als mächtigster Herrscher seiner Zeit in Europa. Bereits 1516 würde er als Karl I. zum König von Spanien gekrönt, drei Jahre später zum römisch-deutschen König gewählt. Im Jahre 1520 wurde er zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Er wurde zugleich als letzter römisch-deutscher König offiziell vom Papst zum Kaiser gekrönt. Während seiner Regentschaft verfolgte Karl das Konzept der Universalmonarchie - der Kaiser hatte Vorrang vor allen Königen. So verstand er sich als Friedenswahrer in Europa, Schützer des Abendlandes vor den Osmanen und sah sich zuständig für den Schutz und die Reform der Kirche. Zudem war seine Herrschaftszeit auch durch den Konflikt mit den Protestanten geprägt.
Preußen
König Friedrich II. der Große von Preußen(1740-1786) - auch bekannt als "Alter Fritz" - zählt zu den bedeutendsten preußischen Herrschern der Geschichte. Als "erster Diener des Staates" gilt er zudem als führender Repräsentant eines aufgeklärten Absolutismus. Sehr zum Mißfallen seines Vaters - dem "Soldatenkönig" Friedrich Wilhelm I. - interessierte er sich mehr für Literatur, Musik, Philosophie und die französische Sprache. Während seiner Regierungszeit galt Friedrich daher auch als großer Förderer der schönen Künste - legendär waren zudem auch seine Tafelrunden, zu deren Gästen auch der französische Philosoph Voltaire zählte. Außenpolitisch machte sich Friedrich auch als Feldherr einen Namen: mit den Schlesischen Kriegen - darunter dem Siebenjährigen Krieg - stieg Preußen als fünfte Großmacht in die Pentarchie mit Frankreich, Großbritannien, Russland und Österreich auf.
Bayern
Er ist wohl der berühmteste und bekannteste der bayerischen Monarchen: König Ludwig II. von Bayern (1845-1886). Zahlreiche Lieder ranken sich noch heute um das Leben und den Tod des Wittelsbachers. Der bayerische Geheimbund der "Guglmänner" versteht sich noch heute als Hüter der bayerischen Monarchie und hält auch die Verschwörungstheorien um Ludwigs Tod am 13. Juni 1886 am Leben. Während Ludwig II. zu Lebzeiten vor allem nach einem mystisch geprägten Idealbild eines christlichen Königtums strebte, zeigte er während seiner Regierungszeit kaum praktisch-politische Initiative. So hat sich Ludwig II. in der bayerischen Geschichte vor allem als leidenschaftlicher Schlossbauherr ein Denkmal gesetzt, weshalb er volkstümlich auch als Märchenkönig bezeichnet wird.
Deutsches Reich
Als wilhelminische Epoche ging die Regentschaft des deutschen Kaisers Wilhelms II. (1888-1918) in die Geschichte ein. Wesentliches Kennzeichen seiner Politik war das Streben des Kaisers, das Deutsche Reich als wichtige Größe in der Reihe der Weltmächte zu positionieren. Die Vorliebe Wilhelms für militärischen Prunk führte auch gesellschaftlich zu einer überbetonten Rolle des Militärs - auch in der zivilen Gesellschaft. Im Gegensatz zu seinen Vorgängern wollte Wilhelm zudem die deutsche Innen- und Außenpolitik maßgeblich selbst mitbestimmen. Das persönliche Regiment des Kaisers entpuppte sich jedoch bald als eine von wechselnden Beratern gesteuerte Politik, welche die Entscheidungen Wilhelms als widersprüchlich und unberechenbar erscheinen lassen. Im Zuge der Novemberrevolution musste Wilhelm II. schließlich am 9. November 1918 abdanken.
Der Regierungsantritt Wilhelms II. im Jahre 1888 fiel noch in die Amtszeit des ersten deutschen Reichskanzlers Otto von Bismarck (1871-1890). Dieser hatte als preußischer Ministerpräsident (1862-1890) und gleichzeitig als Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes (1867-1871) maßgeblich die Gründung des Deutschen Reiches am 18. Januar 1871 vorangetrieben. Als Reichskanzler prägte er bis zu einer Entlassung 1890 entscheidend die Politik des neugeschaffenen Reiches mit: Während er außenpolitisch mit seinerBündnispolitik ein Gleichgewicht der europäischen Mächte anstrebte, führte er innenpolitisch zahlreiche Reformen durch. Dazu zählen unter anderem die Einführung des Zivilehe und die Schaffung des Sozialversicherungssystems. Zudem war seine Kanzlerschaft vom andauernden Konflikt mit der katholischen Kirche - dem sogenannten "Kulturkampf" - geprägt.
Den dunkelsten Abschnitt der deutschen Geschichte markiert die Zeit des nationalsozialistischen Terrors im "Dritten Reich" von 1933 bis 1945. target="new" Maßgeblich verantwortlich dafür war Adolf Hitler (1889-1945), dessen Regime nach der "Machtergreifung" am 30. Januar 1933 die pluralistische Demokratie, den Föderalismus und den Rechtsstaat in Deutschland abschafften. Basierend auf der antisemitischen und rassistischen Ideologie des Nationalsozialismus begann zudem die systematische Verfolgung und Ermordung politisch Andersdenkender sowie religiöser und ethnischer Minderheiten - darunter der beispiellose Holocaust an sechs Millionen Juden. Hitlers Regime ist zudem für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges mit Millionen von Kriegstoten sowie der Zerstörung weiter Teile Deutschlands und Europas verantwortlich.
Österreich
Erzherzogin Maria Theresia von Österreich (1740-1780) gehört heute zu den prägendsten Monarchen des aufgeklärten Absolutismus. Während sich ihr Ehemann Franz I. Stephan (1740-1765) vor allem der finanziellen Absicherung seiner Familie widmete, führte Maria Theresia nahezu allein die Regierungsgeschäfte. So leitete sie innenpolitisch umfassende Reformen - darunter in der Staatsorganisation sowie im Justiz- und Bildungswesen - ein und verfolgte wirtschaftspolitisch eine neue Form des Merkantilismus. Außenpolitisch suchte Maria Theresia den Ausgleich mit Frankreich.
Mit beinahe 68 Jahre gehört Kaiser Franz Joseph I. vön Österreich-Ungarn(1848-1916) zu den am längsten regierenden Herrschern der Weltgeschichte. Innenpolitisch war seine Regentschaft geprägt von der Auseinandersetzung mit dem liberalen Bürgertum, der Entwicklung von einer absoluten zu einer konstitutionellen Monarchie, dem Ausgleich mit Ungarn und dem schwelenden Nationalitätenkonflikt. Außenpolitisch beherrschten vor allem der Konflikt mit Preußen im Deutschen Bund, das österreichische Engagement auf dem Balkan und der Erste Weltkrieg seine Amtszeit. Bereits zu Lebzeiten wurde Franz Joseph zudem mit einem nostalgischen Flair umgeben - nicht zuletzt auch wegen seiner Ehe mit Kaiserin Elisabeth (1854-1898) sowie seiner zahlreichen Schicksalsschläge wie der Ermordung seiner Frau 1898, der Hinrichtung seines Bruders Maximilian in Mexiko 1867 oder der Selbstmord seines Sohnes Kronprinz Rudolf am 30. Januar 1889.
Frankreich
König Franz I. (der Ritterkönig) (1515-1547) zählt zu den bedeutendsten Renaissance-Fürsten Europas und als Begründer des französischen Absolutismus. So beendete er die Epoche der Loire-Könige, trieb die Zentralisierung der Macht auf Paris voran und brach die Macht der letzten französischen Kronvasallen. Seine Außenpolitik richtete sich vor allem gegen die Habsburger, womit er die Grundlage für den rund 240 Jahre andauernden Habsburgisch-Französischen Gegensatz (1516-1756) schuf. Franz I. ging zudem als großer Kunstförderer in die Geschichte ein: Mit dem Ankauf zahlreicher italienischer Werke legte er den Grundstein für den späteren Louvre.
Als bedeutendster Monarch der französischen Geschichte gilt allerdings Ludwig XIV. (1643-1715) - auch bekannt als der "Sonnenkönig". Er vollendete den Absolutismus seiner Vorgänger, in dem die Hofkultur ganz auf die Person des Herrschers zugeschnitten wurde. Zudem war Ludwig XIV. ein großer Mäzen der Künste und Wissenschaften, was zu einer Blütezeit der französischen Kultur in Europa führte. Als Höhepunkt seiner Regentschaft gilt zudem der Bau des Schlosses von Versailles. Mit 72 Jahren ist Ludwig XIV. zudem das am längsten amtierende Staatsoberhaupt in der europäischen Geschichte.
Zu den umstrittensten Persönlichkeiten der Geschichte gehört der gebürtige Korse und französische General Napoleon (I.) Bonaparte (1799-1815). Dank seines militärischen Talents stieg Napoleon während der Französischen Revolution in der Armee auf. Vor allem seine Feldzüge in Italien und Ägypten machten ihn schnell populär und zu einem politischen Hoffnungssträger. Durch den Staatstreich des 18. Brumaire gelang es Napoleon, die Macht in Frankreich zu übernehmen und sich am 2. Dezember 1802 zum Kaiser krönen zu lassen. Innenpolitisch hat Napoleon dank zahlreicher Reformen - darunter etwa mit dem Code Civil - die staatlichen Strukturen Frankreichs bis heute geprägt. Außenpolitisch errang er, gestützt auf die Armee, zeitweise die Herrschaft über weite Teile Kontinentaleuropas. Nach seiner endgültigen Niederlage in der Schlacht von Waterloo am 18. Juni 1815 wurde Napoleon als Kriegsgefangener auf die britische Atlantikinsel St. Helena verbannt, wo er am 5. Mai 1821 starb.
Der französische Staatspräsident Charles de Gaulle (1959-1969) zählt zu den bedeutendsten französischen Staatsmännern des 20. Jahrhunderts. Während des Zweiten Weltkrieges führte der französische General den Widerstand des "Freien Frankreich" gegen die deutsche Besetzung. Als französischer Ministerpräsident setzte de Gaulle eine umfangreiche Verfassungsreform durch, mit der er im Jahre 1959 die Fünfte Französische Republik begründete. Während seiner Amtszeit als Staatsoberhaupt beeinflusste er maßgeblich die französische Politik durch seine Ideologie des Gaullismus. Die Außenpolitik während seiner Amtszeit war maßgeblich vom Algerienkrieg (1954-1962) und der Deutsch-Französischen Aussöhnung geprägt.
Monaco
Zu den bekanntesten monegassischen Fürsten zählt Rainier III. (1949-2005). Während seiner Regentschaft verwandelte er Monaco zu einem Zentrum der internationalen High Society, wozu auch die Heirat mit der US-amerikanischen Schauspielerin Grace Kelly am 19. April 1956 maßgeblich beitrug. Zudem baute er die Wirtschaft Monacos mit neuen Investoren aus der Chemie-, Pharma-, Feinmechanik- und Kosmetikbranche aus und förderte das Kongresswesen. Rainiers privates Vermögen betrug etwa zwei Milliarden Euro; zu seinem Besitz gehörten auch der Fürstenpalast von Monaco, eine Sammlung von 180 Oldtimer-Automobilen oder eine der kostbarsten Briefmarkensammlungen der Welt. Im Jahre 1974 rief er mit dem Zirkusfestival von Monte Carlo das weltweit berühmteste Festival seiner Art ins Leben.
Spanien
Zu den bedeutendsten spanischen Königen zählt Philipp II. (1556-1998), ältester und einzig legitimer Sohn von Kaiser Karl V. (1519-1556). In die Geschichte ging er als "düsterer König" ein, der während seiner Regentschaft ausschließlich kastilischen Kloster Real Sitio de San Lorenzo de El Escorial residierte. Er umgab sich zudem mit einem undruchdringlichen Hofzeremoniell, wobei nur wenige wirklich Zutritt zu ihm erlangten. Wegen seiner Unnahbarkeit galt er fast schon als eine Art Gottheit und als ein weltentrückter Mönchskönig. Zu den Höhepunkten seiner Regentschaft zählen die Seeschlacht von Lepanto am 7. September 1571 sowie der Untergang der Spanischen Armada im Jahre 1588.
In der jüngeren Geschichte zählt vor allem Francisco Franco als prägende Gestalt im 20. Jahrhunderts. Im Jahre 1936 putschte Franco gemeinsam mit rechtsgerichteten Teilen der Armee gegen die demokratische Regierung Spaniens und löste den Spanischen Bürgerkrieg aus. Mit seinem Sieg im Jahre 1939 errichtete Franco ein diktatorisches Regime - basierend auf der Ideologie Franquismus - mit politisch motivierten Verbrechen und politischen Säuberungen. Sein Regime basierte auf traditionellen konservativen Wertvorstellungen und faschistischen Prinzipien. Demokratische und regionalistische Tendenzen wie im Baskenland oder in Katalonien wurden systematisch unterdrückt. Dank eines stabilen Rückhaltes durch das Militär, die katholische Kirche und die spanischen Großgrundbesitzer gelang es Franco, sein Regime bis zu seinem Tode am 20. November 1975 aufrecht zu erhalten.
Dänemark
In der Geschichtsschreibung aller skandinavischen Länder spielt Königin Margarethe I. (1387-1412) eine zentrale Rolle. Ihr zentrales politisches Lebensziel war die Vereinigung der drei skandinavischen Königreiche unter einem Dach und ihrer Herrschaft. Mit der Gründung der Kalmarer Union am 17. Juni 1397 wurde Skandinavien faktisch für zweieinhalb Jahre vereint, wobei jedes Königreich seinen eigenen Reichsrat und Regierungsaufbau behielt.
Schweden
Zu den schillerndsten Figuren der schwedischen Geschichte zählt König Gustav II. Adolf (1611-1632). Durch sein politisches und militärisches Handeln trug er wesentlich dazu bei, die Hegemonialstellung Schwedens bis ins 18. Jahrhundert hinein zu sichern. Innenpolitisch organisierte und reformierte er die Verwaltung sowie das Steuer- und Rechtswesen. Zudem machte er das schwedische Schulwesen zu den besten in Europa und förderte den wirtschaftlichen Aufschwung Schwedens. Er führte die Wehrpflicht ein und schuf mit der Volksarmee eine der schlagkräftigsten Armeen in Europa. Im Jahre 1630 intervenierte Gustav Adolf zugunsten der deutschen Protestanten im Dreißigjährigen Krieg. Am 16. November 1632 fiel der schwedische König jedoch in der Schlacht bei Lützen.
Russland
Als erster Kaiser des Russischen Reiches zählt ZarPeter I. der Große (1862-1721) zu den herausragendsten Persönlichkeiten der russischen Geschichte. Seine Petrinischen Reformen dienten dem Ziel, Russland zu einem modernen Staat zu entwickeln. Zudem gründete er im Jahre 1703 die Stadt Sankt Petersburg, die er 1710 zur russischen Hauptstadt erhob. Peter schuf zudem die Grundlage für die Kaiserlich-Russische Marine.
Kaiserin Katharina II. die Große (1762-1796) gilt als Vertreterin des aufgeklärten Absolutismus und ist gleichzeitig die einzige Herrscherin, die in der Geschichtsschreibung den Beinamen die Große erhielt. Zentrales Ziel ihrer Innenpolitik war die Etablierung der russischen Staatsgewalt in allen Ecken des Riesenreiches. Zu diesem Zweck führte sie 1775 eine groß angelegte Gouvernementsreform durch, mit der erstmals eine einheitliche Verwaltung mit Statthalterschaften, Gouvernements und Kreisen eingeführt wurde. Außenpolitisch dehnte sie den Machtbereich Russlands aus wie kein anderer russischer Herrscher vor ihr. Während der russisch-türkischen Kriege (1768-1774 und 1787-1792) eroberte sie den Zugang zum Schwarzen Meer und weite Küstengebiete. Auch die Teilungen Polens verschafften Russland erhebliche Gebietsgewinne. Katharina haftet noch heute der Ruf an, sexbesessen und machtgierig gewesen zu sein - namentlich sind mehr als zwanzig Liebhaber bekannt.
Sowjetunion
Über Jahrzehnte hinweg genoß der sowjetische Parteichef Josef Stalin (1922-1953) eine jahrzehntelange Glorifizierung. Während seiner Regierungszeit errichtete er eine totalitäre Diktatur und ließ im Zuge politischer "Säuberungen" vermeintliche und tatsächliche Gegner verhaften, in Schau- und Geheimprozessen zu Zwangsarbeit verurteilen oder hinrichten sowie Millionen weiterer Sowjetbürger und ganze Volksgruppen besetzter Gebiete in Gulag-Strafarbeitslager deportieren. Zu seinen Erfolgen wird hingegen die sowjetische Industrialisierung gezählt. Zudem entwickelte sich die Sowjetunion während seiner Regierung von einem rückständigen Agrarstaat zu einer atomaren Supermacht. Sein Regime und seine Interpretation des Marxismus und des Leninismus werden als Stalinismus bezeichnet.
Einen ebenfalls erheblichen Einfluss auf die Geschichte Europas hatte der letzte sowjetische Staats- und Parteichef Michail S. Gorbatschow (1985-1991). Durch seine Politik der Glasnost und der Perestroika leitete das Ende des Kalten Krieges ein. Dies ermöglichte in maßgeblich auch die deutsche Wiedervereinigung 1989/1990. Für diese Politik erhielt er 1990 als einziger sowjetischer Politiker den Friedensnobelpreis. Ende 1991 trat Gorbatschow als sowjetischer Staatspräsident zurück, nachdem die UdSSR mit der Alma-Ata-Erklärung vom 21. Dezember 1991 aufgelöst wurde.
Türkei
Süleyman I. der Prächtige (1520-1566) zählt zu den herausragendsten osmanischen Herrschern der Geschichte. Während seiner mehr als vierzigjährigen Regentschaft ereichten die geographische Ausdehnung und die Macht des Osmanischen Reiches ihren Höhepunkt. Sein historischer Ruhm beruht nicht zuletzt auf seinen Eroberungen, die das Osmanische Reich zu einem bedeutenden Akteur in der europäischen und nahöstlichen Politik machte. Innenpolitisch betätigte sich Süleymann in erheblichem Maße als Gesetzgeber.
Mongolei
Als erster Großkhan ging Dschingis Khan (1206-1227) in die Geschichte der Mongolei ein. Während seiner Regentschaft einte er die mongolischen Stämme und legte mit seinen Eroberungen die Grundlage für das Mongolische Reich, das sich auf seinem Höhehpunkt als größter zusammenhängender Herrschaftsbereich der Weltgeschichte die größten Teile des Kaiserreiches China, Koreas, Afghanistans, Georgiens, Armeniens, Russlands, Ungarns, Persiens sowie die dazwischen liegenden Länder umfasste. In der historischen Bewertung ist Dschingis Khan jedoch sehr umstritten. So gilt er den unteworfenen Völkern als einer der größten Massenmörder der Geschichte, obwohl sein Reich den eroberten Gebieten für einen langen Zeitraum Sicherheit und Frieden brachte.
China
Das "Time Magzine" wählte ihn zu den 100 einflussreichsten Menschen des 20. Jahrhunderts - den chinesischen Staats- und Parteichef Mao Zedong (1893-1976). Als Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) (1943-1976) und Staatspräsident der Volksrepublik China (1954-1976) war er der führende Politiker der Volksrepublik des 20. Jahrhunderts. So legte seine Politik zwar die Grundlagen für die Entwicklung Chinas von einem agrarischen und rückständigen Feudalstaat zu einer politischen und wirtschaftlichen Großmacht. Seine Kampagnen und Programme wie der "Große Sprung nach vorn" oder die Kulturrevolution kosteten hingegen Millionen von Menschen das Leben. Zudem verursachten sie wesentliche wirtschaftliche Schäden, Verluste an kulturellem Erbe und verfehlte gesellschaftliche Strukturen. Insgesamt starben schätzungsweise zwischen 44 und 72 Millionen Menschen an den Folgen politischer Kampagnen, diktatorischer Machtausübung und verfehlter Wirtschaftspolitik. Dennoch wird Maos Vermächtnis als edeutender Revolutionär, militärischer Stratege und politischer Anführer weiterhin in China geehrt.
Indien
Mohandas K. Gandhi (1869-1947) gilt als politischer und geistiger Führer der indischen Unabhängigkeitsbewegung. Seine Aktionen des gewaltfreien Widerstandes und des zivilen Ungehorsams führten schließlich zum Ende der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Die Teilung in die Staaten Indien, Pakistan und Bangladesch konnte Gandhi jedoch nicht verhindern. Bereits zu Lebzeiten galt Gandhi vielen als Vorbild; zudem wird er heute in Indien als Nationalheld verehrt.
Thailand
Zu den bedeutendsten Monarchen Thailands zählt König Chulalongkorn (1868-1910). Während seiner 42 Jahre andauernden Regentschaft entwickelte er das frühere Siam zu einem modernen Staat, indem er die Verwaltung und die Wirtschaft des Landes konkurrenzfähig machte. Um die Infrastruktur des Landes zu modernisieren, bediente er sich auch zahlreicher ausländischer Berater. Als erster thailändischer König knüpfte er auch direkte Kontakte mit den europäischen Königshäusern. Außenpolitisch konnte Chulalongkorn die Unabhängigkeit Thailands gegen den starken Druck Großbritanniens und Frankreichs verteidigen.
Der thailändische König Bhumipol Adulyadej gilt als besondere Integrationsfigur seines Landes und genießt in der Bevölkerung des südostasiatischen Landes eine hohe Verehrung. Das Motto seiner Regentschaft lautet "Ich werde das Land einzig zum Vorteil seiner Menschen regieren", womit er sich deutlich von den meisten seiner Vorgänger unterscheiden will. In einer Volksabstimmung 1987 verlieh ihm die Bevölkerung daher auch den Beinamen "der Große". Zudem genießen der König von Thailand und die königliche Familie höchsten Respekt: Jede Form der Majestätsbeleidigung ist verboten und wird mit strengen Strafen geahndet. Nach seinem Amtsantritt am 9. Juni 1946 gilt Bhumiphol heute als das derzeit am längsten regierende Staatssoberhaupt der Welt sowie als am längsten regierender Monarch Thailands. Sein Vermogen wird auf etwa 35 Milliarden US-Dollar geschätzt, womit er auch reichster Monarch weltweit gilt.
Südafrika
Neben Martin Luther King und Malcolm X gilt Nelson Mandela heute als wichtigster Vertreter im Kampf gegen die Unterdrückung der Schwarzen und die Apartheid in Südafrika. Bereits als Jura-Student engagierte er sich in der politischen Opposition gegen das weiße Minderheitsregime und trat schließlich 1942 dem "African National Congress" (ANC) bei. Über 27 Jahre verbrachte er zudem als politischer Gefangener des Apartheid-Regimes in Haft - einen großen Teil davon auf der Gefängnisinsel Robben Island. Am 9. Mai 1994 wurde Mandela schließlich zum ersten schwarzen Staatspräsidenten Südafrikas gewählt. Während seiner fünfjährigen Amtszeit war er maßgeblich an der Umgestaltung des Landes weg von Apartheid und Minderheitenherrschaft beteiligt. Zudem gewann er international großen Respekt für seine Bemühungen um nationale und internationale Versöhnung.
Kuba
Die US-Zeitschrift "Time Magzine" kürte ihn zu den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts - den marxistischen Politiker, Guerrillaführer und Autor Ernesto Che Guevara. Er war einer der wichtigsten Anführer der kubanischen Revolution 1957/58 und neben Fidel Castro deren wichtigste Symbolfigur. Einige seiner Schriften und Reden beeinflussten revolutionäre Strömungen weit über Kuba hinaus. Sein Leben wie Tod sowie der posthume Kult um seine Person ist noch heute Gegenstand vielfältiger Betrachtungen in Medien, Filmen und Büchern. Eine Fotografie von Alberto Korda von Che Guevara am 5. März 1960 - das Bild "Guerrillero Heroico" ("heldenhafter Freischärler/Partisan") gilt heute als berühmtestes fotografisches Abbild eines Menschen. Zudem machte ihn sein Tod im Namen einer revolutionären Bewegung zu einem Märtyrer linker Unabhängigkeits- und Befreiungsbewegungen in der ganzen Welt. Vor allem in Kuba gilt Che Guevara noch heute als Volksheld.
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Kleines ABC der Politik und Geschichte
Absolutismus
Der Absolutismus ist eine frühzeitliche Regierungsform, in der ein Monarch die uneingeschränkte Herrschafts- und Regierungsgewalt verkörpert. Unterschieden wird dabei zwischen zwei Formen: Im "höfischen Absolutismus" wird dem König eine absolute Herrschaft über seinen Staat durch Gottes Gnade zugesprochen. Typischer Vertreter dafür war König Ludwig XIV. von Frankreich. Im "aufgeklärten Absolutismus" hingegen definiert sich der Monarch als "erster Diener des Staates". Dessen bekannteste Vertreter waren König Friedrich II. der Große von Preußen und Kaiserin Maria Theresia von Österreich.
Ägyptologie
Die Ägyptologie erforscht alle Bereiche der altägyptischen Hochkultur von Alltagsleben über Sprache und Literatur, Geschichte, Religion, Kultur und Kunst, Wirtschaft, Recht bis hin zu Ethik und Geistesleben. Die Epoche reicht vom 5. Jahrtausend vor Christus bis zum Ende der römischen Herrschaft im 4. Jahrhundert nach Christus.
Altertum
Das Altertum umfasst die Epoche vom 4. Jahrtausend vor Christus bis zum 6./7. nachchristlichen Jahrhundert. Es beginnt mit der Ausbildung der altorientalischen Reiche Mesopotamiens, Babyloniens, Assyriens, Persiens oder Ägyptens und endet mit der Völkerwanderung und der arabischen Expansion.
Anarchismus
Der Anarchismus lehnt die Herrschaft von Menschen über Menschen sowie jede Art von Hierarchie als Unterdrückung der Freiheit ab. Ziel ist vielmehr eine freiwillige Assoziation von mündigen und emanzipierten Menschen. Das menschliche Zusammenleben soll zudem durch freiwillige Vereinbarungen zwischen den Menschen organisiert werden. Im Mittelpunkt stehen somit Freiheit, Selbstbestimmung, Gleichberechtigung, Selbstverwirklichung der Individuen und kollektive Selbstverwaltung.
Antike
Die Antike umfasst den Zeitraum von etwa 1.200 v. Chr. bis 600 n. Chr. Im engeren Sinne umfasst sie die Geschichte des alten Griechenlands, des Hellenismus und des Römischen Reiches. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort antiquus für "alt hergebracht" an.
Archäologie
In der Archäologie wird die kulturelle Entwicklung der Menschheit wissenschaftlich erforscht. Sie sich ausschließlich für den Menschen und seine Hinterlassenschaften wie Gebäude, Werkzeuge oder Kunstwerke. Erkenntnisse zu Umwelt, Klima, Ernährung oder Alter von Funden tragen dabei zur Rekonstruktion vergangener Kulturen bei.
Aufklärung
Die Aufklärung war im 17. und 18. Jahrhundert die beherrschende Geistes- und Kulturbewegung in Europa. Der deutsche Philosoph Immanuel Kant (1724-1804) definierte die Epoche als "Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit". Ein Hauptmotiv der Aufklärung war der Glaube an die Vernunft: Mit Mut zur Kritik, geistiger Freiheit und religiöser Toleranz sollten das "finstere" Mittelalter und die staatlichen Autoritäten im Absolutismus überwunden werden. Wissbegierde und Weltoffenheit förderten einen großen Aufschwung von Naturwissenschaften und Technik, hatten aber auch gesellschaftliche und politische Folgen wie die Unabhängigkeitserklärung der USA am 4. Juli 1776 und die Französische Revolution von 1789.
Autoritarismus
Der Autoritarismus gilt nicht nur als Mischform zwischen totalitären Regimen und demokratischen Regierungen. Die Politikwissenschaft sieht in ihm einen sui generis - einen Systemtyp, der sich grundlegend vom Totalitarismus und der Demokratie unterscheidet. Der deutsch-spanische Politikwissenschaftler Juan Linz definierte drei Merkmale des Autoritarismus: ein begrenzter Pluralismus, keine umfassende Ideologie und eine weder extensive noch intensive Mobilisierung. Autoritäre Regime greifen daher oftmals auf als allgemeingültig angenommene Wertvorstellungen wie Patriotismus, Nationalismus, Modernisierung oder Ordnung zurück.
Byzantinistik
Dieser interdisziplinäre Wissenschaftszweig befasst sich mit der Geschichte, Kultur, Religion, Kunst, Wissenschaft, Wirtschaft und Politik von Byzanz beschäftigt. Als Begründer gilt der deutsche Humanist und Philologe Hieronymus Wolf.
Epigraphik
Vor allem für die Alte Geschichte ist die Epigraphik bedeutend. Abgeleitet vom griechischen Wort epigraphe ("Inschrift" oder "Aufschrift") befasst sich diese historische Hilfswissenschaft mit den Inschriften auf verschiedenen Materialien wie Holz, Stein, Glas, Marmor, Metall oder Leder. Da Inschriften oftmals haltbarer sind als gewöhnlichen Schreibmaterialien wie Papier oder Pergament, sind sie oft die einzigen Mittel, um zeitgenössische Informationen über untergegangene Kulturen zu erhalten. Die wichtigsten Typen sind Weih-, Grab-, Bau- und Ehreninschriften.
Faschismus
Der Faschismus gilt heute als Bezeichnung für rechtsradikale, autoritäre, totalitäre und nationalistische Regimes, Diktaturen und politische Gruppen. Ihren Ursprung hat sie jedoch im italienischen Faschismus. Auch der Nationalsozialismus wurde maßgeblich vom Faschismus beeinflusst.
Feudalismus
Der Feudalismus - abgeleitet vom lateinischen Wort feudum ("Lehen") - war die vorherrschende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung im europäischen Mittelalter. Diese basiert auf einem persönlichen Treueverhältnis zwischen dem Feudalherrn und dem Vasallen. Bei den Vasallen handelte es meist um Bauern, die in Leibeigenschaft zum Grundherrn standen. Sie waren somit unfrei und standen in dessen persönlicher Abhängigkeit. Die Leibeigenen waren somit an die Scholle gebunden und der Rechtsprechung ihres Herrn unterworfen. Zudem schuldeten sie dem Grundherrn Abgaben in Form von Arbeitsleistungen (Fron) sowie Naturalleistungen (Zehnt).
Föderalismus
Der Föderalismus ist ein Organisationsprinzip, bei dem untergeordnete Provinzen oder Bundes- bzw. Gliedstaaten über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen. Von wesentlicher Bedeutung für die Struktur föderaler Systeme ist dabei das Verhältnis zwischen Territorialität und nationaler Identität. Unmittelbar verbunden ist der Föderalismus auch mit dem Prinzip des Regionalismus.
Genealogie
Die Genealogie ist eine historische Hilfswissenschaft, die sich im engeren Sinne mit der Familiengeschichtsforschung - volkstümlich auch Ahnenforschung - beschäftigt. Der Begriff leitet sich vom altgriechischen Wort genealogía ("Stammbaum") ab und wird zurückgeführt auf geneá ("Familie") und lógos ("Lehre"). Im weiteren Sinne bezeichnet sie auch den genetischen Zusammenhang einer Gruppe von Lebewesen und die Abstammung eines Lebewesens von anderen Lebewesen.
Geschichtswissenschaft
Die Geschichtswissenschaft beschäftigt sich mit der Geschichte von Menschen und menschlichen Gemeinschaften. Ihr Ziel ist nicht nur, das vorhandene Wissen über die Vergangenheit des Menschen nur zu wahren und zu verbreiten, sondern vor es vor allem auch zu mehren. Sie zudem eng verwandt mit der Archäologie und der Politikwissenschaft.
Heraldik
Der Forschungsschwerpunkt der Heraldik ist das Wappenwesen. Es umfasst die Bereiche Wappenkunde, Wappenkunst und Wappenrecht und reicht bereits ins 12. Jahrhundert zurück. Die Wappenkunde beschäftigt sich mit dem Aufbau von Wappen, deren Bedeutung und der Bedeutung der einzelnen Teile und Symbole.
Imperialismus
Unter dem Begriff Imperialismus - vom lateinischen Wort imperare ("herrschen") - bezeichnet man das Bestreben eines Herrschers oder eines Staates, dessen Einfluss auf andere Länder oder Völker bis hin zu deren Unterwerfung auszudehnen. Dazu gehört auch eine ungleiche wirtschaftliche, kulturelle oder territoriale Beziehung. Erste Frühformen des Imperialismus waren bereits das Römische Weltreich, das Byzantinische Reich oder islamische Expansion im 7. Jahrhundert. Im 15. und 16. Jahrhundert folgten die Kolonialreiche von Portugal und Spanien. Die Epoche des klassischen Imperialismus bezeichnet hingegen den Zeitraum von 1870 bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als die europäischen Großmächte vornehmlich aus wirtschaftliche und strategische Interessen ihre Herrschaftsgebiete in aller Welt ausdehnten. Typisches Beispiel dafür war der Wettlauf um Afrika.
Kalter Krieg
Der Begriff "Kalter Krieg" bezeichnet allgemein die Konfrontation zwischen zwei oder mehreren Staaten bzw. Blöcken, ohne dass es zu militärischen Kampfhandlungen kommt. Nach dem Zweiten Weltkrieg stand dieser Begriff als Synonym für die Auseinandersetzungen zwischen den USA und der Sowjetunion. Der politische und auch ideologische Konflikt zwischen den beiden Supermächten und Blöcken spiegelte sich vor allem auch im Wettrüsten wider. Zudem unternahmen beide Seiten teils massive politische, ökonomische und militärische Anstrengungen, um den Einfluss des jeweils anderen Lagers in der Welt einzudämmen oder zurückzudrängen.
Kommunismus
Eine klassenlose Gesellschaft, in der das Privateigentum an Produktionsmitteln aufgehoben ist und die Produktion des gesellschaftlichen Lebens rational und gemeinschaftlich geplant und durchgeführt wird, ist das Ziel des Kommunismus. Nach der Theorie seines bekanntesten Verfechters Karl Marx könne der Kommunismus nur durch eine revolutionäre Übergangsgesellschaft - die Diktatur des Proletariats - den Kapitalismus überwinden. Heute umfasst der Begriff des Kommunismus - abgeleitete vom lateinischen Wort vom lateinisch communis ("gemeinsam") - mehrere politische Zielvorstellungen und Gesellschaftsmodelle, die eine gesellschaftliche Gleichheit ohne Privateigentum verwirklichen wollen. Dazu zählen unter anderem der Marxismus, Leninismus, Stalinismus, Trotzkismus, Maoismus, Titoismus, Rätekommunismus, Eurokommunismus oder Realsozialismus.
Konservatismus
Der Konservatismus - abgeleitet vom lateinischen Begriff conservare ("erhalten, bewahren") - gehört zu den großen politischen Ideologien des frühen 19. Jahrhunderts. Er entwickelte sich als Gegenpol zur Französischen Revolution, in dessen Mittelpunkt eine organische Gemeinschaft steht, an der sich die Politik auszurichten hat und dessen Ordnung von der Religion bestimmt wird. Zudem werden die Bewahrung von Tradition und eine langsame gesellschaftliche Entwicklung den schnellen Veränderungen vorgezogen.
Lehnswesen
Im europäischen Hochmittelalter basierte die Gesellschaftsordnung auf dem Lehnswesen oder Benefizialwesen. Es bezeichnet das politisch-ökonomische System zwischen dem Lehnsherrn und dem Vasalln. Der Lehnsherr, welcher der rechtliche Eigentümer von Grund und Boden oder bestimmter Rechte war, verlieh diese dem Lehnsempfänger auf Lebenszeit. Dafür musste der Lehnsempfänger dem Lehnsherrn persönliche Dienste leisten. Beide verpflichteten sich zu gegenseitiger Treue: Der Lehnsherr zu Schutz und Schirm, der Lehnsempfänger zu Rat und Hilfe. Oberster Lehnsherr war der jeweilige oberste Landesherr, der Lehen an seine Fürsten vergab. Besonders ausgeprägt war es in den europäischen Staaten wie dem Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Auch in anderen Staaten wie Japan entstanden ähnliche Strukturen.
Liberalismus
Der Liberalismus ist eine philosophische, ökonomische und politische Ideologie, die aus den englischen Revolutionen des 17. Jahrhunderts hervorgegangen ist. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort liberalis ("freiheitlich") ab. Sein Leitbild ist die Freiheit des Individuums gegenüber dem Staat. In der westlichen Welt gilt der Liberalismus als Voraussetzung für eine moderne, pluralistische Demokratie. Zu den wichtigsten Theoretikern zählen zum Beispiel Thomas Hobbes, John Locke, Charles de Montesquieu, Immanuel Kant oder Adam Smith.
Mittelalter
Das Mittelalter bezeichnet den Zeitabschnitt zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Diese Epoche führt christliche, antike und keltische, germanische, romanische und slawische Entwicklungen auf der Basis einer christlichen Grundhaltung zusammen. Die vorherrschende Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung ist der Feudalismus auf der Grundlage einer Ständeordnung.
Nation
Eine Nation - abgeleitet vom lateinischen Wort natio ("Geburt, Herkunft, Volk") - bezeichnet größere Gruppen oder Kollektive von Menschen, denen gemeinsame kulturelle Merkmale wie Sprache, Tradition, Sitten, Gebräuche oder Abstammung zugeschrieben werden. In diesem Zusammenhang existiert auch der Begriff der Kulturnation - also eine Gemeinschaft von Menschen, die sich durch Sprache, Traditionen, Kultur sowie Religion und somit die Zugehörigkeit zu einer Kultur miteinander verbunden fühlen. Eine Willensnation definiert sich über die bewusst gewollte Gemeinschaft von Bürgern unterschiedlicher ethnischer Herkunft.
Nationalismus
Der Nationalismus ist eine Weltanschauung, welche die Herstellung des souveränen Nationalstaates anstrebt. Ethnische und politische Grenzen sollen dabei identisch sein, die Menschen sollen sich zudem bewusst mit der Nation identifizieren und solidarisieren. Die Existenz der Nation wird dabei zumeist als gottgegebenes oder natürliches Faktum angesehen, das nicht hinterfragt werden kann. Entstanden ist der Nationalismus im ausgehenden 18. Jahrhundert mit dem Unabhängigkeitskrieg der USA oder der Französischen Revolution.
Nationalsozialismus
Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, antikommunistische und antidemokratische Weltanschauung, die in Deutschland nach dem Ersten Weltkrieg enstand. Weitere wichtige Merkmale waren die zentrale Rolle der Propaganda, Totalitarismus, Militarismus und Imperialismus, eine Blut-und-Boden-Ideologie, die Propagierung der Herrenrasse bzw. des Herrenvolkes, eine Männerherrschaft und Männlichkeitskult sowie die Theorie, das internationale Judentum hätte sich verschworen, um die Weltherrschaft zu erringen.
Neuzeit
Die Neuzeit gehört zu den drei historischen Großepochen, deren Beginn auf das ausgehende 15. und beginnende 16. Jahrhundert datiert wird. Unterteilt wird diese wiederum in die frühe Neuzeit und die Moderne.
Nord-Süd-Konflikt
Der Nord-Süd-Konflikt bezeichnet die Konfrontation zwischen den Entwicklungs- und Industrieländern. Diese ergibt sich aus den unterschiedlichen politischen, wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungschancen der Entwicklungs- und Industriegesellschaften. Der Konflikt entstand bereits in den 1940er-Jahren im Zuge der Unabhängigkeitsbestrebungen der ehemaligen europäischen Kolonien.
Numismatik
Mit dem Geld und seiner Geschichte beschäftigt sich auf wissenschaftlicher Basis die Numismatik. Die Bezeichnung dieser historischen Hilfswissenschaft leitet sch vom griechischen Wort nómisma ("das Gesetzmäßige, das Gültige, die Münze") ab. Wichtigstes Forschungsobjekt ist die Münze - aber auch andere Geldformen wie Papiergeld, vormünzliche Zahlungsmittel und münzverwandte Objekte wie Medaillen oder Jetons werden untersucht.
Politik
Der Begriff Politik leitet sich vom griechischen Wort politika ("öffentliche Geschäfte") ab und bezeichnet bezeichnet die Angelegenheiten zur Einrichtung und Steuerung von Staat und Gesellschaft im Ganzen. Er umfasst dabei alle Aufgaben, Fragen und Probleme zum Aufbau und Erhalt sowie zur Weiterentwicklung der jeweiligen politischen und gesellschaftlichen Ordnung.
Politikwissenschaft
Die Politikwissenschaft beschäftigt sich mit dem wissenschaftlichen Studium politischer Prozesse und allen im weiteren Sinne politischen Erscheinungen und Handlungen des menschlichen Lebens. Sie untersucht auf wissenschaftlicher Basis, wie das gesellschaftliche Zusammenleben geregelt ist und geregelt werden kann. Unterschieden werden dabei die Teilbereiche "Politisches System", "Politische Theorie und Ideengeschichte", "Vergleichende Politikwissenschaft" und "Internationale Beziehungen".
Pluralismus
Der Pluralismus die Idee des friedlichen gleichzeitigen Vorhandenseins verschiedener Systeme, Interessen, Ansichten und Lebensstile. Im Gegensatz zum Totalitarismus oder dem Partikularismus erkennt er die bestehenden unterschiedlichen Interessen und politischen Positionen an und betrachtet deren individuelle Verwirklichung, Vertretung und Artikulation als legitim und erwünscht.
Republik
Eine Republik - abgeleitet vom lateinischen Wort res publica ("öffentliche Sache") - bezeichnet eine Staatsform, die sich in erster Linie als Gegenmodell zu einem monarchischen Staats- und Regierungswesen versteht. Wie eine Republik im Inneren ausgestaltet ist, kann jedoch von Staat zu Staat abweichen.
Sozialismus
Der Sozialimus entstand Mitte des 19. Jahrhunderts - zu dessen zentralen Maximen gehören Gleichheit, Freiheit und Solidarität sowie der Glaube an das Gute in allen Menschen unter entsprechenden gesellschaftlichen Bedingungen. Als Träger der sozialistischen Ideen gilt besonder die Arbeiterschaft, die sich seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa in Arbeitervereinen und -parteien organisiert. Sein Ziel ist die Neugestaltung der Wirtschaftsordnung, um die kapitalistischen Eigentums-, Ausbeutungs- und Klassenverhältnisse zugunsten einer rational gesteuerten und egalitären Ökonomie zu überwinden. Nach 1945 wandte sich die Sozialdemokratie von den sozialistisch-revolutionären Tendenzen ab; vielmehr versuchte sie die sozialen Fragen durch demokratische Reformen zu lösen.
Staat
Ein Staat ist politische und soziale Zweckeinheit einer bestimmten Gruppe, Organisation oder Institution innerhalb bestimmter festgelegter Grenzen, um gemeinsame Güter und Interessen zu wahren. Der Begriff leitet sich vom lateinischen Wort status ("Zustand, Stand, Stellung") ab und wurde erstmals von Niccolò Machiavelli geprägt. Nach seiner Definition waren alle menschlichen Gewalten, die Macht über Menschen haben, ein Staat. Während der Renaissance bezeichnete der Staat die mehr oder weniger stabile Verfassungsform einer Monarchie oder Republik. Erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts erhält der Staat seine moderne Bedeutung.
Terrorismus
Unter Terrorismus - abgeleitet vom lateinischen Begriff terror ("Furcht, Schrecken") - versteht man Gewalt und Gewaltaktionen gegen eine politische Ordnung, um einen politischen Wandel zu erzwingen. Terror dient dabei als Druckmittel und soll vor allem Unsicherheit und Schrecken verbreiten oder Sympathie und Unterstützungsbereitschaft erzeugen. Somit ist Terrorismus keine militärische Strategie. Zudem wird heute zwischen verschiedenen Arten des Terrorismus unterschieden - darunter der Rechtsterrorismus, religiöser bzw. ethnisch-nationalistischer Terrorismus oder Staatsterrorismus. Zu den bekanntesten terroristischen Vereinigungen gehören unter anderem die linksextremistische Rote Armee Fraktion (RAF), die baskische Euskadi Ta Askatasuna (ETA), die paramilitärische Provisional Irish Republican Army (PIRA), die maoistische Sendero Luminoso, das islamistische Terrornetzwerk al-Qaida oder die Hamas und Hisbollah.
Totalitarismus
Der Totalitarismus bezeichnet eine diktatorische Herrschafts- und Regierungsform, die in alle sozialen Verhältnisse einzuwirken versucht. Sein Ziel ist es daher, den Menschen im Sinne einer bestimmten Ideologie umzuformen. Typische Merkmale sind eine alles durchdringende Ideologie, die Unterordnung des Einzelnen unter die Gemeinschaft, keine Gewaltenteilung, keine bürgerlichen Freiheiten und Missachtung der Menschenrechte, absolute Überwachung und Spitzeltum.
Vexillologie
Eine noch sehr junge Wissenschaft ist die Vexillologie - auch Flaggenkunde oder Fahnenkunde genannt. Die Bezeichnung leitet sich vom lateinischen Wort vexillum für Flagge und dem griechischen Begriff für Lehre logos ab. Sie ist aus einem Teilgebiet der Heraldik entstanden und beschäftigt sich mit der Geschichte des Flaggenwesens, dem Entwurf und der Erzeugung von Flaggen, ihrer Bedeutung, Aussagen und auch damit verbundenen Emotionen und ihre Verwendung.
Vor- und Frühgeschichte
Die Epoche der Vor- und Frühgeschichte erforscht die Kulturentwicklung des Menschen von seinen Anfängen bis zum Beginn des Altertums. Gegenstand der Erforschung sind im Gegensatz zu den anderen historischen Disziplinen gegenständliche Quellen wie Keramik, Metall, Holz, Knochen, Glas oder Steinartefakte, die sie in ihren jeweiligen Zusammenhang - wie zum Beispiel Bodendenkmale wie Siedlungen, Grabhügel, Burganlagen - stellt.
Zentralismus
In der Politik steht das Strukturprinzip des Zentralismus für das Bestreben, alle Kompetenzen des Staates in einer zentralen obersten Instanz zu konzentrieren. Eine Form sind zentralistisch organisierte Einheitsstaaten, deren politische Souveränität sich auf die nationale Ebene fokusiert. In der Religion steht der Zentralismus für die Kirchenorganisation, in der Wirtschaft für eine Planwirtschaft.
Quelle: Wikipedia
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Kurzinfo: Internationaler Strafgerichtshof (IStGH) |
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Der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) mit Sitz in Den Haag verfolgt Völkermord, Kriegsverbrechen, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Verbrechen der Aggression, wenn die Delikte nicht auf nationaler Ebene geahndet werden können. Der unabhängige Gerichtshof wurde durch das Rom-Statut errichtet und darf nur über Individuen, nicht aber über Staaten zu Gericht sitzen. Dem Vertrag sind bislang 120 Staaten beigetreten, darunter auch alle EU-Mitgliedstaaten. Neben Russland, China und den USA als ständigen Mitgliedern des UN-Sicherheitsrates lehnen bislang auch die Atommächte Indien und Pakistan, einige arabische Staaten sowie der Sudan, Israel, Nordkorea, Kuba und der Iran eine Mitgliedschaft im IStGH ab.
Außerdem ist der Internationale Strafgerichtshof eine eigenständige internationale Organisation und nicht zu verwechseln mit dem Internationalen Gerichtshof (IGH). Im Gegensatz zum IStGH entscheidet das höchste UN-Gericht über Streitigkeiten zwischen den Staaten. Auch die UN-Tribunale für das ehemalige Jugoslawien (ITCY) sowie das Tribunal (ITCR) für den Völkermord in Ruanda sind eigenständige Gerichtshöfe und nicht mit dem IStGH zu verwechseln. Dazu kommen verschiedene Sondertribunale wie der Sondergerichtshof für Sierra Leone, das Rote-Khmer-Tribunal und das Sondetribunal für den Libanon.
In Deutschland können Kriegsverbrecher auf der Grundlage des Völkerrechtstrafgesetzbuches (VStGB) zur Verantwortung gezogen werden. Es fast die Regeln des Völkerrstrafrechts zusammen und listet die einzelnen Tatbestände samt Strafen aus: Dazu zählen Völkermord (§6 VStGB), Verbrechen gegen die Menschlichkeit (§7 VStGB) und Kriegsverbrechen (§8 VStGB bis §12 VStGB). Auch die Verletzung der Aufsichtspflicht (§13 VStGB) sowie das Unterlassen der Meldung einer Straftat (§ 14 VStGB) werden juristisch belangt. Diese Tatbestände können nun auch in Deutschland verfolgt werden - unabhängig davon, wo die Verbrechen und von wem sie begangen wurden.
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Literaturtipps
Wolfgang Ismayr:
Politische Systeme Westeuropas.
Vs Verlag 2008
Preis: € 22,90
ISBN-10: 3531164643
ISBN-13: 978-3531164649
Wolfgang Ismayr:
Politische Systeme Osteuropas.
Vs Verlag 2009
Preis: € 34,95
ISBN-10: 353117181X
ISBN-13: 978-3531171814
Werner Weidenfeld:
Europa-Handbuch. Band 1: Die Europäische Union - Politisches System und Politikbereiche. Band 2: Die Staatenwelt Europas.
Bertelsmann Stiftung 2006
Preis: € 44,-
ISBN-10: 3892047693
ISBN-13: 978-3892047698
Werner Weidenfeld/Wolfgang Wessels (Hrsg.):
Europa von A bis Z. Taschenbuch der europäischen Integration.
Nomos 2011
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3832956409
ISBN-13: 978-3832956400
Samuel P. Huntington:
Kampf der Kulturen: Die Neugestaltung der Weltpolitik im 21. Jahrhundert.
Goldmann Verlag 2002
Preis: € 13,-
ISBN-10: 3442151902
ISBN-13: 978-3442151905
Anton Pelinka und Johannes Varvick:
Grundzüge der Politikwissenschaft.
UTB 2010
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3825226131
ISBN-13: 978-3825226138
Herrman Bengtson:
Griechische Geschichte: Von den Anfängen bis in die römische Kaiserzeit.
Beck 2009
Preis: € 29,90
ISBN-10: 3406589405
ISBN-13: 978-3406589409
Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte. Band 1: Von der Königszeit bis zum Übergang der Republik in den Prinzipat.
Primus Verlag 1998
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3534027264
ISBN-13: 978-3534027262
Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte. Band 2: Die Kaiserzeit von Augustus bis Diocletian.
Primus Verlag 2009
Preis: € 19,90
ISBN-10: 3534124391
ISBN-13: 978-3534124398
Heinz Bellen:
Grundzüge der römischen Geschichte. Band 3: Spätantike von Constantin bis Justinian.
Primus Verlag 2003
Preis: € 24,90
ISBN-10: 3896784560
ISBN-13: 978-3896784568
Johannes Fried:
Das Mittelalter: Geschichte und Kultur.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2011
Preis: € 14,90
ISBN-10: 3423346507
ISBN-13: 978-3423346504
Heinrich August Winkler:
Der lange Weg nach Westen. Band 1: Deutsche Geschichte vom Ende des Alten Reiches bis zum Untergang der Weimarer Republik.
C.H. Beck 2001
Preis: € 39,90
ISBN-10: 3406460011
ISBN-13: 978-3406460012
Heinrich August Winkler:
Der lange Weg nach Westen. Band 2: Deutsche Geschichte vom "Dritten Reich" bis zur Wiedervereinigung
C.H. Beck 2009
Preis: € 39,90
ISBN-10: 340646002X
ISBN-13: 978-3406460029
Daniel Jonah Goldhagen:
Hitlers willige Vollstrecker. Ganz gewöhnliche Deutsche und der Holocaust.
Goldmann Verlag 2000
Preis: € 12,50
ISBN-10: 3442150884
ISBN-13: 978-3442150885
Wolfgang Benz:
Geschichte des Dritten Reiches.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2003
Preis: € 9,90
ISBN-10: 3423308826
ISBN-13: 978-3423308823
Herrmann Vinke:
Die DDR. Eine Dokumentation mit zahlreichen Biografien und Abbildungen.
Ravensburger Buchverlag 2008
Preis: € 19,95
ISBN-10: 3473551163
ISBN-13: 978-3473551163
Manfred Hergt, Werner Hilgemann, Hermann Kinder:
dtv-Atlas Weltgeschichte: Von den Anfängen bis zur Gegenwart.
Deutscher Taschenbuch Verlag 2006
Preis: € 17,90
ISBN-10: 3423085983
ISBN-13: 978-3423085984
Gisela Graichen, Rolf Hammel-Kiesow und Alexander Hesse:
Die deutsche Hanse: Eine heimliche Supermacht.
Rowohlt 2011
Preis: € 24,95
ISBN-10: 9783498025199
ISBN-13: 978-3498025199
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