Historischer Überblick Frankfurt am Main

22. Februar 794
Erstmals wird das königliche Gut an der "Franconofurt" als Ort einer bedeutenden Synode des fränkischen Adels unter der Leitung Karls des Großen erwähnt.

855
Mit König Lothar II. von Lothringen wird in Frankfurt erstmals ein König bestimmt. Bis 1792 werden hier 36 deutsche Könige gewählt. Nach 1562 werden hier zehn römisch-deutsche Kaiser gekrönt.

1138 bis 1254
Unter den Staufern wird die Königspfalz Frankfurt zur Stadt. Im Jahre 1240 gewährt Friedrich II. den Besuchern der Messe königlichen Schutz für die Hin- und Rückreise - der Beginn der langen internationalen Messetradition. Bereits ein Jahr später weist ein Steuerverzeichnis Frankfurt als wirtschaftlich bedeutenste Stadt im Deutschen Reich aus.

1245
Frankfurt wird "freie Reichsstadt". Als ein sich selbst verwaltender Stadtstaat ist er nur dem Kaiser zur Gefolgschaft verpflichtet. In den folgenden Jahrzehnten wurden auf den jährlichen Messen die teuersten Gebrauchsgüter des Abendlandes verkauft, zum Beispiel Bücher, Gewürze und Stoffe.

1356
Die Goldene Bulle regelt die Modalitäten zur Wahl und Krönung der römisch-deutschen Kaiser und ist damit eines der wichtigsten Gesetze des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Sie bestätigt zudem Frankfurt als ständige Wahlstadt. Zwischen 1562 und 1792 werden hier auch die Kaiserkrönungen vorgenommen.

1478
Auf der Frankfurter Messe sind erstmals die Buchhändler vertreten. Die Buchmesse wird in der Folgezeit ein fester Bestandteil der Frankfurter Messe.

um 1530
Der Buchdruck lässt sich in Frankfurt nieder. Die Stadt entwickelt sich zur wichtigsten Druckerstadt Deutschlands und zu einem der bedeutendsten Buchzentren Europas.

1555
Mit der Reformation kommt es auch in Frankfurt zu religiösen Unruhen und Konflikten. Mit dem Augsburger Religionsfrieden wird die Stadt gemischt konfessionell. In der Folgezeit strömen Glaubensflüchtlinge aus den Niederlanden an den Main. Sie machen bald ein Fünftel des Gesamtbevölkerung aus und prägen entscheidend die Wirtschaft der Stadt.

1585
Mit der Börse wird erstmals ein behördlich genehmigter Geldwechsel in Frankfurt eingerichtet. Die Stadt ist bald eine der reichsten und mächtigsten Handelsorte im Zentrum Deutschlands. Der Reformator Martin Luther notierte über die Stadt: "Frankfurt ist das Silber- und Goldloch!"

1631 bis 1635
Während des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) ist eine schwedische Garnison in Frankfurt stationiert.

6. August 1806
Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation verliert Frankfurt seinen Status als Reichs-, Wahl- und Krönungsstadt.

9. Juni 1815
Gemäß den Beschlüssen des Wiener Kongresses wird Frankfurt Freie Stadt. Als solche gründet sie mit drei anderen Freien Städten und 35 deutschen Staaten den Deutschen Bund. Frankfurt wird Sitz des Deutschen Bundestages.

26. September 1839
Die Taunusbahnstrecke Frankfurt-Höchst-Wiesbaden wird eröffnet. Damit beginnt die Entwicklung der Stadt zum Eisenbahnknotenpunkt.

18. Mai 1848 bis 31. Mai 1849
Die Erste Deutsche Nationalversammlung tagt in der Frankfurter Paulskirche. Die am 28. März 1849 verabschiedete Verfassung tritt jedoch nie in Kraft.

18. Juli 1866
Frankfurt wird der preußischen Rheinarmee besetzt und am 2. Oktober 1866 von Preußen annektiert. Damit ist das Ende als freie Reichsstadt besiegelt. Als Stadtgemeinde ist Frankfurt dem Regierungsbezirk Wiesbaden der Provinz Hessen-Nassau unterstellt.

10. Mai 1871
Der Frieden von Frankfurt besiegelt endgültig den Deutsch-Französischen Krieg 1870/71. Frankreich muss als Kriegsentschädigung einen Teil das Elsass und einen Teil Lothringens (einschließlich Metz) abtreten sowie innerhalb von drei Jahren eine Kriegsentschädigung in Höhe von fünf Milliarden Goldfranc bezahlen.

1891 bis 1912
Unter Oberbürgermeister Franz Adickes entwickelt sich Frankfurt zu einer modernen Industrie- und Handelsstadt mit weltstädtischem Flair. Es entstehen Wohn- und Industriegebiete, Grüngürtel und Volksparks, Ring- und Radialstraßen. Zudem werden der Palmengarten, die Frankfurter Oper, der Bahnhof, der Westhafen sowie kommunale Versorgungsbetriebe eröffnet.

16. November 1909
Mit der Deutschen Luftschiffahrts-Aktiengesellschaft (DELAG) wird in Frankfurt die erste Fluggesellschaft der Welt gegründet. Diese eröffnet im Jahre 1912 den "Luftschiffhafen am Rebstock" für Verkehrsluftschiffe und schafft damit die Grundlage für den heutigen Rhein-Main-Flughafen.

1914 bis 1918
Während des Ersten Weltkrieges wird Frankfurt das Ziel von elf Fliegerangriffen. Die Arbeitslosigkeit steigt stark an - Versorgungsengpässe führen zu Hungersnöten.

1925 bis 1930
Auf Betreiben des Oberbürgermeisters Ludwig Landmann errichtet der Architekt Franz May zahlreiche neue Siedlungen und erschafft damit ein neues Stadtbild. Im Jahre 1926 wird auf dem Rebstock der Flughafen neu eingeweiht.

1933
Nach der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten am 30. Januar wird der Stadtrat Frankfurts "gleichgeschaltet". Damit beginnen auch der Terror und Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung. Von Oktober 1941 bis 1945 werden insgesamt 9.415 Juden von den Nationalsozialisten deportiert und in den Konzentrationslagern ermordet.

1943/44
Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wird auch Frankfurt das Ziel von alliierten Luftangriffen, bei denen Innenstadt sowie die historische Altstadt fast völlig zerstört. 90.000 Wohnungen werden zerstört, mehr als 4.800 Menschen sterben, 180.000 werden obdachlos.

26. März 1945
US-Truppen besetzen die Stadt und beenden damit den NS-Terror. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wird Frankfurt als kreisfreie Stadt ein Teil des Bundeslandes Hessen.

1947
Frankfurt wird Sitz des vereinigten Wirtschaftsgebiets der britischen, französischen und US-Besatzungszone. Über die hier geschaffene Bank deutscher Länder wird ein Jahr später die Währungsreform organisiert und durchgeführt.

1949
Nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland am 23. Mai entwickelt sich die traditionelle Handels- und Wirtschaftsstadt zu einer der führenden Wirtschaftsmetropolen. Der Flughafen nimmt den zivilen Luftverkehr wieder auf.

25. Juli 1957
Die Deutsche Bundesbank nimmt in Frankfurt ihre Arbeit auf. In der Folgezeit siedeln sich die Börse sowie zahlreiche Geldinstitute aus dem In- und Ausland in der Mainmetropole an. Frankfurt entwickelt sich zu einer führenden Finanzmetropole in Europa.

15. Oktober 1960
Frankfurt/Main gründet die erste Städtepartnerschaft mit Lyon/Frankreich. Es folgen weitere Partnerschaften mit:

Zudem bestehen Freundschaftsverträge mit
  • Kairo/Ägypten (1979)
  • Tel-Aviv-Jaffa/Israel (1980)
  • Toronto/Kanada (1990)
  • Leipzig/Deutschland (1990)
  • Dubai/Vereinigte Arabische Emirate (2005) Außerdem besteht seit 1967 eine Partnerschaft zwischen dem Frankfurter Stadtteil Nieder-Eschbach und Deuil-la-Barre/Frankreich.

    20. Dezember 1963
    Im Frankfurter Römer beginnt mit dem 1. Auschwitzprozess der bislang größte Strafprozess in der deutschen Nachkriegsgeschichte. Angeklagt sind unter anderem die Mitglieder der Lagermannschaft des Vernichtungslagers Auschwitz. Der Prozess endet am 19. Mai 1965. Bis 1968 folgen zwei weitere Prozesse sowie drei Nachfolgeprozesse in den 1970er-Jahren.

    13. Juni bis 7. Juli 1974
    Das Frankfurter Waldstadion gehört zu den Austragungsorten der 10. Fußball-Weltmeisterschaft. Hier findet auch am 13. Juni die Eröffnungsfeier statt.

    1980-1990
    Mit dem Ausbau des Museumsufers entwickelt sich in den folgenden Jahren auch eine einzigartige Museums- und Kulturlandschaft.

    1. Juni 1998
    Die Europäische Zentralbank (EZB) wird in Frankfurt gegründet. Damit wird die führende Rolle Frankfurts als Finanzmetropole Europas bestätigt.

    1. Mai 2005
    Das Frankfurter Waldstadion wird nach umfangreichen Umbaumaßnahmen in Commerzbank-Arena umgetauft. Im Rahmen des 7. Konföderationen-Pokals vom 15. bis 29. Juni 2005 wird die Arena offiziell eingeweiht.

    3. bis 5. Juni 2006
    Die "SkyArena" stimmt auf die Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ein. Über 45 Minuten werden Lichtinstallationen großer Fußballmomente, Porträts von Stars und Bilder legendärer Spielszenen an die Türme der Mainmetropole projiziert.

    9. Juni bis 9. Juli 2006
    Die Commerzbank-Arena gehört zu den zwölf Austragungsorten der 18. Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland.

    26. Juni bis 17. Juli 2011
    Während der 6. Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Deutschland gehört die Commerzbank-Arena zu den neun Austragungsorten. Hier findet auch das Finale statt, in dem sich Japan erstmals den WM-Titel gegen die USA sichert.

    Weitere Informationen zur Geschichte Frankfurts bei Frankfurt-Interaktiv und bei Wikipedia.

    Informationen zur Geschichte zwischen 1933 und 1945 gibt es unter www.frankfurt1933-1945.de.

    Zur Geschichte der Kleiststadt Frankfurt (Oder) gibt es Informationen bei Wikipedia.

    Wikipedia

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