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| © "Fotobox" / PIXELIO |
Der Dongting-See ist mit einer Fläche von 2.700 Quadratkilometern etwa fünfmal so groß wie der Bodensee (538 Quadratkilometer). Bereits 1998 hatte ein Hochwasser den Rekordstand von 35,90 Meter erreicht. Über 4.000 Menschen wurden damals getötet.
Wirbelsturm verursacht Hochwasser-Flut in Russland
In Russland fegte ein Wirbelsturm über die Schwarzmeerküste hinweg. Insgesamt ertranken 63 Menschen in der Urlaubsregion - inoffiziellen Angaben zufolge könnten sogar über 300 Menschen getötet worden sein. In der Region Krasnodar rissen gewaltige Wassermassen Urlauber samt Autos, Bussen und Zelten in die See. Die Entschädigungssummen für die Opfer im Krisengebiet sind jedoch lächerlich gering. Umgerechnet 100 Euro zahlt der Staat für jedes zerstörte Haus. Viele Lokalpolitiker - besorgt um ihre Einnahmen durch den Tourismus - versuchen, das Ausmaß der Katastrophe herunterzuspielen. So dürfe man dem Unglück "keine große Bedeutung zumessen", so ein örtlicher Verwaltungschef. Auch viele Urlauber sehen es offenbar ähnlich. Trotz Seuchengefahr liegen zwischen entwurzelten Baumstämmen, Autowracks, Schlamm und Dreck schon wieder frische Handtücher am Strand. "Die Urlauber kennen weder Trauer noch Ekel, die schwimmen weiter", zeigte sich Katastrophenschützer Andrej Chaustow fassungslos.
Nationale Katastrophe in Österreich
Doch auch Mitteleuropa ist vom Hochwasser betroffen. In Österreich fiel die Urlaubssaison, die so hoffnungsvoll begonnen hatte, im wahrsten Sinne des Wortes ins Wasser. Mit Ausnahme Kärntens erwischte es jedes Bundesland - kaum eine Region zwischen Salzburg und Wien blieb verschont. Acht Tote hat die Alpenrepublik zu beklagen - der Gesamtschaden wird auf 6,5 Milliarden Euro geschätzt. "Die schwerste nationale Katastrophe der Nachkriegszeit", schreiben die Kommentatoren. Überall im Land stehen mit Wasser vollgesogene Schränke, Wohnzimmercouchs oder Doppelbetten vor den Häusern - Einrichtungsgegenstände, die innerhalb weniger Stunden zu wertlosem Sperrmüll wurden.
Hochwasser überschwemmt Chemiefabrik in Tschechien
14 Todesopfer forderte die Hochwasser-Flut in der Tschechischen Republik. In der Hauptstadt Prag wurden zwischenzeitlich über 200.000 Menschen evakuiert. "Das wird kein Jahrhundert-, sondern ein Jahrtausend-Hochwasser", meinte ein Feuerwehrmann, der entlang in der Altstadt Wache schob. Kaum war die Moldau jedoch zur Ruhe gekommen, trat die Elbe über die Ufer und brach über den Norden Böhmens herein. So war die Stadt Aussig tagelang von der Außenwelt abgeschnitten. Fünf Lastkähne rissen sich von ihren Anlegestellen auf der Elbe los und mussten teils von der Armee gesprengt werden, damit sie keine Brücken zum Einsturz bringen könnten. Die größte Gefahr lauert jedoch in der Stadt Neratovice. Dort hatte die Elbe das Gelände der Chemiefabrik Spolana überflutet. Umweltschützer befürchteten, dass das Seveso-Gift in Richtung Deutschland schwimmen könnte.
Flut zerstört tausende Existenzen in Deutschland
Aber auch in Deutschland hat die Flut ganze Landstriche zerstört und Milliardenschäden angerichtet. Allein in Bayern, Sachsen und Sachsen-Anhalt wurden Tausende Existenzen vernichtet. Am schlimmsten betroffen waren die sächsischen Städte Dresden, Grimma und Weesenstein. Dort hat das Hochwasser nicht nur zahlreiche Häuser, Straßen und Städte zerstört. So wurde allein in Grimma der so genannte Aufbau Ost quasi auf den Nullpunkt zurückgeworfen. In der sächsischen Landeshauptstadt Dresden wurden zudem auch Kulturdenkmäler wie die Semperoper, die Frauenkirche und der Zwinger von den Wasserfluten bedroht. Die dort entstandenen Schäden belaufen sich ersten Schätzungen zufolge auf mehrere Millionen Euro.
Zudem sind auch die Bundesländer Niedersachsen und Schleswig-Holstein betroffen. So dürfte das Hochwasser erst bei der Staustufe von Geestacht - südöstlich von Hamburg - sein Ende finden. Zwar wird auch in der Hansestadt ein um 0,5 bis 1,5 Meter höherer Wasserstand erwartet. Durch die weiten Grünflächen zwischen dem geöffneten Stauwehr von Geestacht und Hamburg können sich die Schlammfluten der Elbe weitgehend verteilen.
Auch wenn sich die Hochwasserlage noch nicht endgültig entspannt hat - die Diskussion um die Ursachen der Hochwasserkatastrophe hat schon längst begonnen.
| Kurzinfo: Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) | ||
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Eine der größten Stiftungen Deutschlands ist die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) - in Sachen Umwelt ist sie sogar die größte der Welt. Das Kapital stammt aus Privatisierungserlösen der Salzgitter AG in Höhe von 1,3 Milliarden Euro. Seit ihrer Gründung förderte sie mehr als 7.900 Projekte mit knapp 1,4 Milliarden Euro. Das Stiftungsvermögen beträgt heute rund 1,9 Milliarden Euro. Seit 1993 verleiht die DBU einmal im Jahr den Deutschen Umweltpreis. Mit 500.000 Euro ist dieser die höchstdotierte Umweltauszeichnung Europas.
Die Stiftung fördert kleine und mittlere Unternehmen bei der Förderung umweltfreundlicher Produktionsverfahren und unterstützt Forschungsvorhaben. Darüber hinaus hilft sie bei Projekten, die Lebenräume und wildlebene Arten schützen sowie einer nachhaltigen Nutzung von Arten und Ökosystemen dienen. Die DBU wurde am 18. Juli 1990 durch ein Gesetz des Deutschen Bundestages gegründet. Die Geschäftsstelle ist seit 1991 in Osnabrück angesiedelt. |
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Weitere Informationen:
Erstveröffentlichung am 26.08.2002 |
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