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EU-Enklaven: Färöer


Die Färöer sind eine Gruppe von 18 Inseln im nördlichen Atlantik - zwischen den britischen Inseln, Island und Norwegen gelegen. Politisch gehören die Färöer-Inseln zu Dänemark, sind aber in inneren Angelegenheiten autonom.

Tórshavn
Tórshavn
© Erik Christensen gemäß GDFL
Die Färöer wurden 625 von irischen Mönchen entdeckt und besiedelt. Zu Beginn des 9. Jahrhunderts gaben sie ihre Wohnstätten wieder auf, als die Wikinger plündernd die Inseln erreichten. In der Folgezeit wurden die Färöer eine wichtige Zwischenstation zwischen Skandinavien und den Wikinger-Siedlungen in Island, Grönland und kurzzeitig auch Nordamerika. Bis zum Ende des 14. Jahrhunderts gehörte die Inselgruppe zu Norwegen, fiel dann aber (gemeinsam mit Norwegen) an Dänemark.

Nach der Auflösung der dänisch-norwegischen Personalunion blieben die Färöer unter dänische Oberhoheit. Nach dem Zweiten Weltkrieg stimmten die Färinger 1946 in einer Volksabstimmung mit knapper Mehrheit für die Souveränität der Inselgruppe, was von Dänemark jedoch verweigert wurde. In den darauffolgenden Verhandlungen gewährte Dänemark der Inselgruppe eine weitgehende innere Autonomie.

Politik in den Färöer

Gemäß dem Gesetz über die Innere Autonomie vom 31. März 1948 ist die dänische Krone gleichzeitig auch Staatsoberhaupt der Färöer, wird aber von einem dänischen Reichsombudschaft vertreten. Die dänische Regierung ist für die Außen- und Sicherheitspolitik zuständig, wobei dem Parlament ein Vetorecht verbrieft wird. In allen inneren Angelegenheiten sind die Färöer autonom. Das färöische Parlament ("Løgting") ist eines der ältesten Parlamente der Welt. Seine 32 Abgeordneten werden alle vier Jahre neu gewählt. Zudem sind zwei färöische Abgeordnete im dänischen Parlament vertreten.

Es gibt jedoch noch heute einflussreiche Gruppierungen, die weiterhin eine völlige Unabhängigkeit der Inselgruppe anstreben. Das färöische Parteienspektrum zwischen republikanischen Separatisten und pro-dänischen Gruppen ist allerdings recht ausgeglichen. Koalitionen zwischen beiden Flügeln sind daher in der Regierung und im Parlament durchaus gängig.

Wie stehen die Färöer zu EU?

Seit Januar 2002 unterhalten die Färöer erste diplomatische Vertretungen im Ausland - darunter auch bei der EU und dem Nordischen Rat. Im Gegensatz zu Dänemark sind die Färöer jedoch kein Mitglied der EU. Daher wird auch die EU-Verfassung bei einem möglichen Inkrafttreten Ende 2006 für die Färöer keine Anwendung finden (Artikel IV-440, Absatz 6, Buchstabe a). Solange werden dänische Staatsbürger, die ihren Wohnsitz auf den Färöer haben, auch keine Unionsbürger sein, bis sich die Färöer entschließen sollten, der EU beizutreten. (Protokoll 8, Artikel 7).

Die wichtigsten Köpfe

Die letzten Parlamentswahlen ...

... fanden 29. Oktober 2011 statt. Die Wahlbeteiligung lag bei 86,6 Prozent. Es existiert eine Vier-Prozent-Klausel.

Färöer-Infos
Hauptstadt: Tórshavn (12.333 Einw.)
Einwohner: 48.574
Fläche: 1.395 km²
Regionale Gliederung: 34 Kommunen
Währung: 1 Färöische Krone (kr) = 100 oyrur
               (1 € = ca. 7,43 kr)

Weitere Informationen:

 Erstveröffentlichung am 10.01.2005


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