Hier finden Sie eine Auswahl interessanter Impressionen aus Europa. Es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit.
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Europa bildet gemeinsam mit Asien die eurasische Landmasse. Es gilt aber allgemein als eigenständiger Kontinent, der etwa einem Fünftel der Landmasse in Anspruch nimmt. So ist Europa zwar der zweitkleinste Kontinent der Welt, besitzt aber die drittgrößte Bevölkerung aller Kontinente. Politisch besteht es derzeit aus 47 souveränen Staaten. Hinzu kommen verschiedene abhängige Gebiete mit innerer Autonomie - darunter Åland, Färöer oder Gibraltar. Geographisch ist Europa stark zergliedert - höchster Punkt ist der Mont Blanc mit 4.792 Meter.
Die Bundesrepublik Deutschland liegt im Herzen Mitteleuropas. Das bevölkerungsreichste Land Europas ist seit 1990 wiedervereinigt und ist von kultureller Vielfältigkeit sowie regionalen Besonderheiten geprägt. Die 16 Bundesländer sind meist aus mehr als doppelt sovielen Königreichen, Fürstentümern und Residenzstädten hervorgegangen. In Deutschland gibt es ein überaus reiches kulturelles Erbe. So sind bei der UNESCO allein 36 Beiträge zum Weltkulturerbe verzeichnet - vom Aachener Dom über das Mittelrheintal bis hin zum Limes. Wirtschaftlich gehört Deutschland derzeit neben China, den USA und Japan zu den vier größten Volkswirtschaften der Welt.
Österreich ist eine föderale Bundesrepublik in Mitteleuropa. Etwa 60 Prozent des Staatsgebietes ist vom Gebirge geprägt. Das Land blickt auf eine lange Geschichte zurück - beginnend im frühen Mittelalter. Im Jahre 1804 wurde die Donaumonarchie Österreich-Ungarn begründet - eine Vielvölkermonarchie, die immer wieder von ethnischen Konflikten geprägt war. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Republik Österreich neu begründet und war strikter Neutralität verpflichtet. Heute ist Österreich Mitglied der Europäischen Union (EU). Hauptstadt des Landes ist die Donaumetropole Wien.
Die Schweiz versteht sich als "Willensnation", die weder ethnisch noch religiös eine Einheit bildet. Ihr Zusammengehörigkeitsgefühl basiert vielmehr auf einer gemeinsamen Geschichte, gemeinsamen Mythen und gemeinsamen politischen Grundhaltungen - wie beispielsweise den Föderalismus, starke Volksrechte und außenpolitische Neutralität. Der Überlieferung nach wurde die Schweizer Eidgenossenschaft am 1. August 1291 durch den Rütlischwur gegründet. Ihre heutige Form als föderaler Bundesstaat geht auf die Verfassung von 1848 zurück. Wirtschaftlich gehört die Schweiz zu den stärksten Ländern der Welt.
Das Fürstentum Liechtenstein - zwischen Österreich und der Schweiz gelegen - ist keine Operettenmonarchie ("Disneyland der Alpen"), sondern ein moderner Industrie- und Dienstleistungsstaat. Es gilt heute als eine konstitutionelle Erbmonarchie auf demokratisch-parlamentarischer Grundlage. Die Souveränität liegt sowohl beim Volk als auch beim Fürsten. Das Fürstentum ist hervorgegangen aus dem Erwerb der Herrschaft Schellenberg 1699 und der Grafschaft Vaduz 1712 durch die Fürsten von Liechtenstein - allerdings residieren diese erst seit 1938 dort. Heute hat Liechtenstein das höchste Bruttosozialprodukt weltweit.
Das Königreich Belgien ist eine föderale parlamentarische Monarchie, die seit 1830 unabhängig ist. Die Geschichte Belgiens reicht aber bis in die Antike zurück und erlebte viele Herrscher - von den Römern über die Franken und Burgund bis zu den Habsburgern. Auf dem Wiener Kongress 1815 wurde Belgien den Niederlanden zugesprochen - seit 1830 ist das Königreich unabhängig. Belgien gehört zu den Gründerstaaten der EWG und Sitz vieler internationaler Organisationen wie der NATO und EU. Heute ist Belgien unter anderem durch den Sprachenstreit zwischen Flandern und der Wallonie geprägt.
Die Niederlande gehören zu den am dichtesten besiedelten Ländern der Welt. Historisch gehörte das Land lange Zeit zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, bevor es 1648 unabhängig wurde. Als "Republik der Vereinigten Niederlande" stiegen sie zu einer der größten Wirtschafts- und Seemächte des 17. Jahrhunderts auf. Seit 1815 sind die Niederlande eine konstitutionelle Monarchie mit dem Königshaus Oranien-Nassau. Hauptstadt ist Amstderdam, Regierungssitz ist Den Haag. Umgangssprachlich werden die Niederlande auch als "Holland" bezeichnet. Diese Bezeichnung stammt von der früheren Grafschaft Holland.
 Gracht Amsterdam © Thomas Robbin |
 Gracht Amsterdam © H. Büch / GDFL |
 Rijksmuseum Amsterdam © Thomas Robbin |
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Luxemburg ist eine konstitutionelle Monarchie und derzeit der zweitkleinste Staat in der EU. Sein Name kommt von der Burg Lucilinburhuc, aus der sich die gleichnamige Hauptstadt entwickelte. Zudem ist Luxemburg heute das einzige Großherzogtum der Welt. Es gilt als bedeutendes Finanzzentrum und hat das zweithöchste Pro-Kopf-Einkommen der Welt. Außerdem ist Luxemburg der Sitz wichtiger europäischer Institutionen - darunter der Europäische Gerichtshof, der Europäische Rechnungshof oder das Sekretariat des Europaparlaments.
Das Vereinigte Königreich ist eine konstitutionelle Monarchie und der größte Inselstaat Europas. Es besteht aus den vier Landesteilen England, Schottland, Wales und Nordirland. Hinzu kommen mehrere Überseegebiete sowie die Kronbesitztümer. Die britische Geschichte reicht bereits in die römische Antike zurück. Besonders im 19. Jahrhundert war Großbritannien die führende Industrie- und Seemacht der Welt. Dabei besitzt England die längste parlamentarische Tradition in Europa, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Allerdings besitzt Großbritannien bis heute keine geschriebene Verfassung.
England ist der größte und dichtbesiedelste Landesteil des Vereinigten Königreiches. Der Name leitet sich vom westgermanischen Volk der Angeln ab, die ab etwa 450 in Britannien einwanderten. Im Gegensatz zu den anderen Landesteilen hat England weder ein eigenes Landesparlament noch eine eigene Landesregierung. Das Königreich England entstand in der zweiten Hälfte des 8. Jahrhunderts. Unterbrochen wurde die monarchische Tradition es Landes lediglich durch Herrschaft Oliver Cromwells Mitte des 17. Jahrhunderts. Hauptstadt des Landesteils ist London.
Schottland ist der nördliche Landesteil Großbritanniens und eine der ältesten Nationen Europas. Hauptstadt ist Edinburgh. Die Geschichte Schottlands reicht bis ins frühe Mittelalter zurück - im 18. Jahrhundert kam es schießlich zur endgültigen Union mit England. Seit 1999 errang es mit einem eigenen Regionalparlament wieder eine größere Autonomie. Zu Schottland gehörden zudem die Inselgruppen der Hebriden, der Orkneys und der Shetlands. Neben Irland ist Schottland heute ein Zentrum der Whisky-Industrie - zudem gilt Aberdeen als Hauptumschlagplatz für das aus der Nordsee geförderte Erdöl.
Wales ist der kleinste Landesteil Großbritanniens mit der Hauptstadt Cardiff. Es wurde nie durch die Angelsachsen erobert und blieb daher vor allem keltisch geprägt. Der Landesname stammt von "welsch", was soviel wie "Fremder" bedeutet. Wales steht seit Ende des 13. Jahrhunderts unter englischer Herrschaft - seit 1301 haben die britischen Thronfolger den Titel "Prinz von Wales" inne. Seit 1998 hat Wales wieder ein eigenes Landesparlament. Zudem ist Wales unter den britischen Gliedstaaten am engsten mit England verbunden - ist aber oft um kulturelle Abgrenzung bemüht.
Nordirland ist ein Teil des Vereinigten Königreiches mit der Hauptstadt Belfast. Es besteht aus dem größten Teil der historischen irischen Provinz Ulster im Norden Irlands. Im Zuge der Unabhängigkeit Irlands 1921 entschied sich die mehrheitlich protestantische Bevölkerung Nordirlands für den Verbleib bei Großbritannien. 1969 kam es jedoch zu Unruhen, die schließlich zu militärischen Auseinandersetzungen führten. Erst das Karfreitagsabkommen von 1998 führte nach dem blutigen Nordirland-Konflikt zu einer weitgehenden Normalisierung. So besitzt der Landesteil wieder eine eigene Selbstverwaltung und auch eine Wiedervereinigung mit Irland ist per Referendum möglich.
Gibraltar ist ein britisches Überseeterritorium an der Südspitze der Iberischen Halbinsel. Es liegt an der Nordseite der Straße von Gibraltar, an der Europa und Afrika am dichtesten zusammen liegen. Zudem ist die Landesgrenze mit Spanien die kürzeste zwischenstaatliche Grenze der Welt. Der Landesname leitet sich vom arabischen "Dschebel al-Tarik" ("Berg des Tarik") ab. Nach römischer, westgotischer, maurischer und spanischer Herrschaft ist Gibraltar seit 1830 eine britische Kronkolonie. Sie ist Teil der Europäischen Union - allerdings gibt es einige spezifische Ausnahmen.
Bermuda ist eine Inselgruppe im Atlantik und als britisches Überseeterritorium ein Teil Vereinigten Königreiches. Hauptstadt Bermudas ist Hamilton. Die Inseln sind vor allem durch die Geschichten rund um das Bermuda-Dreieck, die Bermuda-Shorts und das Bermuda-Rigg bekannt geworden. Entdeckt wurden die Inseln zwar durch die Spanier, doch die ersten Siedler waren englische Kolonisten, die 1609 nach einem Schiffbruch hier landeten. Seit 1620 ist Bermuda eine eigenständige britische Kolonie, die heute den Ruf einer Steueroase genießt. Zudem gilt Bermuda als weltweit drittgrößtes Zentrum für Rückversicherungen.
Guernsey ist die zweitgrößte britische Kanalinsel. Diese sind weder ein Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie. Vielmehr sind sie als Kronbesitz direkt der britischen Krone unterstellt. Neben der Hauptinsel Guernsey gehören noch die Inseln Alderney, Sark, Herm, Jethou, Brecqhou, Burhou sowie weitere kleine Eilande zur Vogtei. In römischer Zeit waren die Inseln ein wichtiges Handelszentrum. Im frühen Mittelalter fielen sie an den Herzog der Normandie - seit 1066 befinden sie sich im englichen Kronbesitz. Heute ist Guernsey ein wichtiges Touristenziel für Natur- und Vogelliebhaber.
Jersey ist die größte und gleichzeitig auch bevölkerungsreichste Kanalinsel. Hauptstadt ist Saint Helier. Jersey gilt als sonnenreichste aller britischen Inseln und ist zudem auch für seine ausgedehnten Strände bekannt. Wie die anderen Kanalinseln gehört Jersey zum britischen Kronbesitz und ist kein Teil des Vereinigten Königreiches sowie der Europäischen Union. Führende Einnahmequellen sind der Tourismus und Finanzdienstleistungen sowie die Blumenzucht. Auf Jersey wird neben Englisch heute noch Französisch mit normannischem Dialekt gesprochen. Dieser Dialekt wird auch Jersey-French oder Jèrriais genannt.
Die Isle of Man ist eine Insel in der Irischen See mit der Hauptstadt Douglas. Als Kronbesitz ist sie direkt der Krone unterstellt - damit ist sie weder Teil des Vereinigten Königreiches noch eine Kronkolonie. Sie stellt ein gesondertes Rechtsobjekt dar und ist kein Teil der Europäischen Union (EU), nimmt aber an deren Zollunion teil. Großbritannien ist für die Außenpolitik und die Verteidigung zuständig - ansonsten verwaltet sich die Insel selbst. Das Parlament - der Tynwald - wurde 979 gegründet und ist das älteste durchgehend tagende Parlament der Welt. Wirtschaftlich ist die Insel als Steueroase und Sitz von Offshore-Unternehmen bekannt.
Irland ist ein Inselstaat, der an das Vereinigte Königreich von Großbritannien grenzt. Die Republik Irland ist Mitglied der Europäischen Union - die Bevölkerung bekennt sich mehrheitlich zum römisch-katholischen Glauben. Die Geschichte Irlands reicht bis ins frühe Mittelalter zurück. Mit der Eroberung der Insel durch die Normannen geriet Irland zunehmend unter englischen Einfluss. 1541 wurde Irland von König Heinrich VIII. (1590-1547) in Personalunion der englischen Krone unterstellt. Seit 1921 ist Irland wieder unabhängig. Wirtschaftlich genoß das einstige "Armenhaus" durch den Ruf des "keltischen Tigers". Heute ist Irland aber von der Finanzkrise und Eurokrise besonders stark betroffen.
Das Königreich Dänemark ist ein flächenmäßig eher kleines Land, wovon etwa ein Drittel auf die rund 443 Inseln entfällt. Die größte Insel ist Seeland, die Halbinsel Jütland bildet das dänische Festland. Erstmals geeint wurde Dänemark um 980 von Harald Blauzahn. Von 1397 bis 1523 war Dänemark in Personalunion mit Schweden, Norwegen und Finnland vereint ("Kalmarer Union"). Heute ist Dänemark als konstitutionelle Monarchie Gründungsmitglied der NATO und seit 1972 Mitglied der Europäischen Union. Zu Dänemark gehören auch Grönland und die Färöer, die jedoch innenpolitische Autonomie genießen.
Autonome Gebiete
Die Färöer sind eine Inselgruppe, die im Mittelalter entdeckt und besiedelt wurde. Sie liegen im Nordatlantik zwischen den Britischen Inseln, Norwegen und Island. Von den 18 Inseln sind mit einer Ausnahme alle permanent bewohnt. Politisch gehören die Färöer seit 1380 zu Dänemark. Seit 1948 genießen sie jedoch ein hohes Maß an innerer Autonomie. Es gibt jedoch einflussreiche Gruppen, die eine vollständige Loslösung der Färöer von Dänemark anstreben. Im Gegensatz zu Dänemark sind die Färöer auch kein EU-Mitglied. Das Løgting ist außerdem eines der ältesten Parlamente der Welt. Hauptstadt der Färöer ist Tórshavn.
Grönland ist größte Insel der Welt und liegt im Atlantik. Geographisch wird sie zum arktischen Nordamerika gezählt, politisch gehört sie zu Dänemark. Hauptstadt des Landes ist Nuuk. Seit 2009 ist Grönland innenpolitisch unabhängig. Lediglich die Außen- und Verteidigungspolitik wird weiterhin von Dänemark wahrgenommen. Formelles Staatsoberhaupt ist die dänische Königin. Zudem ist Grönland seit 1985 kein Mitglied der EU mehr. Etwa 88 Prozent der Bevölkerung sind Eskimos - rund 98 Prozent der Einwohner sind Protestanten. Grönland wurde um 1000 von Leif Eriksson entdeckt. 1814 fiel es an Dänemark.
Das Königreich Schweden ist eine parlamentarische Monarchie in Skandinavien. Begründet wurde das Königtum bereits im Mittelalter. Zwischen 1389 und 1523 war Schweden Teil der Kalmarer Union. Im 17. Jahrhundert gehörte es zu den Großmächten Europas. Das skandinavische Land war vor allem in den siebziger Jahren für sein umfassendes Sozialsystem bekannt. Zudem gilt im EU-Mitgliedstaat Schweden das Öffentlichkeitsprinzip: behördliche Schriftstücke sind mit geringen Ausnahmen der Presse und Privatpersonen zugänglich. Hauptstadt des skandinavischen Landes ist Stockholm.
Das Königreich Norwegen blickt auf eine lange Geschichte zurück. So reichen die Wurzeln der Monarchie bis ins frühe Mittelalter zurück. Im Jahre 1389 wurde Norwegen ein Teil der Kalmarer Union. Nach deren Auflösung 1523 blieb Norwegen weiterhin in Personalunion mit Dänemark verbunden und wurde erst 1905 unabhängig. Heute gehört Norwegen aufgrund seiner Ölfunde 1967 zu den reichsten Staaten Europas. So ist das skandinavische Land der drittgrößte Erdölexporteur weltweit. Daher besitzt Norwegen heute einen der höchsten Lebensstandards weltweit.
Finnland ist flächenmäßig das siebtgrößte Land Europas und zudem auch eines der nördlichsten Länder des Kontinents. Im Mittelalter wurde das Land von den Schweden erobert. Im Jahre 1809 wurde Finnland schließlich an Russland abgetreten und in ein Großfürstentum in Personalunion mit der russischen Krone umgewandelt. Kurz nach der Oktoberrevolution 1917 erklärte Finnland seine Unabhängigkeit. Ursprünglich sollte das Land eine Monarchie werden - 1919 wurde Finnland jedoch zur Republik erklärt. Heute ist Finnland einer der wohlhabenderen EU-Staaten.
Autonome Provinz
Åland ist eine Gruppe von mehr als 6.500 Inseln und Schären in der nördlichen Ostsee, die politisch zu Finnland gehören. Allerdings genießt Åland weitgehende Autonomie - der finnische Staat ist lediglich für die Außenpolitik, die Organisation der Gerichte, den größten Teil des Zivil- und Strafrechts sowie für Steuer- und Zollangelegenheiten zuständig. In Åland gilt zudem ein sogenanntes Heimatrecht, was einer Staatsbürgerschaft ähnelt. Seit 1921 ist Åland zudem eine demilitarisierte Zone. Einzige offizielle Amtssprache auf Åland ist Schwedisch. Hauptstadt ist Mariehamn.
Island ist nach dem Vereinigten Königreich der zweitgrößte Inselstaat Europas sowie die größte Vulkaninsel der Welt. Sie liegt im Nordatlantik knapp südlich des Nördlichen Polarkreises. Die ersten menschlichen Siedlungen stammen aus der Zeit um 300 nach Christus. Als eigentlicher Entdecker gilt jedoch der schwedische Wikinger Garðar Svavarsson. Island stand lange Zeit unter norwegischer und dänischer Hoheit, wurde aber 1944 als Republik unabhängig. Der "Alþingi" - ist jedoch das älteste aktive Parlament der Welt. Island besitzt zudem kein eigenes Militär. Hauptstadt ist Reykjavík.
Frankreich ist eine zentralistisch organisierte semipräsidentielle Republik, die zu den bedeutensten Staaten in Europa gehört. Die Geschichte des Landes reicht bis ins 9. Jahrhundert zurück, als es durch den Vertrag von Verdun 843 ein eigener Staat wurde. Unter König Ludwig XIV. (1643-1715) erreichte der höfische Absolutismus einen Höhepunkt. Die Französische Revolution 1789 führte schließlich zu einer grundlegenden politischen und gesellschaftlichen Veränderung Europas. Heute spielt Frankreich eine tragende Rolle in der europäischen Integration.
Französisch-Guayana ist ein französisches Übersee-Département in Südamerika mit der Hauptstadt Cayenne. Als Region Frankreichs ist es ein vollintegrierter Bestandteil des französischen Staates und damit auch ein Teil der Europäischen Union (EU). Bereits Christoph Kolumbus landete 1498 an der Küste Guayanas - doch erst hundert Jahre später siedelten hier die ersten europäischen Kolonisten. Seit 1946 ist es ein integraler Bestandteil des französischen Mutterlandes mit einer eingeschränkten Selbstverwaltung. Berühmt und berüchtigt wurde es vor allem als Strafkolonie, die von 1852 bis 1951 auf den Îles du Salut bestand.
Guadeloupe ist ein französisches Übersee-Départmenet und eine Region Frankreichs in der Karibik. Die Inselgruppe besteht aus neun Inseln der Kleinen Antillen mit der Hauptstadt Basse-Terre. Guadeloupe ist ein voll integrierter Teil Frankeichs und damit auch Teil der Europäischen Union (EU). Rund 90 Prozent der Einwohner sind Mulatten und Schwarze, daneben gibt es Minderheiten von Weißen, Indern, Chinesen und Libanesen. Rund 95 Prozent der Einwohner bekennen sich zum Katholizismus. Entdeckt wurde Guadeloupe im Jahre 1493 von den Spaniern - 1636 wurde es von den Franzosen besiedelt.
Martinique ist eine Insel in der Karibik und gehört zu den Kleinen Antillen. Als französisches Übersee-Département und Region Frankreichs ist es damit ein vollintegrierter Teil des Mutterlandes sowie Teil der Europäischen Union (EU). Hauptstadt ist Fort-de-France. Erstmals besiedelt wurde die Insel um 4.000 vor Christus. Als erster Europäer landete Christoph Kolumbus 1502 auf Martinique. Seit 1664 gehört es zu Frankreich - seit 1946 als Übersee-Département. Rund 90 Prozent der Bevölkerung sind afrikanischer und indianischer Herkunft - etwa 85 Prozent bekennen sich zum Katholizismus.
Réunion ist ein französisches Übersee-Départmenet im Indischen Ozean. Als französische Region ist sie ein vollintergierter Teil des Mutterlandes und damit auch ein Teil der Europäischen Union (EU). Die Hauptstadt ist Saint-Denis. Die Insel hat eine Fläche von 2.512 Quadratkilometern und ist vor etwa zwei Millionen Jahren entstanden. Bis Mitte des 17. Jahrhunderts war Réunion unbesiedelt - erst im Zuge der französischen Kolonisierung kamen die ersten Siedler auf die Insel. Etwa 45 Prozent der Einwohner sind mit Europäern vermischte Nachfahren afrikanischer Sklaven. Hinzu kommen Europäer, Inder und Chinesen.
Neukaledonien ist eine Inselgruppe im Pazifischen Ozean, die politisch zu Frankreich gehört. Hauptstadt ist Nouméa. Die relative Mehrheit der Bevölkerung sind die Melanesier, die 44 Prozent ausmachen. Die Inselgruppe wurde um 1.500 vor Christus erstmals besiedelt und im 17. Jahrhundert von den Europäern entdeckt. Seit 1853 ist die Inselgruppe in französischem Besitz - zwischen 1864 und 1922 diente sie als Strafkolonie. Seit 2003 ist Neukaledonien ein französisches Überseegebiet mit besonderem Status ("collectivité sui generis"). Nach 2014 soll ein Referendum über die Unabhängigkeit stattfinden.
Das Fürstentum Monaco ist ein mondäner Kleinstaat an der französischen Mittelmeerküste. Der Name geht auf griechische Siedler zurück, die sich im 5. Jahrhundert vor Christus an dieser Stelle niederließen und ein Tempel zu Ehren des Herakles Monoikos errichteten. Heute ist Monaco vor allem bei Reichen als Wohnsitz sehr beliebt, da hier weder Einkommens- oder Erbschaftsteuer erhoben werden. Allerdings besitzen nur etwa 16 Prozent der Bevölkerung auch die monegassische Staatsbürgerschaft. Außerdem gilt das Fürstentum als am dichtesten besiedelter Staat der Welt. Derzeit steht Fürst Albert II. an der Spitze des Kleinstaates.
Andorra ist ein Zwergstaat in den östlichen Pyrenäen zwischen Spanien und Frankreich. Es ist seit 1278 unabhängig und der größte unter den fünf europäischen Zwergstaaten. Andorra ist das einzige Land der Welt, bei dem gleich zwei ausländische Funktionsträger das Amt des Staatsoberhauptes wahrnehmen - nämlich der Staatspräsident von Frankfreich und der Bischof von Urgell. Zudem gilt Andorra als Wintersport- und Steuerparadies. Hauptstadt des Landes ist Andorra la Vella. Die erste Verfassung Andorras wurde erst 1981 verabschiedet. Seit 1993 gibt es eine klare Gewaltentrennung.
Das Königreich Spanien liegt im Südwesten Europas und nimmt den größten Teil der iberischen Halbinsel ein. Spanien ist seit 1978 eine parlamentarische Monarchie und seit 1986 Mitglied der Europäischen Union. Die Geschichte des Landes reicht bis in die römische Antike zurück. Mit der Entdeckung Amerikas 1492 stieg Spanien zum Weltreich auf - die Neuzeit war vor allem durch Bürgerkriege und wechselnde Staatsformen geprägt. Nach der Dikatur Francos führte König Juan Carlos I. das Land wieder zur Demokratie zurück. Hauptstadt des Landes ist Madrid.
Portugal liegt im Südwesten der iberischen Halbinsel und ist seit der Nelkenrevolution 1974 eine parlamentarische Republik. Der Name leitet sich von der Siedlung Cale ab, die von den Römern später in Portus Cale umbenannt wurde. Im frühen Mittelalter eroberten die Mauren das Land, wurden aber schließlich bis 1492 sukzessive vertrieben. In der Zeit der Avis-Könige von 1383 bis 1580 war das Königreich Portugal die führende Handels- und Seemacht und reichste Nation Europas. Heute ist Portugal eine Republik, zu der auch die Inseln der Azoren und Madeira gehören. Wirtschaftlich leidet das Land derzeit an strukturellen Problemen und einer hohen Haushaltsverschuldung.
Italien liegt auf der Apennin-Halbinsel, deren Form an einen Stiefel erinnert. Zu Italien gehören außerdem die Inseln Elba, Sardinien und Sizilien. Bereits in der Antike und im Mittelalter war Italien ein wichtiges europäisches Kulturzentrum sowie Mittelpunkt des Römischen Reiches. Nach dessen Zusammenbruch zerfiel Italien in zahlreiche Stadtstaaten. Im 14. Jahrhundert entwickelte sich die Toskana zum Kernland der Renaissance. Erst mit dem "Risorgimento" entstand das Königreich Italien. Nach dem Sturz des faschistischen Diktators Benito Mussolini und dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde Italien eine parlamentarische Republik.
San Marino ist ein Zwergstaat in Südeuropa, der auf der italienischen Halbinsel liegt. Es ist die älteste Republik der Welt, die bereits im Jahr 301 gegründet wurde. Der Überlieferung zufolge wurde San Marino im 4. Jahrhundert vom heiligen Marinus gegründet. Im Jahre 754 wurde das heutige San Marino erstmals als Castellum Sancti Marini urkundlich erwähnt. Im späten Mittelalter wurde San Marino schließlich unabhängig und verabschiedete 1599 seine im wesentlichen heute noch gültige Verfassung. San Marino gehört zu den wenigen Staaten, die Vollbeschäftigung garantieren. Auch die medizinische Versorgung ist kostenlos.
Der Staat der Vatikanstadt ist mit 44 Hektar der kleinste Staat der Welt. Von den 993 Einwohnern besitzen nur 572 auch einen Vatikanpass - darunter die 110 Schweizer Gardisten und etwa 50 Laien. Im Vergleich zu allen anderen nationalstaatlich verfassten politischen Systemen besitzt der Vatikanstaat einen theokratischen Charakter. Er ist eine absolute Wahlmonarchie, die keine Gewaltenteilung kennt. Seine rechtliche Grundlage sind die Lateranverträge mit Italien vom 11. Februar 1929. International ist der Vatikan zur dauerhaften Neutralität verpflichtet. Oberhaupt des Vatikans ist seit April 2005 Papst Benedikt XVI.
Malta ist ein südeuropäischer Inselstaat. Das Archipel verteilt sich auf die drei Hauptinseln Malta, Gozo und Comino sowie drei unbewohnte Inseln. Der Name geht zurück auf die punische Bezeichnung "malet", die "Zufluchtsort" bedeutet. Die Geschichte des Inselstaates reicht mehrere Jahrtausende zurück. In dieser Zeit wurde Malta durch viele Kulturen beeinflusst - von den Phöniziern über Griechen, Römer und Byzantiner bis hin zum Malteserorden. Im Jahre 1800 wurde es eine britische Kolonie. Seit 1964 ist es als Republik unabhängig und seit 2004 Mitglied der Europäischen Union.
Griechenland liegt in Südosteuropa und gehört zu den Mittelmeeranrainern. Neben dem griechischen Festland auf dem Balkan und der Halbinsel Peloponnes gehören auch zahlreiche Inseln in der Ägäis, dem Ionischen und dem Libyschen Meer zu Griechenland. Das antike Griechenland gilt mit den kleinasiatischen Städten als Wiege Europas, da hier die ersten europäischen Hochkulturen entstanden. Nach der Eroberung Konstantinopels 1453 war Griechenland ein Teil des Osmanischen Reiches. Seit 1830 ist das Land wieder unabhängig. Hauptstadt des Landes ist Athen. Zur Zeit befindet sich das Land jedoch in einer schweren Finanzkrise.
Die Türkei erstreckt sich über zwei Kontinente hinweg, wobei etwa 97 Prozent des Landes in Asien liegen - den europäischen Teil bildet das östliche Thrakien. Die Türkei ist der Nachfolgestaat des Osmanischen Reiches und heute eine laizistische Republik, die 1923 von Mustafa Kemal Atatürk begründet wurde. Die Geschichte des Landes reicht bis in die frühe Antike zurück. Hier lebten Hethiter, Armenier, Griechen und Perser - es war Teil des Römischen Reiches und gehörte ab dem 4. Jahrhundert zum Byzantinischen Reich. Erst im 11. Jahrhundert ließen sich hier endgültig die türkischstämmigen Seldschuken nieder.
Zypern ist ein Inselstaat im östlichen Mittelmeer mit der Hauptstadt Nikosia. In der Geschichte stand es unter dem Einfluss der Hethiter, Mykener, Assyrer, Ägypter, Perser, Römer, Byzantiner, Venezianer und Osmanen. 1878 fiel Zypern als Kolonie an Großbritannien - 1960 wurde es als Republik unabhängig. Nach einem von der griechischen Militärjunta inspirierten Putsch 1974 wurde der Nordteil Zyperns von der türkischen Armee besetzt. Im Jahre 1983 wurde die "Türkische Republik Nordzypern" (TRNZ) proklamiert, die jedoch - außer von der Türkei - international nicht anerkannt wird. Seit 2004 ist der Südteil Zyperns Mitglied der EU.
Die Republik Polen liegt in Mitteleuropa und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Der Name leitet sich vom westslawischen Stamm der Polanen ab, der sich im frühen 10. Jahrhundert im Gebiet um Posen und Gnesen ansiedelte. Ab dem 14. Jahrhundert beeinflusste Polen maßgeblich die Politik in Mittel- und Osteuropa. Nach mehreren Teilungen, NS-Herrschaft und kommunistischer Diktatur ist Polen heute eine parlamentarische Demokratie sowie Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Die Außenpolitik des Landes wird derzeit vor allem von der Geschichte und der geographischen Lage geprägt. Hauptstadt Polens ist Warschau.
Tschechien umfasst traditionell die drei Länder Böhmen, Mähren und Mähren-Schlesien. Nach dem Zusammenbruch der habsburgischen Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gründeten tschechische und slowakische Politiker die Tschechoslowakei. Nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes zeichnete sich alsbald ab, dass der gemeinsame Staat keine Zukunft mehr haben würde. Seit 1994 ist Tschechien ein souveräner Staat sowie Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Wirtschaftlich gehört Tschechien traditionell zu den am meisten entwickelten Ländern Europas. Hauptstadt Tschechiens ist Prag.
Die Slowakei ging 1994 aus der ehemaligen Tschechoslowakei hervor und ist heute als parlamentarische Republik Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Im 11. Jahrhundert wurde das Land ein Bestandteil des Königreiches Ungarn, ab 1526 gehörte es zur österreichischen Donaumonarchie. Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Doppelmonarchie gründeten slowakische und tschechische Politiker die Tschechoslowakei. Die heutige Bezeichnung des Landes wurde bereits im 15. Jahrhundert nachgewiesen. Hauptstadt der Slowakei ist Bratislava.
Ungarn blickt auf eine lange Geschichte zurück. Bereits 1000 gründete Stephan I. das Königreich Ungarn, dass seine Unabhängigkeit bis ins 16. Jahrhundert bewahren konnte. Nach türkischer Besatzung fiel Ungarn schließlich 1686 an die Habsburger. Im Jahre 1867 wurde Ungarn ein autonomer Teilstaat in der Doppelmonarchie mit Österreich. Mit deren Zerfall 1918 wurde auch Ungarn wieder unabhängig. Seit dem Ende der kommunistischen Diktatur ist Ungarn eine parlamentarische Demokratie sowie Mitglied der NATO und der Europäischen Union. Hauptstadt des Landes ist die Donaumetropole Budapest.
Slowenien ist eine ehemalige jugoslawische Teilrepublik. Der erste slowenische Staat wurde bereits im 7. Jahrhundert mit Karantanien begründet. Im Laufe der Jahrhunderte fiel er jedoch zunächst unter bayerische, dann unter fränkische Herrschaft. Im Laife des 13. Jahrhunderts fielen große Gebiete Sloweniens zu den Habsburgern. Nach dem Ende der Doppelmonarchie wurde Slowenien ein Teil Jugoslawiens. Seit 1991 ist Slowenien unabhängig sowie Mitglied der NATO und Europäischen Union. Unter den mittel- und osteuropäischen EU-Mitgliedstaaten gilt Slowenien derzeit als Musterstaat. Hauptstadt ist Ljubljana.
Kroatien ist eine parlamentarische Republik auf dem Balkan. Hauptstadt ist Zagreb, dass zudem ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt sowie das wirtschaftliche und akademische Zentrum des Landes. Lange Zeit gehörte es zum Römischen, dann zum Byzantinischen Reich. Im frühen Mittelalter war Kroatien ein unabhängiges Königreich, bevor es dann zu Ungarn und später zu Österreich gehörte. Nach dem Zusammenbruch der Habsburger Doppelmonarchie wurde Kroatien ein Teil Jugoslawiens. Seit 1991 ist das Land wieder unabhängig. Zudem strebt Kroatien den Beitritt zur NATO und zur Europäischen Union an.
Bosnien-Herzegowina ist eine ehemalige jugoslawische Teilrepublik. Der Name Bosnien leitet sich vom Fluss Bosna ab, der nahe der Hauptstadt Sarajevo entspringt. Der Name Herzegowina leitet sich von "Herceg" (Herzog) ab. Nach seiner Unabhängigkeit 1991 wurde das Land durch einen dreijährigen Bürgerkrieg zwischen kroatischen, serbischen und bosnisch-muslimischen Einheiten erschüttert. Seit dem Abkommen von Dayton 1995 besteht Bosnien-Herzegowina aus drei Teilgebieten: der Bosnisch-Kroatischen Föderation, der serbischen Republik Srpska und dem Brcko-Distrikt
Serbien liegt im Zentrum der Balkanhalbinsel und ist aus dem ehemaligen Jugoslawien hervorgegangen. Hauptstadt ist Belgrad, das zugleich auch das Handels- und Verkehrszentrum des Landes darstellt. Bereits im 11. Jahrhundert entstand ein erste unabhängiges serbisches Königreich, dass aber im 15. Jahrhundert von den Osmanen erobert wurde. Erst mit dem Berliner Kongress 1878 erlangte Serbien wieder seine Unabhängigkeit. 1918 wurde es Teil des jugoslawischen Vielvölkerstaates. Seit 2006 ist Serbien wieder ein eigenständiger Staat. Seit dem Sturz des Miloševic-Regimes boomt die serbische Wirtschaft, wodurch es gelegentlich als "Balkan-Tiger" bezeichnet wird.
Der Kosovo ist eine Region in Südosteuropa. Benannt ist sie nach dem Amselfeld in der Nähe der Hauptstadt Priština. Vom 12. bis 14. Jahrhundert gehörte der Kosovo zum mittelalterlichen serbischen Königreich. Nach der Schlacht auf dem Amselfeld 1389 geriet es unter osmanische Herrschaft. 1912 geriet es erneut unter serbische Herrschaft. Nach 1989 kam es zu Auseinandersetzungen zwischen der serbischen Bevölkerungsminderheit und der albanischen Mehrheit, die 1999 in den Kosovo-Krieg mündeten. Im gleichen Jahr wurde es ein autonomes Territorium innerhalb Serbiens. Im Februar 2008 erklärte der Kosovo seine Unabhängigkeit.
Montenegro ist eine ehemalige Teilrepublik Jugslawiens und einer der jüngsten Staaten Europas. Nach römischer, byzantinischer und serbischer Herrschaft war das Land bereits von 1878 bis 1918 ein eigenständiges Fürstentum - ab 1910 ein Königreich. Im Jahre 1918 wurde es dem jugoslawischen Vielvölkerstaat eingegliedert. Nach dessen Zerfall bildete Montenegro mit Serbien einen gemeinsamen Bundesstaat, der erst 2006 aufgelöst wurde. Hauptstadt des Landes ist Podgorica. Der Landesname bedeutet "schwarzer Berg" und stammt aus dem Venezianischen.
Die Republik Mazedonien ist eine ehemalige jugoslawische Teilrepublik mit der Hauptstadt Skopje. Mazedonien stand lange Zeit unter bulgarischer, serbischer und osmanischer Herrschaft. 1918 wurde es ein Teil Jugoslawiens - mit dessen Zusammenbruch erhielt es 1991 seine Unabhängigkeit. Nach einem Namens- und Symbolstreit wurde Mazedonien jedoch erst 1993 offiziell anerkannt. Der Binnenstaat ist die einzige ehemalige Teilrepublik, die ihre Unabhängigkeit ohne Blutvergießen erringen konnte. Knapp 65 Prozent der Bevölkerung sind Mazedonier - hinzu kommen große Minderheiten von Albanern, Türken, Roma und Serben.
Albanien ist eine parlamentarische Republik auf dem Balkan mit der Hauptstadt Tirana. Das Land gehört zu den homogensten auf dem Balkan - etwa 70 Prozent der Bevölkerung sind Albaner. Nach der Wende 1990 kam es jedoch zu großen demographischen Verschiebungen: Hundertausende Albaner emigrierten in die EU oder nach Nordamerika - zudem zogen viele Menschen vom Land in die Städte. Im Laufe der Jahrhunderte stand Albanien unter römischer, byzantinischer und osmanischer Herrschaft und ist seit 1912 unabhängig. Von 1944 bis zur Wende 1990 war es unter Enver Hoxha eine kommunistische Volksrepublik.
Bulgarien ist eine Republik auf dem Ostbalkan am Schwarzen Meer gelegen. Hauptstadt ist Sofia - das wichtigste politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum sowie Verkehrsknotenpunkt des Landes. Die Wurzeln Bulgariens reichen bereits bis ins 7. Jahrhundert zurück. Ende des 14. Jahrhunderts geriet das Land unter osmanische Herrschaft. Erst 1908 erhielt Bulgarien seine Unabhängigkeit als Monarchie zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet das Land unter sowjetischen Einfluss. Seit 1990 ist Bulgarien eine demokratische Republik. Es ist Mitglied der NATO und der Europäischen Union.
Die Republik Rumänien liegt in Südosteuropa - Hauptstadt ist Bukarest. Im Latein der Spätantike war Romania das Synonym für das Römische Reich. Die rumänische Sprache gehört zur romanischen Sprachfamilie, auch wenn sie zahlreiche slawische, griechische, türkische und ungarische Einflüsse aufweist. Nach osmanischer Oberhoheit wurde Rumänien als Königreich unabhängig. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rumänien in eine kommunistische Republik umgewandelt. Ende 1989 kam es zum blutigen Sturz des Ceaucescu-Regimes. Heute ist Rumänien eine stabile Demokratie sowie Mitglied der NATO und der Europäischen Union.
Moldawien ist eine ehemalige Sowjetrepublik in Südosteuropa mit der Hauptstadt Chisinau. Im Altertum wurde das Gebiet von den Dakern besiedelt. Im Laufe der Geschichte geriet Moldawien unter den Einfluss der Osmanen, Polen und Tataren, bevor es im 18. Jahrhundert unter russische Oberhoheit geriet. Im Zuge der russischen Oktoberrevolution wurde Moldawien 1924 in eine Sowjetrepublik im Verbund der UdSSR umgewandelt. Seit 1991 ist Moldawien unabhängig. Im Laufe der Jahre kam es jedoch wiederholt zu ethnischen Konflikten zwischen dem russisch geprägten Transnistrien und der rumänischen Bevölkerungsmehrheit.
Estland ist eine parlamentarische Republik in Nordeuropa und Teil des Baltikums. Im Mittelalter stand das Land lange Zeit unter schwedischer Herrschaft. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts wurde Estland unter Zar Peter I. dem Großen (1682-1725) als eines der drei Osteegouvernetments ein Teil des russischen Zarenreiches. Nach dessen Zusammenbruch erklärte Estland 1918 seine Unabhängigkeit. Während des Zweiten Weltkrieges geriet die Baltenrepublik abwechselnd unter sowjetische und Nazi-Okkupation. Ab 1944 bis 1991 war Estland als Sowjetrepublik ein Teil der Sowjetunion. Seit 2004 ist es Mitglied der NATO und der Europäischen Union.
Lettland liegt im Zentrum des Baltikums. Die baltische Republik besteht aus den vier historischen Regionen Livland, Kurland, Semgallen und Lettgallen. Das Gebiet des heutigen Lettland wurde bereits im 9. Jahrhunderts besiedelt. Im Jahre 1237 wurde Livland dem Deutschen Ordensstaat eingegliedert. Ab dem 17. Jahrhundert geriet Lettland abwechselnd unter schwedische, polnische und russische Herrschaft. Erst 1921 erklärte Lettland seine Unabhängigkeit. Im Juni 1940 wurde Lettland von der Roten Armee besetzt und in die UdSSR eingegliedert. Seit August 1991 ist Lettland wieder ein souveräner Staat sowie Mitglied der NATO und der Europäischen Union.
Litauen gehört zu den drei baltischen Staaten in Nordosteuropa. Hauptstadt ist Vilnius. Der erste litausche Staat entstand bereits im 13. Jahrhundert und stieg im Lufe der Zeit zu einer europäischen Großmacht auf. Mit der dritten Teilung Polens 1795 geriet Litauen unter russische Herrschaft. Mit dem Ende der Zarenherrschaft erklärte Litauen 1918 seine Unabhängigkeit. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Land von der Roten Armee okkupiert und als Sowjetrepublik in die UdSSR eingegliedert. Seit 1991 ist Litauen wieder als parlamentarische Republik unabhängig. Zudem ist Litauen auch Mitglied der NATO und der Europäischen Union.
Weißrussland ist eine autoritär regierte Republik in Osteuropa. Umgangssprachlich wird das Land auch als "Belarus" bezeichnet. Dieser Name ist seit dem Mittelalter überliefert und seit dem 19. Jahrhundert überliefert. Das Land gehörte zunächst zum Kiewer Rus. Nach dessen Zerschlagung stand es unter litauischer und polnischer Oberhoheit. Als Weißrussische Sozialistische Sowjetrepublik war es ein Gründungsmitglied der Sowjetunion. Seit dem Zerfall der UdSSR ist Weißrussland ein unabhängiger Staat. Die USA und die EU sehen in Weißrussland derzeit die einzige Diktatur Europas mit massiven Menschenrechtsverletzungen.
Die Ukraine liegt in Osteuropa am Schwarzen Meer und ist nach Russland der zweitgrößte Flächenstaat Europas. Sie geht wie ihre Nachbarländer auf die Kiewer Rus zurück. Nach deren Zersplitterung stand die Ukraine abwechselnd unter der Herrschaft Litauens, Polens, Russlands, Österreich-Ungarns oder des Osmanischen Reiches. Erst 1917 wurde die Ukraine erstmals unabhängig, im Jahre 1922 aber als Sozialistische Sowjetrepublik in die UdSSR eingegliedert. Nach dem Zusammenbruch im Jahre 1991 wurde die Ukraine erneut unabhängig. Hauptstadt der Ukraine ist Kiew. Heute ist sie in einen russischsprachigen Osten und ukrainischsprachigen Westen gespalten.
Russland ist der flächenmäßig größte Staat der Erde und erstreckt sich von Osteuropa bis Ostasien an den Pazifik. Hinzu kommt die Enklave Kaliningrad zwischen Polen und Litauen, die bis 1945 zu Deutschland gehörte. Seine Ursprünge lassen sich auf die Kiewer Rus zurückführen. Ende des 16. Jahrhunderts begründete Iwan IV. das russische Zarentum. Zar Peter I. der Große (1682-1725) und Zarin Katharina II. die Große (1762-1796) machten Russland zu einer Großmacht. Nach dem Zusammenbruch des Zarentums war Russland der wichtigste Gliedstaat der Sowjetunion. Mit deren Ende 1991 ist Russland wieder ein unabhängiger Staat.
Historische europäische Staaten
Das HRR war die offizielle Bezeichnung der römisch-deutschen Kaiser vom frühen Mittelalter bis zum Jahr 1806. Sein Name leitete sich Anspruch der Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als christliche Legitimation Gottes zu begründen. Das Reich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen aus dem Ostfrankenreich heraus. Aufgrund seines vor- und übernationalen Charakters entwickelte es nie zu einem Nationalstaat oder Staat moderner Prägung, sondern blieb ein monarchisch geführtes, ständisch geprägtes Gebilde aus Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen Reichsinstitutionen.
Preußen war ein Staat im nördlichen Mitteleuropa und erhielt seinen Namen von den baltischen Ureinwohnern - den Prußen. Es entstand aus der historischen Landschaft Preußen und bildete im Mittelalter das Zentrum des Deutschordensstaates. Nach der Teilung 1466 und folgender Säkularisierung entstand 1525 das Herzogtum Preußen. Nach der Erhebung zum Königreich im Jahre 1701 entwickelte sich zur führenden Macht Deutschlands und einer europäischen Großmacht. Nach 1871 wurde Preußen zudem der dominierende Teilstaat des neugegründeten Deutschen Reiches. Mit dem alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 wurde es schließlich aufgelöst.
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein sozialistischer Staat auf deutschem Boden, der während der Teilung Deutschlands existierte. Sie ging am 7. Oktober 1949 aus der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervor und ging am 3. Oktober 1990 in der Bundesrepublik auf. Nach ihrem Selbstverständnis war die DDR ein "sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern" und deutscher Friedensstaat. Wie die meisten anderen Länder des Ostblocks gehörte die DDR der sowjetischen Machtsphäre an. Formell definierte sie sich als sozialistisches Mehrparteiensystem - faktisch fungierte jedoch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) als Einheitspartei.
Die Doppelmonarchie Österreich-Ungarn bezeichnet die Habsburgermonarchie, die zwischen 1867 und 1918 in Mittel- und Südosteuropa exstierte. Es entstand 8. Juni 1867 im Rahmen des Österreichisch-Ungarischen Ausgleichs aus dem Kaisertum Österreich. Der Kaiser von Österreich war in Personalunion auch König von Ungarn, unter dessen Leitung die Außenpolitik, die gemeinsame Armee und Kriegsmarine sowie die notwendigen Finanzen in den entsprechenden Ministerien zu verwalten. Im Juli 1914 führte das Attentat von Sarajevo in den Ersten Weltkrieg. Mit Kriegsende 1918 zerfiel der Vielvölkerstaat in zahlreiche Einzelstaaten.
Nach dem Zerfall der Donaumonarchie Österreich-Ungarn wurde am 28. Oktober 1919 die Tschechoslowakei proklamiert. Neben Slowaken und Tschechen hatte der Vielvölkerstaat auch zahlreiche Minderheiten - darunter Ungarn, Juden, Polen oder die Sudetendeutschen. In den 1930er-Jahren führte die Sudetenkrise zu vermehrten Spannungen mit Deutschland. Mit dem Münchner Abkommen vom 30. September 1938 wurde die Tschechoslowakei zunächst zerschlagen. Mit Kriegsende 1945 wurde die Tschechoslowakei wieder errichtet, geriet jedoch nach 1948 unter sowjetischen Einfluss. Nach der Samtenen Revolution löste sich die Tschechoslowakei zum 31. Dezember 1992 auf.
Der Königreich der Serben, Kroaten und Slowenen entstand im Jahre 1918 aus dem Zusammenschluss der südslawischen Völker Österreich-Ungarns mit dem Königreich Serbien und dem Königreich Montenegro. Von Beginn an war SHS-Staat vom Konflikt zwischen den zentralistisch orientierten serbischen Parteien und den föderalistisch ausgerichteten kroatischen Parteien geprägt. Die Serben bestimmten hingegen weitgehend die Politik und Gesellschaft des Landes. Am 6. Januar 1929 errichtete König Alexander I. eine Königdiktatur, die aber später wieder parlamentarische Züge erhielt. 1941 wurde das Königreich von deutschen Truppen besetzt, 1945 fand schließlich sein Ende.
Die Föderative Sozialistische Republik Jugoslawien am 29. November 1945 entstand unter der Führung Jozip Titos als sozialistischer Bundesstaat aus sechs Teilrepubliken. Bereits 1948 erfolgte jedoch der Bruch mit der Sowjetunion und Jugoslawien näherte sich als Teil der Blockfreien dem Westen an. Nach dem Tod Titos am 4. Mai 1980 nahmen die ethnischen Spannungen in den Folgejahren zu. Diese entluden sich nach 1991 in den Jugoslawienkriegen, die schließlich zur Abspaltung der meisten jugoslawischen Telrepubliken führten. Lediglich Serbien und Montenegro blieben bis 2006 zunächst in einer Bundesrepublik bzw. einer Staatenunion miteinander verbunden.
Die Sowjetunion wurde am 30. Dezember 1922 als zentralistisch regierter, föderativer Einparteienstaat gegründet. Ihr Kerngebiet bestand aus der Russischen Sowjetrepublik, die im Zuge der Oktoberrevolution am 7. November 1917 aus dem Zarenreich hervorgegangen war. Das Territorium der UdSSR erstreckte sich von Osteuropa über den Kaukasus und Zentralasien sowie das gesamte Nordasien. Nach dem Zweiten Weltkrieg stieg sie neben der USA zur Weltmacht auf und sicherte sich ihren Einfluss in den osteuropäischen Satellitenstaaten. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks wurde die Sowjetunion schließlich durch die Alma-Ata-Erklärung am 21. Dezember 1991 aufgelöst.
Das Russische Kaiserreich entstand im Jahre 1721 aus dem Zarentum Russland und hatte seine Wurzeln im Großfürstentum Moskau. Mitte des 19. Jahrhunderts war es das größte zusammenhängende Weltreich der Neuzeit. Zwischen 1742 und 1867 reichte es von den baltischen Staaten, Finnland und Ostpolen über Sibirien bis nach Alaska. Während Zar Peter I. der Große und Zarin Katharina II. die Große das Land reformierten und nach Westen öffneten, drang die Industrialisierung jedoch nicht bis in die Provinzen der Riesenreiches vor. Die Armut der Bevölkerung, mangelnde Demokratisierung und der Erste Weltkrieg führten schließlich 1917 zur Revolution und dem Ende des Zarentums.
Das Osmanische Reich ist der Begriff für die Dynastie der Osmanen, die zwischen 1299 und 1923 existierte. Es ging aus den Resten des Sultanats der Rum-Seldschuken hervor und war jahrhundertelang die dominierende Macht in Kleinasien, dem Nahen Osten, in Nordafrika, auf dem Balkan und auf der Krim. Hauptstadt des Reiches war Konstantinopel, das am 29. Mai 1453 von den Türken erobert wurde. Im 19. Jahrhundert wurde das Osmanische Reich durch Aufstände geschwächt und zum "Kranken Mann am Bosporus". In den Nachkriegswirren des Ersten Weltkrieges proklamierte Kemal Mustafa Atatürk schließlich am 29. Oktober 1923 die heutige Republik Türkei.
Das Königreich Griechenland entstand 1832 mit der Unabhängigkeit vom Osmanischen Reich und gilt als erster griechischer Staat der Moderne. Regiert wurde es jedoch von den deutschen Herrscherhäusern Wittelsbach und Oldenburg. In den ersten Jahren seiner Existenz war die Politik vor allem durch die Megali Idea eines großgriechischen Staates geprägt. Diese endete jedoch 1922 mit der Niederlage im Griechisch-Türkischen Krieg. Die folgenden Jahrzehnte waren besonders durch innenpolitische Spannungen geprägt. Im Jahre 1967 übernahm schließlich das Militär durch ein "Regime der Obristen" die Macht und schaffte 1973 die Monarchie ab.
Das Königreich Italien entstand im Jahre 1861 in Folge der Italienischen Unabhängigkeitskriege. Die vier Könige Italiens enstammten dem Haus Savoyen. Die ersten Jahre des jungen italienischen Staates waren zunächst durch wirtschaftliche und soziale Spannungen - insbesondere dem Nord-Süd-Gegensatz und dem Brigantenwesen in Süditalien - geprägt. Die anhaltende wirtschaftliche, soziale und politische Krise nach dem Ersten Weltkrieg ebnete schleßlich in den 1920er-Jahren den Weg für den Aufstieg des Faschismus. Nach dessen Ende entschied sich die Bevölkerung am 9. Mai 1946 in einem Referendum knapp für die Einführung der Republik.
Die Republik Venedig war zwischem dem 7./8. Jahrhundert und 1797 eine führende Wirtschafts- und Seemacht im Mittelmeerraum, deren Zentrum im Nordwesten der Adria lag. Zudem verfügte die Adelsrepublik über ein Kolonialreich, das Oberitalien bis Kreta und zeitweise sogar bis Zypern und zur Krim reichte. Zudem unterhielt es Kaufmannskolonien in Flandern und dem Maghreb, in Alexandria, Akkon, Konstantinopel, Trapezunt sowie in zahlreichen weiteren Städten an der Adria. Am 14. Mai 1797 wurde die Adelsrepublik aufgelöst. Im Jahre 1866 wurde Venedig nach französischer und österreichischer Herrschaft an das Königreich Italien angeschlossen.
Der Kirchenstaat bezeichnete das weltlich-politische Herrschaftsgebiet des Papstes und existierte zwischen 756 und 1870. Rechtliche Grundlage war die "Pippinische Schenkung". Während seiner größten Ausdehnung umfasste er im 15. Jahrhundert weite Teile Mittelitaliens. Mit der Einigung Italiens fand der Kirchenstaat am 20. September 1870 mit der Einnahme durch italienische Truppen sein Ende. Papst Pius IX. erklärte sich fortan zum "Gefangenen des Vatikan". Erst am 11. Februar 1929 konnte die "Römische Frage" mit den Lateranverträgen geklärt werden. Dabei wurde dem Staat der Vatikanstadt wieder die politische Unabhängigkeit und volle staatliche Souveränität garantiert.
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Kurzinfo: Die UNESCO und das Weltkulturerbe |
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Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) wurde am 16. November 1945 gegründet hat ihren Hauptsitz in der französischen Hauptstadt Paris. Ihre Aufgabe ist die "Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen". Heute gehören der UNESCO insgesamt 195 Staaten an. Ihre finanziellen Mittel bezieht die Organisation hauptsächlich aus den Pflichtbeiträgen der Mitgliedstaaten. Die UNESCO ist in vier Bereichen aktiv:
- Bildung: Sie koordiniert das weltweite UN-Aktionsprogramm "Bildung für alle" und setzt sich für lebenslanges Lernen ein. Zudem gibt sie jährlich einen Weltbildungsbericht heraus. Weltweit engagieren sich etwa 8.500 Schulen im Netz der UNESCO-Projektschulen.
- Kultur: Die UNESCO will das weltweite Kulturerbe schützen sowie die kulturelle Vielfalt bewahren und den Dialog mit den Kulturen fördern. Seit 1978 erstellt sie zudem eine Liste des weltweiten Kultur- und Naturerbes mit inzwischen 936 Denkmälern, historischen Städten und Landschaften.
- Wissenschaft: Die Organisation fördert die internationale Zusammenarbeit in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften: das Themenspektrum reicht dabei von Menschenrechten, Ethik und Philosophie bis hin zur Erforschung der Ozeane und den UNESCO-Biospärenreservaten.
Kommunikation: Mit dem Programm "Kommunikation und Information" strebt die UNESCO Wissen und Information für alle, den Einsatz von Informationstechnologie als Entwicklungsfaktor und die Förderung der Pressefreiheit an. Mit dem Aufbau unabhängiger Medien und der Ausbildung von Journalisten in Entwicklungsländern und Konfliktregionen will die UNESCO zudem weltweit zu einer freien Presse beitragen.
Die UNESCO-Welterbeliste wird seit 1978 geführt und umfasst einzelne Denkmäler sowie historische Städte und Landschaften von außergewöhnlichem Wert. Die jeweiligen Länder sind zum Erhalt des jeweiligen Kulturerbes verpflichtet. Derzeit werden insgesamt 936 Denkmäler in 153 Ländern gelistet - davon 725 Kultur- und 183 Naturdenkmäler. Dazu zählen unter anderem die Chinesische Mauer, das Taj Mahal, die New Yorker Freiheitsstatue, die Serengeti oder das Great Barrier Reef. Besonders gefährdete Denkmäler werden von der UNESCO zudem auf eine Rote Liste gesetzt. In Ausnahmefällen kann der Welterbetitel sogar wieder entzogen werden, wie beispielsweise im Jahre 2009 beim Dresdner Elbtal.
Weitere 28 Denkmäler werden Kultur- und Naturdenkmal gelistet. Weitere Listen der UNESCO sind seit 1992 das Weltdokumentenerbe mit herausragenden Dokumenten der Menschheitsgeschichte sowie seit 2003 das immaterielle Kulturerbe - dazu zählen zum Beispiel Tanz, Theater, Musik, mündliche Literatur oder Handwerkstraditionen. Deutschland ist mit derzeit 48 Kultur- und Naturdenkmälen sowie 13 Beiträgen zum Weltdokumentenerbe überproportional gut vertreten - darunter mit dem Kölner Dom, der Würzburger Residenz, dem Oberen Mittelrheintal oder dem Deutschen Wattenmeer.
Das UNESCO-Biosphärenreservat wurde 1971 gegründet. Es erforscht und fördert zukunftsfähige Nutzungsformen der Umwelt durch den Menschen, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Zudem unterstützt es die internationale Zusammenarbeit zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Das Weltnetz des UNESCO-Biosphärenreservates umfasst derzeit 580 Gebiete in 114 Staaten - davon allein 15 in Deutschland. Jedes Reservat steht dabei stellvertretend für ein besonderes Ökosystem oder eine besonders schützenswerte Kulturlandschaft. Dazu zählen unter anderem die Rhön, der Spreewald, die Galápagos-Inseln oder der Ayers Rock ("Uluru").
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Einen Überblick über die UNESCO-Weltkulturerbestätten in Europa bietet Wikipedia. Hintergrundinformationen zu den Flaggen gibt es im Flaggenlexikon.
Allgemeine Informationen bieten die Themenportale Europa und Südosteuropa. Zusätzliche Informationen gibt es bei Schätze der Welt und bei Planet Wissen.
Geographische Informationen und weiteres Wissenswertes gibt es hier. Wichtige internationale Organisationen finden Sie hier.