Hier finden Sie eine Auswahl interessanter Impressionen aus Deutschland. Es besteht jedoch kein Anspruch auf Vollständigkeit.
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Die Bundesrepublik Deutschland liegt im Herzen Mitteleuropas. Das bevölkerungsreichste Land Europas ist seit 1990 wiedervereinigt und ist von kultureller Vielfältigkeit sowie regionalen Besonderheiten geprägt. Die 16 Bundesländer sind meist aus mehr als doppelt sovielen Königreichen, Fürstentümern und Residenzstädten hervorgegangen. In Deutschland gibt es ein überaus reiches kulturelles Erbe. So sind bei der UNESCO allein 36 Beiträge zum Weltkulturerbe verzeichnet - vom Aachener Dom über das Mittelrheintal bis hin zum Limes. Wirtschaftlich gehört Deutschland derzeit neben China, den USA und Japan zu den vier größten Volkswirtschaften der Welt.
Berlin ist die Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland sowie ein eigenständiges Bundesland. Es ist die größte Stadt Deutschlands und die zweitgrößte Stadt der Europäischen Union (EU). Berlin ist nicht nur das politische Zentrum Deutschlands - es ist auch ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt sowie ein wichtiges Wirtschafts-, Kultur- und Bildungszentrum Deutschlands. Über vierzig Jahre war das geteilte Berlin ein Symbol für die Teilung Europas. Heute verbindet die Stadt das westliche und östliche Europa miteinander. Der Dichter Jean Paul schrieb bereits um 1800: "Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt."
 Berliner Dom © Tobias Daniel |
 Neue Synagoge Berlin © Land Berlin/Thie |
 Kaufhaus des Westens © Land Berlin/Gläser |
 Hotel Adlon Berlin © Tobias Daniel |
Hamburg ist als "Tor zur Welt" eine der schönsten Städte Europas. Es ist die zweigrößte Stadt Deutschlands und einer der drei deutschen Stadtstaaten. Wie kaum eine andere Metropole ist die Hansestadt vom Wasser geprägt. Ob die verästelten Fleete, der Hafen oder die Alster - nicht nur die Wirtschaft und Kultur, auch das Erscheinungsbild Hamburgs wird vom Wasser geprägt. Eine der wichtigsten Lebensadern ist der Hafen - einer der größten Europas. Zudem ist im Freihafen die über hundertjährige Speicherstadt angesiedelt - der größte Lagerhauskomplex der Welt.
Bremen ist einer der drei Stadtstaaten und gleichzeitig das kleinste Bundesland Deutschlands. Es umfasst die Städte Bremen und Bremerhaven, die 53 Kilometer voneinander entfernt sind. Trotz seiner Größe sind in Bremen sehr viele naturbelassene Flächen zu finden, die teilweise unter Naturschutz stehen. Sie werden von vielen Bremern auch als Naherholungsgebiete genutzt. Bremen und Bremerhaven bilden gemeinsam den zweitgrößten Seehafen Deutschlands nach Hamburg. Im Gegensatz zum Hamburger Hafen ist der Hafen in Bremen jedoch tideunabhängig.
Schleswig-Holstein ist das nördlichste Bundesland Deutschlands und mit einer Fläche von 15.761 km² das zweitkleinste Flächenland. Es ist ebenso ländlich wie protestantisch geprägt - mehr als 67 Prozent der Bevölkerung gehört der evangelisch-lutherischen Kirche an. In Schleswig-Holstein leben zudem eine starke dänische und friesische Minderheit. Seit 1945 ist Kiel die Landeshauptstadt. Die flächenmäßig größte Stadt ist Lübeck - neben Kiel und Flensburg eines der drei Oberzentren. Lübecks Altstadt ist heute ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes. Der Wahlspruch des Landes lautet "Up ewig ungedeelt".
 Holstentor Lübeck © Ruth Rudolph / PIXELIO |
 Rathaus Lübeck © Thomas Robbin |
 Untertrave Lübeck © Thomas Robbin |
 Untertrave Lübeck © Thomas Robbin |
Mecklenburg-Vorpommern im Nordosten Deutschlands entstand 1945 aus der Vereinigung des historischen Mecklenburg mit dem westlich der Oder-Neiße-Linie gelegenen Teil der ehemals preußischen Provinz Pommern. Mit einer Länge von ca. 1.700 Kilometern hat Mecklenburg-Vorpommern die längste Küste aller deutschen Bundesländer. Traditionell dominieren neben dem Tourismus - vor allem auf den Inseln Usedom und Rügen - die Agrar- und Ernährungsgüterwirtschaft. Das Land ist jedoch eine der ärmsten Regionen Deutschlands und daher massiv von Transferleistungen des Bundes und anderer Länder abhängig Die größte Stadt ist Rostock - Landeshauptstadt ist Schwerin.
Das heutige Bundesland ging historisch aus der Mark Brandenburg hervor, die vermutlich 1157 von Albrecht dem Bär erobert wurde. Von 1415 bis 1918 unterstand die Region dem Adelsgeschlecht der Hohenzollern. Brandenburg gehörte zu den sieben Kurfürstentümern und bildete das Kernland des späteren Preußen. Nach der Wiedervereinigung wurde das Bundesland Brandenburg 1990 neu gegründet. Eine geplante Länderfusion mit Berlin scheiterte jedoch 1996 in einer Volksabstimmung. Mit über 3.000 Seen und über 33.000 Kilometer langen Fließgewässern ist Brandenburg das wasserreichste Bundesland Deutschlands.
 Schloss Sanssouci Potsdam © Tobias Daniel |
 Schloss Sanssouci Potsdam © Tobias Daniel |
 Gitterpavillon in Sanssouci © Tobias Daniel |
 Orangerieschloss Potsdam © G. Eichelberg / PIXELIO |
Thüringen liegt in der Mitte Deutschlands und gilt wegen seines Waldreichtums auch als das "Grüne Herz Deutschlands". Die Geschichte des Freistaates reicht bis ins Mittelalter zurück - im Oktober 1990 wurde das Bundesland nach der Wiedervereinigung neu gebildet. Touristisch ist Thüringen vor allem durch seine Landschaften wie die Rhön und den Thüringer Wald oder seine Städte wie Weimar, Erfurt und Eisenach bekannt. Auch viele Residenzschlösser sind heute noch in Thüringen zu besichtigen. Neben Sachsen gehört Thüringen zu den wirtschaftlich stärkeren Bundesländern Ostdeutschlands.
Das heutige Bundesland Sachsen-Anhalt war im Mittelalter einer der kulturellen Mittelpunkte Deutschlands. Zudem war Magdeburg eines der politischen Zentren des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation. Laut Landesmarketinggesellschaft besitzt Sachsen-Anhalt die meisten UNESCO-Weltkulturstätten in ganz Deutschland - darunter das Bauhaus in Dessau, die Altstadt von Quedlinburg oder die Lutherstädte Wittenberg und Eisleben. Die Straße der Romanik verbindet zudem Dome, Burgen, Klöster und Kirchen aus der Zeit vom 10. bis 13. Jahrhundert.
Der Freistaat Sachsen entstand 1918 nach dem Zusammenbruch des Königtums. Es blickt aber auf eine lange historische Tradition als Pfalzgrafenschaft und später als Kurfürstentum im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation zurück. Heute zählt der Freistaat zu den wirtschaftsstärksten Bundesländern auf dem Gebiet der ehemaligen DDR. Auch der Tourismus ist in Sachsen stark ausgeprägt - neben Leipzig und der Landeshauptstadt Dresden gehören unter anderem das Erzgebirge, die Sächsische Schweiz, Bautzen oder Zwickau zu den touristischen Highlights.
 Altstadt Meißen © Thomas Robbin |
 Marktplatz Meißen © Thomas Robbin |
 Sächsische Schweiz © Thomas Robbin |
 Sächsische Schweiz © Thomas Robbin |
Niedersachsen ist das zweitgrößte Bundesland Deutschlands. Es entstand am 23. August 1946 durch eine Verordnung der britischen Militärregierung. Touristische Anziehungspunkte sind neben der Nordseeküste und dem Harz auch das Alte Land oder das Weserbergland sowie die Städte Hannover, Braunschweig, Celle, Osnabrück oder Lüneburg. Der Landesname leitet sich vom Volksstamm der Sachsen ab und stammt bereits aus dem Mittelalter - zurückgehend auf den Niedersächsischen Reichskreis. Landeshauptstadt ist Hannover. Wirtschaftliche Zentren des Landes sind Hannover und Wolfsburg mit mehreren Automobilwerken.
 Rathaus Hannoversch-Münden © Thomas Robbin |
 Fuldaufer Hannoversch-Münden © Thomas Robbin |
 Welfenschloss Hann.-Münden © Thomas Robbin |
 Stade © Jürgen Howaldt / cc-by-sa |
Nordrhein-Westfalen ist mit rund 18 Millionen Einwohnern das bevölkerungsreichste und flächenmäßig das viertgrößte Bundesland Deutschlands. Landeshauptstadt ist Düsseldorf - die größte Stadt ist jedoch Köln. Das Bundesland Nordrhein-Westfalen wurde am 23. August 1946 durch eine Verordnung der britischen Militärregierung aus dem nördlichen Teil der preußischen Rheinprovinz sowie der preußischen Provinz Westfalen gegründet. Anfang 1947 wurde zudem der Freistaat Lippe dem neuen Bundesland angegliedert. Wirtschaftlich wurde Nordrhein-Westfalen besonders duch die Textil- sowie die Kohle- und Stahlindustrie geprägt.
 Ehemaliger Plenarsaal Bonn © Thomas Robbin |
 Bundeskunsthalle Bonn © Thomas Robbin |
 Posttower Bonn © Thomas Robbin |
 Schloss Augustusburg Brühl © Thomas Robbin |
 Villa Hügel Essen © Thomas Robbin |
 Villa Hügel Essen © Thomas Robbin |
 Villa Hügel Essen © Thomas Robbin |
 Zeche Zollverein Essen © Thomas Robbin |
 Innenhafen Duisburg © Thomas Robbin |
 Innenhafen Duisburg © Thomas Robbin |
 Binnenschifffahrtsmuseum © Thomas Robbin |
 Hauptpost Gelsenkirchen © Thomas Robbin |
 Musiktheater im Revier © Thomas Robbin |
 Zeche Nordstern Gelsenkirchen © Thomas Robbin |
 Warburg © Thomas Robbin |
 Warburg © Thomas Robbin |
 Schloss Burg Solingen © Thomas Robbin |
 Schloss Moyland Bedburg-Hau © Thomas Robbin |
 Schloss Nordkirchen © Thomas Robbin |
 Wallfahrtskirche Neviges © Thomas Robbin |
Hessen blickt auf eine lange Geschichte: im Jahre 1292 wurde die Landgrafschaft Hessen als Reichsfürstentum bestätigt - seine Wurzeln reichen jedoch bis ins 6. Jahrhundert zurück. Das heutige Bundesland Hessen entstand am 19. September 1945 auf Anordnung der US-Besatzungsmacht aus den ehemals preußischen Provinzen Nassau und Kurhessen sowie dem Volksstaat Hessen. Ein wichtiger Ballungsraum ist das Rhein-Main-Gebiet, in dem etwa die Hälfte der hessischen Bevölkerung lebt. Zudem besitzt es neben dem Ruhrgebiet die höchste Industriedichte Deutschlands. Landeshauptstadt ist Wiesbaden.
 Karlsaue Kassel © Dirk Schmidt / PIXELIO |
 Schlosspark Wilhelmshöhe Kassel © Thomas Robbin |
 Schloss Marburg © Thomas Robbin |
 Rathaus Marburg © Thomas Robbin |
Das Bundesland Rheinland-Pfalz wurde am 30. August 1946 durch eine Verordnung der französischen Militärregierung aus der ehemals bayerischen Pfalz, den preußischen Regierungsbezirken Koblenz und Trier, der früher zu Hessen-Darmstadt gehörenden Provinz Rheinhessen, aus Teilen der preußischen Provinz Montabaur und ehemals oldenburgischem Gebiet um Birkenfeld gebildet. Landeshauptstadt ist Mainz. Mit Koblenz, Andernach, Trier, Mainz und Worms liegen in Rheinland-Pfalz die meisten "ältesten" Städte Deutschlands. Zudem blickt das eher junge Bundesland auf eine rund 2.000 Jahre alte Kulturgeschichte zurück.
 Altstadt Bernkastel-Kues © Thomas Robbin |
 Brückenhäuser © Tobias Daniel |
 Kurhaus © "Axolotl_Nr._733" / GDFL |
 Pauluskirche Bad Kreuznach © Tobias Daniel |
Das Saarland ist seit 1957 ein deutsches Bundesland. Aufgrund seiner Grenzlage stand es besonders im 20. Jahrhundert abwechselnd unter deutschem und französischem Einfluss. Dies führte auch dazu, dass die Mentalität der Saarländer auch stark durch die franzöische Herrschaft geprägt ist. Geographisch gesehen besitzt das Saarland gemeinsam mit Baden-Württemberg und Hessen prozentual gesehen die größte Waldfläche Deutschlands. Zudem besitzt es die höchste Eigentumsrate an Grundbesitz in Deutschland. Hauptstadt des Bundeslandes ist Saarbrücken.
Baden-Württemberg ist nach Einwohnerzahl und Fläche das drittgrößte Bundesland Deutschlands. Nach römischer, alemannischer und fränkischer Herrschaft entstanden zunächst Hunderte Grafschaften, Reichsstädte, geistliche Gebiete und ritterschaftliche Dörfer. 1806 begründete Napoleon das Königreich Württemberg und das Großherzogtum Baden. Beide gingen 1918 in einem freien Volksstaat und einer demokratischen Republik auf. 1952 entstand aus den Bundesländern Württemberg-Baden, Württemberg-Hohenzollern und Baden das heutige Baden-Württemberg. Landeshauptstadt ist Stuttgart.
Der Freistaat Bayern ist das flächenmäßig größte und nach der Einwohnerzahl das zweitgrößte Bundesland Deutschlands. Bayern blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bereits bis ins frühe Mittelalter reicht. Von 1180 bis 1918 wurde es von den Wittelsbachern regiert, seit 1806 als Königtum. Seit 1957 stellt die CSU den bayerischen Ministerpräsidenten - von 1962 bis 2008 mit absoluter Mehrheit. Zudem gilt Bayern als eines der wirtschaftsstärksten Bundesländer, das auf eine über 1.000 Jahre alte Kultur- und Geistesgeschichte zurückblickt. Traditionell gliedert sich der Freistaat in die Landesteile Franken, Schwaben und Altbayern. Hauptstadt ist München.
 Hofbräuhaus München © Tobias Daniel |
 Feldherrnhalle München © Tobias Daniel |
 Viktualienmarkt München © Tobias Daniel |
 Schloss Nymphenburg München © W. H. Kuhlmann / PIXELIO |
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) war ein sozialistischer Staat auf deutschem Boden, der während der Teilung Deutschlands existierte. Sie ging am 7. Oktober 1949 aus der damaligen Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) hervor und ging am 3. Oktober 1990 in der Bundesrepublik auf. Nach ihrem Selbstverständnis war die DDR ein "sozialistischer Staat der Arbeiter und Bauern" und deutscher Friedensstaat. Wie die meisten anderen Länder des Ostblocks gehörte die DDR der sowjetischen Machtsphäre an. Formell definierte sie sich als sozialistisches Mehrparteiensystem - faktisch fungierte jedoch die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) als Einheitspartei.
Ehemalige Bundesländer
Das Land Baden wurde am 1. Dezember 1945 aus dem südlichen Teil der früheren Republik Baden gegründet. Bis zum 2. Dezember 1946 trug es die offizielle Bezeichnung "Südbaden" - Hauptstadt des Landes war Freiburg im Breisgau. Es umfasste eine Fläche von 9.646 km² und hatte etwa 1,3 Millionen Einwohner. Baden war zunächst Teil der Französischen Besatzungszone, bevor es 1949 ein eigenständiges Bundesland der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland wurde. Staatspräsident des Landes war Leo Wohleb. Im Jahre 1952 wurde Baden ein Teil des neuen Südweststaates Baden-Württemberg.
Württemberg-Baden entstand am 19. September 1945 als Teil der US-amerikanischen Besatzungszone und setzte sich aus den nördlichen Teilen der ehemaligen Länder Baden und Württemberg zusammen. Mit der Gründung der Bundesrepublik Deutschland im Jahre 1949 wurde ein eigenständiges Bundesland. Hauptstadt Württemberg-Badens war Stuttgart. Es hatte mehr als 3,5 Millionen Einwohner und umfasste eine Fläche von 15.700 km². Ministerpräsident des Landes war Reinhold Maier. Im Jahre 1952 wurde es Teil des neuen Südweststaates Baden-Württemberg.
Das Bundesland Württemberg-Hohenzollern entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in der Französischen Besatzungszone und setzte sich aus dem ehemaligen Freien Volksstaats Württemberg sowie den zu Preußen gehörenden Hohenzollernschen Landen zusammen. Die Landeshauptstadt war Tübingen, der Landtag hatte seinen Sitz im ehemaligen Kloster Babenhausen. Das Bundesland Württemberg-Hohenzollern hatte etwa eine Million Einwohner und umfasste eine Fläche von 10.406 km². Die früheren Grenzen des Landes sind seit einer Kreisreform von 1973 jedoch nicht mehr wieder zu finden. Bereits am 25. April 1962 ging es im heutigen Baden-Württemberg auf.
Historische deutsche Staaten
Das HRR war die offizielle Bezeichnung der römisch-deutschen Kaiser vom frühen Mittelalter bis zum Jahr 1806. Sein Name leitete sich Anspruch der Herrscher ab, die Tradition des antiken Römischen Reiches fortzusetzen und die Herrschaft als christliche Legitimation Gottes zu begründen. Das Reich bildete sich im 10. Jahrhundert unter der Dynastie der Ottonen aus dem Ostfrankenreich heraus. Aufgrund seines vor- und übernationalen Charakters entwickelte es nie zu einem Nationalstaat oder Staat moderner Prägung, sondern blieb ein monarchisch geführtes, ständisch geprägtes Gebilde aus Kaiser und Reichsständen mit nur wenigen gemeinsamen Reichsinstitutionen.
Preußen war ein Staat im nördlichen Mitteleuropa und erhielt seinen Namen von den baltischen Ureinwohnern - den Prußen. Es entstand aus der historischen Landschaft Preußen und bildete im Mittelalter das Zentrum des Deutschordensstaates. Nach der Teilung 1466 und folgender Säkularisierung entstand 1525 das Herzogtum Preußen. Nach der Erhebung zum Königreich im Jahre 1701 entwickelte sich zur führenden Macht Deutschlands und einer europäischen Großmacht. Nach 1871 wurde Preußen zudem der dominierende Teilstaat des neugegründeten Deutschen Reiches. Mit dem alliierten Kontrollratsgesetz Nr. 46 vom 25. Februar 1947 wurde es schließlich aufgelöst.
Das Königreich Hannover entstand im Jahre 1814 auf dem Wiener Kongress als Nachfolgestaat des Kurfürstentums Braunschweig-Lüneburg. Zwischen 1814 und 1837 hatten die Könige von Hannover in Personalunion auch die britische Krone inne. Zudem entstammte das Haus Hannover dem Adelsgeschlecht der Welfen. Hannover war 1815 ein Gründungsmitglied des Deutschen Bundes und trat 1854 auch dem Deutschen Zollverein bei. Nach dem Deutschen Krieg von 1866 wurde Hannover von Preußen annektiert und eine Provinz umgewandelt. Erst 1946 wurde das Land Hannover zwar wieder errichtet, ging aber dann im heutigen Bundesland Niedersachsen auf.
Der Rheinbund war eine Konföderation deutscher Fürsten, die im Jahre 1806 mit dem Austritt einiger deutscher Staaten aus dem Verbund des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation und auf Initiative Napoleon Bonapartes gegründet wurde. Auf der Grundlage der Rheinbundakte diente der Rheinbund vor allem als Mililtärallianz mit dem Kaiserreich Frankreich. Das Ziel, diese Allianz zu einem Staatenbund mit eigenständigen Verfassungsorganen aufzubauen, scheiterte allerdings am Widerstand der größeren Mitgliedstaaten. Nach der französischen Niederlage in der Völkerschlacht bei Leipzig vom 16. bis 19. Oktober 1813 brach der Rheinbund schließlich zusammen.
Der Deutsche Bund war ein lockerer Zusammenschluss der deutschen Staaten, der am 8. Juni 1815 auf dem Wiener Kongress gegründet wurde. Insgesamt unterzeichneten 39 Mitgliedstaaten - 35 Fürstentümer und vier freie Städte - die Deutsche Bundesakte. Er folgte auf das aufgelöste Heiligen Römischen Reich und den napoleonischen Rheinbund. Das zentrale Bundesorgan war die Bundesversammlung, die in Frankfurt am Main tagte. Zudem verfügte er über eine Bundeskriegsverfassung und ein Bundesheer. Nach dem Deutschen Krieg wurde der Bund 1866 im Prager Frieden aufgelöst. Ihm folgte mit dem Norddeutschen Bund der erste föderativ organisierte deutsche Staat nach.
Das Deutsche Kaiserreich entstand am 18. Januar 1871 durch die Proklamation des preußischen Königs Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser. Es umfasste die Mitglieder des Norddeutschen Bundes und die mit ihm verbündeten süddeutschen Staaten im Deutsch-Französischen Krieg. Das Kaiserreich wurde als Bundesstaat unter der Herrschaft der preußischen Hohenzollern im Rahmen einer kleindeutschen Lösung gegründet, womit erstmals ein deutscher Nationalstaat entstand. Ökonomisch war es von der Hochindustrialisierung geprägt - politisch von der Ära Bismarck und dem Wilhelminismus. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges fand auch das Kaiserreich seinen Untergang.
Die "Weimarer Republik" bezeichnet die demokratische Phase des Deutschen Reiches zwischen den Jahren 1918/19 und 1933. Sie beginnt mit der Novemberrevolution und der Ausrufung der Republik am 9. November 1918 und endet mit der "Machtergreifung" der Nationalsozialisten im Januar 1933. Die Weimarer Verfassung galt als eine der fortschrittlichsten ihrer Zeit. Allerdings gab es keinen tragfähigen Verfassungskonsens, der alle Teile des politischen Spektrums von rechts bis links eingebunden hätte. Zudem war der Reichstag parteipolitisch zersplittert und die Regierungen instabil. Der Aufstieg des Nationalsozialismus bedeutete schließlich deren Ende.
Mit der Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 errichteten die Nationalsozialisten eine totalitäre Diktatur mit einer Staatspartei, einem Führerkult, Militarismus, aggressivem Nationalismus, antidemokratischen, antikommunistischen und totalitären Zielen. Im Unterschied zum Faschismus kam ein radikaler Rassismus und Antisemitisms hinzu. Die NS-Diktatur gilt als hauptverantwortlich für den Zweiten Weltkrieg, die Massenverbrechen an ethnischen, religiösen, sozialen und politischen Minderheiten sowie den Holocaust an etwa sechs Millionen europäischen Juden. Mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 endete der Tiefpunkt der deutschen und europäischen Geschichte.
Die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht und der damit verbundenen Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg übernahm der Alliierte Kontrolrat die höchste Regierungsgewalt. Deutschland wurde in vier Besatzungszonen aufgeteilt: die US-amerikanische, die britische, die französische und die sowjetische Besatzungszone. Groß-Berlin wurde in vier Sektoren aufgeteilt und von der Alliierten Kommandantur verwaltet. Mit der Entnazifizierung sollte Deutschland von allen Einflüssen des Nationalsozialismus befreit, demokratisiert und demilitarisiert werden. Mit dem beginnenden Kalten Krieg zwischen der UdSSR und den USA manifestierte sich jedoch 1949 die Teilung Deutschlands.
Die Bundesrepublik Deutschland entstand mit der Verkündung des Grundgesetzes am 23. Mai 1949 aus dem Zusammenschluss der drei westlichen Besatzungszonen - der Trizone. Mit dem Besatzungsstatut vom 21. September 1949 räumten die Besatzungsmächte der Bundesrepublik mit dem alliierten Vorbehaltsrecht jedoch nur eine begrenzte Souveränität ein. Hauptstadt des Landes wurde Bonn. Politisch war der westdeutsche Teilstaat von der Westintegration Konrad Adenauers und der Ostpolitik Willy Brandts geprägt. Wirtschaftlich und gesellschaftlich waren besonders das Wirtschaftswunder, der RAF-Terror und die Friedensbewegung für die Bundesrepublik prägend.
Wenige Wochen nach Konstituierung der Bundesrepublik wurde am 7. Oktober 1949 die Deutsche Demokratische Republik (DDR) gegründet. Sie umfasste das Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) und definierte sich als sozialistischer Arbeiter- und Bauernstaat. Dabei beharrte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (SED) zwar mit Hilfe des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) auf ihre politische Führungsrolle. Faktisch war die DDR jedoch ein Satellitenstaat der Sowjetunion. Wirtschaftlich war die DDR zudem planwirtschaftlich auf der Grundlage von Fünfjahresplänen organisiert. Ihr Ende fand sie nach der Wende mit dem Beitritt zur Bundesrepublik am 3. Oktober 1990.
Das Saarprotektorat entstand 1947 durch den wirtschaftlichen Anschluss des Saargebietes an Frankreich. Es erhielt mit dem Saar-Franken eine eigene Währung, eine eigene Staatsangehörigkeit und Hymne sowie ein eigenes Nationales Olympisches Komitee (NOK) und eine eigene Fußball-Nationalmannschaft. Demokratische Grundrechte wurden den Saarländern lange nicht zugebilligt. Zudem waren politische Parteien, die für eine Wiedervereinigung mit Deutschland eintraten, verboten. Erst mit den Luxemburger Verträgen vom 27. Oktober 1956 wurde das Saarland zum 1. Januar 1957 als Bundesland in die Bundesrepublik eingegliedert.
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Kurzinfo: Die UNESCO und das Weltkulturerbe |
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Die United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO) wurde am 16. November 1945 gegründet hat ihren Hauptsitz in der französischen Hauptstadt Paris. Ihre Aufgabe ist die "Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Völkern in Bildung, Wissenschaft und Kultur zur Wahrung des Friedens und der Sicherheit beizutragen". Heute gehören der UNESCO insgesamt 195 Staaten an. Ihre finanziellen Mittel bezieht die Organisation hauptsächlich aus den Pflichtbeiträgen der Mitgliedstaaten. Die UNESCO ist in vier Bereichen aktiv:
- Bildung: Sie koordiniert das weltweite UN-Aktionsprogramm "Bildung für alle" und setzt sich für lebenslanges Lernen ein. Zudem gibt sie jährlich einen Weltbildungsbericht heraus. Weltweit engagieren sich etwa 8.500 Schulen im Netz der UNESCO-Projektschulen.
- Kultur: Die UNESCO will das weltweite Kulturerbe schützen sowie die kulturelle Vielfalt bewahren und den Dialog mit den Kulturen fördern. Seit 1978 erstellt sie zudem eine Liste des weltweiten Kultur- und Naturerbes mit inzwischen 936 Denkmälern, historischen Städten und Landschaften.
- Wissenschaft: Die Organisation fördert die internationale Zusammenarbeit in den Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften: das Themenspektrum reicht dabei von Menschenrechten, Ethik und Philosophie bis hin zur Erforschung der Ozeane und den UNESCO-Biospärenreservaten.
Kommunikation: Mit dem Programm "Kommunikation und Information" strebt die UNESCO Wissen und Information für alle, den Einsatz von Informationstechnologie als Entwicklungsfaktor und die Förderung der Pressefreiheit an. Mit dem Aufbau unabhängiger Medien und der Ausbildung von Journalisten in Entwicklungsländern und Konfliktregionen will die UNESCO zudem weltweit zu einer freien Presse beitragen.
Die UNESCO-Welterbeliste wird seit 1978 geführt und umfasst einzelne Denkmäler sowie historische Städte und Landschaften von außergewöhnlichem Wert. Die jeweiligen Länder sind zum Erhalt des jeweiligen Kulturerbes verpflichtet. Derzeit werden insgesamt 936 Denkmäler in 153 Ländern gelistet - davon 725 Kultur- und 183 Naturdenkmäler. Dazu zählen unter anderem die Chinesische Mauer, das Taj Mahal, die New Yorker Freiheitsstatue, die Serengeti oder das Great Barrier Reef. Besonders gefährdete Denkmäler werden von der UNESCO zudem auf eine Rote Liste gesetzt. In Ausnahmefällen kann der Welterbetitel sogar wieder entzogen werden, wie beispielsweise im Jahre 2009 beim Dresdner Elbtal.
Weitere 28 Denkmäler werden Kultur- und Naturdenkmal gelistet. Weitere Listen der UNESCO sind seit 1992 das Weltdokumentenerbe mit herausragenden Dokumenten der Menschheitsgeschichte sowie seit 2003 das immaterielle Kulturerbe - dazu zählen zum Beispiel Tanz, Theater, Musik, mündliche Literatur oder Handwerkstraditionen. Deutschland ist mit derzeit 48 Kultur- und Naturdenkmälen sowie 13 Beiträgen zum Weltdokumentenerbe überproportional gut vertreten - darunter mit dem Kölner Dom, der Würzburger Residenz, dem Oberen Mittelrheintal oder dem Deutschen Wattenmeer.
Das UNESCO-Biosphärenreservat wurde 1971 gegründet. Es erforscht und fördert zukunftsfähige Nutzungsformen der Umwelt durch den Menschen, um die natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren. Zudem unterstützt es die internationale Zusammenarbeit zum nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Das Weltnetz des UNESCO-Biosphärenreservates umfasst derzeit 580 Gebiete in 114 Staaten - davon allein 15 in Deutschland. Jedes Reservat steht dabei stellvertretend für ein besonderes Ökosystem oder eine besonders schützenswerte Kulturlandschaft. Dazu zählen unter anderem die Rhön, der Spreewald, die Galápagos-Inseln oder der Ayers Rock ("Uluru").
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Einen Überblick über die UNESCO-Weltkulturerbestätten in Deutschland bietet Wikipedia. Allgemeine Informationen gibt es im Deutschland-Portal.
Geograpfische Informationen und weiteres Wissenswertes gibt es hier. Zusätzliche Informationen gibt es bei Schätze der Welt und bei Planet Wissen.
Weiteres Wissenswertes gibt es hier. Wichtige internationale Organisationen finden Sie hier. Hintergrundinformationen zu den Flaggen gibt es im Flaggenlexikon.