Berlin ist eine Stadt der Kontraste: man findet elegante Boulevards und alternative Szeneviertel, königliche Palais und zerschossene Fassaden, heißes Nachtleben in der City und pure Idylle am Wannsee, vornehme Villen in Grunewald und Straßenstrich an der Oranienburger Straße. Bereits um 1800 schrieb der Dichter Jean Paul: "Berlin ist mehr ein Weltteil als eine Stadt." Schon damals war Berlin eine Metropole von europäischem Rang. Mehr als vierzig Jahre lang war Berlin auch ein Symbol für die Teilung Europas. Heute ist es wieder das politische Entscheidungs- und Nachrichtenzentrum Deutschlands. Die Spuren der Teilung sind mittlerweile weitgehend verwischt - vielmehr bietet die Stadt wieder etwas für jeden Geschmack. So ist der Ku'damm mit seinen Cafés, Restaurants, Kinos und Einkaufszentren noch immer der Flanierboulevard Berlins. Kunst- und Kulturliebhaber kommen hier ebenso auf ihre Kosten wie Architekturkenner. Und auch außerhalb der City hat Berlin viel zu bieten.
Highlights rund um Berlin Berlin ist in den vergangenen Jahrhundert aus dem historischen Stadtkern - dem Nikolaiviertel, der Schwesterstadt Cölln und den kurfürstlichen Siedlungen - und letztlich durch die Schaffung Groß-Berlins im Jahre 1920 entstanden. Dies hat zur Folge, dass viele Sehenswürdigkeiten nicht nur im Zentrum der Stadt, sondern auch in den Außenbezirken zu finden sind. Besonders hervorzuheben sind unter anderem das Zentrum des preußischen Berlin zwischen dem Brandenburger Tor und der Schlossbrücke im ehemaligen Ostteil der Stadt. Das Gebiet zwischen dem Alexanderplatz und dem Märkischen Ufer bietet einen repräsentativen Querschnitt der Berliner Stadtgeschichte - von den mittelalterlichen Bauten Cöllns über die Rokoko-Palais reicher Bürger bis hin zu den repräsentativen Verwaltungsgebäuden aus der Zeit der Industrialisierung und DDR-Plattenbauten bis hin zum Nikolaiviertel. Im Scheunenviertel lebten bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts vor allem Ganoven, Prostituierte und arme Leute, weshalb dieses Viertel lange als Hinterhof Berlins galt. Nach dem Ersten Weltkrieg lebten hier rund 50.000 zugewanderte Juden aus Osteuropa. Vom jüdischen Leben ist nach den Pogromen der Nationalsozialisten allerdings nicht mehr viel übrig. Zahlreiche Sehenswürdigkeiten des Regierungsviertel säumen den Tiergarten - das größte und gleichzeitig beliebteste Erholungsgebiet der Stadt. Hier sind neben dem Reichtags auch die modernen Bauten des Regierungsviertels zu finden. Auch das Diplomatenviertel hat sich nach der Wiedervereinigung der Stadt wieder hier angesiedelt. Ebenfalls besondere Highlights sind das Viertel rund das Charlottenburger Schloss - ein Muss vor allem für Kunstinteressierte - und der Potsdamer Platz. Bis zum Zweiten Weltkrieg Regierungszentrum und Vergnügungsviertel lag er während der Teilung Berlins mitten im Grenzstreifen zwischen West- und Ostteil. Nach der Teilung war der Potsdamer Platz Mitte der neunziger Jahre des 20. Jahrhunderts noch eine der größten Baustellen der Welt. Heute sind hier wieder Büro- und Wohnhäuser mit Einkauspassagen und Restaurants angesiedelt. Das Geschäfts- und Kulturzentrum West-Berlins - der Ku'damm gehört jedoch auch heute noch zu den besten Adressen der Stadt. Mit seinen Restaurants, Bistros, Boutiqen und Kaufhäusern ist er immer noch die Flaniermeile Nummer eins - auch wenn auf der Friedrichstraße und Unter den Linden ernste Konkurrenz entstanden ist. Im Stadtteil Kreuzberg macht es vor allem die Mischung: türkische Bazarstimmung, Punks und Alternative sowie Kreative und seit kurzem auch Büromenschen. Zu Zeiten der Teilung entwickelte sich hier ein eigenes Kulturleben, dass durch die Wiedervereinigung nun wieder stärker ins Blickfeld gerückt ist. Daneben ist der Prenzlauer Berg neben Kreuzberg das Szene-Revier der Stadt.
Glanz und Gloria Potsdams Die brandenburgische Hauptstadt Potsdam erlangte erstmals durch den Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm (1640-1688) an Bedeutung, der es zur zweiten Residenz der Hohenzollern machte. Das heutige Stadtbild prägten jedoch zwei andere preußische Könige: Friedrich Wilhelm I. der Soldatenkönig ließ Potsdam im 18. Jahrhundert zur Garnisonsstadt ausbauen. Jedoch machte sein Sohn und Nachfolger Friedrich II. der Große die Stadt erst zum Inbegriff von preußischer Macht und königlichem Reichtum. Mit Schloss Sanssouci schuf er sich zudem sein Versailles vor den Toren Berlins.
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