Historischer Überblick Berlin

um 750
Der Slawenstamm der Heveller errichtet mit "Spandow" (heute: Spandau) einen zweiten Herrensitz im Berliner Raum. Die Siedlung entwickelt sich zur ersten "städtischen" Siedlung in dieser Region. Bis ins 11. Jahrhundert bleiben die um 825 befestigten Siedlungen Spandau und Köpenick die größten Wohnplätze.

1197
Spandau wird erstmals urkundlich erwähnt. 1207 folgt Köpenick. Am 2. März 1232 erhält es durch die Markgrafen Johann I. und Otto III. "der Fromme" von Brandenburg das Stadtrecht.

28. Oktober 1237
Cölln wird erstmals urkundlich erwähnt. 1251 folgt Wedding, 1264 der Schöneberg, 1293 Wilmersdorf und 1313 Heiligensee. Am 26. Januar 1244 wird Berlin erstmals urkundlich als Stadt erwähnt.

20. März 1307
Markgraf Heinrich I. "der Lange" von Brandenburg vereinigt Berlin und Cölln zu einer einzigen Stadt.

30. August 1338
Erstmals wird der Berliner Bär als Signet für eine Ratsurkunde verwendet.

1369
Berlin erwirbt das Münzrecht.

1376/1380
Bei zwei großen Bränden werden weite Teile der Stadt zerstört.

1415
Die Hohenzollern werden mit dem Kurfürstentum Brandenburg belehnt. Neuer Landesherr ist nun Kurfürst Friedrich I. von Brandenburg.

1443
Kurfürst Friedrich II. "Eisenzahn" von Brandenburg legt in Cölln den Grundstein für das Schloss der Hohenzollern. 1470 wird es kurfürstliche Residenz.

um 1500
Berlin ist eine blühende Handelsstadt, in der die Fugger und Welser Niederlassungen unterhalten. Die Stadt steht in regem Handelsverkehr mit Wirtschaftszentren wie Hamburg, Nürnberg und Lübeck.

1576 bis 1611
Pestjahre: der Cöllner Stadtschreiber registriert 1576 etwa 4.000 Pesttote, im Jahre 1598 rund 3.000 und 1611 etwa 2.000 Tote. Um 1600 beträgt die Einwohnerzahl Berlins etwa 10.000 bis 12.000.

1618 bis 1648
Während des Dreißigjährigen Krieges brennen die Vorstädte Berlins ab. Die Bevölkerungszahl sinkt um etwa 50 Prozent.

1640 bis 1688
Während der Regierungszeit des Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg wird die Grundlage für den Aufstieg Brandenburg-Preußens gelegt. Im Jahre 1658 wird Berlin zur Festung ausgebaut.

10. September 1671
In Berlin wird die Jüdische Gemeinde gegründet. Ende 1932 leben etwa 173.000 Juden in Berlin, die etwa 4,3 Prozent der Bevölkerung stellen. Damit war Berlin zu diesem Zeitpunkt die fünftgrößte jüdische Ansiedlung weltweit.

1662 bis 1669
Der Friedrich-Wilhelm-Kanal wird zwischen Spree und Oder direkte Verbindung zwischen Hamburg und Breslau gebaut. Berlin wird zum Umschlaghafen.

29. Oktober 1685
Das "Edikt von Potsdam" erlaubt den aus Frankreich vertriebenen Hugenotten die Einwanderung in die Mark Brandenburg. Sie bringen "feine" Handwerke in die noch ländlich geprägte und rohstoffarme Region.

17. Januar 1701
Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg (1688-1713) ernennt sich in Königsberg eigenhändig zum König von Preußen. Während seiner Regierungszeit legt er die Friedrichstadt an. Zudem steigt Berlin mit etwa 20.000 Einwohnern in den Kreis der großen Städte Deutschlands und Europas auf.

1700
Die Preußische Akademie der Wissenschaften wird gegründet.

1709
Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt werden zur Königstadt Berlin vereinigt.

1710
In Berlin leben etwa 60.000 Menschen - darunter 6.000 Franzosen, 5.000 Schweizer und 500 Pfälzer.

1713 bis 1740
Während der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms I. von Preußen - genannt der "Soldatenkönig" - wird Preußen zur Militärmacht ausgebaut. Zudem führte er den Merkantilismus ein und macht aus Preußen einen Standort für moderne Wissenschaften. Im Jahre 1717 wird zudem die allgemeine Schulpflicht eingeführt. Berlin und Potsdam werden zu Garnisonstädten ausgebaut.

1740 bis 1786
Unter König Friedrich II. "dem Großen" von Preußen entwickelt sich Berlin zu einer Hauptstadt von europäischem Rang und zu einem Zentrum der Aufklärung. Wissenschaft, Forschung, Kultur und Kunst erleben eine Blütezeit.

um 1800
Berlin ist mit etwa 172.000 Einwohnern die drittgrößte Stadt Europas nach London und Paris Außerdem ist Berlin die führende Industriestadt Preußens.

24. Oktober 1806
Die Truppen Napoleon Bonapartes marschieren in Berlin ein. Die Stadt erlebt bis Dezember 1808 ein französisches Besatzungsregime.

11. März 1812
Durch ein preußisches Edikt erhalten die 30.000 in Berlin lebenden Juden die bürgerliche Gleichberechtigung.

17. März 1813
König Friedrich Wilhelm III. von Preußen ruft in seinem Edikt "An mein Volk" zum bewaffneten Widerstand gegen Napoleon auf. Berlin wird zum Zentrum der Befreiungskriege (1813-1815).

1. Januar 1834
Der in Berlin gegründete Deutsche Zollverein tritt in Kraft. Dieser wirtschaftliche Zusammenschluss der deutschen Staaten bildet die Vorstufe für das spätere deutsche Kaiserreich.

um 1816
Karl Friedrich Schinkel, Christian Daniel Rauch und Peter Joseph Lenné gestalten nach den Befreiungskriegen das neue Berlin. Auf der Spree fährt das erste Dampfschiff Deutschlands.

1838/39
Die Eisenbahnstrecke Berlin-Potsdam wird eröffnet. Sie ist die drittälteste Strecke Deutschlands. Zudem wird die erste Berliner Pferdeomnibuslinie in Betrieb genommen.

1840 bis 1861
Während der Regierungszeit König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen entwickelt sich Berlin zu einer der bedeutendsten Industriestädte Europas.

18. März 1848
Die Märzrevolution bricht aus: sie richtet sich gegen die absolutistische Staatsauffassung des Königs. Während der Barrikadenkämpfe sterben 216 Berliner.

3. April 1849
König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen weist die von der Frankfurter Nationalversammlung angebotene Kaiserkrone zurück. Damit scheitert auch die konstitutionell-monarchistische Variante der einst republikanisch begründeten deutschen Revolution.

11. März 1850
In Preußen wird eine neue Verfassung mit einem Dreiklassen-Wahlrecht eingeführt. Nach der neuen revisionistischen Berliner Stadtverfassung gibt es bei 427.000 Einwohnern nur noch 21.000 Wahlberechtigte.

1856
Der Bau eines Wasserwerks und eines Wasserleitungssystems wird begonnen - 1873 erfolgt die Kanalisation. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gilt Berlin als Vorbild in der öffentlichen Hygiene sowie der Ver- und Entsorgung.

1861 bis 1888
In der Regierungszeit König Wilhelms I. von Preußen werden Wedding, Moabit, Tempelhofer und die Schöneberger Vorstadt eingemeindet. Die Einwohnerzahl steigt auf etwa 547.000. Berlin wurde damit eine der dichtest besiedelten Stadtflächen der Welt.

18. August 1866
Der Norddeutsche Bund wird gegründet - Berlin wird zur Hauptstadt erklärt. Diese bundesstaatliche Vereinigung umfasst 22 deutsche Mittel- und Kleinstaaten nördlich der Mainlinie.

18. Januar 1871
Am Ende des Deutsch-Französischen Krieges (1870/71) wird in Versailles das Deutsche Reich gegründet. König Wilhelm I. von Preußen wird zum Kaiser proklamiert. Der preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck (1862-1890) wird erster deutscher Reichskanzler.

1877
Berlin hat etwa eine Million Einwohner. Bis 1900 wandern pro Jahr jeweils weitere 30.000 bis 40.000 Menschen aus dem verarmten kinderreichen Schlesien ein. "Jeder zweite Berliner hat schlesische Vorfahren", heißt es im Volksmund.

13. Juni bis 13. Juli 1878
Auf dem Berliner Kongress erreicht Reichskanzler Otto von Bismarck als "ehrlicher Makler" eine Revision der russisch-türkischen Beschlüsse zur Neuordnung des Balkans.

1879
Auf der Gewerbeausstellung in Moabit führt Werner von Siemens die erste elektrische Eisenbahn der Welt vor.

1881
Mit 45 Teilnehmern wird der erste Telefonbetrieb eingerichtet. In Lichterfelde fährt die erste elektrische Straßenbahn der Welt.

1882
Die Berliner Stadtbahn wird eröffnet. Sie besteht aus querverlaufenden "Stadtbahn" mit einer Länge von 12,1 Kilometern sowie einer ca. 22 Kilometern langen "Ringbahn" rund um Berlin. Beide Bahnen mit eigenem Gleiskörper und speziellen S-Bahnhöfen sind zunächst noch dampfbetrieben - ab 1928 elektrifiziert. Die "Fernbahnen" aus dem Umland enden in zehn Kopfbahnhöfen. Berlin ist somit der Verkehrsmittelpunkt Deutschlands und Mitteleuropas.

1883
Die Vorläufergesellschaft der AEG wird gegründet - Berlin entwickelt sich zur größten Industriestadt auf dem europäischen Festland.

1888
Dreikaiserjahr: nach dem Tod von Kaiser Wilhelm I. und seinem Sohn Friedrich III. folgt Kaiser Wilhelm II. (bis 1918). Nach der Entlassung von Reichskanzler Otto von Bismarck prägt Wilhelm II. einen national-konservativen Politik-, Lebens- und Baustil ("Wilhelminismus").

15. Februar 1902
Die erste Hoch- und Untergrundbahn wird in Betrieb genommen. Das Zusammenwirken von S- und U-Bahn, Straßenbahn- und Omnibusbetrieb in Berlin ergibt eines der leistungsfähigsten Nahverkehrssysteme der Welt.

31. Dezember 1905
In Berlin leben zwei Millionen Menschen - mehrere Hunderttausend jedoch in erbärmlichen Bedingungen.

2. Juni 1906
Südlich der Stadt wird der Teltow-Kanal von Köpenick nach Potsdam eröffnet. Berlin wird damit zu einer der großen Binnenhafenstädte Europas.

11. Januar 1911
Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft (heute: Max-Planck-Gesellschaft) zur Förderung der Wissenschaften wird gegründet. Berlin wird auch der unangefochtene Forschungsschwerpunkt des Deutschen Reiches.

1914 bis 1918
Während des Ersten Weltkrieges gerät die Zivilbevölkerung durch die Lebensmittel- und Brennstoffknappheit in schwere Bedrängnis. Während des "Kohlrübenwinters" 1916/17 sind etwa 150.000 Menschen auf Volksspeisungen angewiesen - es kommt zu Streiks.

9. November 1918
Nach der Novemberrevolution ruft der SPD-Politiker Philipp Scheidemann die Republik aus. Die kommunistisch orientierten Politiker wollen zwar eine "Räterepublik" - weite Teile des Bürgertums und die gemäßigte Sozialdemokratie stehen aber hinter Scheidemann. Einen Tag später dankt Kaiser Wilhelm II. ab.

Januar 1919
Der kommunistische Spartakus-Aufstand zwingt die Reichstagsabgeordneten ins thüringische Weimar auszuweichen. Am 15. Januar werden die Führer der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) von Freikorps ermordet.

13. bis 17. März 1920
Der rechtsradikale "Kapp-Putsch" wird zur Bewährungsprobe für die Weimarer Republik. Rechte Freikorps-Soldaten besetzen Regierungsstellen in Berlin - nur ein Generalstreik kann der Putsch jedoch beenden.

1. Oktober 1920
Berlin wird mit sieben umliegenden Städten (darunter Charlottenburg, Wilmersdorf, Spandau und Köpenick), 59 Landgemeinden (darunter das "größte Dorf Preußens" Steglitz) und 27 Gutsbezirken (darunter Zehlendorf, Tempelhof, Pankow und Reinickendorf) zu "Groß-Berlin" zusammengeschlossen. Berlin wird mit nunmehr 3,8 Millionen Einwohnern zur Weltstadt. Nach Paris und London wird es die drittgrößte Stadt Europas.

ab 1923
Berlin entwickelt sich zunehmend zum kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Zentrum Deutschlands ("Goldene Zwanziger Jahre").

24. Oktober 1929
Der Börsenkrach in New York leitet die Weltwirtschaftskrise ein. Auf deren Höhepunkt 1932 sind etwa 636.000 Berliner arbeitslos - jeder Dritte lebt von geringen öffentlichen Zuwendungen. In dieser Zeit erhalten Nationalsozialisten und Kommunisten einen starken Zulauf.

20. Juli 1932
Durch den sogenannten "Preußenschlag" wird die sozialdemokratische Regierung Preußens unter Ministerpräsident Otto Braun abgesetzt. Dadurch wird die letzte demokratisch legitimierte preußische Regierung zerschlagen und die Weimarer Republik entscheidend geschwächt.

30. Januar 1933
Adolf Hitler wird zum Reichskanzler ernannt. Mit der sogenannten "Machtergreifung" beginnt in Deutschland die nationalsozialistische Terrorherrschaft. Nach dem Brand des Reichstages am 27./28. Februar 1933 werden die Grundrechte außer Kraft gesetzt - mit dem "Ermächtigungsgesetz" vom 10. März 1933 wird der Reichstag faktisch entmachtet.

1. April 1933
Mit dem Boykott jüdischer Geschäfte beginnen die antisemitischen Verfolgungen. Es folgen unter anderem Zwangsenteignungen und Berufsverbote.

10. Mai 1933
Auf dem Opernplatz werden 20.000 Bücher "undeutschen Geistes" verbrannt. Darunter finden sich unter anderem Werke von Heinrich Mann, Thomas Mann, Kurt Tucholsky und Arthur Schnitzler.

1. bis 16. August 1936
In Berlin finden die XI. Olympischen Sommerspiele statt. Sie dienen den NS-Machthabern vor allem als propagandistische Sympathiewerbung für das sogenannte "Dritte Reich".

9./10.November 1938
In der sogenannten "Reichskristallnacht" werden auch in Berlin viele Synagogen und andere jüdische Einrichtungen zerstört, jüdische Geschäfte werden geplündert. Es gibt viele Verhaftungen und Tote.

18. Oktober 1941
Am Bahnhof Grunewald beginnen die Massendeportationen von Berliner Juden in die Konzentrations- und Vernichtungslager. Bei insgesamt 63 Transporten werden etwa 60.000 Juden verschleppt. Über 1.400 Juden können nur in Verstecken überleben.

20. Januar 1942
Auf der Wannsee-Konferenz wird die sogenannte "Endlösung der Judenfrage" beschlossen - die bürokratisch perfektionierte Deportation aller Juden aus den Gebieten im deutschen Herrschaftsbereich. Bis 1945 werden insgesamt etwa sechs Millionen Juden, 500.000 Sinti und Roma sowie etwa eine Million Angehörige anderer ethnischer Gruppen, politisch Verfolgte, Zwangsarbeiter, Zwangsdeportierte, Homosexuelle und Behinderte ermordet.

1. März 1943
Während des Zweiten Weltkrieges (1939-1945) wird Berlin erstmals das Ziel schwerer Luftbombarde-ments durch die Alliierten. Bei Kriegsende ist die Innenstadt nahezu komplett zerstört, die äußeren Bezirke wurden weniger beschädigt. Die Verkehrsinfrastruktur ist größtenteils zerstört, die Versor-gungslage katastrophal. Etwa 50.000 Menschen kommen ums Leben, mehr als 1,5 Millionen werden obdachlos.

2. Mai 1945
Berlin kapituliert nach der verlustreichen Eroberung durch sowjetische Truppen. Am 8. Mai 1945 muss Deutschland bedingungslos kapitulieren. Etwa 32 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes sind zerstört. Die Einwohnerzahl sank während des Krieges von etwa 4,3 Millionen auf 2,8 Millionen Menschen. Von etwa 173.000 Juden (Ende 1932) überlebten nur etwa 6.000 den NS-Terror. Im Juni 1945 erhält Berlin den "Viermächte-Status" und wird in vier Sektoren geteilt. Zudem wird es Sitz des Alliierten Kontrollrates.

17. Juli bis 2. August 1945
Auf der Potsdamer Konferenz - offiziell auch als "Dreimächtekonferenz von Berlin" bezeichnet - wird die künftige Neuordnung Deutschlands und Europas besiegelt sowie das weitere Vorgehen im Pazifikkrieg festgelegt.

13. August 1946
Die Alliierten erlassen eine vorläufige Verfassung für Groß-Berlin und setzen Wahlen an - Berlin wird ein Stadtstaat.

25. Februar 1947
Auf Beschluss des Alliierten Kontrollrates wird der preußische Staat aufgelöst.

20. Juni 1948
In den drei Westsektoren Berlins und den drei westlichen Besatzungszonen wird die Währungsreform durchgeführt.

26. Juni 1948
Mit dem Beginn der sowjetischen Blockade Berlins (bis 12. Mai 1949) wird eine alliierte Luftbrücke errichtet. In 213.000 Flügen werden 1,7 Millionen Tonnen Versorgungsgüter in die Stadt gebracht. 78 Menschen kommen dabei ums Leben.

23. Mai 1949
In Bonn wird das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland verkündet. Der Westteil Berlins wird unter Maßgabe alliierte Vorbehalte ein westdeutsches Bundesland.

7. Oktober 1949
Die Deutsche Demokratische Republik (DDR) wird proklamiert. Ost-Berlin" wird "Hauptstadt der DDR" und Regierungssitz.

1. Oktober 1950
In West-Berlin tritt die neue Verfassung in Kraft. Am 3. Dezember 1950 wird das erste Abgeordnetenhaus gewählt.

16./17. Juni 1953
In Ost-Berlin und der DDR kommt es zu einem Volksaufstand, der jedoch von sowjetischen Panzern niedergeschlagen wird. Etwa 260 Demonstranten und 100 Polizisten werden getötet - es folgen fast 5.000 Verhaftungen.

27. November 1958
Der sowjetische Staats- und Parteichef Nikita S. Chruschtschow verkündet das Berlin-Ultimatum. Berlin soll eine freie und entmilitarisierte Stadt werden.

13. August 1961
Der Bau der Berliner Mauer wird begonnen. Sie ist insgesamt 161 Kilometer lang - rund 45 Kilometer davon ziehen sich quer durch Berlin. Sie soll die Immigration der DDR-Bevölkerung in den Westen verhindern. Bis 1989 kommen zwischen 136 und 245 Menschen an der Mauer ums Leben.

27. Oktober 1961
Am Checkpoint Charlie kommt es zu einer unmittelbaren Konfrontation zwischen US-amerikanischen und sowjetischen Panzern. Anlass ist der Versuch der DDR-Staatsführung, die alliierten Rechte der Westmächte in Berlin einzuschränken.

26. Juni 1963
Bei seinem Besuch in Berlin gibt US-Präsident John F. Kennedy vor aller Welt ein Treuebekenntnis der Schutzmacht USA für West-Berlin ab: "Ich bin ein Berliner".

17. Dezember 1963
Durch ein Passierscheinabkommen können die Bürger West-Berlins erstmals seit zwei Jahren wieder ihre Verwandten im Ostteil der Stadt besuchen.

1. Januar 1967
Die erste Kommune - eine radikalsozialistische Wohn-, Lebens- und Arbeitsgemeinschaft - wird gegründet. Alsbald werden die Kommunarden jedoch als "Politclowns" abgewertet.

2. Juni 1967
Bei Protesten von 2.000 Studenten und Schülern gegen den Staatsbesuch des persischen Schahs Mohammad Reza Pahlavi wird der Student Benno Ohnesorg erschossen. Die Tat löst in der Folgezeit militante Aktionen der Außerparlamentarischen Opposition (APO) in Berlin und Deutschland aus.

27. Juni 1967
Berlin unterzeichnet die erste Städtepartnerschaft mit Los Angeles/USA. Es folgen weitere Partnerschaften mit:

11. April 1968
Der Rechtsextremist Josef Bachmann verübt ein Attentat auf den Studentenführer und APO-Wortführer Rudi Dutschke. Die Tat löst national und international große Protestkundgebungen aus.

3. September 1971
Die Alliierten unterzeichnen das "Viermächte-Abkommen", dass den "Status quo" in beiden Staaten festschreibt und eine Erklärung über einen Gewaltverzicht beider Seiten enthält. West-Berlin erhält eine völkerrechtsverbindliche Garantie seines Sonderstatus.

11. Dezember 1971
Die Bundesrepublik Deutschland und die DDR unterzeichnen das Transitabkommen. Danach soll der Transitverkehr zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin in der "schnellsten, einfachsten und günstigsten Weise" abgewickelt werden. Berliner aus dem Westteil der Stadt können innerhalb von drei Monaten insgesamt neun Mal Ost-Berlin und die DDR besuchen.

4./5. April 1986
Bei einem Bombenanschlag auf die Diskothek "La Belle" sterben drei Menschen, weitere 280 Menschen werden teilweise schwer verletzt. Das Lokal wurde dabei völlig zerstört. Als Auftraggeber gilt der frühere libysche Revolutionsführer Muammar al-Gaddafi.

9. November 1989
Die Grenzübergange an der Berliner Mauer werden geöffnet - alle Kontrollen werden eingestellt. Vom 13. Juni 1990 bis 30. November 1990 wird die Mauer offiziell abgerissen. Heute finden sich noch einige Mauersegmente an verschiedenen Orten der Welt - darunter in den Vatikanischen Gärten oder im Imperial War Museum in London.

1. Juli 1990
Mit der Wirtschafts-, Währungs- und Sozialunion wird in Ost-Berlin und in der DDR die Deutsche Mark als gemeinsame Währung beider deutscher Staaten eingeführt.

3. Oktober 1990
Mit der Wiedervereinigung Deutschlands wird auch die Stadt Berlin wieder vereinigt. Außerdem wird Berlin die neue Bundeshauptstadt.

20. Juni 1991
Der Deutsche Bundestag beschließt, dass das Parlament, die Bundesregierung und die "klassischen" Ministerien zwischen 1997 und 2002 von Bonn nach Berlin umziehen sollen. Der Bundesrat entscheidet sich 1996 ebenfalls für einen Umzug nach Berlin.

Herbst 1993
Mit einem speziellen Programm beginnt die Sanierung der 273.000 "Plattenbauten" im Ostteil Berlins. Damit sollen das Wohnumfeld verbessert und die soziale Infrastruktur ergänzt werden. Mit dem Ausbau sollen die Großsiedlungen zu möglichst autark werden.

2. März 1994
Die Bundesregierung beschließt den Bau einer 292 Kilometer langen Transrapid-Strecke zwischen Berlin und Hamburg. Die geschätzten Investitionskosten betragen etwa 20 Milliarden D-Mark. Im Januar 1997 werden die Pläne jedoch fallen gelassen.

August/September 1994
Die alliierten Truppen ziehen aus Berlin ab - für die Stadt endet der seit 1945 andauernde Sonderstatus alliierter Vorbehaltsrechte.

27. April 1995
Ein Staatsvertrag zur Fusion der Bundesländer Berlin und Brandenburg wird unterzeichnet - Potsdam soll die Hauptstadt des neuen Bundeslandes werden. Am 5. Mai 1996 sprechen sich die Bürger Brandenburgs in einer Volksabstimmung jedoch gegen die Länderfusion aus.

24. Juni bis 7. Juli 1995
Die Verpackungskünstler Christo und Jeanne-Claude verhüllen den Reichstag. Die Aktion lockt über fünf Millionen Zuschauer an und ist eine weltweit beachtete Werbung für ein "lockeres und modernes" Berlin.

16. Juni 2001
Erstmals in der Geschichte Berlins wird mit Eberhard Diepgen ein Regierender Bürgermeister durch ein Misstrauensvotum abgewählt. Nachfolger wird der SPD-Politiker Klaus Wowereit, der am 20. Dezember 1991 eine Koalition mit der PDS - der späteren Linken - eingeht.

15. Februar 2003
In Berlin findet die größte Friedenskundgebung seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges an. Etwa 500.000 Menschen demonstrieren gegen einen drohenden Krieg im Irak - weltweit sind es etwa 10 Millionen.

28. Mai bis 1. Juni 2003
Unter der Losung "Ihr sollt ein Segen sein" findet in Berlin der Erste Ökumenische Kirchentag statt. An dem Laientreffen der Christen - vor allem der beiden großen Konfessionen in Deutschland - nahmen über 200.000 Besucher teil. Organisiert wurde er vom Zentralkomitee der Deutschen Katholiken (ZdK) und vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT).

9. Juni bis 9. Juli 2006
Das Olympiastadion gehört zu den Austragungsorten der 18. Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland. Mit 72.000 Sitzplätzen ist es das größte der zwölf WM-Stadien. Zudem findet hier das Finale statt, in dem Italien mit einem Sieg über Frankreich zum vierten Mal Weltmeister wird.

5. September 2006
Mit dem Spatenstich für den Flughafen Berlin Brandenburg "Willy Brandt" entsteht südlich der Hauptstadt ein neuer Großflughafen, der die Kapazitäten des Flugverkehrs rund um Berlin vergrößern soll. Betreiber wird die Flughafen Berlin-Schönefeld GmbH (FBS) sein. Am Anfang soll der Flughafen für etwa 25 Millionen Passagiere ausgelegt sein. Die Eröffnung ist für den 3. Juni 2012 geplant. Derzeit ist eines der größten im Bau befindlichen Verkehrsinfrastrukturprojekte Deutschlands sowie die größte Flughafenbaustelle Europas.

26. Juni 2011
Im Olympiastadion wird das Eröffnungsspiel der 6. Frauenfußball-Weltmeisterschaft zwischen Deutschland und Kanada ausgetragen. Mit 73.680 Sitzplätzen ist es das größte aller WM-Stadien.

18. September 2011
Bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus geht die SPD erneut als stärkste Partei hervor. Erstmals in der deutschen Geschichte zieht auch die Piratenpartei Deutschland in ein Landesparlament ein.

22. bis 23. September 2011
Papst Benedikt XVI. besucht im Rahmen seines offiziellen Staatsbesuches in Deutschland auch die Bundeshauptstadt. Als erstes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche und des Vatikans hält er zudem eine Rede vor dem Deutschen Bundestag. Diese sorgt bereits im Vorfeld für Kontroversen in der Öffentlichkeit und unter den Abgeordneten.

Weitere Informationen zur Geschichte Berlins gibt es beim Verein für die Geschichte Berlins und bei Wikipedia.

Informationen zur Geschichte Potsdams gibt es bei Wikipedia.

Wikipedia

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